Jurek Becker

 3.9 Sterne bei 470 Bewertungen
Autor von Jakob der Lügner, Bronsteins Kinder und weiteren Büchern.
Jurek Becker

Lebenslauf von Jurek Becker

Jurek Becker wurde in Polen geboren. Wann genau ist unklar. Da sein Vater ihn im Ghetto älter machte um ihn vor einer Deportation zu bewahren. Becker selbst kann sich nicht mehr an sein richtiges Geburtsdatum erinnern. Beckers gesamte Familie waren Juden, wie er selbst. Nur sein Vater und er überlebten den zweiten Weltkrieg in getrennten KZs, sein Vater fand ihn nach dem Krieg jedoch wieder. Gemeinsam zogen sie nach Ost-Berlin. In Berlin machte Becker sein Abitur nach und trat der Volksarmee bei. Sein Vater wollte, dass er Medizin studierte, doch Becker entschied sich dagegen und studierte sechs Semester lang Philosophie. Er trat der SED bei und wurde von der Universität ausgeschlossen. Da er bereits erste Erfolge als Schriftsteller verzeichnen konnte, wurde er freier Schriftsteller. Er begann ein Studium an der Babelsberger Filmhochschule. Hier lernte er die Dekoratörin Erika Hüttig kennen und heiratete sie. Gemeinsam haben sie zwei Söhne. Er erhielt zahlreiche Preise in der DDR, lehnt sich dennoch gegen das Regime auf, vor allem gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Daraufhin wird er aus der SED und dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen. Er ging für mehrere Jahre nach Amerika, wo er als Universitätsproffessor arbeitete. Von seiner Frau Erika liess er sich später scheiden und heiratete die Studentin Christine Harsch-Niemeyer, auch mit ihr hat der Autor einen Sohn. 1995 wird bei Becker Darmkrebs diagnostiziert und bekämpft diesen zwei Jahre lang. Am 14. März 1997 stirbt er in Schleswig Holstein.

Alle Bücher von Jurek Becker

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Jakob der Lügner

Jakob der Lügner

 (292)
Erschienen am 11.09.2017
Bronsteins Kinder

Bronsteins Kinder

 (84)
Erschienen am 25.04.1988
Amanda herzlos

Amanda herzlos

 (18)
Erschienen am 26.04.1994
Schlaflose Tage

Schlaflose Tage

 (16)
Erschienen am 30.09.1980
Irreführung der Behörden

Irreführung der Behörden

 (13)
Erschienen am 04.03.1973
Der Boxer

Der Boxer

 (12)
Erschienen am 19.10.1998
Aller Welt Freund

Aller Welt Freund

 (7)
Erschienen am 23.04.1985
Lieber Johnny

Lieber Johnny

 (5)
Erschienen am 01.05.2006

Neue Rezensionen zu Jurek Becker

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TanteGhosts avatar

Rezension zu "Bronsteins Kinder" von Jurek Becker

Anders als erwartet
TanteGhostvor 9 Monaten

Ich habe mehr Hass und Blut erwartet. Aber davon war irgendwie nichts da.

Dieses Buch war etwas ganz anderes, als ich erwartet habe. Denn vom Inhalt her habe ich die übelste Brutalität erwartet. Ich dachte echt, die Handlung ist von Hass geprägt und beschreibt eine fast unmenschliche Folter. - Dem war aber nicht so. Ich würde die Handlung stellenweise sogar als langweilig bezeichnen.
Zunächst einmal hatte ich meine Probleme, überhaupt in das Buch rein zu kommen. Der Protagonist erzählt quasi aus der Ich-Perspektive. Damit habe ich bei Romanen schon immer meine Schwierigkeiten gehabt.
Dann kam hier noch dazu, dass ein junger Mann quasi einen Abschnitt aus seinem Leben erzählt. Das Ganze geschieht auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen und eine Kapitalunterteilung sucht man auch vergebens.
Das Buch hat aber eine andere Faszination auf mich ausgeübt, die ich aber nicht benennen kann. Irgendetwas hat mich wieder und wieder dazu animiert doch weiter zu lesen. Ich kann nur vermuten, dass ich wohl bis zum Schluss auf Action oder Blut gewartet habe. Zumindest aber, wollte ich wissen, wie diese Entführungsgeschichte dann am Ende ausgeht.
Der Protagonist hat sich namentlich nicht vor gestellt. Aber ich vermute mal, dass der Titel des Buches sagen soll, dass der Vater des Protagonisten wohl der Herr Bronstein war. Und das Buch erzählt quasi das Schicksal seiner Kinder, von denen eins in einer psychiatrischen Anstalt sitzt und das andere seinen Weg im Leben finden muss.
Ein seltsames Buch war das. Langweilig, aber doch auf gewisse Art faszinierend. Nicht mein Thema an Buch, aber doch anziehend. - Keine Ahnung, was ich da noch weiter darüber sagen soll...

Leseempfehlung? - Jein. Ich kann es nicht wirklich mit reinem Gewissen empfehlen. Dazu war es vom Inhalt her einfach nicht überzeugend genug. Ganz ehrlich, wenn ich das Buch nicht gelesen hätte, würde mir jetzt auch nichts fehlen. Es ha tmich jetzt nicht wirklich so mega vom Hocker gerissen.

(Auszüge des des Textes sind auch auf meiner Website und in meinem Blog zu finden.)

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friederickesblogs avatar

Rezension zu "Jakob der Lügner" von Jurek Becker

Hoffnung – Wahrheit – Lüge
friederickesblogvor einem Jahr

Klappentext

Die Geschichte des Juden Jakob Heym, der im Ghetto einer polnischen Stadt zum Lügner wird, um anderen Hoffnung zu schenken.

Die Rote Armee ist nur noch wenige hundert Kilometer entfernt, diese Meldung hat Jakob zufällig vernommen. Mit der Aussicht auf baldige Befreiung wird ein Morgen wieder vorstellbar, deshalb will Jakob die frohe Botschaft mit seinen Mitgefangenen teilen. Damit sie ihm glauben, behauptet er, ein Radio zu besitzen. Weil die Ghettobewohner nun täglich mehr erfahren möchten, bleibt Jakob nichts anderes übrig, als weitere gute Nachrichten zu erfinden – was eine Reihe tragisch-komischer Ereignisse provoziert.

Jurek Beckers außerordentlicher Debütroman, 1969 erschienen, wurde in 23 Sprachen übersetzt und zwei Mal verfilmt. Nun liegt erstmals eine ungekürzte Lesung von »Jakob der Lügner« als Hörbuch vor.

 

Der Autor

 

Jurek Becker wurde am 30. September 1937 in Lodz/Polen geboren und starb am 14. März 1997 in Sieseby/Schleswig-Holstein. Von 1939 bis 1945 wuchs Becker im Ghetto in Lodz auf und wurde später in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen inhaftiert. 1945 siedelte er in den Ostteil Berlins über, wo er von 1957 bis 1960 Philosophie an der Humboldt-Universität studierte. 1960 wurde Becker aus politischen Gründen vom Studium ausgeschlossen und ging an die Filmhochschule Babelsberg. Becker ist Autor zahlreicher Drehbücher. 1969 wurde sein erster Roman veröffentlicht – Jakob der Lügner wurde weltbekannt. Jurek Beckers Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold und dem Bundesverdienstkreuz.

 

Der Sprecher

 

August Diehl studierte an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« in Berlin Schauspiel. Er ist in zahlreichen nationalen und internationalen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen und war festes Ensemble-Mitglied des Burgtheaters in Wien.

 

Das Cover

 

Das Cover ist trist und grau. Die Bäume spielen im Buch eine Rolle, obwohl sie eigentlich gar nicht da sein dürften. Aber hier müsste ich zu viel Spoilern, um das zu erklären. Und in der Mitte steht ein Mensch. Der Autor Jurek Becker. Insgesamt finde das Cover sehr gelungen.

 

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

 

Jakob der Jude lebt in einem Ghetto, indem er und viele andere auf den Abtransport warten. Als er sich auf der Wache melden muss, hört er im deutschen Radio von einer Schlacht um Bezanika. Dieses Wissen schmückt er damit aus, dass er erzählt, die Russen und die Befreiung sei nicht mehr weit weg. Er verteilt damit Hoffnung und hält andere Menschen davon ab, ihrem Leben ein Ende setzen zu wollen. Er erfindet immer neue Geschichten und behauptet, er hätte ein Radio. Damit wird sein Radio zum Hoffnungsträger. Irgendwann gibt er dann zu, gar kein Radio zu besitzen, aber keiner will ihm glauben. Die Juden werden dennoch abtransportiert und die Russen kommen, aber sie kommen leider viel zu spät.

 

Meine Meinung

 

Dieses beeindruckende Werk wurde schon so oft besprochen, denn das Buch ist lange bekannt. Wie ich gelesen habe ist es auch im Schulunterricht im Einsatz. Außerdem ist der Autor ein Künstler des Erzählens, sodass ich keine übliche Rezension verfassen möchte.

Die Geschichte wird von einem Erzähler vorgetragen, der Jakob kennt und diesem ganz nahe ist. Das Buch hat relativ wenig Dialoge und deshalb liegt die Konzentration auf dem Erzähler. Der Autor schildert die Geschehnisse rund um Jakob Heym und andere Bewohner in einer großartigen, lebhaften und bildhaften Darstellung, dass die Gänsehaut und das Mitgefühl sich als Dauergast einmieten. Man blickt in die Seelen und die Geschehnisse jener Zeit. Jurek Becker kann das so genau und so präzise berichten, weil er selbst in einem Ghetto war. Beeindruckend auch, wie die Lüge zur Wahrheit und die Wahrheit zur Lüge wird. Ein vielfach ausgezeichneter Autor, der von mir nicht rezensiert werden muss. Seine Lebensleistung und sein Erfolg sprechen für sich. Ein ergreifendes Buch, das jeder einmal gelesen haben sollte.

Wer aber diese Erzählung mit einem weiteren Tiefgang anreichern möchte, der sollte zu dem neuen Hörbuch greifen. Zum ersten Mal liegt eine ungekürzte Fassung vor. Der Schauspieler August Diehl versteht es, die Geschichte auf zurückhaltende Art, mit kraftvoller Stimme zu einem Hörgenuss werden zu lassen.

Ich spreche eine nachdrückliche Empfehlung aus.

friedericke von "friederickes bücherblog"

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Serwens avatar

Rezension zu "Jakob der Lügner" von Jurek Becker

Mit jeder Seite besser
Serwenvor einem Jahr

Ich hatte wirklich keine Lust das Buch zu lesen. Nach den ersten paar Seiten musste ich es dann für eine Weile beseite legen. Ich hatte Mühe etwas Mühe mit Beckers Stil, es fällt mir allerdings schwer zu sagen, woran dies genau lag. Als ich es dann ein zweites Mal mit diesem Buch versuchte, war dieses Gefühl bereits zehn Seiten später spurlos verschwunden. Jakob der Lügner ist stimmungsvoll, spannend, witzig und originell. Die Charaktere sind allesamt glaubwürdig normal und dennoch verschieden genug. Die vorkommenden Figuren sind keine überzeichneten Stereotypen und dennoch ist jede Person mit einem unverwechselbaren Charakter versehen.


Kurz: Mitreissende Geschichte, überzeugende Personen, wichtiges Thema

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Gespräche aus der Community

Neu
L
Findet ihr die Luegen in Jakob der Luegner nachvollziehbar, ja vielleicht sogar heldenhaft, oder verurteilt ihr diese Figur?
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Jurek Becker wurde am 30. September 1937 in Lodz (Polen) geboren.

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