Das Alphabethaus

von Jussi Adler-Olsen 
3,7 Sterne bei489 Bewertungen
Das Alphabethaus
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Inhaltsangabe zu "Das Alphabethaus"

Der Absturz zweier britischer Piloten hinter den feindlichen Linien …
Ein Krankenhaus im Breisgau, in dem psychisch Kranke als Versuchskaninchen für Psychopharmaka dienen …
Die dramatische Suche eines Mannes nach seinem Freund, den er dreißig Jahre zuvor im Stich gelassen hat …
»Eine unfassbare Geschichte: die Schrecken des Krieges und das Schicksal psychisch zutiefst beschädigter Patienten einer Nervenheilanstalt auf der einen Seite, die Freundschaft zweier englischer Piloten und die Suche nach einem Verschwundenen auf der anderen, gehört zum Besten, was Jussi Adler-Olsen je geschrieben hat. Wie er das groteske Elend der Patienten einer Nervenklinik als Folge des Krieges schildert, ist anrührend und beklemmend zugleich. Man liest das Buch mit allen Sinnen.« Ingrid Brekke in ‚Aftenposten‘

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423214605
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:592 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.08.2013
Das aktuelle Hörbuch ist am 23.01.2012 bei Der Audio Verlag erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Caro_Lesemauss avatar
    Caro_Lesemausvor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Zwischendurch immer wieder spannende Szenen, insgesamt aber eher langatmig und zu konstruiert für meinen Geschmack
    Was hält die Psyche alles aus?

    Bryan und James sind Freunde seit Kindertagen und werden als britische Piloten 1944 bei einem Aufklärungsflug über Dresden abgeschossen. Sie "retten" sich auf einen Lazarettzug und geben sich als psychisch kranke SS-Offiziere aus, um zu überleben. Welche Qualen und Experimente sie in einer Freiburger Nervenheilanstalt erdulden müssen, wird im 1. Teil des Romans geschildert. Doch sie sind nicht die einzigen Simulanten und schon bald kommen ihnen drei gefährliche Männer auf die Schliche... 28 Jahre später wird Bryan von den damaligen Ereignissen erneut eingeholt. Er macht sich zum wiederholten Male auf die Suche nach James, der nie aus dem Krieg nach Hause kam - dieses Mal kehrt er persönlich an den schrecklichen Ort der Vergangenheit zurück.

    Die von Lovelybooks getroffene Einordnung als Krimi scheint mir nicht gerechtfertigt. Der Verlag weist das Buch dagegen als Roman aus. Es gibt durchaus spannende Elemente bzw. Szenen im Laufe der Geschichte, aber viele Stellen waren auch sehr langatmig und unnötig detailliert ausgeführt. Man hätte den Roman sicherlich um 100 Seiten kürzen können, ohne wirklich etwas von der Geschichte einzubüßen. Für meinen Geschmack hätte dagegen der 1. Teil, in dem es um die Methoden der psychiatrischen Anstalt ging, an manchen Stellen noch weiter ausgeschmückt und zum Ausgleich dort redundante Szenen weggelassen werden können. Den 2. Teil fand ich im Vergleich dazu recht langweilig, wobei das Finale dann doch nochmal spannend wird (wenn auch in der Auflösung an sich vorhersehbar, aber es ist spannend geschrieben). Die Geschichte wird in der 3. Person hauptsächlich aus Bryans Sicht erzählt, es gibt aber auch Perspektivwechsel mit den anderen Protagonisten. Dies geschieht häufig auch mitten im Kapitel, ist aber durch einen neuen Absatz abgegrenzt und wird auch so eingeleitet, dass man sofort weiß, dass nun aus der Sicht einer anderen Person weiter erzählt wird. Das fand ich als Stilmittel ganz gut gelungen und abwechslungsreich. Gleichzeitig führte es dann aber stellenweise leider zu einer künstlichen Verlängerung der Handlung. 
    Potential hätte das Buch für noch tiefere Einblicke in die Psychiatrie und die damaligen Behandlungsmethoden gehabt, das wäre wirklich ausbaufähig gewesen und hätte den Roman auch um einiges spannender gemacht. So werden diese Dinge zwar thematisiert, bleiben aber irgendwie nur an der Oberfläche. Die Langzeit-Auswirkungen kommen aus meiner Sicht auch zu kurz (bis auf einen der Protagonisten, aber da ist dann wieder die Entwicklung irgendwie unglaubwürdig). Bryans Recherche driftet dann auch immer mehr ins Über-Konstruierte ab bzw. bedient sich Nebenpersonen, die nicht notwendig gewesen wären.

    Fazit:
    Ich habe mich mit dem Roman etwas schwer getan - wahrscheinlich hatte ich einfach andere Erwartungen an diesen Bestsellerautor. Insgesamt war ich daher eher enttäuscht, da ich einen spannenden Krimi vermutete. Das ist das Buch nicht, aber auch als "normaler" Roman konnte es mich nicht vollständig überzeugen. Der Anfang beider Abschnitte im Buch ist jeweils ziemlich langatmig und die wirklich spannenden Szenen kann man letztlich auch an den Fingern abzählen. Dafür wären andere Abschnitte noch eher ausbaufähig gewesen.

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    Luthien_Tinuviels avatar
    Luthien_Tinuvielvor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Spannender Thriller in zeithistorischem Setting, nicht der typische Adler-Olsen.
    Atypischer Thriller in historischem Setting

    "Als Brian das rote Kreuz auf den Dächern sah, atmete er tief durch. Trotz der vielen Sandsäcke, trotz der vergitterten Fenster im ersten und zweiten Stock und trotz etlicher Wachen mit Hunden wirkte die Anlage tatsächlich wie ein ganz normales Krankenhaus. >Aber lass dicch nicht täuschen<, dachte Brian, als man ihn zu den Gebäuden brachte. Wer ihn in diesem Moment anlächelte , konnte im nächsten Augenblick schon sein Henker sein..."

    "Das Alphabethaus" war der Debütroman des dänischen Bestsellerautors Jussi Adler-Olsen. Der Thriller ist anders als seine späteren Werke, sowohl stilistisch wie auch mit seinem inhaltlichen Schwerpunkt.

    Inhalt:
    1944 stürzen die beiden englischen Piloten Bryan und James über Nazideutschland ab. Durch Glück gelingt es ihnen, zu überleben und sich in einen Krankentransport der Nazis zu flüchten. Dort nehmen sie die Plätze zweier hochrangiger SS-Offiziere ein und mimen fortan Geistigkranke. In einem Sanatorium im Schwarzwald werden sie untergebracht. Doch das Sanatorium entpuppt sich bald als Hölle auf Erden.
    Jahre später leben die Erinnerungen und Ereignisse der damaligen Zeit noch einmal gewaltsam auf...

    Meine Meinung:
    Ich weiß nicht so ganz, was ich von dem Werk halten soll. Die Handlung spielt chronologisch auf zwei Zeitebenen. Die Idee mit der Psychiatrie und den Simulanten finde ich sehr gelungen, doch musste ich mich als Freund von Adler-Olsens späteren Werken zunächst an den anderen Schreibstil gewöhnen. Der Stil ist toll, nur einfach ungewohnt. Auch sonst hat mich die Handlung des Werkes in seinen Bann gezogen, wenn auch leider nicht ganz so, wie ich es mir bei der spannenden Thematik erhofft hätte. Die Charaktere werden detailliert ausgearbeitet und ihnen hierdurch Leben eingehaucht, dennoch konnte ich nicht alle Entwicklungen der Geschichte sinnvoll nachvollziehen.

    Fazit:
    Ein spannender Psychiatrie-Thriller in historischem Setting, der durch tolle Charakterisierungen und interessante Handlung und Idee überzeugt, der mich jedoch nicht vollständig in seinen Bann ziehen konnte.

    3,5 Sterne

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    ulrikerabes avatar
    ulrikerabevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Nahezu haarsträubender Plot, trotzdem sehr spanend erzählt.
    Unglaublich, aber unglaublich mitreißend

    Bryan und James, zwei junge britische Kampfpiloten im WK II, Freunde seit frühester Jugend, werden bei einem Aufklärungsflug über Deutschland abgeschossen. Bei ihrer abenteuerlichen Flucht vor den Deutschen landen sie in einem Lazarettzug voll verwundeter SS-Offiziere. Beide nehmen die Identität eines jeweils sterbenden Deutschen an, nicht ahnend, dass dieser Schachzug sie geradewegs in die Hölle befördert. Wochen und monatelang müssen die beiden in einem Lazarett für schwerst traumatisierte SS-Angehörige, der Sprache beraubt, um sich nicht als Briten zu identifizieren, sich unsäglichen Behandlungen und Torturen aussetzen. Aber die beiden sind nicht die einzigen, die ihren Geisteszustand simulieren….
    Bryan, dem letztlich die Flucht gelingt, schafft es, ein normales Leben in England aufzubauen, wird Arzt, heiratet. Jahrzehnte später kommt er in das verhasste Deutschland zurück, unermüdlich auf der Suche nach James, der seit dem Krieg als verschollen gilt.
    Jussi Adler Olsen schafft mit diesem Roman eine ganz besonders bedrohliche und erschreckende Atmosphäre. Auch wenn die Geschichte der beiden Piloten nicht immer realistisch erscheint, die Schilderung der Qualen und des Grauens, dem sie ausgesetzt sind, machen einige unlogische Unzulänglichkeiten wieder wett. In gewohnt mitreißender Art holt der dänische Autor den Leser ab und befördert ihn an Orte des Schreckens.
    Der Roman scheint aus medizinisch psychologischer Sicht gut recherchiert, trotzdem bleibt ein wenig das Unvermögen zu glauben, was ein Mensch tatsächlich alles aushalten und überleben kann. Die Auslöschung einer Identität aufgrund physische und vor allem psychischer Gewalt scheint kaum aushaltbar.
    Aufgrund der erzählerischen Professionalität war der Roman für mich ein wahrer Pageturner, die Geschichte der beiden jungen Männer wird mich so bald nicht loslassen,

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    A
    alanrickvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Lieblingsschriftsteller
    Das Alphabethaus

    Immer wieder spannende Krimis von Jussi Adler Olsen

    Kommentare: 1
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    aliinaa1309s avatar
    aliinaa1309vor 2 Jahren
    Lehrreicher Kriegsroma

    Da ich ein großer Fan der Sonderdezernat Q Reihe vom selben Autor war, war ich gespannt über eine Geschichte mit anderen Personen. Leider hatte ich ein geringes Vorwissen von dieser Lektüre weshalb ich äußerst überrascht war als ich anfing vom 2. Weltkrieg zu lesen. 

    In diesem Buch geht es um die Engländer Bryan und James, die dicke Freunde waren. Bei einem Luftangriff stürzten sie über Deutschland ab und ihre einzige Chance zu überleben war, unter falscher Identität in ein Sanatorium für "Geisteskranke" eingeschleust zu werden. Sie müssen nun "Geisteskranke" spielen um nicht aufzufallen.

    Dieses Buch besteht auf zwei Teilen. Der erste handelt von ihrer Zeit im Sanatorium während des 2. Weltkrieges. Der zweite handelt 30 Jahre später und die Suche nach einander und auch deren Entwicklung.

    Der erste Teil hat mir, im Gegensatz zu anderen Lesen hier, außerordentlich gut gefallen. Diesen Teil habe ich in einem Rutsch weggelesen weil es so spannend war. Vor allen Dingen hat mich das Sanatorium und die Handlungsstränge dort interessiert. Aber auch andere Simulanten, außer den besagten Engländern, gab es im "Alphabethaus". Einige Sachen waren leider schwer verständlich, das liegt aber daran das ich noch Schülerin bin und wir bislang nicht viel über diesen Krieg gelernt haben.

    Im abschließenden, zweiten Teil lernt man Anfangs den 30 Jahre älteren Bryan kennen. Er sehnt sich nach seinem alten Freund und sucht  in Freiburg nach ihm. Soweit war auch hier noch alles interessant und ich hatte einen guten Eindruck vom Buch. Leider fing es von da an sehr langatmig und unverständlich zu werden. Oft konnte ich Handlungen und Gedanken von Personen nicht nachvollziehen. Keiner der Protagonisten war mir irgendwie sympathisch und doch gab es hin und wieder kleine Spannungsbögen die aber schnell verflogen. Auf die geschichtlichen Zusammenhänge, die in diesem Teil eine große Rolle spielten, kann ich gar nicht erst drauf eingehen. Leider war auch das Ende absehbar.

    Zwei etwas kleinere aber doch bedeutende Aspekte haben mir außerdem auch noch zu schaffen gemacht. Es gab sowieso sehr viele handelnde Personen aus deren Sicht gesprochen wurde. Zusätzlich hatten die meisten auch noch mehrere Namen die je nach Kontext benutzt wurden (zum Beispiel wurde James sehr lange auch Gerhard und teilweise auch Erich genannt oder zwischen Petra und Peter konnte man sich auch leicht mal verlesen). Zudem gab es sehr häufige Sichtwechsel die mitten im Kapitel stattfanden und man so den roten Faden verloren hat.

    Insgesamt fand ich das Buch informativ und teilweise auch lehrreich aber ich kann es niemandem in meinem Alter (14-16) empfehlen da man doch viel Hintergrundwissen braucht. Ich würde sogar soweit gehen und es eine etwas anspruchsvollere Lektüre nennen. (nicht zu vergleichen mit Friedrich Schiller usw aber doch auch kein leichtes Buch für zwischendurch.)

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    Bibbeys avatar
    Bibbeyvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wow! Das Buch mag mich einfach nicht mehr loslassen. Unglaublich ausgeklügelt und spannend bis zum letzten Wort!
    Ein Roman mit enormer Wucht!

    Inhalt:
    Bryan und James sind seit Kindertagen Freunde. Sie sind zusammen aufgewachsen, haben viel erlebt, viel gelacht, manchmal auch geweint. Dann jedoch stellt das Leben sie vor ihre größte gemeinsame Herausforderung: Den Krieg, den die beiden Männer als englische Piloten erleben. Während die Nazis Deutschland zur Hölle machen stürzt ihr Flieger ab – auf deutschem Boden. Wie durch ein Wunder überleben die beiden, fliehen vor ihren unmittelbaren Feinden und kommen unter falscher Identität und mit viel Glück im Unglück in einen Lazarettzug, der sie direkt in eine ungewisse Zukunft befördert.

    Meinung:
    Ein gewaltiger Roman über die Kriegszeit, über unzertrennliche Freundschaft, über Intrigen, Verzweiflung, Hass und dem Streben nach Gerechtigkeit.
    Jussi Alder-Olsen hat hier wirklich ein Meisterwerk erschaffen. Das Buch ist in zwei Teilen verfasst, wobei der erste Teil die Geschehnisse während des Krieges behandelt und der zweite sich um das Leben viele Jahre danach dreht. Psychologisch hervorragend recherchiert und mit tiefen Gedanken wird der Leser mitgenommen in das „Alphabethaus“ im Schwarzwald der Kriegszeit.
    Gekonnt wechselt der Autor immer wieder in verschiedene Erzählperspektiven, ohne dass die Geschichte dabei ins Stocken gerät. Vielmehr lernen wir auf diese Weise die Gefühls- und Gedankenwelt der verschiedenen Protagonisten kennen. James und Bryan erleben den Krieg im Lazarett unter geisteskranken Männern, die meisten davon SS-Offiziere mit blutiger Vergangenheit. Doch bei manchen entpuppt sich nicht alles so, wie es scheint …

    Die Szenen sind schlüssig erklärt und mit vielen Details durchzogen, die wie durch ein Wunder zu späteren Zeitpunkten wieder an die Oberfläche treten. Immer wieder kommen neue, erschreckende Details ans Tageslicht. Die verschiedensten Charaktere sind sehr bildhaft und individuell dargestellt und machen den Roman zu einem wahren Pageturner. Adler-Olsens Schreibstil ist wirklich sehr ansprechend und angenehm, ein Buch, das sich trotz des schwer lastenden Themas flüssig lesen lässt. Der Roman ist allerdings kein „klassischer Kriegsroman“, wie man vielleicht annehmen könnte. Es handelt sich hier nicht um eine Abfolge von Kriegsereignissen, es rücken vielmehr die Auswirkungen und Nebengeschichten dieser schweren Zeit in den Vordergrund. Ein bisschen Hintergrundwissen ist daher von Vorteil, wenn man das aber nicht hat, dann will man sich wohl spätestens im Anschluss an das Buch besser über diese deutsche Geschichte informieren, die auch heute noch ein so großer Teil von dem ist, was wir sind.

    Fazit:
    Ein durch und durch gelungener Roman, der auch für diejenigen etwas ist, die sonst vor „Kriegsromanen“ abschrecken. Dieses Buch ist ganz anders, als man es erwartet und durchweg lesenswert. Ein Roman zum Nachdenken, zum Mitfiebern und zum Nicht-mehr-vergessen und vor allem ein Roman über eine ganz große Freundschaft.

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    miissbuchs avatar
    miissbuchvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Das Alphabethaus ist ein spannendes Buch, welches die Grausamkeiten der Kriegszeit aufzeigt. Allerdings sind der Anfang und das Ende etwas z
    Das Alphabethaus. Jussi Adler-Olsen

    Titel: Das Alphabethhaus
    Autor: Jussi Adler-Olsen
    Seiten: 592
    Verlag: dtv
    Handlungsort: Freiburg, Deutschland
    Erstveröffentlichung: 01. August 2013

    ~~~

    Das Alphabethaus von Jussi Adler-Olsen ist ein eigenständiges Buch und gehört nicht zur Reihe rund um Carl Mørck und Assad. Ich habe zuvor noch kein Buch von Adler-Olsen gelesen, welches nicht zu ebendieser Reihe gehört, bin aber wirklich begeistert gewesen.

    Es ist die Geschichte von Bryan und James, zwei britischen Piloten, die über deutschem Gebiet abgestürzt sind. Während des 2. Weltkriegs versuchen sie zu überleben. Ihre einzige Chance ist ein Lazarettzug, mit dem sie unter falscher Identität in Das Alphabethaus gelangen. Dieses Lazarett liegt in dem Wäldern und Bergen des Schwarzwaldes. Dort werden ausschließlich geisteskranke (dieses Wort habe ich aus dem Buch übernommen) behandelt – besser gesagt als Versuchskaninchen gehalten. Die beiden müssen ihre Krankheiten simulieren um nicht getötet zu werden, doch nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass es noch mehr Personen im Lazarett gibt, die nicht das sind was sie zu sein schein. Auch Jahre später sind die beiden von dem Alphabethaus gezeichnet und eine Reise in die Vergangenheit beginnt.
    Das Cover finde ich sehr schlicht, aber dennoch ansprechend gestaltet. Besonders gut gefallen mir die beiden Personen, die in die Tücher gewickelt auf dem Cover abgebildet sind. Ich denke, dass diese beiden Personen für Bryan und James stehen. Der Titel ist gut lesbar und natürlich passend zum Inhalt gewählt.

    Das Buch ist in zwei Teile und viele Kapitel unterteilt. Im ersten Teil erlebt der Leser den Absturz des Flugzeuges und das Leben im Alphabethaus mit. Mit diesem Teil habe ich mich zu Beginn sehr schwer getan, da die Handlung nicht richtig in Schwung kam. Besonders die Flucht, die Annahme der neuen Identitäten und der Einzug ins Alphabethaus zogen sich über mehr als 100 Seiten. Allerdings wurde es dann recht zügig doch spannend, es wurden die Behandlungsmethoden recht kurz geschildert, die Auswirkungen der Methoden waren dann aber sehr detailiert geschildert, sodass man wirklich einen guten Eindruck bekam, welche Tests an den Menschen ausgeführt wurden. Außerdem konnte durch die beiden Protagonisten noch deutlicher aufgezeigt werden, wie hart die Methoden für Simulanten waren.
    Der zweite Teil spielt 28 Jahre später, im Jahr 1972. Bryan lebt gemeinsam mit seiner Familie wieder in seiner Heimat, hat ein eigenes Haus und eine eigene Firma. Durch das Zusammenspiel von vielen Zufällen kehrt James nach 28 Jahren nach Deutschland zurück. Mit Hilfe Keith Wells, einem aus Deutschland stammenden Mitarbeiter, versucht Bryan James wieder zu finden. Denn Bryan weiß nicht, ob James die Zeit im Alphabethaus überlebt hat oder die Zeit danach. Eine spannende Reise in die Vergangenheit und die Auseinandersetzung mit den damaligen Ereignissen stellt Bryan und seine Ehe auf eine Belastungsprobe.

    Ich bin wirklich begeistert von diesem Buch, besonders der zweite Teil hat mir persönlich besonders gut gefallen. Ich fand den Schreibstil sehr angenehm und konnte mir im gesamten Buch einen guten Eindruck über die Kulisse und die Personen machen. Die Beschreibungen waren detailliert, aber nicht so sehr, dass man seine Fantasie nicht mehr brauchte. Die Protagonisten waren sehr sympathisch gestaltet und ich bin wirklich ein wahrer Fan dieser Personen geworden. Es ist Gott sei Dank nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen, auch zwischen den Freunden nicht und das gibt dem Buch ein großes Stück Realität.

    Im Anhang des Buches gibt es viele medizinische Abkürzungen und Ausmusterungsgründe für den Dienst an der Front. Ich fand das etwas „übertrieben“, da im gesamten Buch, zumindest soweit ich mich erinnern kann, nur 3 Diagnosen genannt wurden, da finde ich mehrere Seiten einfach zu viel. Und ich bin ehrlich, ich hab mir diese auch nicht durchgelesen. Ich bin wirklich begeistert davon, dass Jussi Adler-Olsen ein Buch über die Geschehnisse in Deutschland im 2. Weltkrieg geschrieben hat. Jede/r weiß, natürlich welche Auswirkungen dieser Krieg auch auf andere Länder hatte und wie „natürlich“ Freiburg beschrieben wurde.

    Für mich verdient dieser Roman 4 Sterne. Die Geschichte ist gut durchdacht, das Geschehen wird gut und detailliert beschrieben. Man hat das Gefühl Teil der Handlung zu sein. Trotz der Deklarierung als „Roman“ ist das Buch zwischenzeitlich richtig spannend. Allerdings fand ich den ersten Teil und auch das Ende etwas lang gezogen, sodass es „nur“ 4 Sterne gibt.

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    S
    seoirse_siuineirvor 2 Jahren
    Adler-Olsen, Jussi: Das Alphabethaus

    Der Roman hat einen zweispältigen Eindruck bei mir hinterlassen. Der zweite Teil, der 1972 spielt, ist recht spannend geschrieben, wohingegen die Zeit im "Alphabethaus" etwas dröge geschildert wird.

    Was mich persönlich gestört hat, sind diverse Fehler den historischen Kontext betreffend:
    Beispiele:
    - Nahezu ausgeschlossen ist die Tatsache, daß Bryan und James, die 1944 Anfang 20 sind, in die Rolle hoher SS-Offiziere schlüpfen können; der Rang eines "Gruppenführes" entspricht einem Generalmajor - 22jährige Generäle gab es sicherlich nicht.
     
    - Die Anrede eines SS-Dienstgrades erfolgte grundsätzlich ohne "Herr".

    - Adler-Olsen läßt den als "Kalendermann" bezeichneten Patienten wegen des Vormarsches der Aliierten von Tübingen nach Karlsruhe verlegen; Karlsruhe liegt aber westlich von Tübingen und wurde dementsprechend 14 Tage vor Tübingen von den französichen Truppen besetzt.

    Sicherlich sind dies nur Nebensächlichkeiten, aber gerade wenn ein Literaturverzeichnis angegeben ist (was bei Romanen eher selten ist) , sollte man historische Korrektheit erwarten.

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    WNatalieWs avatar
    WNatalieWvor 2 Jahren
    Das Alphabethaus Jussi Adler-Olsen

    Rezension folgt ......

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    lisalerchers avatar
    lisalerchervor 3 Jahren
    verstörend

    ich habe den fehler gemacht, das buch abends im bett zu lesen. die angst und die horrorerlebnisse der beiden britischen piloten, die sich in das lazarett mit hochrangigen nazis, die unter kriegspsychosen leiden (oder so tun), gerettet haben, hat mich im ersten teil wach gehalten. aber auch der zweite teil, im dem der entkommene freund den zurückgebliebenen sucht, hat an spannung nichts vermissen lassen.
    ich fand es beeindruckend, dass adler-ohlsen seinen leserInnen kaum zeit zum durchatmen lässt, weil sich spätestens auf der nächsten seite schon die nächste gemeinheit, grausamkeit oder bedrohung abzeichnet.

    einzige kritikpunkte - die regenerationsfähigkeit der verfolger am ende des ersten teils ist mir etwas übertrieben erschienen und: gelegentlich war die übersetzung etwas holprig.
    doch der straffe spannungsbogen lässt einen locker über solche details hinweglesen und hat den lesegenuss nur unwesentlich geschmältert.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    DieBuchkolumnistins avatar
    Ich biete "Das Alphabethaus" (dies ist nicht Teil der Ermittlerreihe um Carl Morck) als Wanderbuch an: Der Absturz zweiter britischer Piloten hinter den feindlichen Linien … Ein Krankenhaus im Breisgau, in dem psychisch Kranke als Versuchskaninchen für Psychopharmaka dienen … Die dramatische Suche eines Mannes nach seinem Freund, den er dreißig Jahre zuvor im Stich gelassen hat … »Eine unfassbare Geschichte: die Schrecken des Krieges und das Schicksal psychisch zutiefst beschädigter Patienten einer Nervenheilanstalt auf der einen Seite, die Freundschaft zweier englischer Piloten und die Suche nach einem Verschwundenen auf der anderen, gehört zum Besten, was Jussi Adler-Olsen je geschrieben hat. Wie er das groteske Elend der Patienten einer Nervenklinik als Folge des Krieges schildert, ist anrührend und beklemmend zugleich. Man liest das Buch mit allen Sinnen.« Ingrid Brekke in 'Aftenposten' ------------------------------------------------------------------------------------- Wie das Wanderbuch funktioniert: Ihr tragt Euch einfach der Reihe nach ein und in der Reihenfolge wird es dann auch verschickt! Die Teilnehmerzahl ist unbegrenzt. Ich schicke es heute hier los und jeder hat dann circa zwei Wochen Zeit um es zu lesen und weiterzuschicken. Geht es verloren, dann teilen sich der Absender und der Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar, wenn man länger zum Lesen braucht, dann bitte einfach hier posten. So, wer hat Lust dabei zu sein? Karla schickt los an: 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 10) ....
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    DieBuchkolumnistins avatar
    Ich bin ein riesiger Fan von Jussi Adler-Olsen und seinen Thrillern und habe deswegen auch schon gleich "Das Alphabethaus" vorbestellt, damit es hoffentlich pünktlich am 23. Januar bei mir eintrifft. Hättet Ihr evtl. Lust das Buch gemeinsam zu lesen? Falls ja, dann bitte einfach eintragen und wir starten dann pünktlich am 23.01.2012 mit dem gemeinsamen Lesen! :-)
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