Rezension zu „13 Polaroids of Us“ von Justine Pust
Meine Meinung:
Ich hatte bei 13 Polaroids of Us irgendwie das Gefühl, dass dieses Buch sehr viele gute Ansätze hatte, aber am Ende nicht so richtig wusste, wie es alles miteinander verbinden möchte.
Die Geschichte basiert auf der Lebensgeschichte einer Buchbloggerin und greift dabei unter anderem ihre Skoliose und ihren Herzfehler auf. Gerade deshalb hatte ich erwartet, dass diese Themen auch eine größere Rolle spielen würden. Tatsächlich werden sie immer wieder erwähnt, aber für mich leider nie wirklich vertieft. Man erfährt zwar von ihren Erfahrungen mit Mobbing und davon, wie ihr Herzfehler ihren Alltag beeinflusst, aber gerade bei diesen schweren Themen hätte ich mir einfach mehr gewünscht – mehr Tiefe, mehr Einblicke und vielleicht auch etwas, das man als Leser wirklich mitnimmt.
Gleichzeitig haben wir hier eine Second-Chance-Romance mit Fake Dating. Die beiden treffen sich nach Jahren wieder, ohne dass wirklich ausgesprochen wird, was damals zwischen ihnen passiert ist, und landen dann gemeinsam bei der Hochzeit eines Influencer-Paares – er als Videograf, sie als Fotografin. Die Influencerin hält die beiden für ein Paar und daraus entsteht dann das Fake Dating-Ding.
Die Grundidee fand ich tatsächlich richtig cool. Auch die Dynamik zwischen den beiden war stellenweise wirklich süß. Aber gleichzeitig war mir ihre Beziehung viel zu oberflächlich, weil dieses große Thema aus der Vergangenheit einfach ewig zwischen ihnen steht, ohne dass sie sich wirklich aussprechen. Dadurch hat mir bei ihrer Liebesgeschichte irgendwie der Drive gefehlt.
Und jetzt kommt das Kuriose: Ich fand die Geschichte rund um das Influencer-Paar teilweise sogar interessanter als die eigentliche Romance. Da gibt es nämlich ebenfalls Stress, kleine Hinweise darauf, dass zwischen Braut und Bräutigam nicht alles so läuft wie gedacht, und später kommt heraus, dass die beiden ihre Beziehung für die Öffentlichkeit teilweise nur inszenieren. Das hat mich tatsächlich mehr gecatcht als die Geschichte der beiden Hauptfiguren.
Generell hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass sehr viele Themen gleichzeitig aufgemacht werden: ihre Krankheiten, seine emotionalen Probleme, ihre gemeinsame Vergangenheit, die Romance, Fake Dating, die Hochzeit und die Influencer-Geschichte. Aber vieles davon wird nur angerissen und dann wieder zur Seite geschoben. Gerade die schweren Themen hätten für mich viel mehr Raum gebraucht.
Dabei schreibt Justine Pust wirklich schön. Das Buch liest sich angenehm und sprachlich konnte ich mich überhaupt nicht beschweren. Trotzdem hat die Geschichte für mich ziemlich vor sich hingedümpelt und mir haben einfach die Höhen und Tiefen gefehlt. Emotional hat sie mich leider nur selten erreicht.
Auch das Ende ging mir dann irgendwie zu schnell. Gerade bei der Vergangenheit der beiden hätte ich mir eine richtige Aussprache und etwas mehr emotionale Aufarbeitung gewünscht. Stattdessen passiert vieles relativ zügig und dann haben wir auch schon unser Happy End.
Ich glaube, mein größtes Problem ist einfach die Mischung aus realen Elementen und der fiktiven Romance. Die Idee dahinter fand ich spannend, aber für mich wurde dadurch keine Geschichte geschaffen, die sich wirklich greifbar angefühlt hat. Es war weder tief genug, um mich emotional richtig mitzunehmen, noch spannend genug, um mich durchgehend zu fesseln.
Schade, denn gerade aus den Themen hätte man meiner Meinung nach unglaublich viel herausholen können.
Ich danke dem Heartlines Verlag und dem Bloggerportal für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.
3 Sternchen von 5 Sternchen




























