Junot Díaz Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

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Inhaltsangabe zu „Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao“ von Junot Díaz

Eine Familie zwischen den Welten und zwischen den Zeiten: Junot Díaz erzählt von dem liebenswürdigen Nerd Oscar und seiner toughen Schwester Lola. Beide sind in New Jersey groß geworden, aber ihre Wurzeln liegen in der Karibik. Und dorthin verschlägt es sie immer wieder, wenn das Leben das mühsam zusammengekratzte Glück gerade wieder einmal wegwischt. Hier finden sie im Haus der Großtante Zuflucht – genau wie ihre Mutter vor vielen Jahren, deren düstere Vergangenheit auf ihnen lastet wie ein Fluch. Bis Oscar sich eines Tages aufmacht, den Fluch zu bannen. 'Eine brillant erzählte Sehnsuchtsgeschichte.' Simone von Büren, NZZ

Brutal, rasant, romantisch - die Chronik einer zerbrochenen dominikanischen Familie und ihres letzten Nachkommen. Lesenswert!

— Ginevra

Sehr authentische, lebensnah erzählte Geschichte mit skurrilen Charakteren, die mich aber leider nicht ganz überzeugen konnte.

— Code-between-lines

Ein verwirrendes Buch - selten habe ich so lange gebraucht, um zu einer Bewertung zu kommen.....

— Charlea

Furios, wild, aber auch wieder vorhersehbar. Stellenweise deshalb mühsam zu lesen. Vieles passt universell in Slums da und schäbig dort.

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  • Brutalität und Romantik im karibischen Paradies

    Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

    Ginevra

    20. November 2016 um 16:53

    Auf dieses Buch mit dem ungewöhnlichen Titel war ich schon lange gespannt, denn schließlich erhielt es 2008 den Pulitzer-Preis und wird auf dem Umschlag angekündigt als: "Gabriel García Márquez auf Speed" - brilliant erzählt, erschütternd traurig, usw. usf. ... Zu Beginn dieser rasanten, tragischen und bissigen Familienchronik lernen wir unseren Helden Oscar kennen, einen echten Nerd auf einer US-amerikanischen High School. Sein Zimmerkollege Yuniór ist total genervt von seinen ständigen Zitaten aus seinen Superhelden-Comics. Oscar schreibt seitenweise Science Fiction und möchte der dominikanische Tolkien werden. Doch zuvor muss er noch eins: seine Unschuld verlieren.Doch Oscar steht unter einem seltsamen Fluch, dem "fukú", der ihn und seine Ahnen seit Jahrzehnten zu verfolgen scheint. Oder wie sollte man sonst die unbändige Wut seiner Mama Béli, verschwundene Männer und Rückkehrer mit brutalen Verletzungen erklären? Etwa mit der Willkür des Diktators Trujillo, der die Dominikanische Republik von 1930 - 1961 beherrschte? Durch Oscars Familie zieht "El Jefe" Trujillo eine blutige Schneise, denn die Offiziere und der Diktator selbst nehmen sich alles, was sie wollen, besonders junge Frauen. Sie zerstören ihre Seelen und damit auch die nachfolgenden Generationen. Doch darüber offen zu sprechen kann auch heute immer noch gefährlich sein. Das muss unser Held am eigenen, unschuldigen Leib erfahren...Fazit: eine außergewöhnlich erzählte Familienchronik, fesselnd, politisch engagiert, erschütternd und berührend. Mich haben die Ankündigungen jedenfalls nicht enttäuscht, deshalb: 5 von 5 Sternen!

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  • Ein wahrer furchtbarer Geniestreich

    Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

    Charlea

    18. September 2015 um 13:50

    Achtung - Spoileranteil Umschlaggestaltung / Cover/ Klappentext Das Cover gefällt mir wirklich gut, es ist außergewöhnlich und ich weiß noch, dass das Buch unter anderem wegen des Covers, das mich ein wenig an einen Werbeslogan aus den 60ern für Waschmittel erinnert hat. Inhalt Oscar und Lola – zwei Geschwister wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Oscar, der den Begriff eines Nerds hätte erfinden können und die selbstbewusste Lola wachsen in New Jersey auf, jedoch haben die karibischen Wurzeln immer wieder Bedeutung in ihrem Leben. Das Haus der Großtante in der Karibik wird daher nicht nur Fluchtpunkt, sondern auch auch zum eigentlichen Fluch, der die Familie scheinbar verfolgt. Oscar hat das Bedürfnis, diesem Fluch zu entgehen und wagt den großen Schritt. Doch er ist kein Held, ist kein mutiger Mann und ein Nerd als Held scheint wohl auch dem Autor seltsam – so erschafft er einen nicht zu fassenden Anti-Helden. Wertung Es ist wahrscheinlich eins der seltsamsten Bücher gewesen, dass ich in den letzten Jahren gelesen habe - so seltsam, dass ich beim Lesen stets in einem inneren Konflikt war: Wahnsinn oder Genie? Mag ich das Buch? Stößt es mich ab? Da Wahnsinn und Genie bekanntlich mit einander verwandt sind, habe ich mich dann letztendlich für beides entschieden. Zunächst empfand ich die teilweise vulgäre Sprache des Autors abschreckend - aber das sollte sie auch sein. Was mich darüber hinaus auch vor allem Anfang regelrecht am Lesen gehindert und deshalb genervt hat waren zum einen die vielen spanischen Ausdrücke, mit denen ich nur schwer etwas anfangen konnte und daher fleissig im Glossar am Ende des Buches am Blättern war, zum anderen der ebenso umfangreiche Fußnotenapparat, der manchmal mehr Text einnahm wie der Fließtext. Ich fühlte mich an Hausarbeiten für die Uni erinnert und wenn mich das nicht allein schon abgeschreckt hätte - der Roman verlor partiell seine Berechtigung, als Roman bezeichnet zu werden. Aber auch das erweist sich für mich im Nachhinein als absoluter Clou, der sowohl aus dem plot, der Schreibe aber vor aller auch aus dem Autor eine übergeordnete Zuordnung möglich macht - gerade WEIL eine genaue Zuordnung in ein bestimmtes genre z.B. schwer fällt, gewinnt dieses Buch an Charakter für mich. Es ist keine Geschichte, die man schnell verdaut - aber auch eine, die man sehr lange mit sich herumträgt wie ein Taschenbuch, dass nach dem x-ten Lesen keineswegs hässlicher wird, sondern an Charme gewinnt, wird auch diese Erzählung, ihre Charaktere (und damit meine ich nicht nur den im Titel des Buches festgehaltenen Oscar) und auch der Autor mir noch sehr lange im Gedächtnis haften bleiben. Es ist keine leichte Kost und wir haben hier keine Geschichte, die man mal eben in der Straßenbahn lesen kann, während man gleichzeitig nach dem Portemonaie für den Fahrkartenkontrolleur kramt, den heißen Kaffee in der anderen Hand verzweifelt balanciert und einer Kollegen vom letzten Meeting erzählt. Im Nachhinein habe ich gelesen, dass der Autor 11 Jahre (hoffe, ich täusche mich hier nicht) für dieses Werk gebraucht hat - irgendwie habe ich das Gefühl, dass es genau die gleiche Zeit braucht, bis das Buch bei mir vollends angekommen ist. Ein wahres Meisterwerk.

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  • Rezension zu "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz

    Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

    Zwischen-den-Zeilen

    10. January 2013 um 23:16

    Junot Diaz erzählt in Das kurze wundersame Leben des Ocar Wao die Generationen übergreifende Geschichte einer Familie, die aus der dominikanischen Republik in die USA auswandert ist. Eine Geschichte vom Anderssein, von Außenseitern und von der Suche einer farbigen Einwandererfamilie nach einem Platz im weißen Amerika. Die Handlung setzt sich aus mehreren Episoden zusammen, die die Familienmitglieder nacheinander zu Wort kommen lassen. So setzt sich Stück für Stück aus den Lebensgeschichten der verschiedenen Generationen ein komplexes und facettenreiches Bild dieser dominikanischen Familie zusammen. Hauptcharakter ist der junge Oscar, ein Nerd und Außenseiter, der überzeugt ist, seine Familie sei von einem "Fuku", einem karibischen Fluch belegt, der ihnen immer wieder Unglück bringt - also setzt er sich zum Ziel, diesen Fluch zu brechen. Die Geschichte von Oscars und Lolas Mutter Beli entführt uns in die Dominikanische Republik der 1930er bis 1960er Jahre, einem Land gebeutelt vom gnadenlosen Diktator Trujillo, dessen Schatten bis in die Gegenwart des Romans reichen. Außerdem erfahren wir hier, weshalb die Familie aud der Heimat fliehen musste. Jeder der Charaktere im Buch ist auf seine Art etwas ganz besonderes, doch insbesondere Oscar hat mich als Held überzeugt, denn er hat Ecken und Kanten, Schwächen und Sehnsüchte, was ihn absolut menschlich und daher liebenswert gemacht hat, und seine Gedankenwelt spiegelt sehr gut die Zweifel eines Jugendlichen wider, der nicht genau weiß, was er mit sich und seinem Leben anfangen soll. Trotz der Rückblicke auf das Leben von Oscars Vorfahren in der Karibik bleibt der Oscar der Gegenwart im Fokus der Handlung - sein Streben, seine Wünsche und Träume sind es, die die Geschichte atemlos vorantreiben und schliesslich auch den Höhepunkt einläuten. Junot Díaz' Roman strotzt von unglaublicher Sprachgewalt, Humor, Ironie und einer Menge karibischem Temperament. Die Sprache, durchsetzt von spanischen Einwürfen - keine Sorge, es gibt ein Glossar - wirkt absolut authentisch und spiegelt die Lebensverhältnisse der dominikanischen Einwanderer in den USA glaubhaft wider. Der Schreibstil war sehr angenehm und gleichzeitig spannend. Man ist gebannt von der Handlung und will unbedingt wissen, wie es ausgeht. Es hat großen Spaß gemacht, diesen tiefsinnigen und vielschichtigen Roman zu lesen, zu verfolgen, wie sich die Erzählstränge zusammenfinden und Geheimnisse gelüftet werden. Ich freue mich schon sehr auf weitere Bücher von diesem talentierten Autor! Fazit: Ein interessantes, spannendes und nachdenklich machendes Buch über das Leben einer karibischen Familie zwischen zwei Ländern und das Finden des eigenen Platzes im Leben.

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  • Rezension zu "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz

    Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

    rallus

    07. October 2012 um 12:57

    Was habe ich gekämpft. Das Buch nach der Hälfte weggelegt und wieder eingetaucht. Und am Schluss, ja am Schluss kam dann doch dieses Gefühl was Außergewöhnliches gelesen zu haben. Was sage ich am Schluß: "Am Ende? Nichts endet, Adrian. Niemals" Das Zitat ist aus Watchmen und Junot Diaz zitiert verdammt viel aus den neuen Medien, meist aus Tolkiens Herr der Ringe, aber auch aus vielen Comics und Songtexten. Erzählt wird die Geschichte der Familie de Leon in einzelnen Kapiteln und verschiedenen Zeiten, Personen. Doch die Hauptperson ist Oscar, der einsame, dicke Nerd, der im Unterschied zu seinen Dominikanischen Mitbürgern einfach kein Glück bei Frauen und beim Sex hat. Er ist in der hitzigen Dominkanischen Republik noch Jungfrau. Das soll man sich mal vorstellen!!! Er redet von Science Fiction, Comics und seinem Lieblingsbuch "Der Herr der Ringe" Wer soll das bitteschön kapieren? Erzählt wird aber auch die Geschichte der Dominikanischen Republik, die Greueltaten des Rafael Trujillo und wie unsere Familienfiguren darunter leiden und mit ihm in Kontakt kommen. Doch gerade die Frauenfiguren sind Kämpfernaturen und überleben mit ihrem zähem Willen. Junot Diaz übertreibt es aber meiner Meinung, manchmal zu gewollt und angestrengt sind seine Vergleiche, seine direkte Sprache seine etwas ermüdende Wiederholungen. Angestrengt hat auch das ewige Umblättern zu den spanischen Begriffen, die ich leider in der Form noch nicht kannte, dafür gab es ein umfangreiches Glossar. Doch überwogen hat bei mir das Gefühl am Schluss wieder am Anfang zu sein und das Gefühl gehabt zu haben das die Geschichte des Oscar Wao vollendet war. Ach was sage ich am Schluss. Nichts endet und so gehen die Geschichten immer weiter. Und ich nehme die Gesamtausgabe von Watchmen und beginne am Anfang!

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  • Rezension zu "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz

    Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

    Ritja

    19. January 2012 um 17:45

    "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" war von spannend bis interessant und durcheinander alles. Junot Díaz`s Geschichte hat ein hohes Tempo und manchmal hat man als Leser das Gefühl, das man hinunter fällt bzw. etwas überliest (in der Eile). Denn Díaz rennt durch die Jahre und phasenweise springt er zwischen den Jahren und den Ländern hin und her, so dass man fast schon Probleme hat, ihm zu folgen. Die Geschichte an sich ist interessant und auch gut zu lesen. Oscar, die Hauptfigur, hat kein so leichtes Leben. Er ist fett und ein Nerd. Er interessiert sich für die anderen Wesen, spielt ewig Computerspiele und versteckt sich hinter seinen Fantasyfiguren. Mädchen anzusprechen, schafft er meistens nicht ohne Blamage und er ist der Einzige in der Klasse (wenn nicht sogar von der Schule), der noch geküsst wurde - vom Sex ganz zu schweigen. Seine Mutter ist etwas verrückt und kümmert sich kaum um ihn, seine Schwester Lola liebt ihn sehr, kann ihm aber kaum helfen. Und dann ist da noch der Fluch der Vergangenheit, der die Familie gefangen hält. Denn eigentlich stammt Oscar aus der Karibik und nicht aus New Jersey. Doch der Fluch folgt jeden überallhin...und so muss Oscar um jedes noch so kleine Stückchen Glück kämpfen, um es am Ende doch wieder zu verlieren. Siegt immer der Fluch der Vergangenheit oder kann irgendwann Oscar diesen Fluch besiegen? Das kurze wundersame Leben....

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  • Rezension zu "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz

    Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

    Jari

    29. January 2011 um 21:29

    Inhalt: Fukú, so nennen es die Alten. Die Jungen glauben heutzutage nicht mehr daran, aber auch sie werden davon heimgesucht. Früher oder später findet es sie. Fukú, der Fluch einer ganzen Generation und der Generation danach. Oscar hat es nicht leicht. Er ist übergewichtig, verliebt sich viel zu schnell viel zu fest und ausserdem ist er ein ausgemachter Nerd mit allem Drum und Dran. Natürlich kriegt er nie ein Mädchen ab, aber aufgeben tut Oscar trotzdem nicht. So kämpft er sich mit seinen Pfunden durch sein Leben und steckt eine Enttäuschung nach der anderen ein. Kann es sein, dass er der einzige Dominikaner ist, der als Jungfrau sterben wird? Doch was heisst es überhaupt, ein Dominikaner zu sein, der in New Jersey lebt? Und irgendwann wird auch der gutmütige Oscar vom Fukú eingeholt. Bis er eines Tages jemanden findet, für den es sich zu kämpfen lohnt... Meine Meinung: "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen und nicht mehr losgelassen. Es hat mir den Atem geraubt, mich zum Lachen gebracht und mir die Tränen in die Augen getrieben. Das Buch ist vor allem eines: ehrlich. Man erhält ein glaubhaftes Bild, wie es einer Einwandererfamilie im heutigen New Jersey ergeht. Ebenso ehrlich ist das Bild, das Junot von der Dominikanischen Republik aufzeigt: Grausam und wunderschön zugleich, Traum und Alptraum in einem. Das echte Leben eben. In diesem Buch kommt man um Mord, Prügel und Vergewaltigungen nicht herum, aber gibt es auch Zeilen, die einen zum Lachen bringen, wenn unser ungebundener Erzähler sich frei von der Leber weg über Nerd Oscar auslässt. Yunior, den Erzähler dieser Geschichte, lernen wir erst etwa ab der Mitte des Buches kennen. Bis dorthin müssen wir mit einem namen- und gesichtslosen Freund Oscars rechnen. Dennoch springt auch die Erzählperspektive ganz plötzlich um, denn auch Lola hat ihren Teil beizutragen. Und so erfahren wir mehr und mehr über die Familie "Oscar Waos", wir lernen ihre Mutter besser kennen, Lola und auch die Grosseltern der beiden. Jedoch wird die Geschichte sehr unkontinuierlich erzählt, sodass man am Ende die Teile selber noch zusammensetzen muss. Da dies ein ehrliches Buch ist, wird auch in einer ehrlichen Sprache geschrieben und da es sich hier um spanischsprechende Dominikaner handelt, trifft man in Díaz' Werk auf praktisch jeder Seite auf spanische Ausdrücke. Leider ist das Glossar am Ende des Buches nicht ganz komplett, sodass es sich für Neugierige lohnt, nebenher noch Google Translator o.ä. zu benutzen. Manche Wörter tauchen jedoch derart häufig auf, dass man sie mit der Zeit kennt und dann plötzlich auf Spanisch fluchen kann, denn geflucht und geschimpft wird hier im seitentakt. Dies trägt meiner Ansicht nach jedoch umso mehr dazu bei, dass man Junot Díaz und sein Buch um den dominikanischen Nerd ernst nimmt und nicht als Möchtegern-Werk abtut. Neben dem Blättern, um spanische Worte zu übersetzen, muss man auch mit den Fussnoten rechnen, die Díaz eingeschoben hat, um uns die Geschichte der Dom. Republik näher zu bringen. Somit erzählt uns "Oscar Wao" nicht nur die Geschichte Oscars, sondern auch die Geschichte der Dominikanischen Republik. Fazit: "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" ist ein Werk, das einen zu fesseln vermag, sofern man sich auf die eigensinnige Erzählform einlässt. Für ungeübte Leser wird das Buch überaus anstrengend sein, da Díaz nicht nur mit spanischen Fluchwörtern und Fussnoten aufwartet, sondern auch sonst über eine gewöhnungsbedürftige Art des Erzählens verfügt. Wer sich darauf einlässt, findet sich in einer harten Welt wider, gemeinsam mit einem sympatischen, aber verlorenen Helden, den man am liebsten mal in die Arme schliessen würde. Ausserdem erfährt man sehr viel über die Dominikanische Republik und die Zustände in denen sich das Land auch heute noch befindet. Wer gerne Literatur liest, die einem auch noch etwas lehrt, und wer Familiengeschichten mag, sollte sich das Buch mal genauer anschauen. Meiner Ansicht nach lohnt es sich auf jeden Fall!

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  • Rezension zu "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz

    Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

    Babscha

    22. July 2010 um 01:31

    Fukú, die Vorsehung, das Unheil, der Familienfluch. Ist es diese Heimsuchung, die sich wie ein roter Faden schicksalhaft und von Generation zu Generation durch das Leben ganzer Familien, also auch der von Oskar, zieht und deren Geschicke unausweichlich bestimmt? So scheint es wirklich. Oskar de Léon, ein Junge, zusammen mit seiner fest im Leben stehenden älteren Schwester Lola und der allein erziehenden Mutter im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts aus der Dominikanischen Republik nach New Jersey emigriert, ein Nerd, ein Einzelgänger, fett, hässlich, von allen verlacht, ein Leben in Büchern und PC-Spielen, einsam, zutiefst sensibel, intelligent, mit goldenem Herzen und immer, immer auf der Suche nach der großen Liebe, die sich aber beim besten Willen nie einstellen will. Und die Zeit vergeht… In seinem wunderbaren, aufwühlenden und fesselnden Familienepos entführt Diaz, selbst gebürtiger Dominikaner, den Leser in eine karibische, vom Glauben an Magie und höhere Mächte beherrschte Welt, aber auch in die erschreckenden Niederungen eines schon immer bettelarmen, von despotischen Machthabern unterdrückten und ausgebeuteten Inselstaats, in dem Menschenleben nicht viel zählen. In geschickt verschachtelter Erzählung lässt er uns abtauchen in die über Jahrzehnte und Generationen hinweg erzählte Geschichte der vom Schicksal geschlagenen Familien Cabral und de Léon und fügt bis zum unausweichlichen Ende gekonnt alle Mosaiksteine nach und nach zu einem so stimmigen Gesamtbild, dass trotz aller Schrecken, die das Buch bietet, nach den letzten Seiten –zumindest war es bei mir so- eine Zufriedenheit, ja geradezu ein Hochgefühl, verbleibt, wie ich es lange Zeit nicht mehr beim Zuklappen eines Romans verspürt habe. Der Clou des Buches liegt eindeutig in der Herausarbeitung der Gegenpole einer Rückzugsidylle der Karibik und ihrer Menschen voller Fukú einerseits und dem gerade für Oskar hammerharten Überlebenskampf in der Welt der amerikanischen Gegenwart andererseits, ebenso in den ideenreich und sorgfältig ausgearbeiteten, nach und nach in Rückblenden vorgestellten Geschichten der einzelnen Familienmitglieder, eingebettet in die tatsächlichen politischen Geschehnisse in dem Inselstaat vor allem unter der Trujillo-Diktatur Mitte des letzten Jahrhunderts. Und natürlich im brillanten Sprachvermögen des Autors, der sich an diversen Stellen des Buches über Fußnoten mit seiner ganz persönlichen Sicht der Dinge direkt in den Kontext einbringt. Unzählige unauffällig in den Text eingestreute Zitate aus neuzeitlicher Literatur und aus Filmen tragen das ihre zum Sprachwitz bei. Absolute Leseempfehlung.

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  • Rezension zu "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz

    Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

    The iron butterfly

    15. June 2010 um 21:47

    Oscar liebt Comics, Monster, Raumschiffe, Mutanten, apokalyptische Waffen, Magie, boshafte Schurken. Er liebt Tolkien, Lovecraft, Wells, Burroughs, Howard, Asimov, und Heinlein. Seine Heldin ist Raistlin und für Rollenspiele lässt er alles stehen und liegen. Oscar liebt auch schöne Mädchen und ist unentwegt in Gefahr sich von jetzt auf nachher zu verlieben. Er sehnt sich nach Liebe, Zuneigung, Verlangen, Lust und dem ersten Kuss. Oscar ist ein Dominikaner, aber leider nicht der typische Latino, der die Herzen der Latinas mit einem schmelzenden Blick im Sturm erobert. Oscar ist stark übergewichtig und nicht der attraktivste Junge, er ist der, der übersehen wird, über den gelacht wird, der über den sich jeder einen Scherz erlaubt, Oscar ist ein totaler Nerd. Oscar und seine Schwester Lola leben in New Jersey, hier sind sie groß geworden, aber ihre Wurzeln liegen in der Karibik. Die Dominikanische Republik ist die Heimat der Familie. Junot Díaz erzählt hier Oscars Geschichte und weil zu Oscars Leben auch das seiner Schwester Lola, seiner Mutter Beli und seiner Vorfahren gehört, erfahre ich als Leser viel mehr als ich zuerst erwartet habe. Äußerst interessant baut Díaz die Geschichte auf, schwenkt von Oscar, zu Lola, zu Beli, erzählt aus Yuniors Sicht, er ist der Ex von Lola und immer bleibt der Spannungsbogen gespannt, gespannt bis zum Äußersten, denn der Titel verrät ja bereits ein unheilvolles frühes Ende von Oscars Leben. Aber alle Protagonisten erleben ihre persönliche Tragödie, müssen Schicksalsschläge, Enttäuschungen, Demütigungen über sich ergehen lassen. In seine Geschichte bindet Díaz die politische Vergangenheit der Dominikanischen Republik mit ein. Er berichtet von Trujillos Schreckensherrschaft, die mir persönlich bisher nicht bekannt war. Trujillo ist für ihn Sauron, das eine Auge, das alles sieht. Die Einwohner fürchteten unter seiner Herrschaft nicht nur das fukú, den Fluch, sie fürchteten auch die unerbittliche Maschinerie hinter der Diktatur Trujillos. Mit diesem realistischen Hintergrund gewinnt die Geschichte zusätzlich an Gehalt und alles wird schließlich zu einem Ganzen. Hier wird nicht nur von Statisten in einer starren Kulisse erzählt, dieses Buch lebt. Immer wieder streut Díaz spanische Begrifflichkeiten ein, die die Atmosphäre wundervoll ausschmücken. Schade finde ich nur, dass ich viel zu spät entdeckt habe, dass es auf den letzten Seiten die Übersetzung dazu gibt. Hier hätte ich es persönlich praktischer gefunden, wenn eventuell ein Hinweis im vorderen Teil aufgenommen worden wäre bzw. hätte man die Übersetzungen als Fußnoten auf den jeweiligen Seiten platzieren können. So hätte ich mir auch das Hin- und Herblättern sowie die Suche in der Liste sparen können. Aber dies ist nur ein klitzekleines Manko in diesem überzeugenden Buch. Junot Díaz hat übrigens für „Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao“ 2008 den Pulitzer Preis erhalten. Jeder der auf Bücher ohne Happy endings, aber mit Gefühl für Außenseiter steht, ist hier genau richtig. „Das ist eure Chance. Mit der blauen Pille geht es weiter. Mit der roten Pille geht es zurück in die Matrix.“

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  • Rezension zu "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz

    Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

    lilamonalisa

    01. October 2009 um 20:58

    wundervoll geschriebenes buch.nicht immer leicht durch viele sprünge,teils wechseln perspektive,teils zeiten.aber immer herrlich lakonisch. der rote faden ist die geschichte des oskar wao, ein amerikaner mit wurzeln in der dominikanischen republik, der zeit seines lebens nach der grossen liebe sucht oder zumindest doch einmal mit einer frau schlafen möchte. äusserlich hässlich,innerlich voller sehnsucht wird er nie den eigenen und den erwartungen seines umfeldes ( ein heissblütiger verführer zu sein) gerecht.er führt ein durchschnittlich amerikanisches leben,nebenbei werde die spannenden geschichten seiner mutter,grosseltern und der schwester erzählt,der niedergang eines einst herrschaftlichen hauses in der zeit einer der schlimmsten diktaturen der karibik. das buch verwöhnt die seele und den verstand gleichermassen.grossartig.die vielen spanischen,oder portugiesischen wörter verwirren etwas.ich habe sie einfach überlesen,um den fluss nicht zu unterbrechen.man versteht auch aus dem kontext,worum es geht.erst am ende habe ich das glossar,mit allen übersetzungen, entdeckt.

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  • Rezension zu "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz

    Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

    *Arienette*

    20. August 2009 um 20:21

    Klappentext: Eine Familie zwischen den Welten und zwischen den Zeiten: Junot Díaz erzählt von dem liebenswürdigen Nerd Oscar und seiner toughen Schwester Lola. Beide sind in New Jersey groß geworden, aber ihre Wurzeln liegen in der Karibik. Und dorthin verschlägt es sie immer wieder, wenn das Leben ihr mühsam zusammengekratztes Glück gerade wieder einmal wegwischt. Hier finden sie im Haus der Großtante Zuflucht - genauso wie ihre Mutter vor vielen Jahren, von deren düsterer Vergangenheit sie allerdings nichts ahnen. Dabei wirkt die Vergangenheit wie ein Fluch. In einem letzten, verzweifelten Akt riskiert Oscar eines Tages alles für sein Glück. Den Fluch zu bannen wird sein letztes Abenteuer. Der Autor: Junot Díaz wurde 1968 in der Dominikanischen Republik geboren und kam als Kind in die Vereinigten Staaten. Er lebt in New York. Bereits sein Erzählungsband Abtauchen wurde hymnisch gefeiert und mit dem PEN/Malamud-Preis für Kurzgeschichten ausgezeichnet. Für "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" erhielt Junot Díaz 2008 den Pulitzer-Preis. Meine Meinung: Erzählt wird die Geschichte von einer Familie, die aus der Dominikanischen Republik nach New Jersey eingewandert ist. Dabei wechselt Diaz die Erzählperspektiven, sowie auch die Zeitebenen - so wird von Oscar berichtet, dem übergewichtigen Nerd, der Sci-Fi-Romane liest und schreibt, der intelligent ist, aber keine Freunde hat und auch kein Glück in der Liebe. Dann wird über seine Schwester Lola berichtet, die ihren Bruder liebt und ihn umsorgt. Sehr interessant ist das Leben der Mutter Beli, deren Leben beleuchtet wird, als sie noch jung war. Sie wurde misshandelt und musste fliehen.(Zeitraum:1955 bis 1962) Beli hat eine schlimme Vergangenheit hinter sich - sie wuchs in der Zeit Trujillos auf - ein Diktator, der von 1930 bis 1961 brutal über die dominikanische Bevölkerung geherrscht hat. Ein Kapitel erzählt von der Geschichte Abelards, Oscars und Lolas Großvater. Die Familie ist von "Fukú" verfolgt, "Fukú" bedeutet drohendes Unheil, Fluch. Die Sprache ist lebendig und fesselnd. Die Protagonisten mit all ihren Schwächen sind liebenswert und lebendig beschrieben. Man lernt einiges von der Dominikanischen Republick und von Trujillo. Das Buch ist durchsetzt mit spanischen Ausdrücken und Sätzen, die man im Glossar nachlesen kann. Damit sollte sicher Authentizität geschaffen werden. Das Buch hat zu Recht den Pulitzer- Preis 2008 erhalten

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  • Rezension zu "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz

    Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

    NoirDésir

    01. May 2009 um 21:28

    Es gibt Geschichten, die so dynamisch und atemlos erzählt sind, dass man höllisch aufpassen muss nicht den Faden zu verlieren. Junot Diaz’ “Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao” ist genau diese Art von Geschichte. Oscar Wao ist das, was man allgemein einen “Nerd” nennt. Er ist ein Mensch, der völlig weltfremd lebt. In diesem Falle in seinem eigenen Science-Fiction-Universum. Deshalb kann er auch nicht begreifen, dass seine Angebeteten ihn höchstens als schrägen, aber guten Kumpel akzeptieren. Hinzu kommt der Familienfluch, der “fukú“, der allgemein in der Dominikanischen Republik sehr verbreitet ist und die Familie seit einigen Generationen - meist in Form des grausamen Diktators Trujillo - heimsucht. Zu allem Überfluss ist Oscar unattraktiv und übergewichtig. So hat man es als Latino wirklich schwer. Was tut man also in solch einem Fall, in dem alles hoffnungslos erscheint? Genau. Man besinnt sich auf seine Wurzeln und kehrt kurz in die Heimat zurück um neue Kraft und Mut zu sammeln. So hielten es Oscars Mutter und seine Schwester, mit denen er in New Jersey wohnt. Und so soll es auch Oscar halten - nur wird für ihn die Reise in die Dominikanische Republik ein einschneidendes und alles verändernder Schritt. “Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao” erhält durch seine -im Anhang übersetzten- spanischen Wortfetzen und den sprachlich an den Erzähler angelehnten Stil, eine packende Authentizität, die das Leben zwischen Alltagsgrausamkeiten und optimistischer Grundeinstellung in der Karibik wunderbar widerspiegeln. Stück für Stück, aus verschiedenen Blickwinkeln, wird die ganze Familiengeschichte wie ein Puzzle zusammengetragen. Am Ende sitzt man atemlos vor einem riesigen Werk, das in seinem Grundton ein trauriges ist, aber in seiner Erzählform lebensfroh und voller Hoffnung. Völlig zurecht bekam Junot Díaz dafür den Pulitzer Preis des Jahres 2008!

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  • Rezension zu "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz

    Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    07. April 2009 um 14:43

    Junot Diaz legt mit diesem Romandebüt eine wilde und rasante Familiengeschichte vor. Der Autor, aus der Dominikanischen Republik stammend, fegt wie ein Hurrikan über traditionelle Schreibweisen hinweg. Prall, exotisch und mit einer unglaublichen Sprachgewalt erzählt er vom Schicksal einer dominikanischen Familie. Held bzw. Antiheld und Ausgangsposition dieses vielschichtigen Buches ist Oscar, ein beleibter Nerd, zeitlebens auf der Suche nach der bedingungslosen Liebe, der mit seiner Schwester Lola aufwächst. Die Mutter der beiden farbigen Latinos, kurz Beli genannt, überlebte im Gegensatz zu ihren Schwestern die tyrannische Schreckenszeit der Vergangenheit. Es war die Regierungszeit des Armeegenerals und Diktators Trujillo, auch Ziegenbock genannt, der 1930 die dortige Demokratie stürzte und das Land und die Menschen bis 1961 mit gnadenloser Härte und unfassbarer Grausamkeit zu Grunde richtete. Folter, Mord und Vergewaltigungen waren an der Tagesordnung. An dem Tag an dem Beli fast zu Tode geprügelt wurde, sie hatte eine Affäre mit einem Trujillo-Gangster, erlag der Tyrann einem Attentat. Doch der unberechenbare Trujillo-Clan hält an den Zügeln der Macht fest und Belli muss nach New York fliehen, um zu überleben. Der Autor Diaz erzählt in Rückblenden, von der Gegenwart ausgehend, vom Leben, von den Schicksalen, vom Kultur-Clash, von der Spuren– und Identitätssuche und vom Außenseiterdasein der Farbigen. Dabei fließen immer mehr Beziehungsebenen und Randgeschichten mit hinein, die von verhängnisvollen Leidenschaften, von liebestollen Männern und von stolzen Frauen erzählen. Dieser Roman ist ein buntes Panorama amerikanischen und dominikanischen Gesellschaftslebens. Geistreich und wuchtig werden die verschiedenen Aspekte des hispanischen Lebens ausgebreitet, in einer frischen, eigensinnigen und virtuosen Sprache. Manchmal poetisch, gelegentlich vulgär, aber immer temporeich und fesselnd. Hier begegnet man Mythen und Aberglauben genauso wie seltsamen Riten und Bräuchen. Junot Diaz schreibt in einem trashigen Immigrantenslang, der gelegentlich Science-Fiction-Metaphern, aber auch Sequenzen des lateinamerikanischen, magischen Realismus verwendet. „Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao“ handelt von den Sehnsüchten, Ängsten, Enttäuschungen und Hoffnungen generationsübergreifenden Lebens. Dieser Roman ist ein Schmelztiegel, ein Mischwesen, feurig, brennend und leidenschaftlich. Kein Wunder, dass er 2008 mit den begehrten Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde.

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  • Rezension zu "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz

    Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

    Clari

    10. March 2009 um 10:06

    Junot Diaz Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao S. Fischer ISBN 3100139208 Leben in zwei Welten! Latinos in Amerika bilden den Plot zu dieser mit ungeheurer Wucht erzählten Familiengeschichte. Mit vehementer Sprachgewalt überschlägt sich die Erzählung teilweise selbst. Einsprengsel des Spanischen,--die man im Anhang nachlesen kann,--- im Wechsel mit größeren Fußnoten bringen das Leben der Protagonisten in feurigen und fantastischen Sequenzen zum Glühen. Worum geht es? Nerd Oscar ist der Held, aus dessen Lebenserfahrungen, Sehnsüchten und enttäuschten Hoffnungen die Geschichte zu Beginn zusammengefügt wird. Ihn und seine Schwester Lola, beide farbige Latinos, treibt das Leben um. Sie suchen von Zeit zu Zeit in ihrer ursprünglichen Heimat, da, wo sie ihre Wurzeln haben, in der Dominikanischen Republik, Zuflucht. Dorthin folgen wir der Mutter der beiden auf einer Reise in die Vergangenheit. Hypatia Belicia Cabral, kurz Beli genannt, überlebte im Gegensatz zu Eltern und Schwestern die turbulenten Zeiten Trujillos, des Diktators und korrupten Herrschers über die Insel. In einen Wirbel aus Schicksalsschlägen, Temperament, Abenteuerlust, Schikane und sinnlichen Freuden hat sich Beli verfangen, als sie schließlich nach New York fliehen muss. Dort findet sie ihren Taugenichts von Ehemann und bringt ihre beiden Kinder Lola und Oscar zur Welt. Die beiden gehen zur Schule, haben Freunde und bereiten sich aufs College vor. Lola, die ältere Schwester, ist die fürsorgliche Betreuerin Oscars, der auf eine tölpelhafte Weise nie so recht Fuß fassen kann im richtigen Leben. Sein Innenleben ist prall voll mit Gedanken über sich und die Welt. Er erlebt seine Freunde und die Schwester mit ersten und immer neuen Liebeserlebnissen,--ihm aber bleiben sie versagt! Alle Versuche, sich durch Sport vom überflüssigen Körperfett zu befreien, scheitern an seinem mangelnden Durchhaltevermögen. Dann trifft er Ana! Und er ist selig, beglückt und träumt von ihr,---- bis er bemerkt, dass er nur ein Kumpel für sie ist, ein Seelentröster und Freund. Sie erzählt ihm alles, auch ihre unglückliche Liebe zu Manny, der sie quält! Er jedoch bleibt mit seiner Liebe zu ihr alleine, unglücklich, selbstironisch und verzweifelt. Wie ein roter Faden zieht sich sein ungestilltes Liebesverlangen durch die Erzählung. Der Autor erzählt in einem unglaublichen Tempo, und er befleißigt sich durchgängig eines witzig- ironischen Tonfalls. Von Farbigen und ihrem Schicksal als Außenseiter handelt die Geschichte, die aus unterschiedlichen Perspektiven belichtet wird. Darüber hinaus gerät die Atmosphäre der Benachteiligten in den Fokus, und man versteht, wie es um die Entrechteten in einer Gesellschaft bestellt ist. Nur wenigen gelingt der Aufstieg aus dem Ghetto ins College zu höherer Bildung und zu gehobenem Lebensstatus. Oscar aber, der sensible, liebesbedürftige und schüchterne Held bleibt im Mittelpunkt des Interesses. Er ist ein ganz ungewöhnlicher Kerl. Seine Feinfühligkeit hat Klasse, und mit seinem Sinn für das Absurde schärft er den Blick auf sein Umfeld. Er beobachtet genau, ist selbstmitleidig und manchmal wütend, ---und er kann schreiben! Sein Wohlergehen und seine Misserfolge bieten die Rahmenhandlung, innerhalb derer es um heiße Liebe, Collegeleben, Schicksale einzelner und ein buntes Panorama amerikanischen und dominikanischen Gesellschaftslebens geht. Die Geschichte ist geistreich, zeugt von tiefgründiger Menschenkenntnis und steuert zielsicher auf ein zugleich tragisches wie glückliches Ende zu. Das Buch ist so spannend geschrieben, dass man sich keine Minute von der Lektüre trennen möchte. Junot Diaz, der selbst aus der Dominikanischen Republik stammt, erhielt 2008 den Pulitzerpreis für diesen Roman.

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