Junichiro Tanizaki

 4,3 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Der Schlüssel, Naomi und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Junichiro Tanizaki

Tanizakis Eltern gehörten einer alten Kaufmannsfamilien an. In der Schule erregte durch stilistische Glanzleistungen Aufmerksamkeit und studierte an der Kaiserlichen Universität Tokio englische und japanische Literatur. Da er keinen Abschluss hatte, begann er mit der Schriftstellerlaufbahn und hatte auch gleich mit seinen ersten Erzählungen sogleich großen Erfolg. 119 Werke veröffentlichte er und unter dem Einfluss wie Oscar Wilde, Edgar Allan Poe, Charles Baudelaire und seinem Lehrer Nagai Kafu nahm er einen antinaturalistischen Standpunkt ein, daraufhin wurde er zum Bannerträger des Ästhetizismus. Er siedelte nach Kyoto um, aufgrund des großen Kanto-Erdbebens 1923 und wandte sich mehr der traditionellen Kultur, der Kansai-Region, zu. Tanizaki war Mitglied der Japanischen Akademie der Künste und Träger des Kaiserlichen Preises für Dichtung. In vielen Sprachen wurden seine großen Romane, die den Kontrast von Tradition und Moderne in immer neuen Problemstellungen gestalten, übersezt. Seit 1965 wird in seinem Ehrem der Tanizaki-Junichiro-Preis verliehen.

Alle Bücher von Junichiro Tanizaki

Cover des Buches Der Schlüssel (ISBN: 9783944751160)

Der Schlüssel

 (12)
Erschienen am 19.09.2017
Cover des Buches Die Traumbrücke - Erzählungen. (ISBN: B004GTA2Z4)

Die Traumbrücke - Erzählungen.

 (0)
Erschienen am 01.01.1979
Cover des Buches Der Schlüssel (ISBN: 9783941009578)

Der Schlüssel

 (0)
Erschienen am 04.04.2019
Cover des Buches Naomi (ISBN: 0375724745)

Naomi

 (1)
Erschienen am 01.04.2001
Cover des Buches The Key (ISBN: 0679730230)

The Key

 (1)
Erschienen am 01.08.1991
Cover des Buches Quicksand (ISBN: 0679760229)

Quicksand

 (1)
Erschienen am 01.07.1995
Cover des Buches The Makioka Sisters (Vintage Classics) (ISBN: 9781407053752)

The Makioka Sisters (Vintage Classics)

 (0)
Erschienen am 19.01.2010

Neue Rezensionen zu Junichiro Tanizaki

Cover des Buches Der Schlüssel (ISBN: 9783944751160)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Der Schlüssel" von Junichiro Tanizaki

Der Schlüssel zum Glück?
aus-erlesenvor 2 Jahren

Wenn’s nicht passt, dann kann man sich noch so viel Mühe geben … es wird nicht passen. Ein Professor, in etwas so alt wie das 20. Jahrhundert, wird sich zu Beginn des neuen Jahres klar, dass sein Sexleben – das mit seiner Frau, ein anderes kennt er nicht – nicht so erfüllt ist wie es sein könnte, ja, sollte. Sie, Ikuko, 45 Jahre alt, von betörender Schönheit, will und will und will. Er will auch, kann aber nicht. Nicht die Intensität, mehr die Dauer macht ihm zu schaffen. Er beschließt Tagebuch zu führen. Nicht, um sich aller Sorgen zu entledigen. Sondern in der Hoffnung, dass Ikuko dieses Tagebuch findet und dementsprechend handeln wird. Den Schlüssel für die Schublade, wo er das Tagebuch versteckt, platziert er so, dass sie ihn unbedingt finden muss. Der Professor bildet sich ein, dass sie seine geheimsten Wünsche entdeckt und dann ihrem Mann selbige erfüllen wird. Zum Beispiel den sie endlich mal komplett nackt zu sehen. Denn seit ihrer Hochzeit hat sie ihm die für den Akt wichtigen Stellen zwar präsentiert, die – wie er denkt – ihrer Meinung nach nicht so wichtigen Stellen jedoch geschickt im Dunkeln gelassen.
Was der Professor sich wünscht, trifft auch tatsächlich ein. Nur werden es beide tunlich unterlassen ihre geheimsten Wünsche (und Entdeckungen) mit dem Anderen zu teilen. Auch Ikuko führt Tagebuch. Auch sie weiß, dass ihr Gatte dieses Tagebuch finden und lesen wird. Sie hofft es zumindest. 
Kimura ist der Dritte im Bunde dieses nur auf den ersten Blick kindischen Spiels. Er ist der Freund der Tochter Toshiko. Herr Kimura wird immer dann zu Kimura, wenn er dem Professor und seiner Frau zu Diensten sein kann. Kimura bemüht fast schon zu offensichtlich um die Gunst der Dame des Hauses. Er weiß, dass der Weg zum Herzen der Tochter über die Mutter führt. Die jedoch hat etwas ganz anderes im Sinn. So vertraut sie es ihrem Tagebuch an. 
Die Kommunikation per Tagebuch funktioniert. An den Abenden wird gegessen und getrunken. Ikuko verträgt eine Menge. Mehr als ihre Tochter und der zukünftige Schwiegersohn allemal. Doch die Feste zehren an den Lebensgeistern. Immer öfter kippt sie um. Eine willkommene Gelegenheit ein bisschen Schwung ins Schlafzimmer zu holen… 
Wunsch und Wirklichkeit klaffen auch ohne Manipulation oft und weit genug auseinander. Junchiro Tanizaki treibt das Spiel auf die Spitze. Woher auch immer die Unfähigkeit rührt offen miteinander über Intimes zu reden, kommen mag, die Tagebücher sind eine Idee. Mehr nicht. Denn die Folgen können weder der Professor noch seine Frau abschätzen. Wenn sie im Schlafe, oder ist der nur vorgetäuscht?, Kimura flüstert, spornt das ihren Gatten an. Aber er verzweifelt auch an der Tatsache, dass sie ihm nur dann das geben kann, was er will, wenn sie an den Freund ihrer gemeinsamen Tochter denkt. 
Das Buch wäre in Japan fast verboten worden. Heute ist es ein Klassiker, der nur in einer überarbeiteten und frei von europäischer Dekadenz und Voreingenommenheit die wahre Pracht und Kraft der Worte entfalten kann. 

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Cover des Buches Der Schlüssel (ISBN: 9783944751160)Assis avatar

Rezension zu "Der Schlüssel" von Junichiro Tanizaki

Tagebucheinträge
Assivor 2 Jahren

Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich total neugierig auf diese Geschichte. Diese besteht aus den Tagebucheinträgen der Eheleute. Diese kommunizieren über ihr Sexleben und ihre Wünsche nur über ihre Tagebücher miteinander. Man erfährt so einiges über die Wünsche und Gedanken der Protagonisten. Einige Handlungen, vor allem die des Ehemanns habe ich teilweise nicht nachvollziehen können und habe nur den Kopf geschüttelt. Aber auch dies führte dazu, dass ich das Buch nicht zur Seite legen konnte und wissen wollte, wie es weiter geht und was hinter allem wirklich steckt. Ja, dieses Buch ist auf eine gewisse Art spannend und berührt auch.

Mit dem Ende habe ich so überhaupt nicht gerechnet. Die Wendung hat mich schockiert und ich habe noch lange darüber nachgedacht. 


Fazit:

Ein Buch der besonderen Art, das verwirrend, aber auch interessant ist. 

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Cover des Buches Der Schlüssel (ISBN: 9783944751160)

Rezension zu "Der Schlüssel" von Junichiro Tanizaki

Ganz okay
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Junichiro Tanizakis erotischer Tagebuchroman Der Schlüssel wurde erstmals 1956 veröffentlicht. Damals entging das Buch nur knapp einem Veröffentlichungsverbot, weil das provokante Werk in Japan auf heftige Gegenwehr stieß. Der Kein&Aber-Verlag hat den erfolgreichen Roman 2018 neu übersetzt. Vordergründig geht es um ein langjähriges japanisches Ehepaar auf der Suche nach der Erfüllung ihrer Obsessionen.

Darum gehts

Ein japanisches Ehepaar in den Fünfziger Jahren: Er ist ein in die Jahre gekommener Literaturprofessor, der seine sinkende Potenz beklagt und seine Gattin für sexuell unersättlich hält. Sie ist einige Jahre jünger und möchte laut ihren Tagebuchaufzeichnungen ihrem Mann eine gute Ehefrau sein und ihre Pflichten erfüllen. Beide vertrauen ihre Intimitäten ausschließlich ihrem Tagebuch an.

Die Tagebücher sind es auch, welche den Rahmen der Geschichte bilden. Sowohl Frau als auch Mann nutzen diese, um ihre tiefsten Sehnsüchte niederzuschreiben. Dabei wird schnell klar, dass hinter den Aufzeichnungen wesentlich mehr steckt. Die Tagebücher werden zum manipulativen Instrument beider Eheleute. Beide behaupten von den Niederschriften des Anderes nichts zu wissen. Da dies aber (zumindest nicht in beiden Fällen) der Wahrheit entspricht, scheinen die sexuellen Entblößungen immer provokativer.

1956, dem Jahr der Veröffentlichung des Schlüssels löste dieses hitzige Debatten im Heimatland des Autoren Tanizaki aus. Darin ging es allen voran um den Vorwurf der Pornografie, welcher sich aufgrund der bis dahin bereits bekannten Themen Tanizakis aber auflöste. Der Autor machte bereits in seinen vorangegangen Büchern Sexualität, Unterwerfung und Dominanz zum Mittelpunkt seiner Geschichten, sodass der Roman dem bisherigen Stil Tanizakis nur gerecht wurde.

Aufgrund der frühen Nachkriegszeit war die Veröffentlichung des Romans für viele Japaner ein literarischer Skandal. Junichiro Tanizaki gelingt ein Katz-und-Maus-Spiel der besonderen Art. Immer im Mittelpunkt: die Obsessionen seiner Protagonisten. Verstörend und provozierend beschreibt er das Wechselspiel um sexuelle Macht und umschreibt spannend und literarisch ästhetisch die intimen Gedanken der Eheleute.

Schonungslos, abgründig und böse berichtet Tanizaki von der unbefriedigten Ehe zweier Menschen, die ausschließlich über ihre Tagebücher miteinander kommunizieren und am Ende die fatalen Folgen ihres Handelns zu spüren bekommen. Mich konnte die Story leider zu keiner Zeit packen. Die Idee ist interessant und zum Teil auch gut umgesetzt, im Großen und Ganzen bleibt es für mich aber eine Durchschnittsgeschichte.

Ich danke dem Kein & Aber Verlag.

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Zusätzliche Informationen

Junichiro Tanizaki wurde am 24. Juli 1886 in Tokio (Japan) geboren.

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