Clean

von Juno Dawson 
4,2 Sterne bei65 Bewertungen
Clean
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Positiv (52):
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Schonungslos ehrlich, authentisch, spannend.

Kritisch (4):
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Zu oberflächlich, ohne emotionalen Zugang zur Protagonistin. Hatte mir mehr erhofft.

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Inhaltsangabe zu "Clean"

Lexi ist reich, cool, ein It-Girl – und heroinsüchtig. Nach einer Überdosis landet sie in der Clarity-Klinik. Ihr Entzug ist hart, die Therapie schier unerträglich, vor allem die Treffen mit den „Mitinsassen“: Aufputschmittel-Junkie Saif, Trans-Mädchen Kendall, Guy mit der Zwangsneurose, Bulimikerin Ruby, Ex-Kinderstar Brady. Doch ausgerechnet diese fünf werden zu echten Freunden. Und Brady vielleicht mehr. Lexi öffnet sich vorsichtig, beginnt ihr zerstörerisches Leben zu hinterfragen. Aber ist ein anderer Weg überhaupt möglich?
--- Ein Buch, das unter die Haut geht: scharfsinnig, scharfzüngig und schmerzlich realistisch! ---

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783551583826
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Carlsen
Erscheinungsdatum:28.06.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Nati89s avatar
    Nati89vor 6 Tagen
    Clean

    Meine Meinung zu dem buch:


    Ich finde das Thema in dem Buch sehr empfehlend und auch gut umgesetzt, ich könnte mich so halb in lexi versetzen. 
    Die Schrift gut lesbar und schnell zu lesen bin manchmal nur so durch die Seiten geflogen,die Charaktere würden auch gut umgesetzt, die Geschichte gut umgesetzt find es auch wichtig das Thema. 

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    Nicole_Jaguschs avatar
    Nicole_Jaguschvor 20 Tagen
    Wird mir noch lange im Kopf bleiben!!!

    Hab das Buch von Netgalley erhalten!!!


    Noch ein Buch diesen Monat, das eindeutig zu meinen Lieblingsbüchern gehören wird, für diesen Monat, dieses Jahr und wahrscheinlich für noch eine viel längere Zeit. Die Charaktere sind mir richtig sehr ans Herz gewachsen, die Geschichte hat mich so sehr bewegt. Alles an diesem Buch wird mir noch lange im Kopf bleiben.

    Inhalt: Lexi ist reich, cool, ein It-Girl – und heroinsüchtig. Nach einer Überdosis landet sie in der Clarity-Klinik. Ihr Entzug ist hart, die Therapie schier unerträglich, vor allem die Treffen mit den „Mitinsassen“: Aufputschmittel-Junkie Saif, Trans-Mädchen Kendall, Guy mit der Zwangsneurose, Bulimikerin Ruby, Ex-Kinderstar Brady. Doch ausgerechnet diese fünf werden zu echten Freunden. Und Brady vielleicht mehr. Lexi öffnet sich vorsichtig, beginnt ihr zerstörerisches Leben zu hinterfragen. Aber ist ein anderer Weg überhaupt möglich?


    Gleich von Anfang an mochte ich total den Schreibstil und vor allem auch den Humor in dem Buch. Es hat einfach alles total super gepasst. Abgesehen von den unheimlich langen Kapiteln, ich bin da einfach kein Fan von, obwohl ich es in dem Buch sehr gut verstehen konnte. Trotzdem machen es mir lange Kapitel unheimlich schwer durch ein Buch zu kommen.

    Ich mochte die Charaktere so wahnsinnig gerne.
    Lexi unser Hauptcharakter. Sie ist eine absolute Katastrophe und zum Anfang des Buches ein total gemeines und sarkastisches Miststück. Doch ich hab sie gleich ins Herz geschlossen. Sie war vielschichtig und ihre ganze Entwicklung durch das Buch hindurch, war einfach schön anzusehen.
    Ich mochte auch die anderen Charaktere, ganz besonders hab ich Kendall und Ruby ins Herz geschlossen. Und ich mochte die Freundschaft zwischen den Dreien richtig sehr. Im Allgemeinen mochte ich die ganze Dynamik in der Gruppe und dass die Freundschaften auch nach der Klinik weiter gingen.

    Ich mochte total wie die Rückblicke eingebracht worden von Lexi bevor sie in die Klinik kam. Und ich bin froh, dass sie nach der Klinik (beim zweiten Anlauf) die richtigen Entscheidungen getroffen hat und einige Dinge in ihrem Leben geändert hat. Ich war am Ende des Buches einfach unheimlich stolz auf sie, wie weit sie gekommen ist.

    Ich kann das Buch nur empfehlen!!!

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    Kendalls avatar
    Kendallvor einem Monat
    Kurzmeinung: Recht oberflächlich, aber ich finde es ist trotzdem ein gelungenes Buch zum Thema Abhängigkeit, Einsicht und Willensstärke.
    Packend, aber mit zu wenig Tiefgang

    Lexi Volkov hat alles: Geld, Freunde und ein Leben in reinem Luxus.
    Doch eins prägt sie besonders: ihre Heroinabhängigkeit.
    Als ihr Bruder sie schließlich mit einer Überdosis in eine Entzugsklinik bringt, beginnt das It-Girl über ihr ausschweifendes Leben nachzudenken, schließt neue Freundschaften und kommt dem schönen Brady näher.

    Mir gefällt das Cover sehr gut. Es ist mal etwas anderes, ausgefallen und modern. Es eignet sich allerdings weniger für Fotos, da es schnell vor den Augen verschwimmt.

    Es ist kein großes Geheimnis, dass mich das Thema Abhängigkeit und Drogen seit dem Schicksal von Christiane F. interessieren – da musste ich dieses Buch natürlich lesen.
    Und ehrlicherweise konnte ich es auch schwer wieder aus der Hand legen.
    Ich war oft hin und hergerissen, wusste nicht immer, was ich fühlen sollte.
    Einerseits mochte ich alle Charaktere, weil sie alle so zerbrechlich gewirkt haben, als müsste man sie einfach bei der Hand nehmen und ihnen den richtigen Weg zeigen.
    Andererseits war ich oft wütend. Wütend über die Ignoranz, wütend über die Willensschwäche und Wütend über die Uneinsichtigkeit.
    Ich weiß, dass Wut vielleicht nicht die Richtige Emotion hierfür ist, weil es sich bei Abhängigkeit um eine Krankheit handelt und trotzdem konnte ich diese Wut nicht unterdrücken.
    Die Charaktere waren gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie liebenswert.
    Brady gefällt mir am besten. Er ist ruhig und besonnen und hat trotzdem irgendwo seine Bad Boy Seiten.
    Auch der Verlauf der Geschichte gefällt mir gut – genau die richtige Mischung aus Ups und Downs. Das Ende ist mir ein wenig zu sehr Happy End im Vergleich zum Rest.
    Allerdings gebe ich hier vielen Rezensionen, die ich bisher gelesen habe, recht: die Geschichte ist für dieses düstere und schwere Thema viel zu oberflächlich. Dinge werden einfach abgehakt, ohne das eigentliche Problem dahinter zu hinterfragen.
    Ein so delikates und schwieriges Thema braucht aber mehr Tiefgang, um besser zu wirken.
    Leider hat mir der Schreibstil weniger gefallen. Ich finde es ganz schlimm, wenn ein Autor zwanghaft versucht Jugendsprache einzubauen und es dann einfach damit endet, dass jedes zweite Wort „Fotze“ ist – kaum jemand redet so, schon gar nicht die breite Masse.

    Fazit: Ein interessantes Buch über Abhängigkeit und Willensstärke mit gelungenen Charakteren und einer packenden Story. Leider fehlt hierbei der Tiefgang, der bei dieser Thematik so dringend nötig ist.


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    jaymixtapes avatar
    jaymixtapevor einem Monat
    Authentisch, aber mit kleinen Schwächen

    Meine Meinung

    Cover

    Das Cover finde ich ziemlich cool gemacht. Auch wenn ich es sonst seltsam finde, wenn man nur Gesichter sieht, wirkt es hier ziemlich gut. Schließlich geht es genau um diese jungen Menschen.

    Handlung

    Ich war sehr gespannt. Schon als ich das Cover und den Klappentext das erste Mal gesehen habe, wollte ich dieses Buch haben. Es war sehr ärgerlich, dass ich dann noch so lange auf das Erscheinen warten musste.

    Die Ernüchterung kam, als es dann bei mir eingezogen ist und ich zu lesen begonnen habe. Es fiel mir echt schwer, in die Geschichte hereinzukommen, was hauptsächlich an dem Schreibstil lag.

    Die Aufteilung der Kapitel war interessant, da sie mit den zehn Schritten des Therapieprogramms zusammenhingen und sich auch der Inhalt daran orientierte. Dadurch waren sie jedoch sehr lang, was es mir auch erschwert hat, am Ball zu bleiben. Glücklicherweise gab es noch Unterteilungen im Kapitel. Das waren nun erst einmal zwei Kritikpunkte. Jetzt kommen wir zum Positiven, denn insgesamt konnte ich mit der Geschichte doch etwas anfangen. Sie wird als scharfsinnig, scharfzüngig und schmerzlich realistisch bezeichnet. An vielen Stellen finde ich diesen Realismus tatsächlich wieder. Die Gedankengänge der abhängigen Lexi finde ich sehr realistisch. Die übrigen Patienten finde ich sehr stereotyp dargestellt, aber das hat auch etwas.

    Die Geschichte hat nicht viel Spannung. Dennoch ist es interessant, zu verfolgen wie Lexi sich dem Kampf gegen ihre Abhängigkeit stellt. Die Liebesgeschichte empfand ich nicht unbedingt als notwendig, aber sie war ein schöner Nebenplot. Wie sinnvoll eine Beziehung zwischen zwei Patienten jedoch ist, ist nicht immer klar.

    Die Darstellung der Klinik fand ich seltsam, aber ich habe auch nur deutsche Suchtkliniken im Vergleich. Ich frage mich, ob es unbedingt notwendig gewesen ist, aus den Charakteren die Oberschicht zu machen.

    Charaktere

    Lexi war nicht unbedingt sympathisch zu Beginn, aber ihre Entwicklung ist beachtlich. Natürlich gibt es Rückschritte und an manchen Punkten hätte ich sie am liebsten geschüttelt, aber im Gesamten kam ich gut mit ihr klar. Die Charakterzusammenstellung hat mir gut gefallen. Die Mischung hat gestimmt.

    Schreibstil

    Hiermit hatte ich, wie erwähnt, meine Probleme. Irgendwie hat er es mir erschwert, in die Geschichte zu kommen. Er ist sehr abgehackt, nicht sehr flüssig. Außerdem kam ich mit dem „scharfzüngigen“ Aspekt nicht so klar. Ich bin nicht so der Fan davon, dass mit Schimpfwörtern und vulgären Begriffen um sich geworfen wird.

    Mein Fazit:

    „Clean“ war für mich ein interessanter Roman mit einigen Stärken, aber auch einigen Schwächen. Nachdem ich mich endlich an die Schreibweise gewöhnt habe, hatte ich das Buch sehr schnell gelesen, denn die Thematik gefiel mir sehr gut.

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    DrunkenCherrys avatar
    DrunkenCherryvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Zu oberflächlich, ohne emotionalen Zugang zur Protagonistin. Hatte mir mehr erhofft.
    Ohne emotionalen Zugang zur Protagonistin

    Die Kombination aus Klappentext und Cover hatten mich magisch zu "Clean" hingezogen. Es war nicht mein erstes Buch von Juno Dawson und ich war bereit, mich auf eine Achterbahn aus Gefühlen zu begeben.
    Doch leider hat mir die Autorin kaum Zugang zu Protagonistin Lexi gewährt. Der Schreibstil ist salopp und an einigen Stellen vulgär. Das war aber okay, passt es doch zu einer siebzehnjährigen, die gerne über die Stränge schlägt.
    Die Geschichte selbst bleibt leider sehr oberflächlich. Nach körperlichem Entzug, der recht bildlich beschrieben wird, kam mir der Kampf mit der Sucht  nicht authentisch vor.
    Auch die anderen Patienten in der Klinik werden kaum näher unter die Lupe genommen und ich tat mich schwer damit, mich mitreißen zu lassen. Der Klinikalltag ist fast schon langweilig, mal abgesehen von einigen wenigen Höhepunkten. Da hätte man viel mehr draus machen können.
    Auch die Liebesgeschichte in diesem Buch konnte mich nicht überzeugen, fehlte es wie bei allem einfach an Gefühl.
    Dieses Buch zeigt mir wieder, dass eine gute Idee noch lange kein gutes Buch bedeutet.

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    _zeilenspringerin_s avatar
    _zeilenspringerin_vor 2 Monaten
    Ein langer Weg

    Lexi ist am absoluten Tiefpunkt ihres Lebens angekommen. Ihr älterer Bruder konnte ihre Eskapaden nicht mehr ertragen und hat sie kurzerhand in ein Therapiezentrum gesteckt, in dem sie von ihrer Drogensucht geheilt werden soll. Doch Lexi ist der Meinung, sie habe gar kein Problem und will die paar Wochen Therapie einfach nur schnell hinter sich bringen und danach in ihr altes Leben zurückkehren...

    Direkt zu Beginn merkt man, dass dieses Buch das Thema Drogen auf gar keinen Fall weich gespült anpackt. Die Geschichte ist rau und ehrlich und beinhaltet definitiv auch Szenen, bei denen man schlucken muss. Von Anfang an war ich gepackt und wollte wissen, wie es dazu kam, dass Lexi so sehr abgerutscht ist, denn recht früh schon bekommt man den Verdacht, dass es hierfür tatsächlich einen Grund gibt. Doch auch auf die Geschichten der anderen Therapiepatienten Brady, Kendall, Ruby, Guy, Saif und Sasha war ich direkt neugierig. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen und dennoch versuchen sie füreinander da zu sein. Mir hat es wirklich gut gefallen, wie der Zusammenhalt der Gruppe sich aufgebaut und entwickelt hat.

    Insgesamt ist die Geschichte ein Auf und Ab und wirkt dadurch auf mich sehr realistisch. Dennoch bin ich der Meinung, dass das Buch das Thema Drogen, Abhängigkeit etc. immer noch vereinfacht darstellt. Aber man sollte hier immer im Hinterkopf behalten, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt. Und mit Berücksichtigung der Zielgruppe, zeigt "Clean" in meinen Augen sehr gut die Problematik und Dramatik der Thematik auf. Besonders gefallen hat mir auch, dass das Buch eben nicht nur schwarz oder weiß ist, sondern auch Grauzonen anspricht.
    Ich brauchte etwas Zeit um mit Lexi warm zu werden. Sie ist verwöhnt, frech, uneinsichtig und etwas arrogant. Doch man merkt schnell, dass sie auch sehr intelligent und hilfsbereit ist und sie durchaus vernünftig sein kann. Im gesamten Buch macht sie eine tolle, authentische Entwicklung durch und fand es interessant besonders ihre psychologische Entwicklung mitzuverfolgen.

    Der Schreibstil ist direkt, nicht beschönigend und frech. Erzählt wird aus der Sicht von Lexi, wodurch der Ton sehr rau und auch mal beleidigend aber auch sarkastisch ist. Irgendwie gab es dennoch auch eine Prise Humor, die ich auch nicht als unpassend empfand.

    "Clean" gibt einen ungeschönten Einblick in verschiedene Sucht- und psychologische Erkrankungen, der zeigt, dass weder Geschlecht, Status, noch sonst etwas einen davor schützen, in ein tiefes Loch zu fallen. Man trifft seine Entscheidungen selbst. Doch es wird auch gezeigt, dass jeder eine zweite Chance verdient und dass man eine solche auf jeden Fall nutzen sollte.

    Fazit:
    Mir hat dieses ehrliche und aufklärende Buch wirklich gut gefallen. Nichts wird beschönigt und dennoch kann man ganz viel aus dieser realitätsnahen Geschichte mitnehmen.

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    Lovely_Lilas avatar
    Lovely_Lilavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Schonungslos ehrlich, aber leider voller frauenfeindlicher Ausdrücke & Slut Shaming! Für mich leider eine Enttäuschung!
    Schonungslos ehrlich, aber leider voller frauenfeindlicher Ausdrücke & Slut Shaming

    * Spoilerfreie Rezension! *

    ~ „Clean“ von Juno Dawson war für mich leider eine Enttäuschung. Ich fand die arrogante, lästernde, gewollt coole Protagonistin unerträglich und mochte den umgangssprachlichen Schreibstil nicht. Obwohl die Autorin sich eigentlich sehr bemüht hat, konnte mich die Geschichte nicht richtig fesseln, und trotz mancher unerwarteten Wendung habe ich mich teilweise echt durchgequält. Schön fand ich, dass die Autorin so offen, ehrlich und schonungslos mit den Themen Sucht, psychische Krankheiten und Sexualität umgeht und dass sie gegen Vorurteile und Stigmatisierung anschreibt. Auch wenn ich manches zu beschönigend und verharmlosend, manches zu oberflächlich fand, wird das wichtige Thema über weite Strecken dennoch angemessen behandelt. Die Nebenfiguren haben mir gut gefallen, auch wenn ich hier gerne noch (viel) mehr über sie erfahren hätte. Mein größter Kritikpunkt, der mir auch den Lesespaß absolut vermiest hat, ist die Tatsache, dass in diesem Jugendbuch mit frauenfeindlichen Ausdrücken wie Fo***, Schla****, Miststück etc. munter um sich geworfen wird (mehr dazu beim Unterpunkt „Feministischer Blickwinkel“). Ich habe noch nie ein Jugendbuch gesehen, in dem so unsensibel mit dem Thema „sexistische/frauenfeindliche Sprache“ umgegangen wurde. Medien (auch Bücher) beeinflussen unser Unterbewusstsein und solch eine unreflektierte Verwendung dieser Wörter von einer angeblich „coolen“ Heldin wird auf die Zielgruppe Auswirkungen haben. Sexismus wird gefördert, und das wiederum fördert Gewalt an Frauen und Ungerechtigkeiten. Wollen wir wirklich, dass auch unsere Töchter noch in solch einer ungerechten Welt leben? Nein? Dann müssen wir bei den Kindern und Jugendlichen von heute ansetzen und aufhören, Slut Shaming und frauenfeindliche Sprache in (Jugend)Büchern als akzeptabel, lustig oder sogar cool darzustellen. ~

    Inhalt


    Lexi ist reich, ein It-Girl, hat eigentlich alles, wovon Teenager träumen. Doch den Versuchungen, die auf den Partys der Reichen und Schönen lauern, kann sie immer schlechter widerstehen. Immer mehr verliert sie sich in einem Strudel aus verschiedenen Drogen und Alkohol. Lexis Bruder reicht es irgendwann. So landet Lexi zum ersten Mal in ihrem Leben in einer Entzugsklinik. Sie sträubt sich mit voller Kraft gegen die Einweisung. Denn: Was soll das eigentlich? Lexi ist doch nicht süchtig, sie hat doch nicht die Kontrolle verloren! Oder?

    Übersicht


    Einzelband oder Reihe: Einzelband
    Verlag: Carlsen
    Seitenzahl: 400
    Erzählweise: Ich-Erzähler, Präsens & Präteritum
    Perspektive: hauptsächlich aus weiblicher Perspektive, selten auch aus männlicher
    Kapitellänge: mittel bis kurz
    Tiere im Buch: + Es werden keine Tiere verletzt oder getötet, im Gegenteil, die im Buch vorkommenden Pferde werden sehr liebevoll behandelt.

    Warum dieses Buch?

    Der Klappentext klang nach einem ungewöhnlich und interessant. Da ich als angehende Lehrerin immer auf der Suche nach Jugendliteratur bin, die auch ernste Themen angemessen behandelt, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.

    Meine Meinung

    Einstieg (+)

    Der Einstieg ist mir sehr leicht gelungen. Die Geschichte beginnt mit Lexis Einweisung, in Rückblenden erfahren wir später erst, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Durch diesen direkten Einstieg kommt keine Langeweile auf, zumal Lexis körperlicher und geistiger Zustand echt schockiert.

    „Die Nacht zurückspulen. Das Letzte, was ich vor mir sehe, ist das Hotel. […]
    Genau. Die blaue Chaiselongue. Eine Nadel.
    Scheiße.
    Fühlt sich so eine Überdosis an?“ E-Book, Position 29

    Schreibstil (+/-)

    Prinzipiell ist der Schreibstil flüssig und schnell lesbar. Er ist anschaulich, enthält ein paar Teenager-Weisheiten und vermittelt Gefühle gut. Oft besteht er aus Halbsätzen und Ellipsen, was Jugendlichen sicher gefallen wird. Eines hat mich allerdings am Schreibstil sehr gestört: Die extreme Umgangssprachlichkeit gepaart mit unzähligen Schimpfwörtern (dazu später mehr), einigen Wiederholungen und einer künstlich wirkenden Coolness. Ich kann es nur schwer ertragen, wenn eine Autorin oder ein Autor sich zu sehr bemühen, ihre Protagonistin rebellisch und cool wirken zu lassen. In diesem Buch wirkte das auf mich stellenweise sehr aufgesetzt und es hat mich ehrlicherweise sehr genervt.

    „Mich juckt es überall. Ameisen graben einen Tunnel unter meiner Haut.“ E-Book, Position 216

    Inhalt, Themen, Botschaften & Ende (+/-)

    Man merkt, dass die Autorin recherchiert hat. Für ein Jugendbuch sind die Beschreibungen von Selbstverletzung, Entzug, Süchten und Sexualität (Selbstbefriedigung von Mädchen wird ebenfalls erwähnt, was mit Sicherheit fortschrittlich ist) erstaunlich schonungslos und tabulos. Ich denke, diese Ehrlichkeit wird dem Zielpublikum gefallen und die Behandlung dieser oft in Jugendbüchern verbotenen, verpönten oder ausgeklammerten Themen wird Faszination und Interesse auslösen. So scheut sich die Autorin keinesfalls zu beschreiben, wie die Protagonistin in den ersten Tagen ihres Entzuges in ihr Bett macht, wie sie sich übergibt und leidet. Dabei werden Schmerzen und Gefühle sehr anschaulich und teilweise mit gelungenen Metaphern beschrieben. Besonders schön und lobenswert finde ich, dass sich die Autorin bemüht, gegen Vorurteile psychisch Kranken gegenüber zu kämpfen und zu zeigen, wie es heutzutage in psychiatrischen Kliniken wirklich gutgeht. Das finde ich besonders in Zeiten, in denen das „verlassene Irrenhaus“ gerne als Schauplatz für Horrorfilme etc. dient (und das ist in Ordnung, solange man weiß, dass heutige Kliniken nichts mehr mit den düsteren, trostlosen Orten aus der Vergangenheit zu tun haben) besonders wichtig. Am Ende des Buches sind Adressen angeführt, an die man sich wenden kann, wenn man Hilfe benötigt – das finde ich sehr wichtig, falls einige Menschen durch den Inhalt des Buches eventuell getriggert werden.

    Dennoch finde ich trotz allem, dass manches unlogisch war (z. B. dass die Jugendlichen so oft unbeaufsichtigt waren), dass die Autorin manche Dinge beschönigt oder sogar verharmlost. In einer Rezension wurde das Buch als „Gossip Girl auf Entzug“ beschrieben. Dem kann ich nur zustimmen. Der Schauplatz, die hochmoderne Clarity-Klinik für die Reichen und Schönen, ist paradiesisch und strotzt nur so vor Luxus – ein idyllischer Ort, der den meisten (Sucht)Kranken verwehrt bleiben wird. Zudem hatte ich immer wieder das Gefühl, dass manche Drogen verharmlost werden – und ich rede hier nicht von Cannabis, sondern von Kokain. Ständig wird von den Figuren von „nur ein Näschen Koks“, „es scheien lassen“ etc. geredet. Es gibt hierbei nicht nur Euphemismen für den Konsum, sondern die durchaus gefährliche Droge Kokain wird teilweise auch als harmlos und als „Einstiegsdroge“ dargestellt. Meiner Meinung nach ist das sehr problematisch. Lexis Einsicht kommt zudem recht spät und wird meiner Meinung nach nicht ausführlich genug abgehandelt.

    Juno Dawson beschäftigt sich mit Themen wie Sucht, Einsamkeit, Schuldgefühle, Ängste, Selbstverletzung, Essstörungen, Transsexualität und Verantwortung. Im Mittelpunkt stehen auch immer wieder die Probleme, mit denen Betroffene im Alltag konfrontiert sind. Generell hätte ich mir stellenweise mehr Tiefe gewünscht. Obwohl es hier sehr viele gute Ansätze gibt, konnte mich das Buch emotional nicht wirklich mitreißen, ich hätte mir einen genaueren Einblick in Lexis Gefühle und Gedanken und auch mehr Einblick in die Welt ihrer MitpatientInnen gewünscht. Das Ende hat mich zwar nicht vom Hocker gerissen (weil in gewisser Weise zu positiv), aber manche Enthüllungen fand ich durchaus gelungen (z. B. die Kurzgeschichte).

    Protagonistin (-)

    Mit Lexi konnte ich mich leider überhaupt nicht anfreunden. Ich fand sie auch nach ihrem Entzug noch oft oberflächlich, arrogant, unhöflich und vor allem respektlos und beleidigend anderen gegenüber. Ihre Lästereien waren für mich kaum zu ertragen, vor allem wenn sie sich auf Äußerlichkeiten und das Gewicht mancher anderer Personen bezogen. Ich dachte mir dann immer: Kümmere dich lieber einmal um deine eigenen zahlreichen Probleme, bevor du die über andere lustig machst! Ich fand Lexi auch oft zu gewollt cool, rebellisch und gemein, zudem stimme ich jener Person zu, die geschrieben hat, dass Lexis Charakter zu 80% aus ihrer Sucht besteht. Meiner Meinung nach hat Lexi eigentlich keine richtige Persönlichkeit, sie konnte mich nicht berühren. Lexis Verwandlung, die „Läuterung der Sünderin“, fand ich stellenweise etwas klischeehaft.

    Nebenfiguren, Beziehungen & Liebe (+/-)

    Die Nebenfiguren haben mir hier schon viel besser gefallen, auch wenn man meiner Meinung nach zu wenig über sie erfährt und sie daher zu oberflächlich bleiben. Dennoch gab es hier viele gute Ansätze, sie hatten eigene Persönlichkeiten und waren teilweise sehr sympathisch. Die Szenen, in denen alle zusammen waren und Spaß hatten, haben mir sehr gefallen und haben mir oft ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Besonders gerne mochte ich Dr. Goldstein, Guy und Kendall. Natürlich habe ich mich gefragt, ob auch bei solch einer Geschichte unbedingt eine Lovestory dabei sein muss, aber ich bin hier (trotz der Prise Insta-Love) nicht so kritisch wie meine MitleserInnen und finde, dass die Liebesgeschichte durchaus gelungen geschrieben wurde.

    Spannung & Atmosphäre (-)

    Leider konnte mich diese Geschichte, die viele verschiedene Stimmungen von fröhlich über lustig, traurig, wütend bis hin zu verzweifelt abdeckt, über weite Strecken nicht packen. Immer wenn ich dachte, jetzt bin ich ganz in die Geschichte eingetaucht, ab jetzt wird es besser, kam erneut ein Spannungseinbruch. Woran es genau lag, dass ich mich wirklich zwingen musste, weiterzulesen, kann ich nicht ganz festmachen. Einerseits gibt es zwar nur wenig Handlung, andererseits bemüht sich die Autorin sehr, es trotzdem spannend zu machen. Bei mir hat das trotz manch sehr unerwarteter Wendung leider nicht funktioniert – und ich war froh, als das Buch vorbei war.

    Feministischer Blickwinkel (-!)

    Nun komme ich zu meinem größtem Kritikpunkt, einem Punkt, der dazu führt, dass ich dieses Buch von mir nur 2 Sterne und keine Leseempfehlung (zumindest an Jugendliche) erhalten wird: Das Slutshaming in diesem Buch ist nicht zu ertragen und absolut unverantwortlich. Gerade wenn eine „coole“ Hauptfigur wie Lexi solche Ausdrücke ohne jede Reflexion verwendet, wird das auf das Zielpublikum Auswirkungen haben. Wenn Lexi schon mit Schimpfwörtern um sich schmeißt (was in Ordnung ist, wenn man zeigen will, dass sie ein rebellischer Teenager ist), dann doch bitte nicht mit den frauenfeindlichsten Ausdrücken, die es überhaupt gibt. Auf gefühlt jeder dritten Seite werden Mädchen und Frauen munter als Tussis, Schlam***, Miststücke und sogar (!) Fo**** bezeichnet! Hallo? Gleichstellungsauftrag im Jugendbuch? Ist der Autorin klar, wie stark Medien (auch Bücher) uns unterbewusst beeinflussen? Solche Worte sind nicht in Ordnung, weil auch sie Sexismus und die Benachteiligung der Frau am Leben erhalten. Und das führt wiederum beispielsweise zu mehr Gewalt an Frauen. Dass Lexi teilweise auch Männer mit diesen Worten beschimpft (hauptsächlich jedoch schon Frauen), macht es nicht wirklich besser. Nur zur Verdeutlichung einige dieser Momente im Buch, bei denen ich nur dachte, ich lese nicht richtig (Jugendbuch?!):

    „‘Jetzt sei keine Fo***! Ich sitze hier doch bloß ganz friedlich, blöde Pu***.‘“ E-Book, Position 2433

    „‘Ruby, ich entschuldige mich, dass ich so ein Miststück war. Eine richtige Fo*** war ich.‘“ E-Book, 2046

    „Himmel, wir liefen aber auch echter immer rum wie die Schla**** vom Dienst, damals.“ E-Book, Position 2490

    Gespräch zwischen Geschwistern:

    „Ich gucke zu ihm hoch und wische ihm eine Träne aus dem Gesicht. ‚Dann heul doch nicht, Riesenpu***.‘ Ich grinse und er drückt mich noch fester.
    ‚Oh, ich hab dich vermisst, Fo***.‘" E-Book, Position 1994

    (Die ganz schlimmen Wörter wurden zensiert, damit meine Rezension nicht gesperrt wird.) So schlimm habe ich eine derartige Unsensibilität für sexistische Sprache noch nie in einem Jugendbuch erlebt. Deshalb werde ich mich auch davor hüten, es dem Zielpublikum zu empfehlen. Dass die Autorin ansonsten Frauen auch teilweise als stark, mutig und unabhängig präsentiert, dass auch Jungen weinen dürfen (mit Rotz und allem), hat mir gefallen. Es soll hier natürlich auch gelobt werden.

    Mein Fazit

    „Clean“ von Juno Dawson war für mich leider eine Enttäuschung. Ich fand die arrogante, lästernde, gewollt coole Protagonistin unerträglich und mochte den umgangssprachlichen Schreibstil nicht. Obwohl die Autorin sich eigentlich sehr bemüht hat, konnte mich die Geschichte nicht richtig fesseln, und trotz mancher unerwarteten Wendung habe ich mich teilweise echt durchgequält. Schön fand ich, dass die Autorin so offen, ehrlich und schonungslos mit den Themen Sucht, psychische Krankheiten und Sexualität umgeht und dass sie gegen Vorurteile und Stigmatisierung anschreibt. Auch wenn ich manches zu beschönigend und verharmlosend, manches zu oberflächlich fand, wird das wichtige Thema über weite Strecken dennoch angemessen behandelt. Die Nebenfiguren haben mir gut gefallen, auch wenn ich hier gerne noch (viel) mehr über sie erfahren hätte. Mein größter Kritikpunkt, der mir auch den Lesespaß absolut vermiest hat, ist die Tatsache, dass in diesem Jugendbuch mit frauenfeindlichen Ausdrücken wie Fo***, Schla****, Miststück etc. munter um sich geworfen wird (mehr dazu beim Unterpunkt „Feministischer Blickwinkel“). Ich habe noch nie ein Jugendbuch gesehen, in dem so unsensibel mit dem Thema „sexistische/frauenfeindliche Sprache“ umgegangen wurde. Medien (auch Bücher) beeinflussen unser Unterbewusstsein und solch eine unreflektierte Verwendung dieser Wörter von einer angeblich „coolen“ Heldin wird auf die Zielgruppe Auswirkungen haben. Sexismus wird gefördert, und das wiederum fördert Gewalt an Frauen und Ungerechtigkeiten. Wollen wir wirklich, dass auch unsere Töchter noch in solch einer ungerechten Welt leben? Nein? Dann müssen wir bei den Kindern und Jugendlichen von heute ansetzen und aufhören, Slut Shaming und frauenfeindliche Sprache in (Jugend)Büchern als akzeptabel, lustig oder sogar cool darzustellen.

    Leseempfehlung: Ich kann das Buch leider nicht weiterempfehlen, besonders nicht Jugendlichen. Ich bin mir sicher, dass es noch andere Lektüre zum Thema gibt, die von frauenfeindlichen Ausdrücken absieht.

    Bewertung

    Idee, Themen, Botschaft: 3 Sterne
    Worldbuilding: 4 Sterne
    Ausführung: 2 Sterne
    Einstieg: 5 Sterne
    Schreibstil: 3 Sterne
    Protagonistin: 2 Sterne
    Nebenfiguren: 3,5 Sterne
    Atmosphäre: 2 Sterne
    Spannung: 2 Sterne
    Ende: 3 Sterne
    Emotionale Involviertheit: 2,5 Sterne
    Liebesgeschichte: 3 Sterne
    Feministischer Blickwinkel: -!

    Insgesamt:

    ❀❀ Lilien

    Dieses Buch bekommt von mir 2 enttäuschte Lilien!

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    Ruby-Celtics avatar
    Ruby-Celticvor 2 Monaten
    Ein Buch mit einer sehr wichtigen Message

    Die Schreibweise der Autorin ist offen, direkt und schonungslos. Sie gibt uns einen kleinen Einblick in die Sucht und zeigt auf, dass es gar nicht so einfach ist damit auch wirklich zurecht zu kommen.

    Lexi ist unsere Hauptprotagonistin, welche ein Leben voller Saus und Braus leben kann. Als Hotelerbin hat sie niemals Geldprobleme. Schnell erkennt man als Leser, dass sie ihr „Leben“ allerdings nicht mehr im Griff hat und dadurch arge Probleme bekommt. Sie ist eigentlich ein lebensfroher, offener wenn momentan auch sehr gereizter Mensch. Ihr Bruder reist sie aus ihrer Welt und es beginnt für sie eine Zeit des Suchens, des Verlustes und des Erkennens.

    Die Geschichte um Lexi, ihre Sucht und die potenzielle Hilfe in der Entzugsklinik ist insgesamt wirklich gut ausgeformt und zeigt dem Leser auf, wie die Welt eines Süchtigen aussehen kann. Wir erleben hier die verschiedensten Suchtvarianten, ganz egal ob Droge, Bulimie oder Alkoholkonsum. Wir erleben mit Lexi gemeinsam die vereinzelten Stadien, den Kampf gegen sich selber und findet jedoch recht fix heraus dass das alles gar nicht so einfach ist.

    Die einzelnen weiteren Charaktere haben ebenfalls ein Wesen erhalten, welches dafür sorgt den Leser zum nachdenken anzuregen. Was es doch letztlich alles für Probleme auf der Welt gibt, was man oftmals vielleicht gar nicht als so ernst einstuft und letztlich doch gefährlich für diese Personen werden kann.

    Die Entzugsklinik empfand ich auf der einen Seite als wirklich vielfältig und aufzeigend, sodass man sich doch ein ganz gutes Bild von den einzelnen Situationen machen konnte. Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass es teilweise sehr gradlinig gelaufen ist. Manche Dinge konnte ich nicht so greifen bzw. waren mir etwas zu viel des Guten. Hierbei muss ich allerdings auch sagen, dass es unheimlich schwer ist sich überhaupt in solche Personen/Situatinen hineinzuversetzen.

    Insgesamt hat das Buch zwei Seiten. Einmal die rigorose, dunkle Seite welche von Lexis Leben schonungslos und gerne auch mit derber Aussprache erzählt und die ruhige, nachdenkliche und von Ängsten bzw. Zweifel belegte Seite, welche die Zeit in und nach der Klinik widerspiegelt.

    Hier sieht man sehr schön, dass ein Mensch vieles in sich verbirgt und manches Mal einfach nur wegsperrt. Die Massage dieses Buches, dass man sich selber finden und akzeptieren muss ist jedenfalls wirklich gut umgesetzt worden und auch wenn mich das Ende nicht so ganz überzeugen konnte war und bin ich wirklich überzeugt von der Geschichte. Es ist ein Buch, dass definitiv zum Denken anregen soll und eine Welt aufzeigt, die wir haben aber oftmals so gerne verdrängen.

    Mein Gesamtfazit:

    Mit „Clean“ hat Juno Dawson einen realistischen, schonungslosen und ehrlichen Roman geschrieben, welcher dazu aufrufen will Suchten ernster zu nehmen. Oftmals werden sie abgetan und können dadurch letztlich zu einer Gefahr für das eigene, aber auch für andere Leben werden. Ein Buch, welches wichtig ist und hoffentlich viele Menschen erreicht.

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    Niccitrallafittis avatar
    Niccitrallafittivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Schonungslos ehrlich, authentisch, spannend.
    Schonungslos ehrlich, authentisch, spannend.

    Dieses Mal gibt es die Rezension in Interviewform:

    Welche (spoilerfreie) Szene ist dir am meisten im Kopf geblieben?

    Ich werde vermutlich nicht vergessen, wie Lexi in die Klinik gekommen ist. Ihre Aufnahme dort erinnerte mich an die Aufnahmen der Kids, die notfallmäßig zu uns kommen, nur dass sie (in der Regel, aber mich schockt mittlerweile nichts mehr) nicht unter Drogen stehen und einen Entzug durchmachen müssen. Viel mehr geht es bei uns darum, Eigen- oder Fremdgefährdung zu reduzieren und die Krisensituationen gemeinsam zu bewältigen. Lexi wehrte sich total gegen die Aufnahme, wollte nicht bleiben, beleidigte und bedrohte die Mitarbeiter dort. Sie zeigte sich weder einsichtig, noch kooperativ, und genau das kommt mir sehr bekannt vor. Nach einiger Zeit konnte sie sich dann doch auf die Therapie einlassen und stellte fest, dass es gar nicht so schlimm ist, wie gedacht – was mich ebenfalls an meine Arbeit erinnert.

    Was waren deine ersten Gedanken, als du das Buch beendet hast?

    Ich war auf jeden Fall total beeindruckt aufgrund der unerwarteten Tiefgründigkeit, des metaphorischen, schonungslosen Schreibstiles und der Authentizität, die jeder einzelne Charakter und seine Geschichte mit sich gebracht hat. Die Sprache ist auf jeden Fall sehr derb – wie die Protagonistin Lexi selber zu Beginn. Das Buch ist keinesfalls eine locker leichte Jugendliteratur, denn es behandelt schwierige Themen wie Drogenmissbrauch, Essstörungen und selbstschädigenden Verhaltensweisen.

    Hattest du das Gefühl, dass die Thematik entsprechend ernstzunehmend angegangen wurde?

    Auf jeden Fall! Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass die geschilderten Aspekte oder Situationen verharmlost oder zu humorvoll dargestellt wurden, ganz im Gegenteil. Durch die schonungslos ehrliche Sprache kamen die Themen wahnsinnig authentisch, ernst, eindrucksvoll, teilweise dramatisch und vor allem glaubhaft rüber. Ich konnte mich gut in die Figuren hineinversetzen, allen voran Lexi, und fühlte mit ihnen mit – ob ich wollte, oder nicht.

    Stimmt die Geschichte mit deinen Erwartungen überein?

    Glücklicherweise habe ich so gut wie nie Erwartungen an Filme, Bücher und Serien, somit werde ich auch nur selten davon enttäuscht. Erhofft hatte ich mir jedoch eine jugendliche, berührende Geschichte, die mich thematisch mitreißt. Und genau so war es auch. Clean konnte mich sogar positiv überraschen, da ich nicht mit einer derartigen Wortkunst gerechnet hätte, es gab so viele ausgefallene, großartige Metaphern, dass mir die Post Its beim Lesen ausgegangen sind.

    Wenn du Juno Dawson als Antwort auf dieses Buch einen Brief mit 5 Sätzen schreiben könntest, wie würde er aussehen? (FAZIT)

    Liebe Frau Dawson,
    ich danke Ihnen vielmals für diese eindrucksvolle Geschichte, die mich begeistern konnte. Ich schätze Ihre Recherchearbeit sowie Ihren Einsatz für die LGBTQ-Community. Jetzt bin ich auf jeden Fall sehr gespannt auf Ihre anderen Werke und werde sie sicherlich bald kaufen & lesen. Ich würde mir wirklich wünschen, dass es noch viel mehr solcher Bücher gibt, die den Menschen ein Stück weit die Augen öffnen, die Auseinandersetzung fördern und ihnen derartige Themen näher bringen. Gerade die Authentizität, die Schonungslosigkeit und die bildhaften Vergleiche haben mich beeindruckt.

    Danke an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar.

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    Benni_Cullens avatar
    Benni_Cullenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Gut ausgearbeitete Charaktere, die ans Herz wachsen, gepaart mit einer Geschichte, die Zeit braucht - gemixter Eindruck, aber insgesamt gut.
    Ein gemischtes Gefühl mit emotionaler Tragweite

    Wenn es um ernstere Thematiken in Jugendbücher geht, dann ist man da bei mir genau an der richtigen Adresse. Denn ich liebe es, wenn Geschichten für Jugendliche verfasst werden, die mehr sind, als nur stupide Unterhaltung (nicht, dass ich das nicht auch mal schätzen würde, aber eben nicht ständig und ausnahmslos). Deshalb war ich sofort interessiert, als dieses Buch angekündigt wurde, denn seit Christiane F. und ihrem bewegenden Roman und Film kam da eigentlich nichts mehr so richtig an mich ran ,wenn es um das Thema Drogensucht ging.

    Wir begleiten prinzipiell sechs Jugendliche durch ihren Entzug, den sie irgendwie gemeinsam, aber auch jeder für sich erleben. Hauptsächlich begleiten wir dabei Lexi, die zu Anfang erst in die Klinik eingewiesen wird, die sich auf einer Insel vor England befindet. So lernen wir die Institution kennen und wissen auch schnell, wer unsere anderen Begleiter sind. Saif ist süchtig nach Aufputschmitteln, auch wenn er das nicht weiß. Kendall ist ein Trans-Mädchen, das sich erst in ihrem neuen Körper zurecht finden muss. Ruby dagegen hat eine Essstörung von der sie nicht wegzukommen scheint und Brady wurde früher als Kinderstar gefeiert und ist nun am Boden. Außerdem gibt es da noch eine ganz besondere Patientin, die erst später in die Handlung miteinsteigt. Ob es die Jugendlichen schaffen werden? Und wird Lexi, die sich eigentlich in der High Society Londons bewegt, wirklich clean?

    Am Anfang muss ich gestehen, dass ich Lexi richtig unsympathisch fand. Sie ist genau das, was man im ersten Moment von einer verwöhnten Göre denkt: Eingebildet, exzentrisch, laut, nichtssagend und total drüber. Sie meint alles besser zu wissen und ist sich eigentlich immer sicher, dass ihr niemand etwas anhaben kann – schließlich hat sie Connections und kommt deshalb überall klar. Doch nach einem desaströsen Abend liefert sie dann ja ihr Bruder ein und schnell stürzt diese Fassade ein. Im Laufe der Geschichte mochte ich dann Lexi immer mehr, weil ich das Gefühl hatte, dass sie zu ihrem wahren Kern findet. Dennoch ist diese Art der Personeneinführung natürlich nicht gerade optimal, denn als Leser möchte man ja gerne den Hauptcharakter zumindest ein wenig mögen. Das fehlte mir erstmal komplett, weshalb es zu einem holprigen Start kam.

    Dazu trug auch bei, dass die Geschichte nicht so richtig in Fahrt kommen wollte. Ja, wir begleiten Lexi hier auf einem Entzug und natürlich musste man das – besonders zu Beginn – intensiv darstellen, allerdings fehlte mir im Anschluss einfach die Handlung. Vielmehr waren die Geschichten nach der ersten Phase des Entzugs sehr redundant. Es ging viel um Lexis Gedanken, die sich immer wieder wiederholten und sich in einem Unwohlsein und sich nicht sicher fühlen zusammenfassen lassen. Bis es dann wirklich spannend wurde, weil der Plot so richtig startete, das dauerte mindestens weitere 100 Seiten. Schade, denn mich muss eine Geschichte nicht nur thematisch packen, weil ich sie interessant finde, sondern auch mit dem Plot begeistern. Das schaffte die Story auf den ersten Seiten leider nicht

    Dann aber änderte sich etwas. Denn wie bereits gesagt, mochte ich Lexi immer mehr und konnte mich auch in die anderen Figuren hineinfühlen. Hinzu kam dann noch der Plot, der an Fahrt aufnahm und plötzlich fühlte ich mich sehr verbunden mit so ziemlich jeder Figur und ihren Geschichten. Auf einmal vergingen die Seiten sehr schnell und ehe ich mich versah, war es plötzlich zu Ende und ich stand mit Tränen in den Augen da – ja, irgendwo konnte mich die Geschichte emotional doch kriegen, was besonders der Entwicklung von Lexi geschuldet sein dürfte. Aber auch Kendall und Ruby haben mich auf ihre Art begeistert und trugen als wirklich toll ausgearbeitete Nebencharaktere zur Geschichte bei. Überhaupt waren die Figuren sehr schön ausgearbeitet und hatten so ihre ganz eigene und sehr individuelle Persönlichkeit. Bei einer solchen Thematik (oder vielmehr solchen Thematiken) ist das nicht nur erwünscht, sondern vielmehr nötig!

    Dabei war der Schreibstil jetzt nichts besonderes, allerdings konnte man alles flüssig lesen und ich hatte nicht das Gefühl, es würde Längen geben oder die Autorin allzu sehr auf Details rumhacken, die von vornherein klar waren. Nun gut, da das Thema ja im Vordergrund steht (bei diesem Titel und der Art des Plots) sind natürlich auch keine literarischen Meisterwerke zu erwarten, weshalb ich au den Stil jetzt nicht allzu großen Wert gelegt habe. Schön fand ich allerdings den Aufbau, denn am Ende kommt ein Twist, den ich sehr gelungen fand und der mich zu Anfang überrascht hätte. Also, wenn ich es am Anfang gewusst hätte. So hatte ich gegen Ende damit gerechnet und fand es toll, dass es tatsächlich so kam. Das versteht jetzt nur jemand, der das Buch schon kennt.

    Insgesamt ist “Clean” für mich ein Buch mit wirklich starken Charakteren und einem Plot, der erstmal etwas Zeit braucht, bis er in die Gänge kommt und vollends überzeugt. Wenn man also bereit ist, die Längen am Anfang zu ertragen, dann wartet auf den Leser eine wirklich gut durchdachte Handlung, die emotionalisiert und Charaktere, die einen ans Herz wachsen – wenn man das denn zulässt. Es war jetzt nicht das Highlight, das ich mir gewünscht hätte, aber es war ein Buch, das mich jetzt noch bewegt und nachdenklich stimmt – obwohl es schon einige Wochen her ist, dass ich die Geschichte gelesen habe. Deshalb gibt es von mir schlussendlich auch 4 Sterne. Anfangs war ich versucht, dem Buch nur 3, 5 Sterne zu geben, aber diese emotionale Verbindung war einfach so stark da, dass ich das nicht übers Herz gebracht habe. Ich denke, dass meine Rezension die Kritikpunkte deutlich macht und man dennoch versteht, warum ich letztendlich 4 Sterne vergebe – hoffe ich zumindest 😀

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    avajungmanns avatar
    avajungmannvor 3 Monaten
    Wow, das klingt so unfassbar gut! Ich muss es unbedingt lesen!
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    _zeilenspringerin_s avatar
    _zeilenspringerin_vor 3 Monaten
    Ich freue mich sehr auf diese Geschichte, die bestimmt die eine oder andere Weisheit bereit hält.
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    Julie209s avatar
    Julie209vor 4 Monaten
    Ich habe schon so viel Gutes von den Vorablesern gehört!
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    Cieenas avatar
    Cieenavor 4 Monaten
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