Julie Otsuka Wovon wir träumten

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Inhaltsangabe zu „Wovon wir träumten“ von Julie Otsuka

Die bewegende Geschichte einer Gruppe von Frauen auf einer Reise ins Ungewisse ...
Mit leiser Wehmut, vielen Fragen und großen Hoffnungen im Gepäck überqueren sie den Ozean: junge Japanerinnen, die Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Heimat verlassen, um in Kalifornien japanische Einwanderer zu heiraten. Bis zu ihrer Ankunft kennen die Frauen ihre zukünftigen Männer nur von den strahlenden Fotos der Heiratsvermittler, und auch sonst haben sie äußerst vage Vorstellungen von Amerika. Die Überfahrt wird zu einer seltsamen, oft traumartigen Passage zwischen zwei Welten – und die Ankunft in Amerika zu einem abrupten Erwachen in der Fremde, in der kaum etwas so ist wie erwartet ...

Ein kurzes, aber sehr gut geschriebenes und erschütterndes Buch über japanische Einwanderinnen, die ihr Glück in den USA suchen.

— sydneysider47

Eindringlich erzählt und fesselnd

— tlow

Bewegende Frauenschicksale

— AAsaBoeker

Ungewöhnlicher und trauriger Roman! Beleuchtet einfühlsam und ohne zu beschönigen eine weniger bekannte Seite in der Geschichte.

— WordLover

Wunderschön und schrecklich gleichzeitig- die Erzählperspektive ist erst gewöhnungsbedürftig, entfaltet aber besondere emotionale Tiefe.

— BluevanMeer

Spannendes und emotionales Porträt einer ganzen Generation - durch die besondere Erzählperspektive entfaltet es erst seine Wirkung.

— letusreadsomebooks

Ein berührendes Buch über die verlorenen Hoffnungen und Träume der Japanischen Migrantinnen in Amerika.

— Canem

Japanerinnen in den USA: Sie träumten einen schönen unbekannten Traum ... und es kam ganz anders. Ein außergewöhnliches, besonderes Buch!!

— Kerstin_Westerbeck

Mit seinem ungewöhnlichen Schreibstil hat mich das Buch fasziniert. Ein fesselndes Buch zu einem traurigen Thema.

— Pocci

Sehr poetischer Roman über ein fast vergessenes Stück amerikanischer Geschichte.

— littleowl

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  • Überaus lesenswertes Buch über Japanerinnen in den USA

    Wovon wir träumten

    sydneysider47

    31. October 2017 um 12:43

    Auch das Buch  „Wovon wir träumten“  der Autorin Julie Otsuka habe ich schon vor einigen Jahren gelesen.    Die Handlung: Was Japanerinnen in den USA erwarteten – und was sie bekamen  Anfang des 20. Jahrhunderts reisen junge Japanerinnen auf einem Schiff in die USA. Nur wenige Habseligkeiten haben sie als Gepäck dabei. Aber sie hoffen, in den USA das große Glück zu finden – Männer, die sie heiraten werden. Japanische Männer, die sie nur von Fotos kennen. Japanische Männer – jung, gesund und fit. Männer, mit denen sie eine Familie gründen wollen, Männer, denen sie zur Hand gehen werden. Männer, denen sie treu sein werden bis an ihr Lebensende.  Männer, die ihre Hoffnungen auf ein besseres Leben erfüllen werden.  Doch die Realität ist anders. Sie ist hart. Die Männer sind älter als auf den Fotos. Die Japanerinnen sind Arbeiterinnen auf Feldern. Sie schuften. Sie werden von der amerikanischen Gesellschaft oft nicht akzeptiert. Sie werden diskriminiert – beispielsweise in Restaurants und bei Friseuren.  Nebenher bekommen einige von ihnen Kinder. Kinder, die schon bei der Geburt sterben. Kinder, die an Krankheiten sterben. Aber auch Kinder, die überleben – die aufwachsen, amerikanische Schulen besuchen und sehr gute Noten schreiben. Aber auch Kinder, die sich Gangs anschlossen und sich prügelten. Gehorsame Kinder und ungehorsame Kinder.  Japanerinnen in den USA – ihr Sehnen nach Glück in den USA scheint sich nicht zu erfüllen…    Interpretierungswürdige Lektüre – oder: meine Leseerfahrung Die Handlung ist ergreifend, zu Herzen gehend. Schon beim Lesen der ersten Seiten war ich gepackt von den Wünschen, den Hoffnungen der Japanerinnen auf dem Schiff. Ihre Gedanken sind sehr gut dargestellt – und ich hoffte als Leserin mit, dass die Japanerinnen in den USA glücklich werden. Das Buch ist weder aus der Ich-Perspektive, noch aus der Perspektive des auktorialen Erzählers (kein Ich-Erzähler) geschrieben. Die Perspektive, die hier vorliegt, finde ich interessant. Es ist die Wir-Perspektive. Die Japanerinnen erzählen, wie es ihnen allen erging: auf dem Schiff, in den USA, auf dem Feld beim Arbeiten, mit ihren Kindern und so weiter. So sah ich als Leserin nicht nur eine Person vor meinem geistigen Auge – sondern viele. Und gerade das machte das Leseerlebnis für mich so beeindruckend und somit das Buch umso glaubwürdiger. Würde hier nur von einer einzigen Japanerin erzählt werden, würde ich denken, dass sie die Ausnahme war/ist und es den restlichen Japanerinnen gut ging. Aber es ist so, dass alle Japanerinnen in den USA nicht ihr Glück fanden – sie fügten sich in ihre jeweilige Situation oder sie schlossen mit ihrem Leben ab. Aber Glück sieht anders aus. Nicht so, wie in diesem Buch geschildert. Wer denkt, dass man hier schnell zu lesende Lektüre bekommt, irrt. Das Buch ist in einer lyrischen, poetischen Sprache verfasst – und aus den Ereignissen in jedem Kapitel könnte man bereits ein eigenes Buch gestalten. Als Beispiel nehme ich das Kapitel „Die Kinder“ (ab Seite 77). Hier könnte man fast jeden Satz interpretieren. Man könnte über fast jeden Satz ein eigenes Kapitel verfassen – es stecken so viele Menschenschicksale darin! Die Japanerinnen legten ihre Babys in Gräben und Ackerfurchen, während sie arbeiteten, und riefen ihnen immer etwas zu. Erziehungs- und Mutterschaftsurlaub gab es nicht. Die Kinder wuchsen „nebenher“ auf. Manche von ihnen gehorchten nicht und machten das, was sie wollten. Andere von ihnen waren sehr ruhig und unproblematisch. Sie lernten sehr schnell, sich alleine zu beschäftigen, denn die Mütter hatten ja kaum Zeit für sie. Natürlich gibt es noch viel mehr über die Kinder der Japanerinnen in diesem Kapitel zu erfahren. Ich will nicht zuviel verraten – denn es sollen ja viele Leser und Leserinnen das Buch lesen. Auch wenn es nur aus Sicht von Frauen geschrieben ist, würde ich es dennoch Männern ebenso zum Lesen empfehlen. Denn es beinhaltet viel Geschichtliches. Geschichte, wie man sie im Geschichtsunterricht in Deutschland nie gelernt hat. Erschütternde und bewegende Geschichte über Auswanderinnen in einem fremden Land. Ein zivilisiertes Land, dessen Gesellschaft japanische Einwanderinnen ausgrenzt…   Mein Fazit „Wovon wir träumten“ ist ein kurzes, aber sehr gut geschriebenes und erschütterndes Buch über japanische Einwanderinnen, die ihr Glück in den USA suchen. Den Preis finde ich ziemlich hoch – ich bin allerdings der Meinung, dass solch ein Buch in Schulen gelesen werden sollte, da man hier sehr gut das Interpretieren von Texten üben kann. Ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Mit dem Kauf würde ich allerdings warten, bis das Buch als günstigere Taschenbuchausgabe erhältlich ist. Ich hatte das Glück, das Buch aus einer Bücherei zum Lesen ausleihen zu können. P.S.: Diese Rezension erschien in ähnlicher Form bereits im Jahre 2013 bei Ciao.de.  

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  • Berührende Frauenschicksale in bemerkenswerter Erzählform

    Wovon wir träumten

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. October 2017 um 07:31

    In "Wovon wir träumten" wird die reale Geschichte junger Japanerinnen erzählt, die in den 1920er Jahren ihre Heimat in Scharen verließen, um in Amerika ein neues, vermeintlich besseres Leben zu beginnen. Bis hin zu den rund 25 Jahre später stattfindenden und nicht weniger dramatischen Ereignissen, die der Angriff auf Pearl Harbor für die japanische Bevölkerung der USA mit sich brachte. Die Art und Weise wie die Autorin dies umgesetzt hat, ist bemerkenswert. Sie bemächtigt sich einer Wir-Form, in der quasi zeitgleich jedes persönliche Einzelschicksal dieser vielen, vielen Frauen zur Sprache kommt, ohne dabei jedoch einzelne Personen ganz gezielt in den Mittelpunkt der Erzählung zu stellen. Auf diese Weise bleibt das Geschilderte auf der einen Seite sehr neutral, wirkt aber zeitgleich eben genau deswegen auf den Leser sehr emotional und berührend. Mich hat dieses nur 160 Seiten zählende Büchlein tief beeindruckt und bewegt. 

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 20.10.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   259 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  691 Punkte Beust                                          ---   352 Punkte Bibliomania                               ---   233 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  444,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 285 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   154,5 Punkte Code-between-lines                ---  154 Punkte eilatan123                                 ---   80 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   216 Punkte Frenx51                                     ---  103 Punkte glanzente                                  ---   94 Punkte GrOtEsQuE                               ---   84 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   181 Punkte Hortensia13                             ---   148 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  191 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   135 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   88 Punkte Katykate                                  ---   121 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   145 Punkte Kuhni77                                   ---   129 Punkte KymLuca                                  ---   110 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   285 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   257 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  148 Punkte Nelebooks                               ---  245 Punkte niknak                                       ----  313 Punkte nordfrau                                   ---   143 Punkte PMelittaM                                 ---   242 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   132 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 76 PunkteSandkuchen                              ---   241 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   195 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   315 Punkte SomeBody                                ---   189,5 Punkte Sommerleser                           ---   215 Punkte StefanieFreigericht                  ---   236,5 Punkte tlow                                            ---   165 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   97 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   184 Punkte Yolande                                       --   189 Punkte

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    • 2486
  • Japanische Flüchtlingsschicksale

    Wovon wir träumten

    UteSeiberth

    11. April 2016 um 18:58

    Die Autorin schildert in diesem Buch die Situation japanischer Frauen die am Anfang des letzten Jahrhunderts nach Amerika fuhren, um dort mit bereits ansässigen Japanern verheiratet zu werden.Daher wohl der Titel,wovon die ausreisenden Frauen geträumt haben,wenn sie in Amerika angekommen sind.Ich finde es ja gut,dass die Autorin diese geschichtliche Situaition in einem Buch aufgreift,mich stört es allerdings,dass die Erlebnisse immer nur einzelne Gruppen der Frauen beschreiben und keine einzelne Person ihre Situation schildert.Das kommt mir eher wie eine Aufzählung vor und nicht wie ein Roman und das hat mich leider ermüdet!

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  • Tausendundeine Stimme vereint

    Wovon wir träumten

    letusreadsomebooks

    07. October 2015 um 20:28

    Julie Otsukas Buch Wovon wir träumten ist kein Roman im klassischen Sinne. Statt einer stringenten Handlung finden wir vielmehr Beobachtungen über das Leben und Schicksal hunderter oder gar tausender japanischer Frauen, die am Anfang des 20. Jahrhunderts mit Hilfe von Heiratsvermittlern in die USA reisten, um dort ein besseres Leben zu führen. Otsuka berichtet über Frauen, die in ihrer Heimat keine Zukunft für sich sahen. Über Frauen, die nicht länger wie Tiere auf den Feldern schuften wollten. Über Frauen, die von ihrer Familie verstoßen wurden und ein neues Zuhause suchen. Über Frauen, die hoffnungsvoll aufbrechen um dann maßlos enttäuscht zu werden. Wir erfahren von Frauen, deren Männer nicht die sind, die sie von den Fotos kennen und auch keinen anständigen Beruf ausüben. Von Frauen, die wie Sklavinnen für die Amerikaner arbeiten, auf ihren Feldern arbeiten und ihre Häuser putzen. Von Frauen, die belogen werden. Betrogen. Ignoriert. Von Frauen, die ein Kind nach dem anderen bekommen. Von Frauen, die ein Kind nach dem anderen verlieren. Wir lernen Frauen kennen, die ihr Schicksal akzeptieren. Frauen, die die Hoffnung nicht aufgeben. Frauen, die gegen alle Widerstände kämpfen. Frauen, die wortlos alles hinnehmen. Frauen, die zurück in ihre Heimat wollen. Die ihr Leben beenden. Die trotz allen Umständen irgendwie glücklich sind. All diese Schicksale gehen dem Leser nah, was unter anderem daran liegt, dass Otsuka aus der Wir-Perspektive schreibt. Obwohl wir keine konkreten Personen kennenlernen und keine direkten Protagonisten haben, ist gerade diese Verallgemeinerung erschreckend, da sie zeigt, dass es unzählige Frauen waren, denen es so erging. Die schlichte aber dennoch poetische Sprache der Autorin hilft dabei, trotz dieser Distanz Mitgefühl und Betroffenheit zu erwecken. Deprimierend ist das Buch jedoch nie, da auch einige Momente und Beschreibungen herzerwärmend oder zum Schmunzeln sind. Wovon wir träumten beruht auf wahren Ereignissen. Es zeigt uns nicht nur die Unterdrückung der Frauen, sondern auch die Ausbeutung von Immigranten und die damals wie heute bestehende Kluft zwischen Kulturen, welche nicht immer leicht zu überwinden ist. Otsukas Roman befasst sich mit Immigration, funktionierender und fehlschlagender Integration, mit Abgrenzung, Ausgrenzung, Abschiebung, Staatswillkür und mit einer Gesellschaft, die die Augen verschließt. Julie Otsuka ist mit Wovon wir träumten ein spannendes und emotionales Porträt einer ganzen Generation gelungen. Durch die besondere Perspektive und die schöne Sprache ist es vor allem eines: anders. Und dabei absolut lesenswert.

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  • Ein Buch mit tausend Stimmen...

    Wovon wir träumten

    Canem

    25. July 2015 um 17:42

    "Wovon wir träumten" hat einen unglaublich einzigartigen und poetischen Schreibstil, der mich sofort in den Bann gezogen hat. Es geht nicht um eine, nicht um zwei, drei, vier oder fünf Japanerinnen; es geht um Tausende. Und sie alle erzählen ihre Geschichten; gleichzeitig. Als Leser ist man berührt, traurig und mitgerissen zugleich. Obwohl dieses Buch sehr dünn ist, hat es auf mich einen stärkeren Effekt gehabt als manch dicker Wälzer. Julie Otsuka erzählt hier eine wahre und traurige Geschichte über Schicksale von vielen Japanern, die einfach vergessen wurden.   Dieses Buch ist für jeden nur zu empfehlen!

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  • Wovon wir träumten

    Wovon wir träumten

    BadWolf

    28. May 2015 um 10:01

    Inhalt Der Roman erzählt die Geschichte von vielen jungen Japanerinnen, die sich kurz nach dem ersten Weltkrieg, Anfang des 20. Jahrhunderts mit Hilfe von Heiratsvermittlern auf den Weg nach Amerika machen. Sie hoffen und träumen von einem besseren Leben fernab der Heimat. Ihre Ehemänner kennen sie ausschließlich von Fotos die sie durch die Heiratsvermittler bekommen haben. Es sind gut aussehende junge Männer mit dunklen Augen, vollem Haar und makelloser Haut. Einige von ihnen stehen im edlen Gehrock, vor Holzhäusern mit weißem Lattenzaun oder einem neuen Auto. Und allesamt sind sie ebenfalls ehemalige Einwanderer die es in den USA geschafft haben ihrem einstigen ärmlichen Leben in Japan Lebewohl zu sagen und nun eine Frau suchen. Zu den Fotos gab es auch verführerische Briefe. Ich habe ein schönes Haus gekauft. Du kannst Tulpen pflanzen, Osterglocken. Was immer du willst. Ich besitze eine Farm. Ich führe ein Hotel. Ich bin der Vorsitzende einer großen Bank. Ich habe Japan vor mehreren Jahren verlassen, um meine eigene Firma zu gründen, und kann gut für Dich sorgen. Auf der langen beschwerlichen Überfahrt die drei Wochen dauern sollte, beginnen die Mädchen nun zu träumen von ihrem neuen Leben. Werden sie ihren Ehemännern gerecht? Würden sie ihnen gefallen?`Werden sie die Männer lieben? Wie wird das erste mal sein? Wie wird es sich leben in so einem großen Haus? Sind die Sitten und Gebräuche dort tatsächlich anders als in Japan? Hoffnungen, Ängste, Heimweh und Sorgen plagten die jungen Frauen von Tag zu Tag. Nachdem sie nun endlich das Pier erreichten, war der Schock für die Mädchen groß, als sie mit der Realität konfrontiert wurden. Das Leben der jungen Japanerinnen entwickelt sich zu einer harten Lebensprobe voller Enttäuschungen, Qualen und Opfer, die sie bringen um nicht wieder zurückgeschickt zu werden und obwohl ihr bleiben auch ein harter Kampf ums Überleben darstellt, geben sie bis zum Schluss nicht auf. Lebensabschnitt um Lebensabschnitt schlängelt sich nun das traurige Schicksal der einstigen unschuldigen Mädchen durch das Buch. Meinung Mit „Wovon wir träumten“ hat Julie Otsuka in der Tat ein wahres Meisterwerk geschaffen. Es ist ein Roman der mich sehr berührt und nachdenklich gemacht hat. Die Geschichte wird in Wir-Form erzählt. Ich habe noch nie ein Buch gelesen in der es nicht mindestens einen Protagonisten gibt um den sich die Handlung dreht. In diesem Roman erfahren wir, ohne wirklich Namen genannt zu bekommen, gleich mehrere wenn nicht hunderte von Schicksalen. Zwar wird man zu Anfang des Buches mit mehreren Namen von Mädchen bombardiert, sowie auch die Ortschaften aus denen sie kommen, aber das ist kein wesentlicher Bestandteil der Geschichte. Ich bin mir nicht sicher ob ich diesen Schreibstil mag. Sicherlich wäre es reine Verschwendung gewesen hätte man sich ausschließlich eine Protagonistin herausgepickt und ihre Geschichte erzählt. Vermutlich wäre das Buch nicht ganz so emotionsgeladen geworden und nicht zu Letzt, hätte man nie erfahren mit welchen Grausamkeiten die Frauen damals noch alles konfrontiert wurden, als lediglich eine Person. Ich persönlich mag es wenn mich eine oder mehrere Protagonisten so sehr fesseln das ich eine Sympathie oder Antipathie entwickle. Das klappt trotzdem bei „Wovon wir träumten“, denn trotz der Mehrzahl an Schicksalen baut man eine gewisse Nähe zu den Frauen auf ohne sie zu fälschlicherweise zu bemitleiden. Obgleich es einem Leid tut was ihnen widerfährt. Die Autorin besitzt einen gefühlvollen Schreibstil, der unter die Haut geht. Anfangs dachte ich noch das 160 Seiten mal eben schnell gelesen sind. Ein Buch für quasi Zwischendurch. Weit gefehlt, wie ich selbst erfahren musste. Vieles von den schrecklichen Gegebenheiten muss man erst einmal verdauen oder sacken lassen. Und wenn man irgendwann denkt, jetzt haben sie es geschafft sich als Außenseiter in dem fremden Land ein wenig zu etablieren, kommt der japanischen Angriff auf die Flotte Pearl Harbour. Ich kann dieses fantastische Buch wirklich nur jedem empfehlen.

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  • Ein Ausnahmeroman, wunderschön geschrieben

    Wovon wir träumten

    Lesegenuss

    04. May 2015 um 18:20

    Achtung Spoiler im Text: Julie Otsukas Roman "Wovon wir träumten" erzählt die Geschichten von jungen Japanerinnen, die in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ihre Heimat verließen. Ihr Ziel war Kalifornien. Über einen Heiratsvermittler waren sie Männern versprochen worden. Kalifornien, das Land der Träume, dort lebten ihre Zukünftigen und warteten auf sie. Wie groß muss der Schock für die jungen Mädchen gewesen sein, als sie mit der Realität konfrontiert wurden. Verführerisch klingende Briefe hatten sie in der Heimat von ihrem Zukünftigen erhalten, gutaussehende Männer auf den Fotos. Doch es wurde nicht das Leben, wovon sie geträumt hatten. Einzelne Protagonisten aufzuführen, geht nicht, denn Julie Otsuka hat allen Frauen eine Stimme gegeben und zwar durch das Wort "Wir" und in dieser Form ist es auch geschrieben. Zitat S. 50 "Wir arbeiteten einfach, das war alles. Wir machten jeden Abend für sie unsere Beine breit, aber wir waren so erschöpft, dass wir oft einschliefen, bevor sie fertig waren. Wir wuschen einmal in der Wochen in Wannen mit siedend heißem Wasser ihre Kleidung. Wir kochten für sie. Wir putzten für sie. Wir halfen ihnen beim Holzhacken. …" Und mit jedem Tag, so sagen sie, veränderten sie sich. Sie waren nicht mehr die, als sie ihre Heimat verließen. War ich anfangs etwas irritiert durch die Wiedergabe der Sprache, legte sich das ganz schnell. Je länger man die Geschichte, das Geschriebene aufnimmt, stellt man fest, es hätte nicht anders geschrieben sein dürfen. Träume und Hoffnungen hatten sie bei ihrer Auswanderung, Schicksale, die in diesen 160 Seiten umfassenden wahren Meisterwerk eine Stimme erhielten. Und jedes Kapitel beschreibt ihren Weg bis hin zum Zweiten Weltkrieg, dem Angriff der Japaner auf Perl Harbour. Mit ihrem Buch hat die Autorin den Frauen, die als junge Mädchen in ein unbekanntes Land, mit einer fremden Sprache und Kultur ein unvergessliches geistiges Denkmal geschaffen. Aber es ist auch eine Ermahnung an das Vergessen - der Erinnerungen. Durch ihre zeitweise poetische Sprache und dann wieder klaren Sprache berührt sie den Leser. Jeder Satz erzählt dir eine Geschichte. Ich bedanke mich bei Nicole für dieses wahre Leseschätzchen. Ohne sie hätte ich es bestimmt nicht gelesen. "Wovon wir träumten" ist ein Ausnahmeroman, der sich durch die leisen Töne und doch mahnenden Stimme hervorhebt.

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  • Flüchtlingsschicksale damals wie heute

    Wovon wir träumten

    rkuehne

    Es ist reiner Zufall, dass ich das Buch, was seit zwei Jahren in meinem Schrank steht, gerade jetzt lese, aber es passt (leider) hervorragend in unsere Zeit. Die Geschichte der zum Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Hoffnung auf ein besseres Leben  nach Amerika emigrierten Japanerinnen, ist gleichsam einzigartig wie allgemeingültig. Einzigartig, weil mir das Thema der oft massenhaft unter dem Lockmittel der Heiratsvermittlung emigrierten Frauen völlig neu war, allgemeingültig weil auch sie Flüchtlings- und Migrantengeschichten schreiben, die wir damals so dramatisch waren wie heute und die eine Ausgrenzung gegenüber Fremden beschreiben, an der sich auch heute, fast 100 Jahre später, nichts geändert hat. Ein lesenswertes Buch, nicht nur Anfang 2015.

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    • 2

    Kerstin_Westerbeck

    19. March 2015 um 12:32
  • Traumhaft

    Wovon wir träumten

    50kwords

    Sie haben nicht mehr als die Fotografien ihrer Ehemänner und einen Rattankoffer voller Kleider und Hoffnungen, Wünsche und Träume als Anfang des letzten Jahrhunderts unzählige Japanerinnen den Ozean überqueren und in die USA immigrieren. Aber nicht nur das wunderbare Leben, das man ihnen versprach, entpuppt sich als Lüge … Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zieht nicht nur Europäer an, aus allen Teilen der Welt zieht es Menschen in die USA. Julie Otsuka erzählt in ihrem Roman nun von Japanerinnen, denen die Realität ebenso Steine an die Fesseln bindet wie jedem anderen, der sich zu große Hoffnungen machte. Nur wie sie es erzählt, ist ungewöhnlich. Es gibt kein Du, kein Ich; es gibt nur ein Wir, die Japanerinnen, und es gibt ein Sie, zuerst sind das andere Immigranten, sind es Bürger der USA, und als der Krieg kommt, sind es die Japaner in Pearl Harbor. Zwischendrin erzählt Julie Otsuka auch vom täglichen Leben auf den Feldern, erzählt von Japanerinnen als Bedienstete, und als Verlorene zwischen den Welten; erzählt vom Eheleben, den unzähligen Geburten und von den unzähligen Kindern. Manchmal ist dabei nicht nur der Inhalt unangenehm, auch Otsukas Stil kann ermüdend sein, wenn er sich in reinen Aufzählungen verliert (was äußerst häufig ist bzw. eigentlich das Merkmal ihres Stils in diesem Roman). Aber vermutlich ist es auch gewollt: unzählige Einzelschicksale, die zu einer undefinierbaren Masse verschmelzen. Es ist ein kurzes Büchlein, aber es steckt so viel darin und wenn man sich die Zeit nimmt, und vor allem auch die Pausen, ist es eine Bereicherung. Ich würde es wunderbar nennen wollen, wenn es dafür nicht zu traurig wäre.

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    • 2
  • Ungewöhnlicher Schreibstil, interessante Geschichte

    Wovon wir träumten

    Pocci

    08. December 2014 um 18:42

    Eine Gruppe junger Japanerinnen überquert den Ozean, um in Amerika zu heiraten. Doch bisher kennen sie ihre künftigen Ehemänner nur von den strahlenden Fotos der Heiratsvermittler... Der Leser begleitet diese Gruppe auf ihrer Überfahrt, wenn sie das erste mal ihre Ehemänner treffen, dabei wie sie beginnen, sich in ihrem neuen Leben zurecht zu finden und bis viele Jahre nach ihrer Ankunft. Umfasst wird dabei eine Zeitspanne von Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum zweiten Weltkrieg. Ungewöhnlich an dem Buch ist der Erzählstil. Man begleitet nicht eine einzelne Hauptperson, sondern erfährt in jedem Absatz durch zahlreiche thematisch zusammen passende Aussagen immer etwas über die jeden aus der Gruppe. Dabei kann man jedoch nie zuordnen, welche Gedanken und welches Erlebnis welcher Einzelperson zuzuordnen sind, sondern die Aussagen beziehen sich meisten auf Wir, Einige, Viele usw. Auf diese Weise lernt man nicht nur ein Einzelschicksal kennen, sondern viele, die sich jedoch in wichtigen Punkten ähnlich sind, da sie alle auf der gleichen Herkunft und ähnlichen Lebensumständen gründen. Fazit: Ein sehr schönes Buch, dass nicht nur mit dem ungewöhnlichen Erzählstil beeindruckt und fesselt, sondern das auch einen Blick auf einen weniger beachteten Teil der amerikanischen Geschichte ermöglicht.

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  • Gescheiterte Integration....

    Wovon wir träumten

    Kartoffelschaf

    12. November 2014 um 23:53

    Dieses Buch hat mich berührt und nachdenklich gestimmt. Es handelt von einem Thema, welches in Büchern nicht gerade oft thematisiert wird und mit dem man sich normalerweise kaum auseinander setzt. Das ist eigentlich schade denn dieses Thema ist erschütternd, tiefschürfend und trotz allem wirklich interessant. Junge Japanerinnen werden vermeintlich reichen Amerikanern versprochen und wandern aus, lassen ihre Familien und ihr Leben hinter sich, um am anderen Ende der Welt ein neues, glücklicheres zu beginnen. Umso schockierender ist es, als sie herausfinden, dass ihre Ehemänner selbst nur einfache Arbeiter sind und sie fortan ein Leben in moderner Sklaverei führen müssen. Der Schreibstil ist absolut außergewöhnlich und in der Wir-Form gehalten. Das ist zu Beginn ein bisschen gewöhnungsbedüftig aber dann absolut angemessen für den Inhalt des Buches. Einziges Manko - die immens vielen Aufzählungen, seitenweise. Das war auf Dauer doch ein wenig arg anstrengend zu lesen. Insgesamt aber ein tolles Werk und wirklich empfehlenswert. 

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  • Wenn Schmerz zum Greifen nahe ist

    Wovon wir träumten

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. August 2014 um 15:15

    In einem Schiff voller Hoffnung, Erwartungen und unerfüllter Wünsche überqueren Anfang des 20. Jahrhunderts junge Japanerinnen den Ozean. Ihre zukünftigen Ehemänner kennen sie nur von den Fotos der Heiratsvermittler, Amerika haben sie noch nie gesehen, doch sie träumen von einem besseren Leben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und lassen dafür ihre Familien und alles, was ihnen lieb und kostbar ist zurück. Die ihnen versprochene glänzende Zukunft in Reichtum und Wohlstand jedoch ist ein leeres Versprechen, stattdessen wartet auf sie harte Arbeit in moderner Sklaverei. Zerbrechlich und kostbar ist das Gut der Hoffnung, beklemmend das Wissen darum, sie alle, diese jungen, hoffnungsvollen Frauen, erhobenen Hauptes in eine ungewisse Zukunft gehen zu sehen, die für die meisten von ihnen wenig Erfreuliches bereitzuhalten verspricht. Um sie alle geht es, als Kollektiv, denn sie vereint ihr Schicksal. Nicht Arztgattin oder die Frau eines Rechtsanwalts werden sie, denn ihre Partner bestellen die Felder der reichen Amerikaner. Das versprochene Glück erreicht sie höchstens als sanfter Hauch inmitten von körperlicher und seelischer Qualen. Unter den Eindrücken des zweiten Weltkrieges schließlich wird Distanz unüberbrückbar zu Hass und ihre Kinder stehen vor der folgendschweren Entscheidung, sich für oder gegen ihre Wurzeln entscheiden zu müssen. Julie Osuka gelingt es auf atemberaubende Weise, in einem einzigen Satz das Schicksal eines ganzen Volkes zu erzählen. Raffiniert wählt sie hierfür die „Wir- Form“; die Frauen sprechen für sich selbst, gleich einem Chor, der schicksalhaft verbunden wurde für den Rest einer Ewigkeit. So also fühlt sich gescheiterte Integration an, Julie Osuka lässt sie uns spüren.

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  • Traurig und schön zugleich

    Wovon wir träumten

    50kwords

    30. August 2014 um 22:54

    Sie haben nicht mehr als die Fotografien ihrer Ehemänner und einen Rattankoffer voller Kleider und Hoffnungen, Wünsche und Träume als Anfang des letzten Jahrhunderts unzählige Japanerinnen den Ozean überqueren und in die USA immigrieren. Aber nicht nur das wunderbare Leben, das man ihnen versprach, entpuppt sich als Lüge … Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zieht nicht nur Europäer an, aus allen Teilen der Welt zieht es Menschen in die USA. Julie Otsuka erzählt in ihrem Roman nun von Japanerinnen, denen die Realität ebenso Steine an die Fesseln bindet wie jedem anderen, der sich zu große Hoffnungen machte. Nur wie sie es erzählt, ist ungewöhnlich. Es gibt kein Du, kein Ich; es gibt nur ein Wir, die Japanerinnen, und es gibt ein Sie, zuerst sind das andere Immigranten, sind es Bürger der USA, und als der Krieg kommt, sind es die Japaner in Pearl Harbor. Zwischendrin erzählt Julie Otsuka auch vom täglichen Leben auf den Feldern, erzählt von Japanerinnen als Bedienstete, und als Verlorene zwischen den Welten; erzählt vom Eheleben, den unzähligen Geburten und von den unzähligen Kindern. Manchmal ist dabei nicht nur der Inhalt unangenehm, auch Otsukas Stil kann ermüdend sein, wenn er sich in reinen Aufzählungen verliert (was äußerst häufig ist bzw. eigentlich das Merkmal ihres Stils in diesem Roman). Aber vermutlich ist es auch gewollt: unzählige Einzelschicksale, die zu einer undefinierbaren Masse verschmelzen. Es ist ein kurzes Büchlein, aber es steckt so viel darin und wenn man sich die Zeit nimmt, und vor allem auch die Pausen, ist es eine Bereicherung. Ich würde es wunderbar nennen wollen, wenn es dafür nicht zu traurig wäre.

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  • Rezension zu "Wovon wir träumten"

    Wovon wir träumten

    littleowl

    Anfang des 20. Jahrhunderts reist eine Gruppe Japanerinnen nach Amerika, um dort ihre zukünftigen Ehemänner zu treffen, die sie bisher nur von Fotos kennen. Sie sind voller Hoffnung, doch nach ihrer Ankunft holt sie schnell die Realität ein. Die Männer sind viel älter als auf den Fotos und statt einem Leben in Wohlstand erwartet die Frauen harte, schlechtbezahlte Arbeit. Hinzu kommt die schwierige Beziehung zu den Amerikanern. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges eskaliert die Situation. Dieser Roman ist in einer ganz außergewöhnlichen Art und Weise geschrieben. Die Autorin schreibt immer aus der Wir - Perspektive, verzichtet auf Protagonisten und größtenteils sogar auf Namen. Der Schreibstil hat etwas sehr poetisches und liest sich stellenweise fast wie ein Gedicht. Zu Beginn des Kapitels "Babys" beginnt sie zum Beispiel jeden Satz mit "Wir gebaren..." Auch wenn man sie nicht einer Person zuordnen kann, oder gerade deswegen, ist es faszinierend, so viele komplett unterschiedliche Schicksale zu verfolgen. Die Frauen sind alle auf dem gleichen Schiff angereist, aber sobald sie in Amerika angekommen sind, kann man beobachten, in welche verschiedenen Richtungen sich ihre Leben entwickeln. Dabei wird auch deutlich, wie erschreckend machtlos die Frauen im Grunde sind. Sie sind ihren Männern hilflos ausgeliefert, worunter einige mehr leiden als andere, und ihr Glück hängt allein von Zufall ab. Von diesem Stück Geschichte hatte ich wie wahrscheinlich viele andere Leser noch nie etwas gehört und ich bin froh, jetzt darüber Bescheid zu wissen. Außerdem verrät der Schluss nicht wirklich, was mit den Japanern passiert ist. Das macht Lust, selbst ein bisschen Recherche zu betreiben. Fazit: Eine sehr gelungene und wichtige Geschichtsstunde!

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