Juliet Nicolson Als Mrs Simpson den König stahl

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Inhaltsangabe zu „Als Mrs Simpson den König stahl“ von Juliet Nicolson

England, 1936. Für die 19-jährige May Thomas beginnt das Abenteuer ihres Lebens. Gerade aus Barbados nach England gekommen, tritt sie eine Stelle als Chauffeurin bei Sir Philip Blunt an. Mit ihrer offenen, liebenswürdigen Art findet sie bei den Blunts schnell ein neues Zuhause. Und in dem politisch und sozial engagierten Oxfordstudenten Julian einen Freund, für den sie schon bald mehr empfindet, als ihr erlaubt ist. Zur selben Zeit hält Evangeline Nettlefold Einzug bei den Blunts. May schließt Freundschaft mit der lebenslustigen Amerikanerin, die mit ihrer impulsiven Art die britische Reserviertheit durcheinanderwirbelt. Doch Evangeline sorgt für etwas mehr Aufregung, als allen lieb ist. Denn sie steht in engem Kontakt mit Wallis Simpson, deren heimliche Affäre mit dem König nicht nur die Skandalpresse in Alarmbereitschaft versetzt. Nach und nach taucht May immer tiefer ein in die Verstrickungen der gehobenen britischen Gesellschaft und hat bald nicht mehr nur mit ihrem Gefühlschaos zu kämpfen … Mit feinem Sinn für Humor und einem Gespür für all die Tonlagen des menschlichen Miteinanders schreibt Juliet Nicolson einen ebenso mitreißenden wie charmanten Roman über Herzens- und andere Angelegenheiten vor dem Hintergrund einer der turbulentesten Episoden der englischen Geschichte.

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  • Als Mrs Simpson den König stahl

    Als Mrs Simpson den König stahl
    Claudia-Marina

    Claudia-Marina

    09. January 2016 um 16:39

    England 1936. Gerade erst ist die 19-jährige May Thomas aus Barbados in England angekommen, als sie schon eine Stelle als Chauffeurin bei Sir Philip Blunt antritt. Mit ihrem offenen und herzlichen Wesen wird sie schnell von allen ins Herz geschlossen, doch besonders von Sir Blunts Nichte Evangeline, die bald ebenfalls in Chuckmere Park einzieht und mit ihrer impulsiven Art alles durcheinander wirbelt. Das mag ja noch sympathisch und herzerfrischend sein, doch eine andere Tatsache wird sie, und dadurch auch May, sehr bald in den Mittelpunkt der brodelnden Gerüchteküche bringen. Evangeline steht in engem Kontakt mit Wallis Simpson – und die hat eine Affäre mit dem König. Ein Skandal im prüden England, zudem Wallis geschieden und in zweiter Ehe verheiratet ist. Für May hät ihr Leben in England hingegen eine ganz andere Hürde parat. Sie verliebt sich in den jungen und engagierten Studenten Julian – eine Verbindung, die so gar nicht standesgemäß ist. Wenn diese kurze Inhaltsangabe für einen von euch schon verwirrend sein mag, dann kann ich euch versichern – das Buch ist es auch. Es gibt für mich keinen erkennbaren roten Faden, kein konstantes Thema; außer die Affäre des Königs mit Wallis Simpson, und auch die kommt für meinen Geschmack zu kurz. Es geht weniger um die Affäre und den Skandal an sich, als um das, was in dieser Zeit bei den anderen Protagonisten passiert und wie diese am Rande in den Skandal verwickelt sind. Klingt eigentlich spannend, doch leider hapert es an der Umsetzung. Juliet Nicolson ist für meinen Geschmack zu sprunghaft in ihren einzelnen Episoden um Evangeline, May und Julian. Ich hatte eine Protagonistin – nämlich May – erwartet – und stattdessen bekomme ich drei. Zu viele, zumal Nicolson versucht, allen gerecht zu werden. Dadurch bleiben die Charaktere leider zu oberflächlich, um wirklich berühren zu können. Als Mrs. Simpson den König stahl bleibt so eine kurzweilige Lektüre für zwischendurch, die aufgrund ihres Themas durchaus Potential zu einem wirklich spannenden und emotionalen Roman gehabt hätte. Nicolson schreibt ansprechend und elegant, doch leider bleibt sie in der Mittelmäßigkeit hängen. Schade.

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  • Als Mrs. Simpson den König stahl

    Als Mrs Simpson den König stahl
    Aoibheann

    Aoibheann

    15. July 2015 um 18:02

    Das Buch habe ich auf die Empfehlung in meinem Lieblingsbuchladen gekauft. Die Buchhändlerin war ganz begeistert davon. Mir hat es mal wieder gezeigt, wie unterschiedlich Geschmäcker doch sein können. Es war kein schlechtes Buch, hat mich aber auch nicht so von den Socken gerissen wie ich es bei der Empfehlung und auch der Kurzbeschreibung erwartet hätte. Erwartet habe ich einen Roman, der sich hauptsächlich mit dem bereits bekannten Thema Wallis Simpson und ihrer Beziehung zum englischen König Edward befasst. Leider wird diese Story eher am Rande behandelt, im Vordergrund stehen die Lebensgeschichten von Wallis Freundin Evangeline Nettlefold und der jungen May, die als Chauffeurin arbeitet. Dazwischen bietet die Geschichte jede Menge Lebenseindrücke und Athmosphäre der damaligen Zeit. Der Aufbruch und die Wende in der englischen Gesellschaft werden in Sprache, Sitten und Verhalten sichtbar. Da trifft Evangelines amerikanische Sorglosigkeit auf die althergebrachten Traditionen der englischen Oberschicht. Ich halte der Autorin sehr zu gute, dass die wechselnden Perspektiven problemlos ineinander greifen und dadurch keine Lücken entstehen. Bedingt durch ihr bereits erschienenes Sachbuch über diese Zeit ist Juliet Nicolson mit dieser Epoche gut vertraut. Dies schlägt sich für mich auch in der gut erzählten Atmosphäre, der Art wie das Leben der Personen beschrieben wird, nieder. Leider gab es keinen nennenswerten Spannungsbogen, die Geschichte plätscherte eher immer vor sich hin.

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  • Irreführender Titel

    Als Mrs Simpson den König stahl
    Chimiko

    Chimiko

    15. January 2014 um 16:55

    Juliet Nicolsons Debüt ist ein wirklich solider historischer Roman aus einer interessanten Epoche. Doch leider habe ich mich durch den Titel etwas irreführen lassen. Tatsächlich hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte von Wallis Simpson und ihrem König mehr thematisiert wird. Zumindest hat der Titel dies bei mir bewirkt gehabt. Leider wird die Geschichte von Wallis und Eduard VIII immer wieder nur am Rande gestreift. Ich hatte mir einen tieferen Einblick erhofft. Nichtsdestotrotz ist dies ein wirklich interessanter historischer Roman. Es werden die Wege von zwei sehr unterschiedlichen Frauen verfolgt: May, die junge Frau, die von Barbados nach England kam, auch um ihrem Vater zu entfliehen, und die nun als Chauffeuse arbeitet. Im selben Haushalt lebt die wirklich sehr dicke und glatzköpfige Evangeline Nettleford, welche ebenfalls aus den Staaten kommt, um bei ihrer Patentante Joan zu leben. Die Geschichte wird aus diesen zwei unterschiedlichen Sichten erzählt, dabei kreuzen und verbinden sich die Wege der beiden öfters. Manchmal ist dies sehr schön und flüssig gelöst, doch es gibt auch Momente, in denen die Verknüpfung der beiden Schicksale eher gewollt und künstlich wirkt. Es ist jedoch natürlich eine schöne Möglichkeit, unterschiedliche Klassen kurz vor dem zweiten Weltkrieg zu beobachten. Hinzu kommt, dass Mays Cousin Nat mit einer Jüdin verheiratet ist und man somit auch diese Seite dargestellt kriegt. Interessant fand ich auch, als Oswald Mosley, eine reale Figur mit faschistischem Hintergrund, ins Spiel kam. Insgesamt war dieser Konflikt für mich das Interessanteste und ich hätte mir sogar ein bisschen mehr davon gewünscht. Dies war natürlich besonders im Zusammenhang mit May und ihrer Familie ein wichtiger Punkt. Noch einmal zu der Wallis- und Eduard-Geschichte. Natürlich kamen auch diese vor, anfangs am Rande, gegen Ende etwas mehr. Aber wer hofft, diese Geschichte zu lesen, ist fehl am Platz. Durch Evangeline bekommt man zwar Einblick in das Leben dieser zwei historischen Figuren, doch sie ist immer noch ein Außenseiter: durch ihr Singledasein, ihre Fettleibigkeit und ihren Charaktere. Daher gibt es auch nicht so viele Einblicke. Es wird eher am Rande gestreift. Evangeline ist übrigens kein sympathischer Charakter, dafür aber sehr bemitleidenswert. Ihre aufdringliche Art und Weise hat mich oft eher peinlich berührt und man kann hier wirklich vom Fremdschämen sprechen. Doch dabei, trotz ihrer peinlichen Auftritte, empfindet man letzten Endes wirklich Mitleid mit dieser kaputten Persönlichkeit. Ich empfand Juliet Nicolsons Stil als sehr angenehm. Man merkt auch, dass sie wirklich sehr viel Erfahrung mit der Zeit hat, denn die historischen Gegebenheiten sind schön eingearbeitet. Dabei wirkt dies jedoch nicht belehrend oder zu informativ, sondern war flüssig und interessant zu lesen. Das ergibt einen wundervollen Gesellschaftsroman über die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg, die Zeit der Abdankung König Eduards. Fazit Ein sehr solides Buch über eine spannende Zeit. Man sollte sich jedoch nicht vom Titel irreführen lassen, die Geschichte von Wallis Simpson und König Eduard kommt zwar vor, wird aber eher am Rande thematisiert.

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  • Wie stiehlt man einen König?

    Als Mrs Simpson den König stahl
    Bri

    Bri

    1936 ist  für alle europäischen Länder ein entscheidendes Jahr - in Deutschland finden sowohl die olympischen Winter- wie auch Sommerspiele statt und werden propagandistisch von Hitler und seiner Partei ausgeschlachtet. Im Laufe des Jahres werden die Kriegsvorbereitungen immer konsequenter vorangetrieben und die deutsche Wehrmacht marschiert auf Hitlers Geheiß hin in das entmilitarisierte Rheinland ein, ein Affront, dem weder die Franzosen noch die Engländer etwas entgegensetzen. England hat zu dieser Zeit mit großen innenpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zunächst gibt es da die vielen Menschen, die noch immer unter den katastrophalen Auswirkungen des ersten Weltkriegs leiden. Vor allem der Norden Englands ist von der verheerenden Armut geprägt. Die höhere Gesellschaft Englands bekommt davon leidlich wenig mit bzw. verschließt davor willig die Augen. Die Politik müsste sich damit befassen, doch nach dem plötzlichen Tod des geliebten Königs Georgs V. ist die Monarchie wie gelähmt. Der Thronfolger Albert, ein moderner Mann mit einer Leidenschaft für schnelle Autos und andere Technik, wird ebenso vom Volk geliebt, gerade weil er die Nöte des kleinen Mannes (an)erkennt und alles erwartet seine baldige Krönung,. Zu dieser aber wird es nicht kommen. May Thomas reist mit ihrem Bruder Sam von Barbados, wo die beiden jungen Leute auf der elterlichen Zuckerrohrplantage aufwuchsen, Anfang des Jahres 1936 nach England. Dort wollen sie sich eine eigene Zukunft aufbauen. Sam ist Anwärter auf einen Marineposten und May möchte am liebsten ihre Leidenschaft für Automobile zum Beruf machen. Die meisten Fahrer englischer Krankenwägen an der Front während des ersten Weltkriegs waren Frauen und somit hat sie gute Karten, tatsächlich eine Stellung als Chauffeuse antreten zu können. Tatsächlich bekommt sie eine solche Anstellung im Haus von Sir Philip Blunt und erhält damit Zugang zu den brisanten Geheimnissen und zu einer Gesellschaftsschicht, zu der sie aufgrund ihrer Abstammung sonst keinen Zutritt hätte. Doch die Bediensteten des Jahres 1936 in England wissen genau um ihre Grenzen und so erscheint May auch eine wirkliche Beziehung zu einem Mann aus dieser Schicht schier unmöglich. Kurz nachdem May ihre Stellung im Hause Blunt angetreten hat, trifft dort die Patentochter von Joan Blunt aus Amerika ein - Evangeline Nettlefold. Sie ist eine alte Schulfreundin von Wallis Simpson - der Frau, die den Thronfolger und zukünftigen König Englands so sehr in ihren Bann zieht, dass er Ende des Jahres 1936 abdanken wird.  May wird durch ihre Aufgabe, Evangeline zu ihrer Freundin Wallis zu chauffieren die bestgehütete Affäre des Königreichs offenbar ... Als Mrs. Simpson den König stahl heißt Juliet Nicholsons erster Roman - nach zwei historischen Sachbüchern über England vor dem zweiten Weltkrieg - auf deutsch und ist viel treffender benannt, als der englische Originaltitel Abdication. Äußerst kenntnisreich schildert Nicholson die englischen Verhältnisse des Jahres 1936. Dass sie selbst eine Enkelin von Vita Sackville-West  ist und somit wohl auch Zugang zu Künstlerkreisen und höheren Gesellschaftsschichten hat, ist ihrem Roman in den vielen Anspielungen - May kennt zum Beispiel Virginia Woolf persönlich - ebenfalls anzumerken. Die Gleichgültigkeit der höheren Jugend gegenüber den lebensbedrohlichen Missständen der ärmeren Bevölkerung zeigt sie sehr deutlich in ein paar Szenen und den etwas stereotypen Figuren der Kinder von Sir und Lady Blunt. Und hier ist wohl auch der Sinn des Romans zu suchen: Juliet Nicholson wollte eine für das Volk von England schwierige Zeit in einem Roman von allen Seiten beleuchten. Leider hat sie versucht, das von zu vielen Seiten zu tun und ist an manchen Stellen etwas zu sehr auf der Oberfläche - bei aller Detailgenauigkeit - verblieben. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen und hätte das Lesevergnügen durchaus steigern können. Dennoch ist ihr ein schöner, ruhiger, fast typisch britischer Roman gelungen, der zwar ein paar Längen besitzt, sich aber dennoch gut lesen lässt. Die slapstickartigen Auftritte der Amerikanerin Evangeline Nettlefold  jedoch hätte man sich schenken können - ist diese Figur noch zudem nicht gerade sympathisch und zeigt, wie sehr Innen- und Außensicht eines Menschen zuweilen differieren können. Möchte man sich die Hintergründe von "The Kings speech"  in literarischer Form zu Gemüte führen, garniert mit einigen Nebensträngen, die die Lebenswelt der Durchschnittsengländer ohne große Spannungsbögen zeigen, dann jedoch greife man getrost zu dem äußerst geschmackvoll gestalteten Buch mit dem wunderbaren Titel Als Mrs. Simpson den König stahl.

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  • Hat leider nicht gehalten, was es versprach...

    Als Mrs Simpson den König stahl
    Ritja

    Ritja

    25. August 2013 um 15:59

    Hinein ins Vergnügen und abgetaucht in eine Zeit voller Wandel (gerade bei den Frauen), Umbrüchen und Unsicherheit. Ich hatte nach dem Lesen des Covertextes ein gutes Gefühl - ein Buch, welches den Leser fesselt und mitreisst. Auch das Cover fand ich ganz nett gestaltet und interessant aufgebaut. Es verrät nicht zuviel und wirft doch einige Fragen auf. Wer ist die Frau am Steuer? Und die Dame auf der Treppe - wer ist das? Wo befinden sich die beiden Frauen? Die Kleidung und auch das Fahrzeug verraten, dass es sich um eine vergangene Zeit handelt. Die Spannung und Vorfreude wuchs...doch leider konnte die Geschichte, der Ankündigung des Covertextes und des Bildes nicht standhalten. Die ersten Seiten sind vollgestopft mit Personen und deren Vorstellung, deren Leben und warum sie bestimmte Entscheidungen treffen und welche Konsequenzen dadurch die Nachkommen ziehen müssen. Die Sprünge zwischen den Figuren und deren Geschichten fand ich nicht so gelungen. Die eigentliche Geschichte verzögerte sich dadurch sehr und so hatte man das Gefühl, dass man eine recht große Hürde überspringen muss, um endlich an die eigentliche Geschichte zu kommen. Doch auch diese entwickelte sich nur schleppend und ohne großen Charme. Ich konnte zu keiner Person eine Verbindung aufbauen. Evangeline fand ich weder spritzig noch witzig, eher war sie eine tragisch-traurige Figur, die keinen wirklich guten Platz in ihrem Leben gefunden hat. Keine Figur konnte mich so richtig überzeugen. Auch fand ich die Charaktere zu oberflächlich (leider haben sie sich, innerhalb dieser Geschichte, kaum weiterentwickelt). Die Freundschaft zwischen den zwei Frauen wirkte nicht echt und man konnte sich kaum vorstellen, dass sie wirklich einen "Draht" zueinander hatten. Ich hatte gehofft, dass durch die geschichtlichen Verbindungen und dem drohenden Weltkrieg eine gewisse Spannung erzeugt wird, doch leider konnte die Autorin dies nicht umsetzen. Das es die Figuren in der realen Welt wirklich einmal gab (auch wenn diese Geschichte fiktiv war), hatte eigentlich einen gewissen Reiz, der jedoch durch zuviel Wollen verloren gegangen ist. Ich glaube, dass manchmal eine Figur oder eine Nebenhandlung weniger besser für diese Geschichte gewesen wäre. So schleppt sie sich etwas und man hofft auf ein baldiges Ende. Schade. Aufgrund der guten Idee und mit dem Wissen, dass es sich hier um ein Debüt handelt, gibt es von mir 3 Sterne.

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  • Gesellschaftsroman

    Als Mrs Simpson den König stahl
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    15. July 2013 um 14:13

      Wer vom Titel dieses Romans her erwarten würde, das die alte, sattsam bekannte, Geschichte der Wallis Simpson, die König Edward zunächst dazu brachte, sie zu lieben und dann, dafür auf seinen englischen Thron zu verzichten hier neu, anders und in Romanform vorliegt, der sieht sich zunächst getäuscht.   Nicht Wallis und Edward sind die Hauptfiguren dieses Romans. Die Geschichte um den englischen König und seine bürgerliche Geliebte schwingt zwar durchaus (späterhin) am Rande „irgendwie“ mit, mehr aber auch nicht. Nur also indirekt spielen die Ereignisse um Edwards Abdankung eine Rolle, mehr geht es darum, das Jahr 1936 in seiner Atmosphäre, seiner Lebensart, seinen Problemen durch die fiktiven Ereignisse um zwei Frauen herum in einem Gesellschaftsroman darzustellen.   Zum einen May, aus Barbados nach England kommend und bald in Stellung als Chauffeur des Adligen Sir Blunt. Und zum anderen Evangeline, amerikanische Lebefrau, Patenkind der Mrs. Blunt, irgendwie aus der Bahn geworfen (oder nie in einer Bahn bis dato angelangt). Ebenso ehemals eng bekannt mit „Mrs. Simpson“.   So lässt Juliet Nicholson in der Geschichte der beiden Frauen, in den Irrungen und Wirrungen der Liebe Mays zu Julian, in der allgemeinen Aufregung über die Affäre des Königs und in der besonderen Art der Amerikanerin Evangeline den Leser einen Blick auf das Konglomerat der damaligen Zeit werfen.   Im Haus der Blunts tritt das „alte England“  vor die Augen des Lesers, mit May die Verbindung zum Adel (im Haus ist sie nach einer Zeit eng verbunden) mit dem „einfachen Volk“, durch Evangeline kommt „amerikanische Lebensart“ mit ins Spiel und ihre persönliche Sinnsuche verbindet sich mit allem anderen im Buch zu einem Gesellschaftsroman in flüssiger und gut zu lesender Sprache.   Dass allerdings die einzelnen Fäden der Geschichte nicht so recht vorangetrieben werden durch die beständigen Dialoge, dass die einzelnen Themen auch sattsam bekannt sind (englischer Adel mit hier und da dem „Herz auf dem rechten Fleck“ und „modernen Haltungen“, die Geschichte um Edward und Wallis, in der Figur der May dann noch die Liebe einer „einfachen Frau“ zu einem höher gestellten jungen Mann, dass sorgt nicht gerade für eine hohe Spannung beim Leser.   In der zwischen den beiden weiblichen Hauptpersonen hin- und her wechselnden Perspektive kann man daher der Erzählweise Nicolson gut und gerne folgen, die Ereignisse selbst aber bieten wenig Anregung.   „Glauben Sie mir, es gibt so vieles, worüber man hier nicht sprechen dar, und ein Yankee braucht eine Weile, bis er sich alles zusammenreimt“. Diese Feststellung Evangelines lässt ahnen, dass es doch ein wenig altbacken hier zugeht.   Die Zeiten selbst und ihre „Haltungen und Atmosphären“ bringt Nicolson gut zum Ausdruck, man spürt, dass die Autorin sich mit dieser Epoche vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges intensiv beschäftigt hat. Allerdings hat man (fast)m alles an Spannungsbögen und Episoden in der ein oder anderen Form bereits an anderer Stelle „zu lesen“ bekommen.

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