Justin Torres Wir Tiere

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Inhaltsangabe zu „Wir Tiere“ von Justin Torres

Gewalt und Mitleid, Pathos und Humor die aufregendste junge Stimme aus den USA. Drei Brüder schlagen sich durch ihre Kindheit: Sie bewerfen sich gegenseitig mit Tomaten, bauen aus Müllsäcken Drachen, verstecken sich, wenn sich die Eltern anschreien, dreschen auf Paps und Ma ein, wenn diese lachen. Die Eltern, nur wenig älter als ihre Kinder, stammen aus Brooklyn er ist Puerto Ricaner, sie eine Weiße -, und ihre Liebe ist eine ernsthafte, gefährliche Sache, die die Familie zusammenschweißt, sie aber auch immer wieder zerreißt. Laut ist es in diesem Haushalt und leidenschaftlich, die Jungs sind immer hungrig und wollen mehr: mehr Fleisch, mehr Krach, mehr Wärme, mehr Leben.

Ich habe nur eine Message: LES DIESES BUCH!

— KasiaJaeckel
KasiaJaeckel

Wir Tiere. Kinder ohne Grenzen, gerissen, gefürchtet, sensibel, ängstlich. Keine Gefühle zeigend. Ein Leben zwischen Extremen.

— Buchstabenliebhaberin
Buchstabenliebhaberin

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  • Tiefer Nachhall garantiert! Ein Mustread...

    Wir Tiere
    KasiaJaeckel

    KasiaJaeckel

    01. April 2017 um 09:08

    Auf der Buchrückseite kann man eine Empfehlung der Vanity Fair lesen: „Ein unwiderstehlicher wilder Roman über das Erwachsenwerden, der Ihnen das Herz brechen wird.“ Zitatende. Bevor der Roman mein Herz gebrochen hat, hat er es erfüllt. Erfüllt mit dem Blick eines heranwachsenden Jungen, der mit einiger inneren Distanz auf sich und seine Familie blickt. Die Message Man entwickelt früh im Buch das Gefühl, dass der Ich-Erzähler der Autor selbst ist und dass er zwei Dinge auf den Weg mitgeben will. Zum einen, wie tief er seine Familie liebt und zum anderen was für einen zähen, wilden und undankbaren Sumpf seine Herkunftsfamilie gebildet hat. Sein naiv-kindlicher und dennoch gnadenlos sezierender Blick stellt dem Leser alle Familienmitglieder vor. Im Zentrum steht aber die Beziehung zu seinen beiden Brüdern. Die drei Brüder bilden eine Front gegen die Eltern, die nur mit Mühe gegen die Herausforderungen einer Latinomigrantenherkunft ankämpfen. Kontinuierlich droht die Arbeitslosigkeit. Sowohl bei Mutter als auch bei Vater. Gleichzeitig malocht sich zumindest die Mutter in undankbarer Schichtarbeit in einer Brauerei den Buckel krumm. Die Bewältigungsmechanismen der Eltern auf ihre schwierigen Lebensumstände erscheinen zunächst typisch – Alkoholkonsum gehört zum Alltag, lautstarke Konflikte bis hin zu punktueller Gewalt ebenso. Trotzdem ist das Buch kein typisches „böses Ghetto“-Drama! Mit Fortschreiten der Geschichte lernen wir die Eltern als auf ihre Art liebende, fürsorgliche Eltern kennen, die sich selbst verloren haben im Sog des Lebens und der Armut. Es ist wundervoll, wie wir durch den Blick des Kindes mitgenommen werden in die Reaktionen der Brüder und vor allem des Erzählers. Ich bin lange keinem so nachvollziehbaren Erzählpfad gefolgt, der mir aufzeigt, wie kindliche Interpretation funktioniert und kindliche Stressbewältigung. Die Brüder sind bei weitem keine hilflosen Opfer. Sie sind jeder für sich und alle drei zusammen eine Instanz. Am besten lasse ich an der Stelle den Autor selbst zu Wort kommen: Zitat „Als wir Brüder waren, waren wir die Musketiere. ‚Einer für alle! Und alle auf einen!‘, schrien wir und fochten mit unseren Gabeln. Wir waren Monster – Frankenstein, Frankensteins Braut, Frankensteins Baby. Wir bastelten Zwillen aus Buttermessern und Gummibändern, kauerten unter Autos und schossen mit Kieselsteinen auf weiße Frauen – wir waren die drei Bären, die sich an Goldlöckchen wegen des fehlenden Breichens rächten. Die Gottezahl ist Drei. Wir waren die Gotteszahl.“ Zitatende. Stil Nicht zuletzt bedient der Autor meine Vorliebe für knappen Schreibstil, wohlgewählte Sätze und unglaublich berührende Metaphern/Bilder. Eine tolle Metapher des „in den Himmel Fallens“ ist auch wunderbar auf dem Cover der Hardcoverversion des Buches umgesetzt. Mittlerweile ist das Cover der Taschenbuchversion anders, nimmt aber ebenso eine Geschichte von vielen auf. Es gibt in dem Buch keine Einleitung oder auch klassische Spannungskurve. Der Leser wird ebenso grob und wüst in die Welt dieser Familie hineingeschleudert, wie die Protagonisten eben sind. Jedes Kapitel für sich erzählt einen Aspekt und eine neue Minigeschichte. Alle zusammen formen ein immer schärferes Bild. Ein Bild von Ausbruchsversuchen und ein Bild einer liebevollen, völlig überforderten Familie. Bis zum Ausklang oder Schluß des Buches, welches dann eine kleine Überraschung inkl. Selbstoffenbarung des Erzählers birgt. Nun, ich habe es zumindest nicht kommen sehen. Fazit Das Buch hinterlässt einen tiefen Nachhall bei mir und ich gebe aus ganzem Herzen die bestmögliche Bewertung, die ich mir denken kann. Alle Daumen gereckt, keine Fragen oder „Abers“ offen. Für Dich, mein/e werte/r LeserIn, habe ich nur eine Message: Les´das Buch!Wenn Euch meine Rezension gefällt, freue ich mich über Blogbesuch auf www.nichtohnemeinbuch.com

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    • 8
  • Wir sind wie Tiere

    Wir Tiere
    Claudia-Marina

    Claudia-Marina

    18. May 2016 um 13:45

    Sie sind Brüder, drei Brüder - Manny, Joel und der namenlose Dritte, der Erzähler. Sie sind jung und wild, ungezügelt. Ihre Eltern sind selbst fast noch Kinder, überfordert mit der Erziehung, überfordert mit sich selbst, mit dem Leben an sich. So wachsen die drei auf, meistens sich selbst überlassen, in einem von Armut und Gewalt geprägten Umfeld. Drei Brüder, die wie eine Einheit wirken, sie gegen die Eltern und dann doch wieder alle gemeinsam an einem Strang ziehend. Justin Torres kreiert eine merkwürdig angespannte Stimmung, fast wie ein Pulverfass, das jeden Moment hochzugehen droht. Es ist keine heile Welt, die vor meinem Auge entsteht und doch gibt es immer wieder Momente, in denen alles gut zu werden scheint, in denen ich den Eindruck habe, dass da doch noch so etwas wie eine halbwegs normale Familie und geordnete Verhältnisse entstehen können. Doch wenn der Vater völlig überfordert den Gürtel auspackt und sich in eine Prügelorgie steigert, wenn die Mutter sich völlig grenzenlos mit ihren Kindern auf dem Boden wälzt, weil sie einfach nicht weiß, wie Erziehung geht, weil sie versucht, ihre Kinder auf diese kindliche Art zu lieben, dann weiß ich, hier wird nichts mehr gut. Die drei Brüder werden irgendwie erwachsen werden, mehr schlecht als recht - und was dann kommt? Nichts Gutes. All das verpackt Torres in einer beeindruckenden Sprache, die mich vom ersten Satz an begeistert hat. So klar und so tiefgehend, fordernd und verletzlich. Er schafft es, eine komplexe Familiengeschichte auf relativ wenigen Seiten so zu erzählen, dass am Ende alles gesagt wurde, was gesagt werden musste - auch wenn am Ende ein offenes Ende steht, muss nicht mehr dazu erzählt werden. Es ging nicht gut aus und es wird auch nie mehr gut werden, es gab nie wirklich Hoffnung

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  • Wehe, wehe! Wenn ich auf das Ende sehe!

    Wir Tiere
    KaraBeta

    KaraBeta

    24. September 2015 um 10:56

    Armut, Gewalt, Vernachlässigung, Liebe, Zusammenhalt...eine Familie, drei Brüder. Unerbittlich, rasant, drängend - der Leser wird vom Ich-Erzähler regelrecht durch seine Jugend gepeitscht. Bis zum drastischen Ende. Aus dem Wir der Brüder wird ein Ich. Verhängnisvoll, bestürzend und für mich in seiner Radikalität auch unverständlich.   Ein Buch, dass einen noch lange über die letzte Seite hinaus begleitet. Vielleicht lese ich es mit dem Wissen um das Ende gleich noch einmal und verstehe es dann besser? Für die Doofen zweimal, wie es so schön heißt.

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  • Nimmerzeit und Mülldrachen

    Wir Tiere
    Buchstabenliebhaberin

    Buchstabenliebhaberin

    Zwei Kinder bekommen Kinder. Heiraten. Es ist kein Geld da, sie leben im Problemstadtteil, Hunger und Kälte sind an der Tagesordnung. Die Mutter in eigenen Sphären unterwegs, der Vater ein unberechenbarer Schläger. Drei Brüder, die eine Einheit bilden, die zusammen die Gegend unsicher machen, die ihre Wut weitergeben. Sie sind das Wir, sie sind die Tiere. Ein extremes Leben ohne Grenzen, im ständigen und unbeständigen Wechselbar der Gefühle. Die Eltern zwischen Liebe und Hass, Zusammenhalt und Trennung, Sex, Prügel und Enttäuschung, und keine Entscheidung mit Bestand. Die Jungs wachsen heran, und ihr Lebensweg zeichnet sich schon früh ab. Doch da ist einer, der ist klüger als die beiden anderen, in denen der Vater schon deutlich zu erkennen ist. Der Belesene, Mammis Kristallvase, das goldene Ei. Doch es kommt anders. Jedesmal. Die Mutter versucht zu flüchten und schafft es nicht, die Jungs wollen abhauen doch der Vater findet sie. Es kommt anders. Justin Torres Sprache ist wunderbar. Er erfindet wundervolle Worte, seine Sätze schrauben sich in die Höhe, er erschafft Bilder, lebendig, brutal, voller Leben. Er bringt Poesie in die Gosse, oder umgekehrt. Mein Fazit: Zu Beginn des Buches war ich total fasziniert und hingerissen. Ich sah diese wilden Racker förmlich vor mir, wie sie zusammenglucken und Blödsinn anstellen. Ich sah die junge Mutter in ihrer Verwirrung, die trotz aller Kopflosigkeit die Familie ernährt. Der haltlose Vater, der in seiner Wut gefangen um sich schlägt und alle tyrannisiert. Doch dann stagnierte es für mich. Die Beziehung der Eltern, ein starres Gefüge, in dem sich nichts verändert. Die Jungs, die größer werden, und mit ihnen ihr Elend? Sollten sie nicht eher froh sein, diesem Alltag bald entwachsen zu sein? Die schiefe Bahn scheint ihnen sicher. Dann eine unerwartete Wendung. Für mich nicht so ganz schlüssig. Auch wenn ich eine Freundin von Überraschungen bin, gefiel mir diese überhaupt nicht. Dazu ein Schluss, den ich nicht verstehe. Schade! Deshab von mir nur 3,5 Sterne.

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    • 4
  • Ein rührendes Familiendrama

    Wir Tiere
    Shunya

    Shunya

    18. August 2015 um 13:41

    Gewalt und Mitleid, Pathos und Humor – die aufregendste junge Stimme aus den USA Drei Brüder schlagen sich durch ihre Kindheit: Sie bewerfen sich gegenseitig mit Tomaten, bauen aus Müllsäcken Drachen, verstecken sich, wenn sich die Eltern anschreien, dreschen auf Paps und Ma ein, wenn diese lachen. Die Eltern, nur wenig älter als ihre Kinder, stammen aus Brooklyn – er ist Puerto Ricaner, sie eine Weiße -, und ihre Liebe ist eine ernsthafte, gefährliche Sache, die die Familie zusammenschweißt, sie aber auch immer wieder zerreißt. Laut ist es in diesem Haushalt und leidenschaftlich, die Jungs sind immer hungrig und wollen mehr: mehr Fleisch, mehr Krach, mehr Wärme, mehr Leben. (Quelle: btb) Trotz der Kürze des Buches ist es erstaunlich tiefgründig. Erzählt wird die Geschichte einer Familie mal fröhlich und heiter, dann wieder in ernsteren Tönen, welche sich unaufhaltsam ihrem bestürzenden Ende nähert. Erzähler sind die Kinder bzw. auch der jüngste Sohn, der irgendwie namenlos bleibt. Aus einem Wir wird zum Ende hin ein Ich und zeigt wie sehr sich die Brüder verändert und auseinandergelebt haben. Die jungen Eltern haben nicht nur mit sich selbst sondern auch mit ihrer Situation zu kämpfen, müssen sich aufeinander verlassen und geraten dennoch immer wieder in gewalttätiger Art aneinander wovon die Kinder nicht verschont bleiben und dies auch manchmal selber auf recht brachiale Art zum Ausdruck bringen. Justin Torres hat einen tollen Erzähl- und Schreibstil, der sich flüssig liest und worauf er beim Schreiben geachtet hat vor allem die kleinen Dinge, die man so in der Kindheit getan hat beschrieb er sehr lebendig. Die Kapitel sind recht kurz und für mich war das Buch defintiv ein Page-Turner. Ich mochte es kaum aus der Hand legen und habe es innerhalb eines Tages verschlungen. Auch die Atmosphäre hat der Autor gut gestaltet, mal von lichten Momenten bis hin zu düsteren. Vor allem das Ende war dann doch sehr erschreckend, weil man kaum damit gerechnet hat wie sich der jüngste Sohn entwickelt und was dann aus ihm wird. Im Buch hat Torres diverse Themen angeschrieben wie in etwa das Leben nahe an der Armutsgrenze, Gewalt in der Familie, Rassismus und Sexualität sowie die Psyche von Kindern auf bestimmte Situationen. Alles in allem hat mir das Buch sehr gefallen und auch wenn die Wendung zum Ende hin doch sehr plötzlich kam finde ich doch, dass ausgerechnet dieser Punkt die Familie wieder ein kleines bisschen zusammen geschweißt hat, sie aber auch widerum trennt. Ein interessanter Spagat. Ehrlich gesagt weiß ich nicht wem ich das Buch empfehlen könnte. Mich hat es auf den jedenfall zum Nachdenken angeregt und wer etwas ernstere Bücher oder auch Familiendramen mag sollte einfach mal einen Blick hineinwerfen. Ich bin jedenfalls schon sehr auf weitere Bücher dieses Autors gespannt und für ein Debütwerk ist Wir Tiere allemal ein beeindruckendes Buch!

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  • Ein beeindruckender Roman über das Erwachsenwerden in schwierigen Verhältnissen

    Wir Tiere
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    24. January 2014 um 14:45

      Vielleicht ist er wirklich die beeindruckende Stimme einer neuen Generation, als die viele Kritiker in den USA den jungen Schriftsteller Justin Torres feiern, der mit seinem Roman „Wir Tiere“ ein beachtliches Debüt gegeben hat.   Der schmale Roman erzählt von drei Brüdern, die in Brooklyn aufwachsen und sich mehr recht als schlecht durch ihre Adoleszenz schlagen.   Der Vater schlägt sie immer wieder, während die Mutter sie mit Liebe überhäuft, wenn sie nicht gerade mit sich selbst beschäftigt ist oder sich von den Prügelattacken des Vaters erholt. Die drei Brüder verbringen viel Zeit miteinander, „hanging around“,  verüben kleine Diebstähle oder sie landen im Keller eines Nachbarsjungen, wo sie auf  Kinderpornografie stoßen. Torres Roman ist drastisch, und genau das macht ihn stark.   Doch sein namenloser Protagonist, einer der drei Brüder, 17 Jahre alt, ist anders, und das wird ihm zum Verhängnis werden. Die Sprache von Torres ist so wie das Leben der Menschen, die er beschreibt. Sie ist direkt, stellenweise regelrecht roh und nicht selten für den Leser schwer zu ertragen.   Seinen Kritikern, die in dem 2011 in den USA erschienenen Roman eine für eine bestimmte Schicht typische dysfunktionale Familien entdeckt haben, hält Torres entgegen: „Ich wollte ein Buch über eine Familie schreiben, die so kompliziert, so voller Liebe und zugleich voller Makel ist, dass die Leute dem Drang zu kategorisieren widerstehen.“   Ich glaube, dass ihm das gelungen ist. Wenn man sich tiefer auf den Roman einlässt, hört man die Zwischentöne, spürt die Schwingungen von Liebe und Zuneigung, die es in dieser Familie auch gibt.   Ein beeindruckender Roman über das Erwachsenwerden in schwierigen Verhältnissen.    

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