Junichiro Tanizaki

 4.5 Sterne bei 12 Bewertungen
Autor von Der Schlüssel, Naomi und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Junichiro Tanizaki

Tanizakis Eltern gehörten einer alten Kaufmannsfamilien an. In der Schule erregte durch stilistische Glanzleistungen Aufmerksamkeit und studierte an der Kaiserlichen Universität Tokio englische und japanische Literatur. Da er keinen Abschluss hatte, begann er mit der Schriftstellerlaufbahn und hatte auch gleich mit seinen ersten Erzählungen sogleich großen Erfolg. 119 Werke veröffentlichte er und unter dem Einfluss wie Oscar Wilde, Edgar Allan Poe, Charles Baudelaire und seinem Lehrer Nagai Kafu nahm er einen antinaturalistischen Standpunkt ein, daraufhin wurde er zum Bannerträger des Ästhetizismus. Er siedelte nach Kyoto um, aufgrund des großen Kanto-Erdbebens 1923 und wandte sich mehr der traditionellen Kultur, der Kansai-Region, zu. Tanizaki war Mitglied der Japanischen Akademie der Künste und Träger des Kaiserlichen Preises für Dichtung. In vielen Sprachen wurden seine großen Romane, die den Kontrast von Tradition und Moderne in immer neuen Problemstellungen gestalten, übersezt. Seit 1965 wird in seinem Ehrem der Tanizaki-Junichiro-Preis verliehen.

Alle Bücher von Junichiro Tanizaki

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Der Schlüssel

Der Schlüssel

 (8)
Erschienen am 19.09.2017
Die Traumbrücke - Erzählungen.

Die Traumbrücke - Erzählungen.

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Erschienen am 01.01.1979
Quicksand

Quicksand

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Erschienen am 01.07.1995
The Key

The Key

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Erschienen am 01.08.1991
Naomi

Naomi

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Erschienen am 01.04.2001
A Cat, a Man, and Two Women

A Cat, a Man, and Two Women

 (0)
Erschienen am 01.03.1992
The Makioka Sisters (Vintage Classics)

The Makioka Sisters (Vintage Classics)

 (0)
Erschienen am 19.01.2010

Neue Rezensionen zu Junichiro Tanizaki

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Rezension zu "Der Schlüssel" von Junichiro Tanizaki

Tagebucheinträge
Assivor 2 Monaten

Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich total neugierig auf diese Geschichte. Diese besteht aus den Tagebucheinträgen der Eheleute. Diese kommunizieren über ihr Sexleben und ihre Wünsche nur über ihre Tagebücher miteinander. Man erfährt so einiges über die Wünsche und Gedanken der Protagonisten. Einige Handlungen, vor allem die des Ehemanns habe ich teilweise nicht nachvollziehen können und habe nur den Kopf geschüttelt. Aber auch dies führte dazu, dass ich das Buch nicht zur Seite legen konnte und wissen wollte, wie es weiter geht und was hinter allem wirklich steckt. Ja, dieses Buch ist auf eine gewisse Art spannend und berührt auch.

Mit dem Ende habe ich so überhaupt nicht gerechnet. Die Wendung hat mich schockiert und ich habe noch lange darüber nachgedacht. 


Fazit:

Ein Buch der besonderen Art, das verwirrend, aber auch interessant ist. 

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Rezension zu "Der Schlüssel" von Junichiro Tanizaki

Ganz okay
NeriFeevor 2 Monaten

Junichiro Tanizakis erotischer Tagebuchroman Der Schlüssel wurde erstmals 1956 veröffentlicht. Damals entging das Buch nur knapp einem Veröffentlichungsverbot, weil das provokante Werk in Japan auf heftige Gegenwehr stieß. Der Kein&Aber-Verlag hat den erfolgreichen Roman 2018 neu übersetzt. Vordergründig geht es um ein langjähriges japanisches Ehepaar auf der Suche nach der Erfüllung ihrer Obsessionen.

Darum gehts

Ein japanisches Ehepaar in den Fünfziger Jahren: Er ist ein in die Jahre gekommener Literaturprofessor, der seine sinkende Potenz beklagt und seine Gattin für sexuell unersättlich hält. Sie ist einige Jahre jünger und möchte laut ihren Tagebuchaufzeichnungen ihrem Mann eine gute Ehefrau sein und ihre Pflichten erfüllen. Beide vertrauen ihre Intimitäten ausschließlich ihrem Tagebuch an.

Die Tagebücher sind es auch, welche den Rahmen der Geschichte bilden. Sowohl Frau als auch Mann nutzen diese, um ihre tiefsten Sehnsüchte niederzuschreiben. Dabei wird schnell klar, dass hinter den Aufzeichnungen wesentlich mehr steckt. Die Tagebücher werden zum manipulativen Instrument beider Eheleute. Beide behaupten von den Niederschriften des Anderes nichts zu wissen. Da dies aber (zumindest nicht in beiden Fällen) der Wahrheit entspricht, scheinen die sexuellen Entblößungen immer provokativer.

1956, dem Jahr der Veröffentlichung des Schlüssels löste dieses hitzige Debatten im Heimatland des Autoren Tanizaki aus. Darin ging es allen voran um den Vorwurf der Pornografie, welcher sich aufgrund der bis dahin bereits bekannten Themen Tanizakis aber auflöste. Der Autor machte bereits in seinen vorangegangen Büchern Sexualität, Unterwerfung und Dominanz zum Mittelpunkt seiner Geschichten, sodass der Roman dem bisherigen Stil Tanizakis nur gerecht wurde.

Aufgrund der frühen Nachkriegszeit war die Veröffentlichung des Romans für viele Japaner ein literarischer Skandal. Junichiro Tanizaki gelingt ein Katz-und-Maus-Spiel der besonderen Art. Immer im Mittelpunkt: die Obsessionen seiner Protagonisten. Verstörend und provozierend beschreibt er das Wechselspiel um sexuelle Macht und umschreibt spannend und literarisch ästhetisch die intimen Gedanken der Eheleute.

Schonungslos, abgründig und böse berichtet Tanizaki von der unbefriedigten Ehe zweier Menschen, die ausschließlich über ihre Tagebücher miteinander kommunizieren und am Ende die fatalen Folgen ihres Handelns zu spüren bekommen. Mich konnte die Story leider zu keiner Zeit packen. Die Idee ist interessant und zum Teil auch gut umgesetzt, im Großen und Ganzen bleibt es für mich aber eine Durchschnittsgeschichte.

Ich danke dem Kein & Aber Verlag.

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Rezension zu "Der Schlüssel" von Junichiro Tanizaki

Der Schlüssel
BeaSwissgirlvor einem Jahr


Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)


Durch eine begeisterte Rezension bin ich auf dieses dünne Büchlein hier aufmerksam geworden, und da ich mir eh vorgenommen habe etwas mehr Klassiker zu lesen durfte es einziehen....


Obwohl das Buch 1956 zum ersten Mal erschienen ist lässt sich das Buch wirklich sehr leicht, und flüssig lesen.
Der Schreibstil ist überhaupt nicht " verstaubt", hochtrabend oder komplex sondern angenehm, sprachgewandt, differenziert und niveauvoll, letzteres finde ich gerade bezüglich der doch heiklen Thematik sehr wichtig.
Erzählt ist das Ganze in Tagebuchform aus zwei verschiedenen Perspektiven, problemlos lassen sich diese aber unterscheiden so dass ich nie ein Durcheinander hatte.


Gerade durch diese Darstellungsform lernen wir die Gedanken und Gefühle der beiden Hauptfiguren sehr intensiv kennen.
Trotzdem gingen sie mir persönlich nicht nahe, soll heissen ich habe keine Bindung zu den Charakteren aufbauen können. 
Manche Überlegungen oder Handlungen fand ich ehrlich gesagt einfach nur furchtbar, ja sogar abstossend!


Dennoch hat mich die ganze Thematik irgendwie gefesselt, fasziniert und zum nachdenken angeregt, da der Autor sie sehr tiefgründig, raffiniert und feinfühlig erläutert.
Unterschwellig verspürte ich während des Lesens immer eine gewisse Spannung, welche mich das Buch fast nicht aus der Hand legen liess, gleichzeitig machte sich aber auch ein Unbehagen breit....
Mit dem Ende ist dieser Form hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet und bin auch nicht sicher ob ich wirklich alles durchschaut und kapiert habe....;)


4 Sterne  

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Junichiro Tanizaki wurde am 24. Juli 1886 in Tokio (Japan) geboren.

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