Jussi Valtonen

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Autor von Zwei Kontinente.

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Zwei Kontinente

Zwei Kontinente

 (1)
Erschienen am 02.05.2017

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Rezension zu "Zwei Kontinente" von Jussi Valtonen

Zueinander finden – fast unmöglich
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Zueinander finden – fast unmöglich

Joe Chayefski ist nicht nur Neurowissenschaftler. Sondern auch einer, der sich attraktiven Frauen nicht leicht verschließen kann. Der, auch da nicht nur in dieser Hinsicht, begeisterungsfähig ist.

Natürlich versetzt in seinem Denken die Liebe Berge. Aber auch ihn auf einen anderen Kontinent? Eher nicht. Wie sich herausstellen wird. Denn der Amerikaner in Finnland, frisch verheiratet, ebenso Frischer Vater mit einer, durchaus auch, frischen Assistentin im Büro zweifelt. Auf seine Weise. Und das heißt, nicht laut und offen, nicht sich seiner selbst bewusst, sondern höchstens auf sich selbst bezogen und dann eher auch praktisch-

Was die Ehefrau, Alina, Finnin, von Beginn an mit einem schweren Stand gegenüber der Familie ihres neuen Mannes und überhaupt mit Kind und allem sensibel sogar noch eher spürt, als es für Joe praktisch werden könnte.

Karriere in der Universität in Finnland? Schwer möglich, zu langsam, zu bedächtig, zu behäbig, zu sehr auf den Status Quo aus, so kommt ihm die Arbeit vor.

Und letztlich kommt es, wie es sich andeutet. Langsam und ausführlich, zu Beginn des Romans.

Das Familienleben wird getrennte Wege gehen, vieles in der Vergangenheit verschwinden, ein neuer Anfang gesetzt.

Bis Joe die Vergangenheit einholen wird.

„Die Nadelbombe sollte allein Miriam aufrütteln, ihr einen Denkzettel verpassen“.

Bedrohungen schleichen sich in die Arbeit des Wissenschaftlers ein und werden immer handfester.

Radikale Tierschützer? Konkurrenz? Aber so bedeutsam und existenziell sind seine Forschungen doch gar nicht?

Und andere Bedrohungen setzt Valtonen im Zuge der Geschichte weit subtiler. Mit welch hoher Geschwindigkeit die Welt läuft, ohne Rücksicht zu nehmen auf das verwurzelte Leben der Menschen. Wie sehr sich privates Glück und Erfolg manchmal widersprechen könnten. Wie die Personen, jeder und jede für sich, in den Mahlstrom dieser „neuen Weltordnung“ geraten und doch nur als Individuum gesehen und anerkannt werden wollen.

Eine Weltordnung, in der auch die Natur sich ungebändigt zu entwickeln droht, in der, oft kaum sichtbar, vielfache Gefahren sich entfalten für das individuelle Leben, für das gemeinsam-gesellschaftliche Leben und für die Ökologie der Welt.

Wobei Valtonen einerseits mit Breite erzählt und andererseits versucht, vielfache Themen miteinander zu verflechten. Was eher nur im Ansatz gelingt. Denn auch wenn die „Hauptgeschichte“ mit Anfang, neuer Entwicklung und durchaus dramatischem Ende noch einen gewissen „Zug“ besitzt, verschwindet dieser manches Mal fast vollständig unter einzelnen Situationen, in denen wiederum Reflexionen über die moderne Lebensweise offen oder hintergründig transportiert werden. Was einfach kein rundes Ganzes am Ende ergibt, das Tempo in Teilen zu sehr verschleppt, um dann zum Ende hin sich fast zu überschlagen vor einschneidenden Ereignissen und Auflösungen.

Alles in allem ein zeitkritischer Roman, der die zunehmenden Schwierigkeiten des Einzelnen, eine eigene Identität zu finden, zu verwurzeln und zu behaupten interessant thematisiert, dabei aber auch hier und da zu viele Puzzle Teile in zu breiter Erzählweise in den Raum setzt.

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