Jun'ichiro Tanizaki

 4.1 Sterne bei 34 Bewertungen
Autor von Lob des Schattens, Gold und Silber und weiteren Büchern.
Jun'ichiro Tanizaki

Lebenslauf von Jun'ichiro Tanizaki

Der hochbegabte Sohn einer Kaufmannsfamilie Jun'ichiro Tanizaki wurde 1886 geboren und studierte englische und japanische Literatur in Tokio. Beeinflust von Oscar Wilde und Edgar Allan Poe eignete er sich einen antinaturalistischen und ästhetischen Schreibstil an. Der japanische Schriftsteller Jun'ichiro Tanizaki verstarb 1965.

Alle Bücher von Jun'ichiro Tanizaki

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Jun'ichiro TanizakiLob des Schattens
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Lob des Schattens
Lob des Schattens
 (8)
Erschienen am 27.09.2010
Jun'ichiro TanizakiTagebuch eines alten Narren
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Tagebuch eines alten Narren
Tagebuch eines alten Narren
 (3)
Erschienen am 13.07.2015
Jun'ichiro TanizakiLob der Meisterschaft
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Lob der Meisterschaft
Lob der Meisterschaft
 (3)
Erschienen am 27.09.2010
Jun'ichiro TanizakiLiebe und Sinnlichkeit
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Liebe und Sinnlichkeit
Liebe und Sinnlichkeit
 (2)
Erschienen am 21.03.2011
Jun'ichiro TanizakiDer Schlüssel
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Der Schlüssel
Der Schlüssel
 (3)
Erschienen am 01.08.1999
Jun'ichiro TanizakiGold und Silber
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Gold und Silber
Jun'ichiro TanizakiInsel der Puppen
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Insel der Puppen
Insel der Puppen
 (3)
Erschienen am 01.11.1991
Jun'ichiro TanizakiLob des Schattens
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Lob des Schattens

Neue Rezensionen zu Jun'ichiro Tanizaki

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SitataTirulalas avatar

Rezension zu "Tagebuch eines alten Narren" von Jun'ichiro Tanizaki

Der Alte und das Biest
SitataTirulalavor 3 Jahren

Natürlich ist Satsuko dies alles ziemlich gleichgültig. Ob sie wenigstens so tut, als weine sie? Wie werde ich wohl als Toter aussehen? 

Tokusuke Utsugi ist ein Familienpatriarch der alten Schule. Mit mittlerweile 77 Jahren trifft noch immer er die Entscheidungen in seiner Familie. Geplagt von den Zipperlein des Alters beginnt er ein Tagebuch zu führen. Nicht nur über den stetigen Verfall seines Körpers, sondern auch über die intimen Gedanken, die ihn beim Anblick und der Gesellschaft seiner Schwiegertochter Satsuko überkommen. Denn auch wenn die Impotenz auch vor ihm nicht Halt gemacht hat, für schöne Frauen interessiert Tokusuke sich noch immer. Und ganz besonders für die Frau seines Sohnes, die sich dieser ungehörigen Zuneigung mehr als bewusst ist und sie schamlos ausnutzt. Erst als der alte Mann mit dem Gedanken spielt, Satsuko sogar auf seinem Grabstein zu verewigen, kommen Zweifel auf. Ist Satsuko wirklich dieses berechnende, kalte Biest?

Japan ist, sowohl kulturell wie auch geographisch, ein Land, in das ich mich in den Büchern, die ich lese, bisher wenig bis gar nicht vorgewagt habe. Allerdings hat mich der Klappentext gelockt, der das Tagebuch eines alten Mannes verspricht, der sich beinahe besessen in seine Schwiegertochter vernarrt. Das konnte alles bedeuten und nichts. Neugierig überließ ich mich also Tokusukes Aufzeichnungen.
Tatsächlich beginnt alles recht harmlos. Tokusuke, ojiisan (japanisch für Großvater) genannt, bringt Satsuko mehr Sympathie entgegen als seinen eigenen Töchtern, macht ihr Geschenke und geht mit ihr aus, um sie glücklich zu machen. Wo am Anfang eigentlich nicht viel dabei ist, merkt man aber schnell: Satsuko ist sich der Zuneigung ihres Schwiegervaters mehr als bewusst. Sie macht ihm kleine, manchmal wirklich klitzekleine Zugeständnisse und verlangt dafür horrende Gegenleistungen - die Tokusuke ihr nur zu gerne gibt. Langsam aber sicher erhält man immer mehr Einblick in die Gedankenwelt des alten Familienpatriarchen. Nicht nur erfährt man so gut wie jedes Detail über die verschiedenen Krankheiten, die ihn zeitweise ans Bett fesseln, weil das Alter sie nun einmal mitbringt, sondern man entdeckt auch eine dunkle, ja, irgendwie garstige Seite an ihm. Tokusuke verliert sich in seinen Fantasien über Satsuko, stößt währenddessen seine eigenen Kinder vor den Kopf und behandelt seine Frau, mit der er alt geworden ist, herablassend und geringschätzig. Es ist wirklich schwer, ihm in diesen Momenten irgendeine wie auch immer geartete Sympathie zukommen zu lassen.
Auf den ersten Blick klingt es alles sehr nach einem Erotikroman. Eine Affäre zwischen dem auf die achtzig zugehenden Tokusuke und seiner so viel jüngeren Schwiegertochter Satsuko. Doch wer dabei an Shades of Grey und Konsorten gedacht hat, ist hier völlig falsch. Die Beziehung zwischen Tokusuke und Satsuko entspinnt sich auf viel subtilere Art und Weise, was mir persönlich sehr positiv aufgefallen ist. Ganz davon abgesehen, dass Jun'ichiro Tanizaki, dessen Todestag sich dieses Jahr zum 50. Mal jährt, einer ganz anderen Generation entstammt, hat er hier nicht stupide auf das Konzept "Sex sells" gesetzt. Dieses Buch ist tiefergehend und ja, an manchen Stellen auch irgendwie erschreckend, ohne mit explizitem Inhalt aufzuwarten. Abgesehen von Tokusuke selbst bleiben die Charaktere sehr dünn, gerade auch was seine eigene Familie angeht, aber irgendwie hat es in die gewählte Tagebuchform gepasst. Denn wer von uns, der schon mal ein Tagebuch geführt hat, ergeht sich darin seitenweise über die Eigenschaften, Vorlieben und Abneigungen der Menschen um sich herum? Den Fokus eines Tagebuchs bildet natürlich der Schreiber - und so steht auch hier Tokusuke mit seinen Gedanken, Gefühlen und Sorgen im Vordergrund.
Sehr sympathisch war mir außerdem, dass viele japanische Anreden und Vokabeln in dieser Ausgabe nicht übersetzt wurden. Das hatte eine Menge blättern zum Fußnotenverzeichnis hinten zur Folge, trug aber ungemein zur Stimmung des Buches bei. Ich wusste beispielsweise nicht, dass es so viele verschiedene gehörige wie ungehörige Anreden für Familienmitglieder gibt. Dadurch bekommt man einen ganz anderen Eindruck vom Buch.

Ein alter Narr, der sich in ein honigsüßes Biest verschießt und ihr alles zu Füßen legt. Jun'ichiro Tanizakis "Tagebuch eines alten Narren" glänzt mit kultureller Stimmung, subtilen Fäden, die gezogen werden und einem hin und wieder durch und durch unsympathischen, aber dadurch zumindest auch ehrlichen Protagonisten. Von mir gibt es dafür vier Blümchen.

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Rezension zu "Gold und Silber" von Jun'ichiro Tanizaki

Rezension zu "Gold und Silber" von Jun'ichiro Tanizaki
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren

Tanizakis Roman, der sich um zwei konkurrierende Maler dreht, zeichnet ein typisches Bild Japans.
Obwohl es ein relativ kurzweiliges Werk ist, bleibt es lange im Gedächtnis, gerade wegen der ausführlichen Situationsbeschreibungen.
Auch das eher überraschende Ende überzeugt.
"Kin to gin" ist damit wirklich uneingeschränkt zu empfehlen.

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Jun'ichiro Tanizaki wurde am 24. Juli 1886 in Tokio (Japan) geboren.

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