Junot Díaz

 3,9 Sterne bei 119 Bewertungen

Lebenslauf

Junot Díaz ist der Autor der Storysammlung ›Abtauchen‹ und des Romans ›Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao‹, für den er den Pulitzer-Preis erhielt. 2012 wurde Díaz das MacArthur »Genius« Fellowship verliehen, das amerikanische Bürger mit besonderen Verdiensten großzügig unterstützt. Junot Díaz wurde 1968 in der Dominikanischen Republik geboren und kam als Kind in die USA – genau wie sein Alter Ego Yunior, der Erzähler all seiner Bücher.Literaturpreise:Pulitzer-Preis 2008National Book Critics' Circle Award 2008MacArthur Fellowship 2012 (»Genius Award«, 500.000 Dollar verteilt über 5 Jahre für Amerikaner mit besonderen Verdiensten)

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Junot Díaz

Neue Rezensionen zu Junot Díaz

Cover des Buches Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao (DAISY Edition) (ISBN: 9783866107892)
Jorokas avatar

Rezension zu "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao (DAISY Edition)" von Junot Díaz

Drei Generationen hartes Leben
Jorokavor 9 Monaten

Oscar, der Namensgeber der Geschichte, ist ein Außenseiter, fett und unbeholfen, vor allem gegenüber dem anderen Geschlecht. Doch die Erzählung handelt nicht nur von ihm, sondern sie blickt zurück auf seine Mutter und seinen Großvater, auf den Abstieg einer angesehenen dominikanischen Familie zur Zeiten der Diktatur. Ein einziger lapidarer Satz lenkte die Familiengeschichte in eine gänzlich andere Richtung. Oscar lebt in den USA. Er fährt nur auf Urlaub zu seiner Großmutter in die alte Heimat. Doch auch er kann sich scheinbar nicht dem Fluch entziehen, der auf seiner Familie lastet und findet seine Bestimmung in der alten Heimat.......


Die Dominikanische Republik war und ist vielleicht immer noch ein sehr beliebtes Urlaubsziel der Deutschen. Den meisten wird unbekannt sein, dass bis in die 1960iger Jahre dort ein grausamer Diktator herrschte, Trujillo. Der Handlungsverlauf ist mit seinen unmenschlichen Machenschaften verwoben, die natürlich auch Auswirkungen in die nachfolgenden Generationen hinein hat.


Junge Männer wie Oscar, sogenannte Nerds, gibt es überall in der westlichen Welt. Auf ihm lastet jedoch zusätzlich die Bürde einer macho-orientierten Gesellschaft und die sich selbst erfüllende Prophezeiung einer immer wieder heraufbeschworenen Familienverwünschung.


Erzähler der Geschichte ist ein sogenannter Freund von Oscar, der eher in das vorgesehene Männerraster der Dominikanischen Gemeinschaft passt. In wie weit Junot Diaz, der Autor, diesbezüglich autobiografische Elemente verwoben hat (er lebt auch in den USA) bleibt offen.


Er verschont uns nicht, mit der unfreundlichen jüngeren Historie seines Heimatlandes, gemischt mit den Problemen eines sich ausgestoßen Fühlenden, der sich nichts sehnlicher wünscht, als nicht als Jungfrau zu sterben.


Für mich bietet die Geschichte manch interessanten Einblick in eine andere Gedankenwelt, mitunter war sie mir aber zu plastisch brutal und doch manchmal etwas grobschlächtig. Es handelt sich um eine autorisierte Lesefassung, was auch unklar lässt, wie viel gekürzt wurde.


6 CDs mit insgesamt ca. 7 Stunden Hörzeit; ein kleines Booklet mit Übersetzung der spanischen Begriffe.


Fazit: Der Hörbuchsprecher Andreas Pietschmann ist des Spanischen offensichtlich gut mächtig. Auch ansonsten gibt er dem Handlungsverlauf den gewissen Pepp, was für mich den 4. Stern ausmacht.



Cover des Buches Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao (ISBN: 9783596188628)
FranziskaBo96s avatar

Rezension zu "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz

Interessanter, aber oft auch überdrehter Familienepos
FranziskaBo96vor einem Jahr

"Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" handelt von... nun ja, dem kurzen, wundersamen Leben von Oscar Wao. Als übergewichtiger Nerd mit dominikanischen Wurzeln hat es Oscar oft nicht leicht und so begleiten wir ihn durch seine teils doch sehr aufregenden jungen Jahre. Des weiteren lernen wir die weiblichen Mitglieder von Oscars doch sehr illustren Familie kennen und erfahren nebenbei eine Menge über dominikanische Geschichte und Kultur.

Für mich war dieses Buch ein Wachrüttler, dass der magische Realismus und ich einfach keine Freunde mehr werden - auch wenn er hier gar nicht so extrem ausgeprägt ist. Die Rückseite des Buches verfügt über ein Zitat, dass die Geschichte als "Gabriel García Márquez auf Speed" bezeichnet, und tatsächlich findet man doch einige Parallelen, obwohl mir "Leben in den Zeiten der Cholera" deutlich besser gefallen hat. Auf den ersten 100 Seiten von "Oscar Wao" war ich immer wieder kurz davor abzubrechen. Ich weiß nicht, ob das ein wesentliches Merkmal des Genres ist oder ob mir das einfach immer bei Büchern des magischen Realismus unterkommt, aber es stößt mich einfach unheimlich ab, wenn Frauenkörper auf extrem detaillierte und ekelhafte Weise beschrieben werden, auch vor minderjährigen Figuren wird da selten Halt gemacht. Allgemein gefiel mir überhaupt nicht, wie über Frauen und ihre Sexualität in diesem Buch geschrieben wird. Die Tatsache, dass Oscar eigentlich der uninteressanteste Charakter des Buches ist, er aber unbedingt Hauptfigur sein muss, spricht auch irgendwie Bände. An dieser Stelle ist sicher auch erwähnenswert, dass gegen den Autor Vorwürfe der sexuellen Belästigung im Raum stehen, was ich erst nach der Lektüre erfahren habe.

Hinzu kam ein teils unnötig komplizierter Schreibstil, bei dem ich manchmal echt den Eindruck hatte, Díaz schreibt absichtlich übermäßig komplexe Satzstrukturen, nur um den Leser zu ärgern und um selbst schlauer zu wirken.

Nachdem ich mich jedoch durch die ersten Seiten gekämpft habe und der Fokus zwischenzeitlich ein bisschen von Oscar wegging, konnte ich dem Buch doch noch einiges abgewinnen. Wie bereits erwähnt, fand ich die weiblichen Nebencharaktere, deren Geschichten wir auch erfahren, deutlich interessanter. Nebenbei lernt man außerdem eines über die Geschichte und die Kultur der Dominikanischen Republik und ihre Menschen. Ich denke, hier kann man dem Buch sicher auch etwas mehr abgewinnen, wenn man aus diesem Kulturkreis stammt oder irgendeine Form von Verbindung dazu hat.

Cover des Buches [(This Is How You Lose Her)] [ By (author) Junot Diaz ] [September, 2013] (ISBN: B00GX2A4UA)
britsbookworlds avatar

Rezension zu "[(This Is How You Lose Her)] [ By (author) Junot Diaz ] [September, 2013]" von Junot Díaz

Junot Díaz beweist einfach mal wieder, dass er zum Schreiben geboren wurde
britsbookworldvor 6 Jahren

ICH HABE EUCH NICHT VERGESSEN ;) <3 Es ist zwar jetzt gleich schon 21 Uhr aber den Sonntag beschließen wir trotzdem mit einer Rezension ^^

Ich habe das schöne Buch "This is How You Lose Her" von Junot Díaz beendet und gebe dem Buch 4 von 5 Sterne :)

Auf Deutsch heißt das Buch: "Und so verlierst du sie" und hier haben wir Kurzgeschichten, die jedoch eine Gemeinsamkeit haben: alle beinhalten Yunior, den Protagonisten der Story. Man bekommt so gesehen kleine Auszüge, kleine Geschichten aus verschiedenen Abschnitten, Momenten seines Lebens mit dem Hauptthema - die Liebe <3

Worum es genau geht (ohne Spoiler)

Auf den gerade einmal 226 Seiten lernt man Yunior und seine Familie bzw sein Leben kennen und die Frauen, mit denen er in seinem so zu tun hat. Er selbst ist in der Dominikanischen Republik geboren und kam als kleines Kind nach Amerika, zusammen mit seinem Bruder Rafa und seiner Mutter. Sein Vater, der schon 8 Jahre zuvor in die Staaten ausgewandert war, ein Leben für die Familie aufbauen wollte, holt sie endlich zu sich. Doch das Leben wie er es sich erhofft hatte, ist anders als gedacht....

Yunior wächst auf in einem Land dessen Sprache er nicht spricht. Mit einer Mutter, die vom Vater gesagt bekommt, sie braucht die Sprache erst gar nicht lernen, da dies "Männersache" sei und sie als Frau eh keine Notwenigkeit dazu hat. Mit einem Vater, der die Familie irgendwann einfach verlässt und seine Mutter sich alleine durchkämpfen muss...

Und je älter Yunior wird kommen natürlich auch Mädchen bzw Frauen in sein Leben - er liebt, er wird verlassen, er hat kurze Begegnungen mit ihnen, denkt häufig an Sex, betrügt, belügt und eigentlich will er doch nur die Liebe wirklich finden, um sie festhalten zu können....

Meine Meinung: Junot Díaz ist für mich kein unbekannter Autor und gehört für mich persönlich zu den ganz großen Schriftstellern unserer Zeit. Ich hatte von ihm bereits "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" gelesen und auch in dem Buch "This is How You Lose Her" kommen viele Thematiken wieder auf, die den Autor einfach beschäftigen.

Der Verlust des Vaters, das Leben als Einwanderer in die USA, die Heimat, die Dominikanische Republik, der Verlust und Erhalt der Muttersprache - Klischees über Farbige und Weiße und vieles vieles mehr...

Mir hat das Buch wirklich gefallen. Vor allem mag ich den klaren, ehrlichen Schreibstil von Díaz. Der nichts zurückhält, offen ausspricht was die Figuren denken und dies geschieht häufig auf einer sehr schonungslosen und auch mal vulgären Art und Weise. Sprache ist hier unglaublich wichtig, denn er mischt oftmals die zwei Sprachen mit denen er selbst aufgewachsen ist - Englisch und Spanisch und genau das verleiht dem Roman seine Authentizität :)

4 Sterne, da einige der Geschichten mich packten, andere etwas brauchten um einen Eindruck zu hinterlassen und ich hoffe, dass der Autor sehr bald mal wieder einen neuen Roman schreiben wird. Das Talent zum Schreiben hat er allemal :)

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Junot Díaz wurde am 31. Dezember 1968 in Santo Domingo (Dominikanische Republik) geboren.

Community-Statistik

in 222 Bibliotheken

auf 32 Merkzettel

von 4 Leser*innen aktuell gelesen

von 1 Leser*innen gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks