Die Verblendeten

von Jusi Joesk 
4,4 Sterne bei5 Bewertungen
Die Verblendeten
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JuergenEdelmayers avatar

Spannender Thriller mit gesellschaftlich brisanten Themen

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Inhaltsangabe zu "Die Verblendeten"

Die zwangsverheiratete Türkin Ayse findet ihren Freund tot in der Wohnung. Ihr Ehemann ist spurlos verschwunden. Er will seine Ehre durch Ayses Tod widerherstellen und plant einen Terroranschlag. Bevor es dazu kommt, geschieht ein weiterer Mord. Dieselbe Tatwaffe kam vor fünf Jahren bei der Ermordung einer Polizistin zum Einsatz und stammt aus rechtsradikalen Kreisen. Für die Kommissare beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783958130999
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:300 Seiten
Verlag:edition oberkassel
Erscheinungsdatum:20.07.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Zsadistas avatar
    Zsadistavor 10 Monaten
    Rezension zu "Die Verblendeten"

    Ayse Yilmaz ist auf der Flucht vor ihrer Familie. Eingesperrt und zwangsverheiratet will sie so nicht mehr weiter leben. Sie ist seit drei Jahren untergetaucht und hat einen neuen Freund. Doch als sie nach einem Streit mit ihm nach Hause kommt, ist ihre Wohnung aufgebrochen. Panisch ruft sie die Polizei, weil sie ihren Ehemann und Bruder in der Wohnung vermutet. Die Polizei findet jedoch den ermordeten Freund von Ayse.

    Zuerst gerät sie in Verdacht, ihn umgebracht zu haben. Doch schnell kann Hauptkommissarin Liecke erkennen, dass Ayse unter Opferschutz gestellt werden muss. Nach und nach ergeben sich erschreckende Erkenntnisse in dem Fall. Es ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick erscheint.

    „Die Verblendeten“ ist ein Krimi aus der Feder des Autorenduo Jutta Siorpaes und Jörg Schmitt-Kilian. Bekannt sind die Beiden unter dem Namen Jusi Joesk.

    Der Krimi ist in der Gegenwart geschrieben. Ich tue mir damit immer etwas schwer, weil ich die Erzählweise etwas seltsam finde. Dies ist aber nur ein persönliches Problem und ich wollte es nur erwähnt haben, hat aber nichts mit meiner Bewertung an sich zu tun.

    Die Story selbst ist wirklich spannend geschrieben. Der Inhalt ist soweit gut heraus gearbeitet und bietet einiges. Die Charaktere selbst sind entweder sympathisch, wie Hauptkommissarin Liecke oder unausstehlich wie Kommissar Lukas Arnold. Man stolpert auch über einige spannende Wendungen in dem Fall. Ich fand das Buch bis Seite 332 wirklich gelungen in allen Ecken und Kanten, auch wenn mir manchmal einige Verbindungspunkte gefehlt haben.

    Danach hätte ich dann auch besser das Buch zur Seite gelegt und mir die letzten 40 Seiten erspart. Dann wäre ich hier immer noch begeistert und hätte Stoff für eine 5 Sterne Rezension. Ich habe das Buch allerdings fertig gelesen und das hat mir dann die ganze Euphorie genommen.

    Auf den letzten Seiten musste dann unbedingt und mit aller Macht noch eine Liebesgeschichte reingequetscht werden. Dazu kommt dann noch, dass es die unglaubwürdigste und unnötigste aller Zeiten ist. Es hat mir die Person Lena Liecke mit einem Schlag absolut unsympathisch gemacht.

    Dazu kommt, dass die Lösung des eigentlichen Falles nur noch so hopplahopp im Hintergrund abgearbeitet wird. Es kam mir schon so vor, als hätten die Autoren selbst keinen richtigen Plan, wie sie den Fall rund hätten abschließen können. Da gesteht der Täter am Ende einfach alles so mir nichts dir nichts. Super, dann braucht man gar keine Beweise mehr vorzulegen. Mir hätte es besser gefallen, wenn anstatt des Liebesgeturtels einfach die Lösung des Falles anständig behandelt worden wäre.

    Die letzten drei vier Seiten sind dann wieder bombe, wie der Anfang des Buches.

    Der Fall selbst ist sehr interessant und passt in unsere Zeit. Jedoch waren mir manche Verbindungen nicht so ganz klar und ich hätte mir noch mehr Auflösung darin gewünscht. 

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    JuergenEdelmayers avatar
    JuergenEdelmayervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannender Thriller mit gesellschaftlich brisanten Themen
    Thriller um verblendete Fanatiker

     

    Unter dem Namen Jusi Joesk haben die promovierte Historikerin Jutta Siorpaes und der ehemalige Kriminalbeamte Jörg Schmitt-Kilian den Thriller „Die Verblendeten“ geschrieben. Das Autorenduo befasst sich in seinem Roman mit brisanten aktuellen Themen. Es geht um Ehrenmorde und Terrorismus.

     

     

    Zur Handlung

     

    Die Polizistin Lena Lieck soll die Sicherheit der von ihrer Familie bedrohten Türkin Ayse gewährleisten. Ayse hat sich einer Zwangsverheiratung widersetzt und ist untergetaucht. Doch dann wird die Leiche ihres deutschen Freundes in ihrer Wohnung gefunden. Trotz Lenas Bemühungen läuft die junge Türkin ihrem Mörder in die Arme. Als sich herausstellt, dass Ayses Freund als V-Mann gearbeitet hat, wächst sich der Fall aus. Plötzlich mischt der Verfassungsschutz mit, hält aber mit wichtigen Informationen hinterm Berg. Der Umstand, dass mit der Tatwaffe vor Jahren eine Kollegin Lenas ermordet wurde, sorgt für zusätzliche Brisanz. Damals wurden Lena und ihr Kollege Tom von dem Mörder als Geisel genommen – und der ist noch immer auf freiem Fuß.

     

     

    Mein Eindruck

     

    „Die Verblendeten“ startet rasant und baut schon nach wenigen Seiten viel Spannung auf. Sehr gut gefallen hat mir (von einer Ausnahme abgesehen, doch dazu später mehr) die Gestaltung der Charaktere. Diese sind sehr vielschichtig geraten und alles andere als perfekt. Die Ermittler machen Fehler, die durchaus nachvollziehbar sind. Das sorgt für ein gehöriges Maß an Authentizität. Die verdankt der Roman vermutlich auch der Erfahrung des ehemaligen Kriminalbeamten Jörg Schmitt-Kilian. Dass der Schauplatz Koblenz und Umgebung anschaulich beschrieben wird, trägt das Seinige zum Unterhaltungswert dieses Romans bei.

     

     

    Kritik und Fazit

     

    Doch einen Kritikpunkt gibt es: Seine ungeheure Themenfülle, die dem Handlungsablauf und der Entwicklung wenigstens einer Figur nicht so sehr gut tut: Verfassungsschutz, Ehrenmord, Terrorismus und Rechtsradikalismus, dazu die Geschichte einer alten Rache, deren Rechnung noch nicht beglichen ist. Schließlich die persönlichen Probleme der handelnden Figuren, insbesondere Lena und Tom. Das ist m.E. für einen 370 Seiten umfassenden Roman einfach zu viel Stoff. Ich persönlich fühlte mich da etwas erschlagen und die Aufklärung der Mordfälle geriet für mich am Ende zu oberflächlich. Auch die Wandlung eines für meinen Geschmack recht plakativ gezeichneten Charakters erfolgte mir insgesamt zu plötzlich.

     

    Trotz dieser Schönheitsfehler ist „Die Verblendeten“ ein spannender Thriller, der brisante gesellschaftliche Themen aufgreift. Freunden von Polizeiromanen dürfte er gefallen und wer Koblenz und Umgebung kennt, wird an der Beschreibung der Schauplätze seine zusätzliche Freude haben.


    Diese Rezension gibt es auch auf meinem Blog:
    http://autoreninfo.over-blog.de/2017/08/buchbesprechung-jusi-joesk-die-verblendeten.html

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    eskimo81s avatar
    eskimo81vor einem Jahr
    Tausendmal hat er diese Bewegung trainiert. Tausendmal ist nichts passiert

    Ayse ist Türkin und in Deutschland aufgewachsen. Sie dachte immer, dass ihre Eltern den türkischen Bräuchen abgeschworen haben, merkt aber, als man sie zwangsverheiratete, dass nichts so ist, wie sie denkt.
    Als sie flüchten kann beginnt sie ein neues Leben, bis an den Tag, wo ihr Freund ermordet wird. Hat sie ihr Ehemann gefunden? Will er sie umbringen um seine Ehre wiederherzustellen?

    Edition Oberkassel - ein kleiner feiner Verlag? Ich kannte diesen nicht, bis ich bei Lovelybooks darauf gestossen bin und den Newsletter abonnierte. Interessante Bücher veröffentlichen sie, aber sind sie auch lesenswert? Gespannt nahm ich den Krimi in die Hand - offen für neues, aber irgendwie auch voreingenommen. Es gibt zu viele gute Autoren und die veröffentlichen leider nur bei den grossen, aber genau deshalb muss man auch allen anderen ne Chance geben und das habe ich getan. Zum Glück!

    Sehr schnell merkte ich, wo, ich halte ein Goldstück in meinen Händen. Ein Krimi der Créme de la Créme. Ein Krimi, den jeder Liebhaber von Spannungsliteratur gelesen haben muss. Eine heikle Thematik in ein spannungsgeladenes Buch gepackt, das mich nicht mehr losgelassen hat. Gut, ich finde es sehr mutig in der heutigen Zeit ein solch offenes Werk über Hass, Neonazis, Rassendiskriminierung zu schreiben. Sogar der Ermittler wurde an das Klischee angepasst und war bei den Ermittlungen sehr voreingenommen. Aber trotz allem hatte ich nie das Gefühl, belehrt zu werden. Trotz allem blieb es Krimi, ein Krimi, der aber tief unter die Haut geht weil viel zu viele Fakten für die Realität sprechen. Genau das könnte passieren.

    Das Autorenduo, ein Kriminalhauptkommissar und eine Historikerin passen hervorragend zusammen und haben ein Werk verfasst, das mich sprachlos zurücklässt. Einfach ein Krimi, den man lesen muss und von dem man süchtig wird.

    Fazit: Was für ein genialer Krimi! Spannungsgeladen, süchtig machend und dann noch ein Thema, das alle beschäftigt. Wow, da kann ich nur sagen. Lesen, jeder, der Spannung mag, MUSS diesen lesen.

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    Tintentauchers avatar
    Tintentauchervor einem Jahr
    EditionOberkassel_Verlags avatar
    EditionOberkassel_Verlagvor einem Jahr

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