Jurek Becker Irreführung der Behörden

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Inhaltsangabe zu „Irreführung der Behörden“ von Jurek Becker

»Mit einem Märchen beginnt es. Mit dem Märchen von der Macht der Liebe, deren Zauber die Welt verwandelt, schlägt Becker sofort das Leitmotiv seines Buches an. Die Poesie und der prosaische Alltag, die Vision und die graue Realität, der Traum und das harte Leben – diese fundamentalen Gegenüberstellungen sind so alt wie die Praxis der Dichter, sie immer wieder am Beispiel der Beziehungen des einzelnen zur Gesellschaft zu demonstrieren. Nur daß in der Literatur stets eine simple Schneiderregel gilt: Aus alt mach neu! Daran hält sich Becker mit ebenso natürlicher wie genau kalkulierter Grazie… Wird der Roman, obwohl ein höchst poetisches Buch, auf den Bestseller-Listen landen? Es ist Jurek Becker zu wünschen und auch den deutschen Lesern diesseits und jenseits der Elbe.«
»Marcel Reich-Ranicki, Die Zeit«

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  • Rezension zu "Irreführung der Behörden" von Jurek Becker

    Irreführung der Behörden

    PaulTemple

    02. July 2011 um 09:33

    Das Klischee der verkopften und eintönigen DDR-Literatur wird von Jurek Becker in diesem Roman glänzend und eindrucksvoll widerlegt! Mit einer wohltuenden Leichtigkeit und einer großen Portion Humor erzählt er von den Bemühungen des gelangweilten Jurastudenten Gregor, im Berlin der 60er Jahre als Schriftsteller Fuß zu fassen. Permanent im Teufelskreis aus kreativen Ideen, ablehnenden Verlegern und Selbstzweifeln, steht ihm seine Freundin und spätere Frau Lola kritisch zur Seite.

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  • Rezension zu "Irreführung der Behörden" von Jurek Becker

    Irreführung der Behörden

    Heike110566

    04. January 2010 um 15:40

    Dieser Roman, der zweite von Jurek Becker (1937-97), erschien erstmals 1973 im Hinstorff Verlag Rostock. 1959 - Gregor Bieneck studiert in Ost-Berlin Jura. Allerdings tut er dies widerwillig. Vielmehr will er Schriftsteller werden. Er hat auch jede Menge Ideen, aber diese Ideen werden von allen Seiten belächelt und bei Verlagen scheitert er mit ihnen. Seine Freundin macht ihn deutlich, dass es ohne Kompromisse keinen Erfolg geben wird. Nachdem er das Studium aufgegeben hat und seine Freundin heiraten will, wird ihm klar, dass er nun einen Weg finden muss, von der Schreiberei leben zu können. "Irreführen der Behörden", wird sein Motto. Des Erfolges und Geldverdienens Willen passt er sich an, schreibt Verlagen, Fernsehen und Co das, was sie haben wollen. Er selbst bleibt dabei aber zunehmend auf der Strecke. Erst Jahre später, inzwischen angesehen und auch für DDR-Verhältnisse gut situiert, stellt er fest, dass nicht er die Behörden irreführte, sondern stattdessen er der Irregeführte ist. Was aber nun? ... Dieser Roman erschien während einer kurzen kulturpolitischen Frühlingsepoche der DDR. Die DDR strebte nach internationaler Anerkennung und wollte sich, als Gastgeber der X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten, kulturell und geistig offen präsentieren. Becker nutzte diese Phase punktgenau für dieses Werk, dass sich mit der Kulturpolitik und auch der Zensur kritisch auseinandersetzte. Dieser "Kultur-Frühling" dauerte aber nicht lange. Bereits 1976 wurde der kritische Liedermacher Biermann ausgebürgert, Reiner Kunze aus dem DDR-Schriftstellerverband ausgeschlossen und Becker, wegen seiner Kritik daran, aus der SED rausgeworfen. 1978 verließ Becker, mit Genehmigung der Behörden, die DDR. Er erhielt ein Dauervisum mit Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis für das sogenannte NSW (Nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet). In der BRD wurde er dann als Autor der ZDF-Anwaltsserie "Liebling Kreuzberg" bekannt.

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  • Rezension zu "Irreführung der Behörden" von Jurek Becker

    Irreführung der Behörden

    rpunkt

    02. December 2007 um 20:48

    Jurek Becker gehört zu meinem Lieblingsautoren. Ergreifend sein "Jakob, der Lügner", unvergessen die "An Manfred Krug und Otti". Auch sein zweiter, 1973 erschienende Roman "Irreführung der Behörden" überzeugt. Gregor Bieneck studiert eher unmotiviert Jura und will lieber als Drehbuchschreiber und Autor Erfolge feiern. Als sein großer Traum Wirklichkeit wird, muß er erkennen, daß er auch dafür einen Preis zahlen muß. So ganz überzeugt mich das Ende allerdings nicht, aber vielleicht ist das mit diesem Buch wie mit den meisten Dingen im Leben, sie schließen ohne finale Pointe ab.

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