Von einem normalen Großstadtjungen zu dem begabtesten Schamanen der Verzücktenwelt. - Fantasie bis zum Abwinken.
Inhalt: Greg lebt in der Stadt, mag seine Stiefschwester nicht besonders und ist der Meinung, dass seine Mutter ihm eine geistige Verrücktheit vererbt hat. Immer wieder erzählt sie ihm Geschichten von irgendwelchen Magiern und Hexen, von Verzückten und ihren Treffen und ist dabei felsenfest der Meinung, dass auch sie zu diesen Leuten gehört.
Greg wehrt sich gegen das Erbe. Er soll ein Schamane sein und müsste nur auf die Spitze des Weltenbaumes verzücken, um seine Macht zu entfalten. Aber als dann auf dem Treffen der Verzückten, in einem Wald, scheinbar alles durcheinander gerät und von einem Drachen und einer seltsamen Macht bedroht wird, fällt er in eine Art Koma und verzückt so zum ersten Mal.
Seltsame Gestalten, alte Bekannte und neue Feinde treten in sein Leben. Greg jedoch, geht seinen Weg, nimmt sein Erbe an. Kann er die Welt der Verzückten noch retten?
Fazit: Ich kann gar nicht mehr sagen, wo ich das Buch her habe. In jedem Fall habe ich es nicht gekauft. Es könnte allerdings aus so einem offenen Bücherschrank stammen, wie sie hier bei uns in der Gegend einer nach dem anderen verschwinden. Ich habe es da wohl mal rausgezogen, konnte es dann aber nicht mehr reinstellen und habe das Lesen dann so nach hinten verschoben.
Was den Inhalt angeht, war mir klar, dass es sich um ein Kinder- und oder Jugendbuch handelt und in jedem Fall einen riesigen Anteil Fantasy enthält. - Was ich dann allerdings bekommen habe, war mal komplett unerwartet für mich.
Zunächst einmal scheint es sich hier um das Legen einen völlig normalen Großstadtjungen zu handeln. Er lebt in einer Patchworkfamilie und versteht sich mit seiner Stiefschwester nicht besonders gut. Die Interessen gehen einfach zu weit auseinander und die beiden haben sich einfach nicht sehr viel zu sagen.
Langsam, so nach und nach schleicht sich dann auch die Fantasy in die Handlung ein. Da werden ganz normale Alltagsgegenstände zu Schlangen oder es schleichen sich irgendwelche Magier mit seltsamen Einladungen in die Handlung. - Im ersten Moment war ich vollkommen überfordert und versucht, das Buch abzubrechen. Aber ich habe schnell gemerkt, dass mich hier etwas abstößt, ich aber auch eine gewisse Neugier habe und wissen möchte, wo das alles noch hinführen mag.
Die Handlung schreitet fort und hat mir in jedem Fall viele Namen um die Ohren gehauen. Ich habe schnell gemerkt, dass ich dieser Masse an Charakteren und Namen nicht wirklich Herr werden kann und habe einfach weiter gelesen, mit dem Gedanken, dass es schon werden wird.
Das Treffen der so genannten Verzückten war dann die volle Ladung Fantasie. Alle möglichen Gefühle, alle möglichen magischen Wesen und alle möglichen Interessen und Ziele sind hier aufeinandergetroffen. Ein großes Chaos entstand und mittendrin fiel Greg dann der Verzückung quasi zum Opfer. Unfreiwillig wurde er in dieses Koma gelegt, was ihn dann in seinen Träumen auf seine Reise hat gehen lassen.
Für die Stiefschwester habe ich mich ein wenig gefreut, als herauskam, dass auch sie eine Hexe ist. Sie kann sich in ihren Stiefbruder ein wenig einfühlen und irgendwie rücken die beiden unfreiwilligen Geschwister ein Stück zusammen, ohne groß etwas miteinander zu tun zu haben.
Altlasten aus Greg seinem früher Leben können aufgearbeitet werden. Der Junge bekommt Hilfe von Menschen, die er unter normalen Umständen gar nicht kennengelernt hätte und er erfährt, wer die “Freundin” seiner Mutter wirklich ist und sieht seine Abneigung gegenüber dieser Frau bestätigt.
Als ich das Buch begonnen habe, hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass ich hier den Teil einer Reihe in den Händen halte. Aber eben nicht den ersten. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass mir einige notwendige Informationen fehlten. - Das Gefühl hat sich jedoch im Laufe der Handlung aufgelöst und die fehlenden Informationen wurden nachgereicht. - Ja, es handelt sich hier um eine zweiteilige Reihe, aber ist dieses Buch hier, wohl doch der erste.
Fantasie hat der Autor in jedem Fall. Das war mir dann stellenweise zu viel und einiges wirkte einfach nur krankhaft abgedreht. Immer wieder ist bei diesem ganzen magischen Gedöns die eigentliche Handlung in den Hintergrund geraten und ich habe aus den Augen verloren, was man hier eigentlich erzählen möchte.
Leider hatte ich beim Lesen kein Kopfkino vor meinem geistigen Auge. - Das führt leider zum Abzug eines Sternes, da so ein paar bunte Bilder schon ganz angenehm gewesen wären. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie die Figuren ausgesehen haben sollen.
Das Buch war ein Hardcover und bei 326 Seiten dementsprechend dick. Es war schwer zu handeln und musste beim Lesen immer irgendwo abgelegt oder abgestützt werden. Einziger Vorteil war, dass es eben nicht mehr ganz neue war und dementsprechend lavede war. Ich konnte die Seiten richtig aufschlagen, ohne dem Buch dabei einen Schaden zuzufügen. Das Papier war, aufgrund des Alters, schon vergilbt und hat unangenehm gerochen. Aber es war ja schönes Wetter und ich konnte mich in den Sommerwind setzen, der den Geruch vertrieben hat.
Die Seitenaufteilung war augenfreundlich. Eine recht große Schrift hat dauerhaftes Lesen sehr erleichtert. Und dann war der Text auch noch durch viele kleine Zeichnungen aufgelockert. Auf diese Weise konnte ich dann doch recht oft umblättern und bin sehr gut voran gekommen.
Ich kann das Buch leider nur eingeschränkt empfehlen, da es zum Einen eher ein Jugendbuch ist und da zum anderen die Fantasie hier stellenweise so abgedreht ist, dass man annehmen könnte, man liest hier eine Drogenfantasie, die für Kinder aufbereitet worden ist.






