Judith Burger hat ein wunderschönes Kinderbuch zum Vorlesen oder Selberlesen geschrieben.
Es geht um die besondere Beziehung zwischen Kindern und den Großeltern. Ein warmes und tröstliches Buch.
Die Illustrationen sind freundlich und hübsch - mit einem ganz eigenen Stil. Der Sprachstil ist kindergerecht, das Buch lässt sich flüssig lesen.
Mir hat "Opas Herz" sehr gut gefallen. Ich werde es bestimmt noch oft meinen Enkeln vorlesen.
Julie Völk
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Neue Bücher
Unordnung und frühes Leid
Alle Bücher von Julie Völk
Das Dunkle und das Helle
Ein Doppelgänger
Wie anders ist alt
Kinder mit Stern
Opas Herz
Zur Zeit, wo das Wünschen noch geholfen hat
Drachenregentage
Ritter Otto, eine Prinzessin, eine Hexe, ein Drache und ganz viel mehr ...
Neue Rezensionen zu Julie Völk
So lange hat Hans darauf gewartet, dass sie endlich wieder zu Opa und Oma fahren! Und immer haben ihn Mama und Papa vertröstet. Doch jetzt haben sie ganz schnell gepackt und sind losgefahren. Weil etwas passiert ist: Opas Herz hat gestottert! Hans weiß nicht, wie das ist, wenn ein Herz stottert. Aber er weiß: Erst ist man klein, dann groß. Erst ist man krank, dann wieder gesund. Weil es so ist! Jedenfalls sagt Opa das immer. Und Hans weiß: Opa hat recht. Eine warmherzig erzählte Geschichte einer ganz besonderen Beziehung, einfühlsam bebildert von Julie Völk. Zum Vorlesen und ersten Selberlesen. (Klappentext)
Dieses doch sehr emotionale Kinderbuch hat uns gut gefallen. Greift es doch ein schwieriges Thema auf. Aber durch den altersgerechten, einfühlsamen Schreibstil wird die zentrale Botschaft gut aufgegriffen und vermittelt. Man ist schnell mitten dabei und spürt fast die Emotionen hautnah. Die Handlung ist gut verständlich, sachlich, emotional und berührend. Die Botschaften kommen beim Zuhörer bzw. Selbstleser gut an. Die schönen Illustrationen ergänzen sich gut zum Text und es bildet sich eine gute Einheit. Das Buch ist gut zum Vorlesen geeignet aber auch Jungleser werden daran hoffentlich ihre Freude haben.
Auf der ersten Bilderbuchdoppelseite sehen wir drei Personen - vermutlich Oma, Mutter, Kind. Das Kind initiiert mit seiner Frage: „Oma, wie ist das, alt zu sein?“ die darauffolgende Antwort der Oma, die noch auf der ersten Seite beginnt und den restlichen Teil des Buches umfasst.
Im Verlauf des Buches werden verschiedene Aspekte des Lebens aufgegriffen und dabei die Perspektive des jungen und des alten Menschen miteinander verglichen. Über die Bilder kommt teils noch die Perspektive des im Leben stehenden Erwachsenen hinzu (die Mutter). Es wird deutlich, dass sich nicht alles zwischen Jung und Alt unterscheidet. Grundbedürfnisse und Gefühle bleiben ähnlich, aber das Zeitempfinden ist anders, die Fähigkeiten nehmen ab und Freunde müssen zurückgelassen werden. Beim jungen Menschen ist der Blick in die Zukunft aber selten in die Vergangenheit gerichtet. Während der ältere Mensch auch, aber nicht nur, von den vorangegangenen Erfahrungen zehrt.
Zwischen den Worten eines Abschnittes und ebenso zwischen Wort und Bild bestehen mehrfach humorvolle und sinnreiche Widersprüche, was der letzte Satz des Buches schalkhaft betont: „Alt und jung sind genau gleich. Nur ein bisschen anders.“
Die philosophische Fragestellung des Buches stellt ebenso wie die vielschichtigen Bilder hohe Ansprüche an die Lesenden. Viele Antworten der Oma sind für Kinder nachvollziehbar. Einige entsprechen nicht dem Erfahrungshorizont eines Kindes wie beispielsweise folgende Sätze: „Wenn du jung bist, hast du viele Fragen. Wenn du alt bist, lachst du über viele Antworten.“ Mit dieser sicherlich bewussten Überforderung werden Kinder unterschiedlich umgehen und das Bilderbuch ist nicht für jedes Kind oder jede Kindergruppe eine geeignete Wahl.
Die Illustratorin Julia Völk hat einen beeindruckenden, unverkennbaren Stil. Sie zeichnet mit feinen Strichen und arbeitet intensiv mit Farben. Ihre Bilder sind meist bunt. Seiten, auf denen kühle Grün- und Blautöne oder Seiten bei denen intensive, kraftvolle Rottöne vorherrschen, enthalten allein über die Farben ihre Botschaft.
Oftmals wirkt es, als wären zwei bis drei Bildebenen übereinander gelegt worden. Im Hintergrund stark reduzierte Zeichnungen, die lediglich Konturen umfassen, davor oder dahinter farbige Aquarellflächen und dazu die eigentliche „Hauptszene“ als detailliertes, farbiges Bild. Einige Seiten wirken flächig, nahezu ohne Räumlichkeit. Auf anderen Seiten ist diese Räumlichkeit vorhanden aber unvollständig, was die Orientierung beim Betrachten erschwert. Vorder- und Hintergrund gehen ineinander über, lösen einander auf und sind dann wieder klar erkennbar.
Zweifelsohne ein sehr interessantes, philosophisches Bilderbuch für ein anspruchsvolles Publikum.
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