Justin Torres

 3.8 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Wir Tiere, Wir Tiere und weiteren Büchern.

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Justin TorresWir Tiere
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Wir Tiere
Wir Tiere
 (14)
Erschienen am 10.08.2015
Justin TorresWir Tiere
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Wir Tiere
Wir Tiere
 (0)
Erschienen am 30.09.2013
Justin TorresWe the Animals
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We the Animals
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Erschienen am 07.03.2013

Neue Rezensionen zu Justin Torres

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KasiaJaeckels avatar

Rezension zu "Wir Tiere" von Justin Torres

Tiefer Nachhall garantiert! Ein Mustread...
KasiaJaeckelvor 2 Jahren

Auf der Buchrückseite kann man eine Empfehlung der Vanity Fair lesen:
Ein unwiderstehlicher wilder Roman über das Erwachsenwerden, der Ihnen das Herz brechen wird.“ Zitatende.

Bevor der Roman mein Herz gebrochen hat, hat er es erfüllt. Erfüllt mit dem Blick eines heranwachsenden Jungen, der mit einiger inneren Distanz auf sich und seine Familie blickt.

Die Message

Man entwickelt früh im Buch das Gefühl, dass der Ich-Erzähler der Autor selbst ist und dass er zwei Dinge auf den Weg mitgeben will. Zum einen, wie tief er seine Familie liebt und zum anderen was für einen zähen, wilden und undankbaren Sumpf seine Herkunftsfamilie gebildet hat.

Sein naiv-kindlicher und dennoch gnadenlos sezierender Blick stellt dem Leser alle Familienmitglieder vor. Im Zentrum steht aber die Beziehung zu seinen beiden Brüdern. Die drei Brüder bilden eine Front gegen die Eltern, die nur mit Mühe gegen die Herausforderungen einer Latinomigrantenherkunft ankämpfen. Kontinuierlich droht die Arbeitslosigkeit. Sowohl bei Mutter als auch bei Vater. Gleichzeitig malocht sich zumindest die Mutter in undankbarer Schichtarbeit in einer Brauerei den Buckel krumm. Die Bewältigungsmechanismen der Eltern auf ihre schwierigen Lebensumstände erscheinen zunächst typisch – Alkoholkonsum gehört zum Alltag, lautstarke Konflikte bis hin zu punktueller Gewalt ebenso.

Trotzdem ist das Buch kein typisches „böses Ghetto“-Drama!

Mit Fortschreiten der Geschichte lernen wir die Eltern als auf ihre Art liebende, fürsorgliche Eltern kennen, die sich selbst verloren haben im Sog des Lebens und der Armut.
Es ist wundervoll, wie wir durch den Blick des Kindes mitgenommen werden in die Reaktionen der Brüder und vor allem des Erzählers. Ich bin lange keinem so nachvollziehbaren Erzählpfad gefolgt, der mir aufzeigt, wie kindliche Interpretation funktioniert und kindliche Stressbewältigung.

Die Brüder sind bei weitem keine hilflosen Opfer. Sie sind jeder für sich und alle drei zusammen eine Instanz. Am besten lasse ich an der Stelle den Autor selbst zu Wort kommen:

Zitat

„Als wir Brüder waren, waren wir die Musketiere. ‚Einer für alle! Und alle auf einen!‘, schrien wir und fochten mit unseren Gabeln.
Wir waren Monster – Frankenstein, Frankensteins Braut, Frankensteins Baby. Wir bastelten Zwillen aus Buttermessern und Gummibändern, kauerten unter Autos und schossen mit Kieselsteinen auf weiße Frauen – wir waren die drei Bären, die sich an Goldlöckchen wegen des fehlenden Breichens rächten.
Die Gottezahl ist Drei.
Wir waren die Gotteszahl.“ Zitatende.

Stil

Nicht zuletzt bedient der Autor meine Vorliebe für knappen Schreibstil, wohlgewählte Sätze und unglaublich berührende Metaphern/Bilder. Eine tolle Metapher des „in den Himmel Fallens“ ist auch wunderbar auf dem Cover der Hardcoverversion des Buches umgesetzt. Mittlerweile ist das Cover der Taschenbuchversion anders, nimmt aber ebenso eine Geschichte von vielen auf.

Es gibt in dem Buch keine Einleitung oder auch klassische Spannungskurve. Der Leser wird ebenso grob und wüst in die Welt dieser Familie hineingeschleudert, wie die Protagonisten eben sind. Jedes Kapitel für sich erzählt einen Aspekt und eine neue Minigeschichte.
Alle zusammen formen ein immer schärferes Bild. Ein Bild von Ausbruchsversuchen und ein Bild einer liebevollen, völlig überforderten Familie. Bis zum Ausklang oder Schluß des Buches, welches dann eine kleine Überraschung inkl. Selbstoffenbarung des Erzählers birgt. Nun, ich habe es zumindest nicht kommen sehen.

Fazit

Das Buch hinterlässt einen tiefen Nachhall bei mir und ich gebe aus ganzem Herzen die bestmögliche Bewertung, die ich mir denken kann. Alle Daumen gereckt, keine Fragen oder „Abers“ offen.

Für Dich, mein/e werte/r LeserIn, habe ich nur eine Message: Les´das Buch!
Wenn Euch meine Rezension gefällt, freue ich mich über Blogbesuch auf www.nichtohnemeinbuch.com

Kommentare: 7
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Claudia-Marinas avatar

Rezension zu "Wir Tiere" von Justin Torres

Wir sind wie Tiere
Claudia-Marinavor 2 Jahren

Sie sind Brüder, drei Brüder - Manny, Joel und der namenlose Dritte, der Erzähler. Sie sind jung und wild, ungezügelt. Ihre Eltern sind selbst fast noch Kinder, überfordert mit der Erziehung, überfordert mit sich selbst, mit dem Leben an sich. So wachsen die drei auf, meistens sich selbst überlassen, in einem von Armut und Gewalt geprägten Umfeld. Drei Brüder, die wie eine Einheit wirken, sie gegen die Eltern und dann doch wieder alle gemeinsam an einem Strang ziehend.

Justin Torres kreiert eine merkwürdig angespannte Stimmung, fast wie ein Pulverfass, das jeden Moment hochzugehen droht. Es ist keine heile Welt, die vor meinem Auge entsteht und doch gibt es immer wieder Momente, in denen alles gut zu werden scheint, in denen ich den Eindruck habe, dass da doch noch so etwas wie eine halbwegs normale Familie und geordnete Verhältnisse entstehen können.

Doch wenn der Vater völlig überfordert den Gürtel auspackt und sich in eine Prügelorgie steigert, wenn die Mutter sich völlig grenzenlos mit ihren Kindern auf dem Boden wälzt, weil sie einfach nicht weiß, wie Erziehung geht, weil sie versucht, ihre Kinder auf diese kindliche Art zu lieben, dann weiß ich, hier wird nichts mehr gut. Die drei Brüder werden irgendwie erwachsen werden, mehr schlecht als recht - und was dann kommt? Nichts Gutes.

All das verpackt Torres in einer beeindruckenden Sprache, die mich vom ersten Satz an begeistert hat. So klar und so tiefgehend, fordernd und verletzlich. Er schafft es, eine komplexe Familiengeschichte auf relativ wenigen Seiten so zu erzählen, dass am Ende alles gesagt wurde, was gesagt werden musste - auch wenn am Ende ein offenes Ende steht, muss nicht mehr dazu erzählt werden. Es ging nicht gut aus und es wird auch nie mehr gut werden, es gab nie wirklich Hoffnung

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KaraBetas avatar

Rezension zu "Wir Tiere" von Justin Torres

Wehe, wehe! Wenn ich auf das Ende sehe!
KaraBetavor 3 Jahren

Armut, Gewalt, Vernachlässigung, Liebe, Zusammenhalt...eine Familie, drei Brüder.

Unerbittlich, rasant, drängend - der Leser wird vom Ich-Erzähler regelrecht durch seine Jugend gepeitscht. Bis zum drastischen Ende. Aus dem Wir der Brüder wird ein Ich. Verhängnisvoll, bestürzend und für mich in seiner Radikalität auch unverständlich.
 
Ein Buch, dass einen noch lange über die letzte Seite hinaus begleitet.

Vielleicht lese ich es mit dem Wissen um das Ende gleich noch einmal und verstehe es dann besser?
Für die Doofen zweimal, wie es so schön heißt.

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