Junot Díaz

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Rezension zu "[(This Is How You Lose Her)] [ By (author) Junot Diaz ] [September, 2013]" von Junot Díaz

Junot Díaz beweist einfach mal wieder, dass er zum Schreiben geboren wurde
britsbookworldvor 6 Monaten

ICH HABE EUCH NICHT VERGESSEN ;) <3 Es ist zwar jetzt gleich schon 21 Uhr aber den Sonntag beschließen wir trotzdem mit einer Rezension ^^

Ich habe das schöne Buch "This is How You Lose Her" von Junot Díaz beendet und gebe dem Buch 4 von 5 Sterne :)

Auf Deutsch heißt das Buch: "Und so verlierst du sie" und hier haben wir Kurzgeschichten, die jedoch eine Gemeinsamkeit haben: alle beinhalten Yunior, den Protagonisten der Story. Man bekommt so gesehen kleine Auszüge, kleine Geschichten aus verschiedenen Abschnitten, Momenten seines Lebens mit dem Hauptthema - die Liebe <3

Worum es genau geht (ohne Spoiler)

Auf den gerade einmal 226 Seiten lernt man Yunior und seine Familie bzw sein Leben kennen und die Frauen, mit denen er in seinem so zu tun hat. Er selbst ist in der Dominikanischen Republik geboren und kam als kleines Kind nach Amerika, zusammen mit seinem Bruder Rafa und seiner Mutter. Sein Vater, der schon 8 Jahre zuvor in die Staaten ausgewandert war, ein Leben für die Familie aufbauen wollte, holt sie endlich zu sich. Doch das Leben wie er es sich erhofft hatte, ist anders als gedacht....

Yunior wächst auf in einem Land dessen Sprache er nicht spricht. Mit einer Mutter, die vom Vater gesagt bekommt, sie braucht die Sprache erst gar nicht lernen, da dies "Männersache" sei und sie als Frau eh keine Notwenigkeit dazu hat. Mit einem Vater, der die Familie irgendwann einfach verlässt und seine Mutter sich alleine durchkämpfen muss...

Und je älter Yunior wird kommen natürlich auch Mädchen bzw Frauen in sein Leben - er liebt, er wird verlassen, er hat kurze Begegnungen mit ihnen, denkt häufig an Sex, betrügt, belügt und eigentlich will er doch nur die Liebe wirklich finden, um sie festhalten zu können....

Meine Meinung: Junot Díaz ist für mich kein unbekannter Autor und gehört für mich persönlich zu den ganz großen Schriftstellern unserer Zeit. Ich hatte von ihm bereits "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" gelesen und auch in dem Buch "This is How You Lose Her" kommen viele Thematiken wieder auf, die den Autor einfach beschäftigen.

Der Verlust des Vaters, das Leben als Einwanderer in die USA, die Heimat, die Dominikanische Republik, der Verlust und Erhalt der Muttersprache - Klischees über Farbige und Weiße und vieles vieles mehr...

Mir hat das Buch wirklich gefallen. Vor allem mag ich den klaren, ehrlichen Schreibstil von Díaz. Der nichts zurückhält, offen ausspricht was die Figuren denken und dies geschieht häufig auf einer sehr schonungslosen und auch mal vulgären Art und Weise. Sprache ist hier unglaublich wichtig, denn er mischt oftmals die zwei Sprachen mit denen er selbst aufgewachsen ist - Englisch und Spanisch und genau das verleiht dem Roman seine Authentizität :)

4 Sterne, da einige der Geschichten mich packten, andere etwas brauchten um einen Eindruck zu hinterlassen und ich hoffe, dass der Autor sehr bald mal wieder einen neuen Roman schreiben wird. Das Talent zum Schreiben hat er allemal :)

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katzenminzes avatar

Rezension zu "Und so verlierst du sie" von Junot Díaz

Scheitern auf Dominikanisch
katzenminzevor einem Jahr

Scheitern auf Dominikanisch
Nachdem ich vor Jahren „Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao“ gelesen und furchtbar geliebt habe, habe ich es nun endlich geschafft das (meines Wissens) einzige weitere Werk von Junot Diaz zu lesen. In diesem Buch sind einige Kurzgeschichten versammelt, die Diaz über die Jahre im New Yorker veröffentlicht hat. Der rote Faden dieser Geschichten ist, dass sie sich alle um Yunior oder seine Familie drehen. Und natürlich darum, wie man eine Beziehung vollkommen gegen die Wand fährt.


Die Erzählperspektiven fand ich dabei sehr gut gewählt. Denn neben den Titelgebenden scheiternden Beziehungen erfährt man auch viel aus dem Leben Yuniors. Über die Beziehung seiner Eltern zum Beispiel, über ihre Immigration in die USA oder über den Tod seines Bruders. Jede Geschichte gibt einen kurzen Einblick in verschiedene Leben, verschiedene Beziehungen, verschiedene Sorgen. Die Geschichten waren für mich alle „rund“, trotzdem hätte ich jeweils noch seitenlang weiterlesen können. Über Yuniors Mutter zum Beispiel, hätte ich gerne noch mehr erfahren.


Diaz hat eine sehr flapsige, offene, lockere aber auch vulgäre Sprache, die perfekt zu seinen machohaften männlichen Charakteren passt. „Streetwise“, nennt der Klappentext sie. Und das passt.


„Dann siehst du sie an mit einem Lächeln, das dein Heuchlergesicht nie vergessen wird, solange du lebst. Süße, sagst du, Süße, das gehört zu meinem Roman.
Und so verlierst du sie.“

S. 69


Sehr schade fand ich, dass es hier keine Übersetzung der vielen spanischen Wörter und Sätze gab. Nachdem ich „Oscar Wao“ gelesen hatte, konnte ich dank des umfangreichen Glossars spanisch Fluchen. Hier hätte man sich alles selbst „ergoogeln“ müssen. Da ich dazu keinen Nerv hatte und den Lesefluss nicht unterbrechen wollte, ist mir inhaltlich einiges entgangen.


Die Geschichten leben alle von einer Diaz eigenen Mischung aus flapsig und berührend. Sie sind zum Schmunzeln, Kopfschütteln und Mitfühlen gleichermaßen geeignet. Ich fand es toll wie Yunior liebt. Wie sehr und wie viel und wie ehrlich. Und trotzdem versaut er es immer und immer wieder auf ähnlich dämliche Art und Weise.


Insgesamt war es ein schönes Buch, das leider viel zu schnell ausgelesen war. Man muss Diaz Ton mögen aber auch wenn es mal sprachlich zu derb daherkommt, entschädigen die einfühlsamen Passagen über Liebe, Verlust und die Innensicht seiner Charaktere allemal. Ich hoffe sehr, dass Diaz ganz bald noch einen weiteren Roman schreiben wird.

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Ginevras avatar

Rezension zu "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz

Brutalität und Romantik im karibischen Paradies
Ginevravor 2 Jahren

Auf dieses Buch mit dem ungewöhnlichen Titel war ich schon lange gespannt, denn schließlich erhielt es 2008 den Pulitzer-Preis und wird auf dem Umschlag angekündigt als: "Gabriel García Márquez auf Speed" - brilliant erzählt, erschütternd traurig, usw. usf. ... 

Zu Beginn dieser rasanten, tragischen und bissigen Familienchronik lernen wir unseren Helden Oscar kennen, einen echten Nerd auf einer US-amerikanischen High School. Sein Zimmerkollege Yuniór ist total genervt von seinen ständigen Zitaten aus seinen Superhelden-Comics. Oscar schreibt seitenweise Science Fiction und möchte der dominikanische Tolkien werden. Doch zuvor muss er noch eins: seine Unschuld verlieren.

Doch Oscar steht unter einem seltsamen Fluch, dem "fukú", der ihn und seine Ahnen seit Jahrzehnten zu verfolgen scheint. Oder wie sollte man sonst die unbändige Wut seiner Mama Béli, verschwundene Männer und Rückkehrer mit brutalen Verletzungen erklären? Etwa mit der Willkür des Diktators Trujillo, der die Dominikanische Republik von 1930 - 1961 beherrschte? 

Durch Oscars Familie zieht "El Jefe" Trujillo eine blutige Schneise, denn die Offiziere und der Diktator selbst nehmen sich alles, was sie wollen, besonders junge Frauen. Sie zerstören ihre Seelen und damit auch die nachfolgenden Generationen. Doch darüber offen zu sprechen kann auch heute immer noch gefährlich sein. Das muss unser Held am eigenen, unschuldigen Leib erfahren...

Fazit: eine außergewöhnlich erzählte Familienchronik, fesselnd, politisch engagiert, erschütternd und berührend. Mich haben die Ankündigungen jedenfalls nicht enttäuscht, deshalb: 5 von 5 Sternen!

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Junot Díaz wurde am 31. Dezember 1968 in Santo Domingo (Dominikanische Republik) geboren.

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