Junichiro Tanizaki

 4.7 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Der Schlüssel, Naomi und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Junichiro Tanizaki

Tanizakis Eltern gehörten einer alten Kaufmannsfamilien an. In der Schule erregte durch stilistische Glanzleistungen Aufmerksamkeit und studierte an der Kaiserlichen Universität Tokio englische und japanische Literatur. Da er keinen Abschluss hatte, begann er mit der Schriftstellerlaufbahn und hatte auch gleich mit seinen ersten Erzählungen sogleich großen Erfolg. 119 Werke veröffentlichte er und unter dem Einfluss wie Oscar Wilde, Edgar Allan Poe, Charles Baudelaire und seinem Lehrer Nagai Kafu nahm er einen antinaturalistischen Standpunkt ein, daraufhin wurde er zum Bannerträger des Ästhetizismus. Er siedelte nach Kyoto um, aufgrund des großen Kanto-Erdbebens 1923 und wandte sich mehr der traditionellen Kultur, der Kansai-Region, zu. Tanizaki war Mitglied der Japanischen Akademie der Künste und Träger des Kaiserlichen Preises für Dichtung. In vielen Sprachen wurden seine großen Romane, die den Kontrast von Tradition und Moderne in immer neuen Problemstellungen gestalten, übersezt. Seit 1965 wird in seinem Ehrem der Tanizaki-Junichiro-Preis verliehen.

Alle Bücher von Junichiro Tanizaki

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Junichiro TanizakiDer Schlüssel
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Der Schlüssel
Der Schlüssel
 (6)
Erschienen am 19.09.2017
Junichiro TanizakiDie Traumbrücke - Erzählungen.
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Die Traumbrücke - Erzählungen.
Die Traumbrücke - Erzählungen.
 (0)
Erschienen am 01.01.1979
Junichiro TanizakiNaomi
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Naomi
Naomi
 (1)
Erschienen am 01.04.2001
Junichiro TanizakiNaomi oder Eine unersättliche Liebe (5155 860)
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Naomi oder Eine unersättliche Liebe (5155 860)
Junichiro TanizakiThe Key
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The Key
The Key
 (1)
Erschienen am 01.08.1991
Junichiro TanizakiQuicksand
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Quicksand
Quicksand
 (1)
Erschienen am 01.07.1995
Junichiro TanizakiAshikali and the Story of Shunkin
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Ashikali and the Story of Shunkin
Ashikali and the Story of Shunkin
 (0)
Erschienen am 01.06.1936
Junichiro TanizakiThe Makioka Sisters
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The Makioka Sisters
The Makioka Sisters
 (0)
Erschienen am 01.10.1995

Neue Rezensionen zu Junichiro Tanizaki

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BeaSwissgirls avatar

Rezension zu "Der Schlüssel" von Junichiro Tanizaki

Der Schlüssel
BeaSwissgirlvor 9 Monaten


Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)


Durch eine begeisterte Rezension bin ich auf dieses dünne Büchlein hier aufmerksam geworden, und da ich mir eh vorgenommen habe etwas mehr Klassiker zu lesen durfte es einziehen....


Obwohl das Buch 1956 zum ersten Mal erschienen ist lässt sich das Buch wirklich sehr leicht, und flüssig lesen.
Der Schreibstil ist überhaupt nicht " verstaubt", hochtrabend oder komplex sondern angenehm, sprachgewandt, differenziert und niveauvoll, letzteres finde ich gerade bezüglich der doch heiklen Thematik sehr wichtig.
Erzählt ist das Ganze in Tagebuchform aus zwei verschiedenen Perspektiven, problemlos lassen sich diese aber unterscheiden so dass ich nie ein Durcheinander hatte.


Gerade durch diese Darstellungsform lernen wir die Gedanken und Gefühle der beiden Hauptfiguren sehr intensiv kennen.
Trotzdem gingen sie mir persönlich nicht nahe, soll heissen ich habe keine Bindung zu den Charakteren aufbauen können. 
Manche Überlegungen oder Handlungen fand ich ehrlich gesagt einfach nur furchtbar, ja sogar abstossend!


Dennoch hat mich die ganze Thematik irgendwie gefesselt, fasziniert und zum nachdenken angeregt, da der Autor sie sehr tiefgründig, raffiniert und feinfühlig erläutert.
Unterschwellig verspürte ich während des Lesens immer eine gewisse Spannung, welche mich das Buch fast nicht aus der Hand legen liess, gleichzeitig machte sich aber auch ein Unbehagen breit....
Mit dem Ende ist dieser Form hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet und bin auch nicht sicher ob ich wirklich alles durchschaut und kapiert habe....;)


4 Sterne  

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killmonotonys avatar

Rezension zu "Der Schlüssel" von Junichiro Tanizaki

Rezension: Der Schlüssel
killmonotonyvor 9 Monaten

Zunächst nur neugierig durch das wunderschöne Cover und die Gestaltung, hat mich dann spätestens der Klappentext komplett abgeholt: Die Rede ist vom Tagebuchroman „Der Schlüssel“von Junichiro Tanizaki. In den 50er Jahren zuerst erschienen, kam der Roman mit einer fantasievollen und teilweise leider unpassenden Übersetzung zu uns nach Deutschland, weshalb sich der Cass Verlag, der sich auf japanische Literatur spezialisiert hat, entschloss, den japanischen Klassiker neu zu übersetzen. Heraus kam ein Roman, wie ich ihn zuvor noch nicht gelesen habe: Ikuko und ihr Mann, der als einziger namenlos bleibt, sind bereits seit 20 Jahren verheiratet. Im Schlafzimmer läuft es allerdings für beide Parteien nicht so, wie sie es sich vorstellen. Während Ikuko ihren Mann „ohne Perversitäten“ im abgedunkelten Schlafzimmer empfangen würde, dürstet es dem Professor danach, seine Frau nach zwanzig Ehejahren endlich einmal nackt zu sehen. Man muss vielleicht noch erwähnen, dass Ikuko streng konservativ erzogen wurde und deshalb nicht weiß, wie sie mit ihrer Scham vor diesem höchst privaten Thema umgehen soll. Weil der Professor seine Frau nicht auf dieses heikle Thema ansprechen möchte und Ikuko der Meinung ist, dass es sich nicht geziemt, beginnt er, seine Tagebucheinträge direkt an seine Frau zu richten. Denn er weiß, dass sie weiß, wo er sein Tagebuch aufbewahrt und vermutet auch, dass sie darin stöbert, also lässt er fortan den Schlüssel dazu scheinbar unabsichtlich an einer offenen Stelle liegen. Ikuko, die derweil auch mit dem Tagebuchschreiben begonnen hat, liest es natürlich nicht, blättert lediglich darin, ohne sich die Wörter anzusehen. Und so entspinnt sich zwischen den beiden über ihre Tagebücher hinweg ein Dialog, während sie stets vorgeben, das Tagebuch des anderes nicht zu lesen. Zunächst bewegt das Ehepaar sich auf einem sicheren Gebiet, doch als der Freund ihrer Tochter Toshiko, Kimura, hinzukommt, gerät das Ganze schnell aus den Fugen…


Halb hasse ich meinen Mann, halb liebe ich ihn. Eigentlich passen wir nicht zusammen, aber deshalb suche ich mir nicht einfach einen anderen. Der Grundsatz der ehrsamen Ehefrau ist so tief in mir verankert, dass ich mich nicht darüber hinwegsetzen kann. Die zudringliche, perverse Art und Weise, in der mein Mann mich liebkost, bringt mich in Verlegenheit, gleichzeitig weiß ich, dass er mich wahnsinnig liebt, und da muss ich ihm doch entgegenkommen.


Was für ein toller Roman! Ich habe bisher nur in meinen Jugendtagen einen E-Mail-Roman gelesen (und die Tagebücher der Bridget Jones), aber noch nie ein Buch im Stil von „Der Schlüssel“. Hier wird der Leser auf eine Reise mitgenommen, die er so schnell nicht mehr vergisst: Sexualität in Japan, das Eheleben, Tabuthemen, Betrug, Alkoholismus, Krankheit und Liebe sind nur einige der Themen, die behandelt werden. Es geht nicht nur darum, seine (konservativen) Grenzen zu übertreten, sondern auch die des Vertrauens, und sich zu fragen „Bin ich zu weit gegangen?“. Während die Eifersucht die Leidenschaft des Professors immer weiter befeuert, gerät Ikuko in einen Schlund aus Gefälligkeit und Betrug: Sie möchte ihren Mann rasend vor Eifersucht sehen, um ihrerseits ihre nymphomanische Neigung (ja, man hält es anfangs nicht für möglich!) zu befriedigen, allerdings überschreitet sie dabei „die letzte Grenze“ und ihre Ehe gerät immer mehr in eine Schieflage. Zudem spielt die Gesundheit der beiden auch eine zentrale Rolle, denn Ikukos Mann leidet immer mehr unter stark erhöhtem Blutdruck und Schwindelanfällen, sodass er auf Anweisung seines Arztes strikte Ruhe einhalten soll. Doch der Wunsch, seine Frau zu befriedigen, ist stärker als seine Vernunft.


Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de

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BonnieParkers avatar

Rezension zu "Der Schlüssel" von Junichiro Tanizaki

Ein wirklich wunderbares Leseerlebnis
BonnieParkervor 2 Jahren

Auf diesen kleinen Schatz wurde ich durch eine Zeitschrift aufmerksam und sofort war mein Interesse geweckt. Das kleine Büchlein hat 186 Seiten und ist wirklich wunderbar edel gestaltet. Der Einband ist aus Leinen und liegt wirklich toll in der Hand. Sicher lässt sich über den Preis streiten, aber Klassiker sind ja des öfteren etwas preisintensiver. Letztlich denke ich ein geringerer Preis von ca. 17,00 € wäre auch ok gewesen, denn einen Wälzer hat man hier wirklich nicht vor sich.
Aber nun zum Inhalt. Als ich das Buch begonnen hatte wusste ich noch nicht genau was mich erwarten würde. Ich hatte die Befürchtung, dass der Autor vielleicht einen anstrengenden Schreibstil hat. Immerhin ist er 1886 geboren und dieses Werk erschien erstmals 1956 und von einem Japaner hatte ich eben wahrscheinlich eine schwierige Ausdrucksweise erwartet. Aber dem war zum Glück nicht so. Einmal begonnen zu lesen konnte ich nicht mehr aufhören. Der gesamte Roman ist in Tagebuchform und daher wirklich angenehm zu lesen. Aus heutiger Sicht ist die Schreibform sehr gesittet und den Titel "Skandalroman" würde er sicher heute nicht mehr bekommen, aber zu damaliger Zeit kann ich mir das gut vorstellen. Dadurch, dass aber vieles nur angedeutet oder durch schöne Umschreibungen vermittelt wird, bleibt dem Leser genug Raum für eigene Gedanken. Was der Klappentext jedoch nicht verrät ist, dass nicht nur der Ehemann ein Tagebuch schreibt, sondern seine Ehefrau auch beschließt ein Tagebuch zu führen. Dadurch entsteht eine Dynamik, die mich als Leser mitgerissen hat und mir die Charaktere noch näher brachte. Die beiden schildern ihre Sicht der Dinge und man bekommt immer mehr und mehr ein Gefühl für die verfahrene Situation der Beiden. Teilweise war es für mich echt erschreckend, wie die Ansichten der Eheleute trotz so vieler Ehejahre auseinander gehen. Es war aber auch spannend dabei zu sein, wie sich ihre Beziehung durch die Führung der Tagebücher verändert. Sie spielen aber auch mit dem Feuer und so einige Situationen sind aus meiner heutigen Sicht verstörend, allerdings nicht in Bezug auf die Ehepartner eher auf die gemeinsame Tochter.
Insgesamt fand ich dieses Buch wirklich wunderbar spannend und ganz besonders der Schreibstil bereitete mir große Freude. Beide auf ihrem Weg zu begleiten und die Veränderung mitzuverfolgen ist ein ganz besonderes Leseerlebnis. Für mich zeigte sich auch mal wieder deutlich, dass es sehr wichtig ist in einer Partnerschaft offen und ehrlich mit seinem Partner zu reden. Schon allein deshalb ist der Roman zeitlos. Ich kann diesen Klassiker nur jedem empfehlen, der eine gewisse Neugier besitzt und gerne in fremde Kulturen abtaucht. 

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Gespräche aus der Community

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abas avatar


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Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Junichiro Tanizaki wurde am 24. Juli 1886 in Tokio (Japan) geboren.

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