Altenstein

von Julie von Kessel 
3,6 Sterne bei44 Bewertungen
Altenstein
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (26):
dieFlos avatar

spannende Familiengeschichte, die zeigt, dass man an Aufgaben als Familie zerbrechen kann

Kritisch (2):
U

Das Buch ist spannend aber wo waren 10 Kinder? Ich habe nur von fünf bzw. sechs Kindern gelesen. Etwas dick aufgetragen

Alle 44 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Altenstein"

Eine Familiengeschichte. Ein Stück deutsche Zeitgeschichte.

1945 ist das Leben in Ostpreußen zu Ende. Agnes von Kolberg hat ihren Mann verloren, zwei Güter, aber nicht ihren pragmatischen Lebensmut. Sie beginnt mit ihren zehn Kindern im Westen neu.
In der wenig glamourösen Bundesrepublik finden alle Kinder ihren Platz, nur die beiden jüngsten machen Sorgen: Nona bricht aus und bietet der herrischen Mutter die Stirn, Konrad, Agnes‘ Liebling, kämpft lange, um seinen Weg zu finden. Mit der Wiedervereinigung sieht er die Chance gekommen, Altenstein, das Gut seines Vaters in Brandenburg, wiederzubekommen und an die vermeintlich glorreiche Zeit der Familie anzuknüpfen. Die übrigen Geschwister sind entsetzt. Nur in Nona findet er eine Verbündete.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499272516
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:432 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:15.12.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 10.03.2017 bei Argon erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    meppe76s avatar
    meppe76vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Familienroman, der die Zeitspanne 1943 bis 2005 umfasst und beinahe mit dem Auseinanderfallen der Familie endet.
    Bewegende Schicksale nüchtern erzählt

    Es geht in dem Buch um die Geschichte der Familie von Kolberg, die noch bis Ende des Krieges im Gut Altenstein in Brandenburg lebt. Erzählt wird das Leben der Adelsfamilie in den Jahren 1943 bis 2005. Man könnte jetzt erwarten, dass die Flucht und der Verlust des Gutes das Hauptthema des Buches sind – dem ist aber nicht so. Die eigentliche Geschichte beginnt erst nach der Wende. Die Kinder sind mittlerweile erwachsen, haben selbst wieder Kinder und versuchen alle auf ihre ganz eigene Art, mit ihrer adligen Vergangenheit und den Anforderungen des Lebens fertig zu werden. Über allem ‚thront‘ Agnes von Kolberg, die mit ihrem Standesdenken und ihren hohen Erwartungen das Leben ihrer Kinder dominiert. Besonders Konrad, Konni, ihrem jüngsten Sohn und Lieblingskind, will das Leben nicht recht gelingen. Als er versucht, nach der Wende das Gut Altenstein wieder in Familienbesitz zurück zu holen, ist das der Anfang eines großen Familienstreits, in den nicht nur die Kinder, sondern auch deren Kinder verwickelt werden.

    Es ist nicht immer ganz einfach, die vielen Personen auseinander zu halten und zu erkennen, wer zu welchem Familienzweig gehört, da neben den ursprünglichen Vornamen fast alle noch Kosenamen haben. Hinzu kommt, dass die einzelnen Kapitel des Buches in verschiedenen Zeiten spielen und man manchmal nicht mehr genau weiß, was in der Zeit gerade passiert ist.

    Das Buch zu lesen verlangt also eine gewisse Konzentration und die Bereitschaft, notfalls auch noch einmal in vorangegangenen Kapiteln nachzulesen. Mir hat es trotzdem gefallen und ich habe es fast ‚in einem Rutsch‘ durchgelesen.

    Es ist in einer eher nüchternen Sprache verfasst und belässt es manchmal auch bei Andeutungen (z.B. wenn es um den ‚Kontakt‘ von Konrad zu seinem älteren Cousin Viktor geht).

    Vielleicht liegt es auch an dieser sprachlichen Zurückhaltung, dass bei mir keine der handelnden Personen so wirklich Sympathiepunkte gesammelt hat.

    In jedem Fall lesenswert!

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    dominonas avatar
    dominonavor 8 Monaten
    Nette Familiengeschichte mit Schwächen

    Ich bin ein großer Fan von Familiensagas und auch, wenn hier der Umfang nicht ganz für eine Saga reicht, fand ich die Figuren sehr interessant. Leider wurden sie manchmal übercharakterisiert. Frei nach dem Motto: ja, ich hab's jetzt auch begriffen, dass X sich so und Y sich so verhält, danke Captain obvious.
    Aber an sich ist es ein runder Roman um das Gut Altenstein, an dem die es besitzende Familie fast zu grunde geht.

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    Gartenkobolds avatar
    Gartenkoboldvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: eigenwillig, spannend - sehr guter Debütroman
    spannend und eindrucksvoll

    Julie von Kessels Roman "Altenstein" erzählt die Geschichte der Adelsfamilie von Kolberg von den Wirren der letzten Kriegswochen in Ostpreußen bis in das Jahr 2005. Im Winter 1944/45 geht es ums nackte Überleben, und wenn man, wie Agnes von Kolberg, gleich zehn Kinder aus drei Ehen allein durchfüttern muss, dann ist es mit Liebe und Fürsorge nicht getan, denn ihr Mann ist gefallen und sie muss sich alleine mit den Kindern durchschlagen. So bildet Agnes die Bezugsperson, sie strahlt eine schon fast unheimliche Macht aus, die ihre Kinder über den Tod hinaus vereinnahmt. Die Familie flüchtet in den Westen, muss das Gut Altenstein aufgeben und hat es nicht leicht, wieder Fuß zu fassen. Agnes, dominant und sehr fordernd, manchmal auch recht arrogant, beeinflusst das Leben ihrer Kinder sehr stark, besonders Konrad, ihr jüngster Sohn tut sich sehr schwer im Leben….
    Der Roman ist flüssig geschrieben, die verschiedenen Handlungsstränge der Vergangenheit und Gegenwart wechseln einander ab, jeder der handelnden Personen hat einen eigenen sehr individuellen Charakter, verschiedene Perspektiven wechseln einander ab, der Leser erfährt immer so viel, dass er sich in die Person hineinversetzen kann. Zum Ende laufen die Handlungsstränge eigenwillig aber dennoch harmonisch ineinander und der Leser erlebt den langsamen aber stetigen Niedergang derer von Kolbergs hautnah mit.
    Für einen Debütroman sprachlich sehr ausgefeilt und sicherlich nicht unbedingt leicht zu lesen aber spannend und aus dem Leben erzählt.

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    Anis avatar
    Anivor einem Jahr
    Interessante Familiengeschichte

    Im Winter 1944/1945 muss Gräfin Agnes von Kolberg schwere Entscheidungen treffen, denn sie ist nicht nur für ihre gemeinsamen Kinder , die aus der Ehe mit ihrem Mann Kuno von Kolberg hervorgegangen sind, verantwortlich, sondern auch noch für die, die beide mit vorherigen Ehepartnern haben. Die Lage in Ostpreußen wird immer gefährlicher und so entschließt Agnes sich dazu, ihre Kinder nach Brandenburg auf das Gut "Altenstein", das sich ebenfalls im Besitz der von Kolbergs befindet, zu schicken. Doch auch "Altenstein" müssen die von Kolbergs auf der Flucht vor dem Krieg verlassen, bevor sie sich schließlich in Bonn niederlassen. Dort lebt die Familie in eher bescheidenen Verhältnissen. Die Kriegserlebnisse und das Wesen der selbstherrlichen Mutter, die ihre Familie mit strengem Regiment führt, prägen die Kinder. Den jüngsten Sohn Konni, der der erklärte Liebling der Mutter ist, und seine nächstältere Schwester Nona, schweißen diese Erfahrungen besonders eng zusammen. Sie sind lebenslang füreinander da und unterstützen sich bei allem, was das Leben für sie parat hält. Nach der Wende wittert Konni seine Chance, Gut Altenstein zurückzugewinnen. Das Geld, das dafür nötig ist, hat er allerdings nicht und deshalb bittet er eine seiner älteren Schwestern um Hilfe. Doch letztendlich entbrennt ein bitterer Streit um das Gut....

    Das Buch beginnt mit einer Auflistung der Familienmitglieder, die in dieser Geschichte eine zentrale Rolle spielen. Diese ist sehr hilfreich, um die Personen und ihre Verbindungen untereinander richtig zuzuordnen. Denn bei der Vielzahl der Charaktere fällt es zunächst nicht leicht, die Personen und ihre Beziehungen zu- und untereinander richtig zu durchschauen. Deshalb empfiehlt es sich, besonders den Anfang, konzentriert zu lesen, damit man dem Handlungsfaden folgen kann.

    Da die Handlungsorte und Charaktere allerdings lebendig beschrieben werden, kann man sich die Szenen  sehr gut vorstellen und sich nach und nach ein Bild von der Familie und den jeweiligen Lebensumständen machen, sodass man der Handlung dann mühelos folgen kann. Die einzelnen Familienmitglieder sind sehr unterschiedlich. Jeder hat seine Besonderheiten und Eigenarten. Dadurch wirken die Charaktere sehr authentisch.  Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Man springt beim Lesen recht unsortiert in den Zeiten hin- und her.  Da diese Wechsel aber gut gekennzeichnet sind, ist man sich stets bewusst, zu welcher Zeit sich die beschriebene Handlung gerade zuträgt. 

    Der Schreibstil der Autorin ist recht anspruchsvoll. Dennoch kann man der Erzählung mühelos folgen und ihre Schilderungen genießen. Denn dieser Schreibstil passt hervorragend zur Handlung. Allerdings wirkt er eher distanziert, sodass man das Gelesene  mit etwas Abstand betrachtet und keine besondere Beziehung zu den einzelnen Charakteren entwickelt. Obwohl man die Geschichte der einzelnen Protagonisten mit Interesse verfolgt, fiebert man nicht richtig mit ihnen mit.

    Ich habe mich beim Lesen dieses Romans dennoch sehr gut unterhalten. Der Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen und da ich ein großer Fan von Familiengeschichten bin, kam ich hier voll auf meine Kosten. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt das Buch deshalb auch vier von fünf möglichen Sternen. Das eine ziehe ich ab, da mir die Distanz, mit der ich das Geschehen betrachtet habe, ein wenig zu groß war.  

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    KerstinThs avatar
    KerstinThvor einem Jahr
    Kampf um Gutshaus

    Erzählt wird die Geschichte von Konrad Graf von Kolberg. Er wurde als zehntes Kind von Agnes und Kuno in Ostpreußen während des zweiten Weltkrieges geboren. Konrad ist der langersehnte Sohn der Familie und deshalb der Liebling. Ihm wird später auch nahegelegt das alte Familienanwesen „Altenstein“ wieder zurückzuholen.

    Mich hat der Klappentext neugierig gemacht und ich habe eine spannende Familiengeschichte erwartet. Bekommen habe ich leider eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die anfangs sehr verwirrend waren. Es gibt viele handelnde Personen, die der Leser erst nach und nach kennenlernt. Auf den ersten 100 Seiten hatte ich deshalb noch Probleme sie richtig zuzuordnen und die Zusammenhänge zu finden (falls es welche gab).  Hilfreich ist hier die Auflistung der Personen zu Beginn des Buches. Die Handlungen finden zu unterschiedlichen Zeiten statt. Die einen noch während des zweiten Weltkrieges, andere in der Gegenwart zur Zeit der Wende und zwischen den Jahren 2000 und 2005. Durch diesen Wechsel in der Zeit erlebt der Leser die Vergangenheit selbst mit. Die Zeitsprünge waren gut eingebaut und haben thematisch sehr gut zueinander gepasst. Beispielweise erinnert sich eine Person im Jetzt an die Vergangenheit und schon beginnt ein neues Kapitel, das 1945 spielt. Oder wenn der Leser Hintergrundwissen braucht wird ein Vergangenheitskapitel dazwischen geschoben.

    Enttäuscht hat mich in diesem Buch, dass es für mich keinen Leseanreiz gab. Es war nicht spannend. Es wurde lediglich die Geschichte der Familie erzählt. Von Anfang an war klar, dass die Familie ihr Haus wiederbekommt, da hier die Geschichte beginnt. Somit konnte man lediglich die Charaktere kennenlernen und erfahren, wie das Leben damals war. Ich hätte mir mehr Spannung und Handlung gewünscht. Die Charaktere sind relativ gut ausgearbeitet. Jeder hat seine Eigenarten und man kann sie charakterlich unterscheiden. Konrad scheint die Hauptrolle in diesem Buch einzunehmen. Er ist das jüngste von zehn Geschwistern, wird aber als erstes sterben. Auch wenn er als Kind schon einiges durchgestanden hat. Wirklich sympathisch war er mir nicht – er wirkte ein wenig verrückt. Die meisten seiner Geschwister leider auch.

    Der Schreibstil ist allerdings sehr angenehm und lässt sich gut lesen!

    Zusammenfassend hat mir das Buch leider nicht so gut gefallen und es hat mich nicht sonderlich unterhalten, da es aber gut geschrieben ist vergebe ich drei von fünf Sternen.

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    Ancareens avatar
    Ancareenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Brandenburg, Herrensitz, Familienroman, Geschwister, Vertriebene
    Ein Gut in Brandenburg und ein Bild

    Die Kriegszeiten sind schwer und Agnes muss für alle Kinder und das Gut sorgen. Nach der Flucht leben sie in Hersel und auch hier ist Agnes für alles allein verantwortlich. Sie selbst kommt im ganzen Roman nicht zu Wort. Nur indirekt erfährt man viel über ihr Tun und mögliche Beweggründe.

    Der Roman ist aus der Perspektive der Kinder Konrad und Nona geschrieben. Konrad, ihr letztgeborener Sohn ist ihr Liebling. Sein Wort hat Gewicht, auch wenn er nicht ihren Vorstellungen von seinem Leben folgt. Auch Nona geht eigene Wege. Moritz, Bobby und Konrad unterstützen Nona, die sich von Ake, ihrem Mann, getrennt hat und in den späten 70igern und 80igern mit ihrer Tochter allein in Köln lebt.

    Moritz ist der Überzeugung, dass das Gut in Altenstein einzig ihm zusteht. Er beruft sich auf ein Testament, das der Vater verfasst hat, mit dessen Inhalt die Mutter aber keines Falls einverstanden war. Keiner weiß wirklich genau, was darin steht. Die Mutter lies es verschwinden und hatte ein Testament, das alle gleich begünstigte. Doch es kommt ganz anders, als man annehmen könnte.


    Die Zeitsprünge öffnen für mich Räume zum Denken und Nachspüren. Es fällt mir schwer hintereinander weg zu lesen. Die Atmosphäre, die die einzelnen Kapitel entfalten, hallen nach. Die Abschnitte der neunziger und später lassen die Vergangenheit aufblitzen und man ahnt, dass da ganz viel dahinter steckt, was meine Neugier weckt.

    Die vierziger Jahre - eine längst vergangene Gesellschaft, vertraut durch den Geschichtsunterricht, Bücher, die ich las, Museumsbesuche, Gemälde, schwarzweiß Fotos. Alte Familiengeschichten fallen mir ein.


    Wunderbar geschrieben. Ich hab das Buch gerne gelesen.

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    Isaoperas avatar
    Isaoperavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Richtig gut geschrieben - für mich trotz der vermeintlichen Distanziertheit unheimlich nah am Geschehen und packend!
    Irgendwie großartig!


    "Altenstein" ist der Debütroman von Julie von Kessel und der Name der Autorin passt sehr gut zum Inhalt des Romans, da die Protagonisten (ebenfalls?) adelig sind. Bei den von Kolbergs gibt es allerdings einerseits Familienmitglieder, die das sehr begrüßen und auch zu nutzen wissen, aber auch Figuren, die mit dem alteingesessenen Namen gar nicht mehr viel zu tun haben möchten.
    Was ist "Altenstein" für ein Roman? Für mich ist es eine Familiengeschichte, die aber wirklich gute Recherche und eine besondere Authentizität mitbringt, und sich dadurch abhebt. Ich fand das Buch sehr spannend, wollte es nicht mehr aus der Hand legen. Dies geschieht aber weniger dadurch, dass man mit den Figuren so sehr mitfiebert, da das Buch insgesamt recht neutral bis emotionslos geschrieben ist. Für mich war es eher die Atmosphäre und auch die Entwicklung der Figuren. Jede einzelne Person hat eine wichtige Rolle in dem Gefüge und da die Handlungsstränge so individuell sind, lässt sich der Inhalt sehr schwer beschreiben. Es kommt in jedem Fall immer wieder anders, als man denkt...das mochte ich!
    Wirklich hervorzuheben ist für mich der großartige Schreibstil der Autorin. Das Buch ist unaufgeregt, aber irgendwie trotzdem sehr nah am Geschehen und wechselt immer wieder die Perspektive. Verschiedene Zeitebenen und Blickwinkel werden verwoben und irgendwie habe ich wirklich ein rundes Bild der Familie bekommen - ich kann mich in fast jeden hineinversetzen und eigentlich kann ich über keine Person sagen, dass ich sie nicht mag, obwohl es weiß Gott kein Sonnenschein-Roman ist.
    Das Ende hätte für mich noch ein paar Details mehr haben können - vielleicht wollte ich aber einfach nicht, dass es endet ;)
    Ein Roman, der nicht jedem gefallen wird, sich aber meiner Meinung nach unheimlich lohnt. Ich bin begeistert!

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    Chirisevor einem Jahr
    Zwiespältig

    Agnes von Kolberg muss mitsamt ihren 10 Kindern während des zweiten Weltkrieges den Familiensitz Altenstein zurücklassen und aus Brandenburg fliehen.  Der Krieg, die Flucht, das Zurücklassen des Familienbesitzes hinterlässt seine Spuren bei den Kindern. Jahre später, nach der Wende versucht der Sohn Konrad das alte Gut seiner Familie wieder zurück zu erhalten..

     Angezogen von dem wundervollen Cover war ich gleich gespannt, welche Geschichte sich dahinter verbirgt.  Julie von Kessels Schreibstil ist wunderbar und zieht einen sofort in den Bann. Die Erzählung wechselt zwischen den Zeiten und den Charakteren hin und her, sodass man einen Einblick in viele verschiedene Aspekte erhält und sich so nach und nach sein eigenes Bild über eine Person zusammensetzen kann. Dabei muss ich sagen, dass eigentlich keiner der Geschwister ein Sympathieträger für mich war und ich es teilweise als sehr bedrückend empfand, wie sie miteinander umgehen. So fehlte mir leider etwas der Zugang zu ihnen und ihre Schicksale konnten nicht wirklich Emotionen in mir erwecken. An manchen Stellen haben mir da einfach noch mehr Details gefehlt, um Verständnis aufzubringen (z.B. bei der Beziehung zwischen Nona und John). In die Nachfolgegeneration (Alex und Charlotte) konnte ich mich schon besser hineinversetzen, aber sie spielen ja nur eine Nebenrolle.

    Ich hatte erwartet, dass die Handlung in eine andere Richtung verlaufen wird, in der das Gut Altenstein eine größere Rolle spielen wird. Der Konflikt, der sich entfaltet, als es darum geht, das Gut zurück zu erhalten, fand ich sehr spannend, aber für mich unzufrieden stellend gelöst, da hat mir noch etwas die zwischenmenschliche Konfliktlösung gefehlt.  

     Fazit: Ein toller Schreibstil, spannende Rückblicke in die Kriegs- und Nachkriegszeit, jedoch konnte ich mit der Familie, um die es ging nicht so ganz warm werden, aber das ist auf jeden Fall Geschmackssache. Ich bereue es nicht, das Buch gelesen zu haben, aber es lässt mich doch sehr zwiespältig zurück.

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    M
    MarleneMaikindvor einem Jahr
    Altenstein

    Bei Altenstein von Julie Kessel handelt es sich um einen Roman, der quer durch die Erlebnisse einer Großfamilie im letzten Jahrhundert führt. Dabei wird nicht chronologisch vorgegangen, die Autorin springt zwischen den Jahren und Personen hin und her, was am Anfang zu leichten Verwirrungen führt und den Einstieg ins Buch erschwert. Im Verlauf des Buches habe ich mich allerdings daran gewöhnt und außerdem gefallen an diesem Schreibstil gefunden. 


    Während des Lesens fiel es mir schwer, den großen Zusammenhang zwischen den Kapiteln zu erkennen. Im Endeffekt ergibt sich zwar eine schlüssige und vollkommene Geschichte, die auch über einen roten Faden verfügt, aber bei einigen Ereignissen fehlt mir der Zusammenhang zum großen Ganzen, während ich mir bei anderen mehr Hintergrundinformationen oder Weiterführendes gewünscht hätte.


    Am meisten haben mir die Charaktere des Buches gefallen. Sie sind authentisch und könnten tatsächlich so gelebt haben. Auch die Familie als ganzes ist absolut glaubwürdig. Es wirkt teilweise wie eine Art „Familienbiographie“. Eine große Bereicherung ist ein Personenregister gleich zu Beginn des Buches, auf das ich bis zum Schluss auch immer wieder zurückgreifen musste.

    Tatsächlich lebt das Buch von eben dieser Authentizität, mit der uns ein Stück Zeitgeschichte erzählt wird. Die Familie erfährt viel Leid, vom Krieg, bis hin zur Trennung in Ost und West wird viel angesprochen. Doch auch hier fehlen mir einige weiterführende Informationen, gerade für die etwas jüngeren Generationen wird es hier schwer alles nachzuvollziehen. 

    Dennoch wird ein gutes Stimmungsbild, erzeugt an dem Geschichtsliebhaber großen Gefallen finden sollten.


    Ein eindeutiges Fazit zum Roman zu finden fällt mir schwer. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, auch wenn ich so einiges vermisst habe. Auch der niveauvolle Schreibstil hat mir absolut zugesagt. Es ist mit Sicherheit kein Buch für Jedermann, aber ein Buch für jeden Geschichtsliebhaber unserer jüngeren Vergangenheit.

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    friederickesblogs avatar
    friederickesblogvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gefallen hat mir, dass ich auf das Leben einer adligen Familie, die alles verloren hat, blicken konnte.
    Eine herausfordernde Familiengeschichte

    Klappentext:

     

    Die Geschichte einer alten Adelsfamilie, die an ihrem Erbe fast zerbricht.

    Im Winter 1945 sitzt ein Kind in einem überfüllten Personenzug von Königsberg nach Westen. Sehnsüchtig blickt der kleine Konni hinaus in den Schnee – seine Mutter ist nicht mitgekommen. Gräfin Agnes von Kolberg wird ihren zehn Kindern erst später auf das Gut Altenstein in Brandenburg folgen, der Vater fällt im Kampf um Ostpreußen. Doch auch ihren Sommersitz muss die Familie auf der Flucht vor der Front verlassen.

    Die Geschwister wachsen in ärmlichen Verhältnissen bei Bonn auf. Die traumatischen Ereignisse ihrer frühen Kindheit und der Umgang mit der selbstherrlichen Matriarchin Agnes schweißt sie eng zusammen. Besonders Konni und seine nächstältere Schwester Nona unterstützen sich lebenslang, durch die Höhen und Tiefen ihrer Ehen, Scheidungen, Geldnöte und Beziehungen hindurch.

    Doch dann kommt die Wende – und Konni wittert seine Chance. Er möchte Gut Altenstein in den Familienbesitz zurückholen. Das Geld dafür muss er sich bei einer seiner Schwestern leihen. Zwischen den Geschwistern entbrennt ein erbitterter Streit um das Gut, der viele Fragen aufwirft: politische, gesellschaftliche, Fragen nach alten Wunden und Loyalitäten, Fragen nach dem eigenen Selbstverständnis.

    Altenstein handelt vom Zerfall einer adligen Familie und einem exemplarischen Stück deutscher Geschichte. In klarer Sprache und mit großer Unmittelbarkeit erzählt Julie von Kessel von Charakteren, die so ungewöhnlich und lebendig sind, dass man sie lange nicht vergisst.

     

     

    Die Autorin:

     

    Julie von Kessel ist Journalistin und arbeitet seit mehr als zehn Jahren beim ZDF. Sie wuchs in Helsinki, Wien, Zagreb, Bonn und Washington D.C. auf und lebt mit ihrer Familie in Berlin.

     

     

    Das Cover:

     

    Das Cover zeigt eine Blüte, die ihre Blätter verliert. Ein einladendes Motiv, das mit dem Klappentext gut harmoniert. Den tieferen Sinn versteht man, wenn man das Buch gelesen hat.

     

     

    Die Geschichte:

     

    Die Autorin erzählt die Geschichte der adeligen Familie Kolberg, die ein Gut in Ostpreußen und ein weiteres in Brandenburg hatte. Beide verliert sie nach dem Krieg.

    Nach der Wiedervereinigung wird in Teilen der Familie überlegt, das Gut in Brandenburg wiederzubekommen, aber im Leben der Familie ist zu vieles passiert. Zunächst war da die Flucht aus Ostpreußen, die nur am Rande der Erzählung eine Rolle spielt. Dann findet die Familie Unterschlupf bei Verwandten, um irgendwann in Bonn sesshaft zu werden. Agnes von Kolberg, die Witwe, führt ein strenges Regiment nach den Regeln des Adels, die in Zeiten der Armut allerdings eine Herausforderung sind.

    Außerdem geht es um ihre Kinder, die in diesem Buch auf ihrem zum Teil schwierigen Lebensweg begleitet werden. Vieles wird vor allem aus der Sicht von Konrad, des Jüngsten, betrachtet, der es im Leben überhaupt nicht leicht hatte.

    Das Buch deckt die Zeitspanne von 1943 bis 2005 ab.

     

     

    Meine Meinung:

     

    Das Buch ist nicht ganz leicht zu lesen. Die vielen Figuren haben manchmal zusätzlich einen Spitznamen, der auch noch bei dem einen oder der anderen eine völlig andere Abwandlung hat (Marie-Elisabeth ist Nona oder Isolde genannt Bobby). Man muss ganz schön konzentriert herangehen, da auch noch von zehn Kindern die Rede ist, die allerdings nicht alle im Buch eine Rolle spielen. Und im Laufe der Jahre kommen natürlich auch Ehemänner und eigene Kinder dazu, die mit ihren Vor- und Zunamen auch noch aufgenommen werden wollen.

    Außerdem wird der Lesefluss an verschiedenen Stellen eingebremst, weil die Autorin das Buch so aufgebaut hat, dass man zwischen einzelnen Stationen und Lebensabschnitten zeitlich unsortiert hin- und herspringt, was an der einen oder anderen Stelle Verwirrung stiftet.

    Das Buch ist in einer sehr anspruchsvollen und mit gewissem Abstand von außen hineinblickenden und nicht von Emotionen getragenen Sprache geschrieben. Die Figuren ließen mich daher natürlich nicht sehr nahe an sich heran und blieben auch ein wenig farblos.

    Gefallen hat mir, dass ich auf das Leben einer adligen Familie, die alles verloren hat, blicken konnte. Auf eine Familie, deren Leben in schonungsloser Art und Weise, schnörkellos und in all seinen Facetten erzählt wird und die nach und nach auseinanderfällt.

    Wie gesagt, es ist kein ganz einfaches Buch, aber ein Buch, das mich gefesselt hat und das ich durchaus weiterempfehlen kann.

     

     

    Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    abas avatar

    Eine alte Adelsfamilie, ein schweres Erbe, ein Stück deutsche Geschichte

    Fans von historischen Romanen mit starken und mutigen Figuren aufgepasst!
    Am 10. März erscheint "Altenstein", die große Saga um eine adlige Familie aus Brandenburg. Von authentischen historischen Ereignissen inspiriert, hat Julie von Kessel einen Familienroman geschrieben, der seine Leser nicht mehr loslässt. Charakterstarke Persönlichkeiten, turbulente Zeiten, Machtkämpfe - wer den Debütroman von Julie von Kessel liest, wird ihn nicht vergessen. Möchtet ihr eine willensstarke Familie kennenlernen? Dann dürft ihr diese Leserunde nicht verpassen!

    Zum Inhalt
    Im Winter 1945 sitzt ein Kind in einem überfüllten Personenzug von Königsberg nach Westen. Sehnsüchtig blickt der kleine Konni hinaus in den Schnee - seine Mutter ist nicht mitgekommen. Gräfin Agnes von Kolberg wird ihren zehn Kindern erst später auf das Gut Altenstein in Brandenburg folgen, der Vater fällt im Kampf um Ostpreußen. Doch auch ihren Sommersitz muss die Familie auf der Flucht vor der Front verlassen.
    Die Geschwister wachsen in ärmlichen Verhältnissen bei Bonn auf. Die traumatischen Ereignisse ihrer frühen Kindheit und der Umgang mit der selbstherrlichen Matriarchin Agnes schweißt sie eng zusammen. Besonders Konni und seine nächstältere Schwester Nona unterstützen sich lebenslang, durch die Höhen und Tiefen ihrer Ehen, Scheidungen, Geldnöte und Beziehungen hindurch.
    Doch dann kommt die Wende - und Konni wittert seine Chance. Er möchte Gut Altenstein in den Familienbesitz zurückholen. Das Geld dafür muss er sich bei einer seiner Schwestern leihen. Zwischen den Geschwistern entbrennt ein erbitterter Streit um das Gut, der viele Fragen aufwirft: politische, gesellschaftliche, Fragen nach alten Wunden und Loyalitäten, Fragen nach dem eigenen Selbstverständnis.
    Altenstein handelt vom Zerfall einer adligen Familie und einem exemplarischen Stück deutscher Geschichte. In klarer Sprache und mit großer Unmittelbarkeit erzählt Julie von Kessel von Charakteren, die so ungewöhnlich und lebendig sind, dass man sie lange nicht vergisst.


    Zur Autorin
    Julie von Kessel ist Journalistin und arbeitet seit mehr als zehn Jahren beim ZDF. Sie wuchs in Helsinki, Wien, Zagreb, Bonn und Washington D.C. auf und lebt mit ihrer Familie in Berlin.

    Rechtzeitig vor dem Erscheinungstermin verlosen wir zusammen mit Rowohlt 25 Exemplare von "Altenstein".
    Möchtet ihr mehr über die Geschwister von Kolberg erfahren? Glaubt ihr, dass es ihnen gelingt, eine friedliche Lösung zu finden?
    Wenn ihr Lust habt, euch im Rahmen einer Leserunde über diesen Roman auszutauschen und im Anschluss eine Rezension zu schreiben, solltet ihr euch über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 05.03. bewerben * und auf folgende Frage antworten:

    Machtkämpfe in der eigenen Familie scheinen oft die verheerendsten zu sein.
    Was glaubt ihr, könnte der Grund dafür sein?


    Ich freue mich jetzt schon auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

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    * Bitte beachtet vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.
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    Pressestimmen

    Es gibt in fast jeder Familie so etwas wie einen Geist, eine große Erzählung, die aus vielen Einzelbildern besteht, Bruchstücken der Vergangenheit. [.] Dieser Familiengeist ist auch das große Thema in Julie von Kessels Roman Altenstein. Erzählt wird die Geschichte der Adelsfamilie von Kolberg von den Wirren der letzten Kriegswochen in Ostpreußen bis ins Jahr 2005. [.] Altenstein, die einstige Sommerresidenz der Kolbergs, wird zur fixen Idee, zum Zankapfel einer zerrissenen Familie.

    Ein toller Debütroman, der uns die große Angst von Menschen auf der Flucht genauso vergegenwärtigt wie die Gefahr, sich aus Gier ewig weiter zu bekriegen.

    Der Konflikt unter den Geschwistern um das verfallene Gut und die alte Heimat sind Stoff für ein großes Familienepos, ein Buch zum Drinversinken, klar und reduziert erzählt von Julie von Kessel.

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