Jakob der Lügner

von Jurek Becker 
4,0 Sterne bei290 Bewertungen
Jakob der Lügner
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (217):
B

Ein Radio als Hoffnungsträger - tolles Buch - Leseempfehlung !

Kritisch (23):
A

Mussten wir als Schullektüre lesen ... langatmig, ohne Spannung, teilweise verwirrend ... ich war froh als ich es beendet hatte.

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Inhaltsangabe zu "Jakob der Lügner"

Die Rote Armee ist nur noch wenige hundert Kilometer entfernt, das hat Jakob Heym zufällig erfahren. Und er erzählt es den anderen, die mit ihm eingeschlossen sind im Ghetto einer polnischen Stadt und schon fast alle Hoffnung verloren haben. Und damit die anderen ihm auch glauben, behauptet Jakob, er habe ein Radio. Nun kommen alle zu ihm, um nach Neuigkeiten zu fragen, die Mut machen, weiter auszuhalten in einer Welt, in der die Deutschen die Vernichtung der Juden betreiben. So wird aus ihm Jakob der Lügner; er lügt, um den Menschen wieder Hoffnung zu geben und damit die Kraft zu widerstehen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518468098
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:394 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:11.09.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.11.2002 bei headroom sound production erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Serwens avatar
    Serwenvor 10 Monaten
    Mit jeder Seite besser

    Ich hatte wirklich keine Lust das Buch zu lesen. Nach den ersten paar Seiten musste ich es dann für eine Weile beseite legen. Ich hatte Mühe etwas Mühe mit Beckers Stil, es fällt mir allerdings schwer zu sagen, woran dies genau lag. Als ich es dann ein zweites Mal mit diesem Buch versuchte, war dieses Gefühl bereits zehn Seiten später spurlos verschwunden. Jakob der Lügner ist stimmungsvoll, spannend, witzig und originell. Die Charaktere sind allesamt glaubwürdig normal und dennoch verschieden genug. die vorkommenden Figuren sind keine überzeichneten Stereotypen und dennoch ist jede Person mit einem eigenen Charakter ausgestattet.


    Kurz: Mitreissende Geschichte, überzeugende Personen, wichtiges Thema

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    Heysemauss avatar
    Heysemausvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Immer wieder berührend
    Sensationell

    Sensationell tolles Buch, das auch schon mehrfach verfilmt wurde. Mit "Jakob der Lügner" ist der Ostberliner Becker damals auch in Westdeutschland bekannt geworden. Ich habe die Geschichte schon mehrmals gelesen, immer wieder berührend.

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    musiclovers avatar
    musiclovervor 2 Jahren
    Man fühlt sich mitten drin im Geschehen.

    Ich habe ein wenig gebraucht um in dieses Buch hinenzufinden und mich mit der Schreibweise des Autors auseinander zu setzten. Aber dann fand ich dieses Buch wirklich lesenswert. Es erzählt in einer so authentischen Art und Weise über das Leben im Ghetto das man beinahe das Gefühl bekommt direkt im Geschehen dabei zu sein. Man ntwickelt gewisse Sympatien für die Charaktere und fiebert mit ihnen mit. Das Buch baut sich spannend auf, lässt Fragen offen und hinterlässt einen bleibenden Eindruck beim Leser.

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    A
    Angel10vor 2 Jahren
    Jakob der Lügner

    - spielt in einem jüdischen Ghetto
    - Jakob hört durch einen Zufall einen Frontbericht
    - Hoffnung ergreift die Menschen

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    anina21s avatar
    anina21vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Tolle Geschichte über die Lebenssituation im Ghetto. Das Ende ist gut aufgeteilt mit zwei Enden. Jakob wird sehr positiv beschrieben
    Jakob der Lügner

    Um einen verzweifelten Leidensgenossen im Ghetto vor einem gefährlichen Vorhaben abzuhalten, erzählt ihm Jakob Heym vertraulich von einer hoffnungsvollen Nachricht, die er zufällig erfuhr, und um glaubwürdig zu sein, lügt er und behauptet, ein Radio zu besitzen – was Juden bei Todesstrafe verboten ist ...

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    Fabulas avatar
    Fabulavor 3 Jahren
    Jakob der Lügner

    Jakob der Lügner

    So wie ich es allzu gerne tue, möchte ich auch hier mit einem mich besonders berührenden Zitat beginnen:

    "Bleiben Sie mir doch vom Leib mit Ihrem >trotzdem<! Genügt es Ihnen nicht, dass wir so gut wie nichts zu fressen haben, dass jeder fünfte von uns im Winter erfriert, dass jeden Tag eine halbe Strasse zum Transport geht? Das alles reicht noch nicht aus? Und wenn ich versuche, die allerletzte Möglichkeit zu nutzen, die sie davon abhält, sich gleich hinzulegen und zu krepieren, mit Worten, verstehen Sie mit Worten versuche ich das! Weil ich nämlich nichts anderes habe! Da kommen Sie mir und sagen, es ist verboten."

    Inhalt:

    Jurek Becker erzählt in seinem weltberühmten Roman die Geschichte des Juden Jakob, der im Ghetto zum Lügner wird, um anderen Hoffnung zu geben. Schnell verbreitet sich der Schwindel, dass er ein Radio besitze, im ganzen Lager. Jakob wird von den anderen mit Fragen über die Nachrichten des Kriegverlaufes (2. WK) bestürmt, die er so eigentlich gar nicht beantworten kann. Bis zum Ende verstrickt er sich immer weiter in seine Lügen. Und es half den anderen, seit dem Bekanntwerden des vermeintlichen Radios gab es keine Selbstmorde mehr...


    Leseerlebnis:

    Das Buch war für mich nicht ganz einfach zu lesen. Ich musste es zwischendurch zur Seite legen und mich einem anderen widmen. Gerade zu Beginn des Buches musste ich mich etwas in den Schreibstil einfinden und vermisste die Spannung. Als dann ca. die Mitte geschafft war ging es plötzlich sehr zügig voran. 

    Die Thematik (Nazideutschland, Ghettoisierung von Juden, Deportationen, 2. Weltkrieg, Zwangsarbeit, dt. Willkür) ist keine für 'leichte Lesestunden'. Dem muss man sich bewusst sein. Das Buch ist fordernd, lässt einen zum Teil fassungslos zurück und nimmt einen mit in eine Welt, die so nie hätte existieren dürfen. Das Bewusstsein, das sich das Erzählte genau so in einem Ghetto hätte abspielen können, gibt dem Leser ein flaues Gefühl im Bauch. Und plötzlich durchkreuzen freudige Szenen das Elend: die Liebe zwischen Rosa und Mischa oder das aufgeweckte Mädchen, Lina, welches nie unglücklich zu sein scheint, obwohl ihre Eltern bereits deportiert wurden.  -- Dieses Buch zeigt, wie viel man erreichen kann, wenn man die Hoffnung nicht aufgibt. Sogar in Extremsituationen ist 'positiv denken' die einzige Rettung.

    Empfehlung:

    Es gibt zahlreiche Bücher über diese Thematik. Wir alle sollten uns mit ihr befassen. 'Jakob der Lügner' ist eine gute Möglichkeit dafür, aber noch lange nicht die einzige. 

    Ich empfehle dieses Buch vor allem auch jenen, die Mühe mit dem Thema haben. In diesem Buch ist der grösste Schrecken etwas ausgeklammert, nicht allzu deutlich genannt, doch wir alle wissen was passierte, wenn eine ganze Strasse deportiert wurde...


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    Laurada11s avatar
    Laurada11vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Besser als erwartet
    Ein tiefer Einblick in das Leben der Juden im 2. WK

    Der Jude Jakob wird am Abend in die Wache geschickt und belauscht dort einen Radiobericht, welcher Hoffnung geben soll. Die Befreiung rückt näher, da die Russen nicht mehr weit entfernt sind! Diese Nachricht möchte er verbreiten und um seiner Glaubhaftigkeit zu helfen, erzählt er, dass er ein Radio besitze. Nun wollen die Bewohner des Ghettos regelmäßig neue hoffnungsvolle Nachrichten erhalten.

    Ich fand das Buch sehr bewegend und es hat einen ganz neuen Einblick in die Zeit ermöglicht. "Plötzlich war morgen auch noch ein Tag". Es berichtet von der Kraft, die Hoffnung verleihen kann und was passiert, wenn sie Menschen wieder genommen wird. 

    Die 3 Sterne gibt es, weil es das Buch nicht geschafft hat, mich in seinen Bann zu ziehen. Ich fand die Geschichte sehr gut erzählt, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ich unbedingt weiterlesen möchte. Trotzdem ist es sehr empfehlenswert, sich doch dazu zu überwinden und es zu lesen.

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    Porcelaine87s avatar
    Porcelaine87vor 5 Jahren
    „(...) seit gestern ist morgen auch noch ein Tag.“

    Dieses Zitat aus dem Buch „Jakob der Lügner“ von Jurek Becker beschreibt die aufkeimende Hoffnung der Ghettobewohner, nachdem sie die frohe Botschaft des Vormarschs russischer Truppen vernahmen. Urheber dieser Nachricht ist der Jude Jakob Heym, welcher in den Straßen des Ghettos umherwandert und, beobachtet von einem Aufseher, einer willkürlichen Bestrafung zugeführt werden soll. Furchtsam begibt er sich zum Revier, wo er vom Zufall überrumpelt einen Radiobeitrag hört, welcher von der Stadt Bezanika berichtet und den dortigen Vormarsch der russischen Soldaten thematisiert. Nachdem Jakob seiner Bestrafung entgehen konnte beschließt er die frohe Botschaft unter den Ghettobewohnern zu verbreiten, die in der düsteren Welt Hoffnung schöpfen, die sie schon lange begraben hatten. Getrieben von friedensstiftenden Gedanken beschließt Jakob kurzerhand, dass er den neugewonnenen Optimismus der Menschen im Ghetto aufrechterhalten möchte und beginnt eine Geschichte nach der anderen zu erfinden...

    Zum Buch selbst muss man nicht sonderlich viel sagen. Es ist ein Roman, den jeder Mensch lesen sollte, beschreibt er das Leben, die Willkür, die Gefühle und die Hoffnungslosigkeit in einem Ghetto in der Zeit des Nationalsozialismus auf eine ergreifende und zugleich fesselnde Art und Weise. Der Ich-Erzähler gibt dabei aus seiner Perspektive die Geschichte um Jakob Heym sowie anderen Bewohner derart plastisch wieder, dass die Empathie eines jeden Lesers bis zum Äußersten beansprucht wird und ein Mitfühlen, Zittern und Bangen unausweichlich macht. Dadurch, dass der Autor Jurek Becker selbst in einem Ghetto gefangen war und den Holocaust am Leib spüren musste, ermöglicht er einen tiefen Einblick in die Seele und das Leben der Bewohner, dass der Rezipient die ein oder andere Träne nicht unterdrücken werden kann. Unbedingt lesen!

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    G
    gina_vor 6 Jahren
    Rezension zu "Jakob der Lügner" von Jurek Becker

    Ich musste das Buch nach wenigen Seiten beiseite legen, erneut in die Hand nehmen, weiterlesen, und mich in die Geschichte erst hineinfinden, ehe ich das Buch schließlich nicht mehr aus den Händen legen konnte. Mit jeder Seite steigt die Spannung und ich wurde mehr in das Leben von Jakob hineingezogen. Eine zutiefst ergreifende Geschichte, die sich im Ghetto von Lodz 1944 zuträgt. Jakob´s Lüge ein Radio zu besitzen, beginnt, sich unerwünscht wie ein Lauffeuer auszubreiten. Immer enger ziehen sich die Kreise, die Last, die auf Jakob ruht den Bewohnern neue, hoffnungsvolle Nachrichten zu übermitteln. Mehr und mehr baut Jakob, inmitten der ersten Deportationen und Todesfälle eine Welt auf, die er schließlich vor seinen Augen mit dramatischer Brutalität zerbrechen sieht.
    Selten war ich nach einem Buch so mitgenommen. Ein Überlebenskampf, der hautnah mitzuerleben ist.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Jakob der Lügner" von Jurek Becker

    Ich habe dieses Buch im Rahmen eines Seminars zu Jurek Becker gelesen und fand es am Anfang weniger spannend. Man muss sich erst einmal an die Schreibweise mit ihren Perspektivenwechseln und ihren Schachtelsätzen gewöhnen, ehe man sich in das Buch hineinlesen kann und alles in allem ist diese Eingewöhnung recht Anstrengend. Hat man das aber überstanden, wird das ganze schon eine Spur ansprechender.
    Durch die Perspektivenwechsel und die vielen Einschübe seitens des Erzählers behält man eine Distanz zum Geschehen wird trotz der Schwere mancher Ereignisse nicht so tief in die Geschichte hineingezogen, dass es einen trifft. Das fand ich sehr angenehm und auch die zwei verschiedenen Enden haben einem das Thema - also Juden im Ghetto & ihre Vernichtung - erleichtert. Inhaltlich wurde auch sehr schön dargestellt, wie sich eine Lüge verbreiten kann, wie sie zustande kommt und wie sie wirkt.
    Ein lesenswertes Buch.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    L
    Findet ihr die Luegen in Jakob der Luegner nachvollziehbar, ja vielleicht sogar heldenhaft, oder verurteilt ihr diese Figur?
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