Justus Pfaue , Philip Tempel Ein Paradies für alle

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Inhaltsangabe zu „Ein Paradies für alle“ von Justus Pfaue

Der Kaufhauskönig Georg Wertheim verliebt sich unsterblich in die junge Hanna. Sie erwidert seine Liebe von ganzem Herzen. Doch ein dunkles Geheimnis verhindert die Hochzeit der beiden. Er heiratet eine andere, Hanna aber bleibt die Liebe seines Lebens. Als Georg von den Nazis bedroht wird, steht plötzlich auch ihr Leben auf dem Spiel.

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  • Leserunde zu "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" von Walter Moers

    Das Labyrinth der Träumenden Bücher

    Daniliesing

    Wir alle hier lieben Bücher, so viel ist klar, oder? Und was gibt es schöneres für einen richtigen Bücherwurm, als ganze Städte und Labyrinthe voller Bücher? Da verläuft man sich doch gern eine Zeit lang oder auch länger ;-) Viele hier können den Erscheinungstermin der Fortsetzung zu "Die Stadt der Träumenden Bücher" schon kaum noch erwarten. Und jetzt ist die Wartezeit auch fast vorbei - am 5. Oktober erscheint endlich "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" und damit ein neuer märchenhafter Roman von Walter Moers, voller ausgefallener Ideen und mit einer fabelhaften Geschichte um die Welt der Bücher. Mit dabei natürlich: das fantatische Zamonien, der schriftstellernde Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz und natürlich viele viele Bücher...! Klar, dass wir zu diesem Buch unseren Buchclub im Oktober starten müssen! Wir freuen uns, wenn viele von euch dabei sind & Lust haben von Walter Moers' erneut auf eine Reise in die Welt der Bücher mitgenommen zu werden. *** Hier erstmal mehr zum Inhalt *** Über zweihundert Jahre ist es her, seit Buchhaim, die Stadt der Träumenden Bücher, von einem verheerenden Feuersturm zerstört worden ist. Der Augenzeuge dieser Katastrophe, Hildegunst von Mythenmetz, ist inzwischen zum größten Schriftsteller Zamoniens avanciert und erholt sich auf der Lindwurmfeste von seinem monumentalen Erfolg. Er gefällt sich im täglichen Belobhudeltwerden, als ihn eine verstörende Botschaft erreicht, die seinem Dasein endlich wieder einen Sinn gibt. Verlockt durch einen rätselhaften Brief kehrt Hildegunst von Mythenmetz nach Buchhaim zurück. Die prächtig wiederaufgebaute Stadt ist erneut zur pulsierenden Metropole der Literatur und zum Mekka des Buchhandels geworden und wird durchströmt von Buchverrückten aller Art. Dem Rätsel auf der Spur gerät Mythenmetz, kaum hat er die Stadt betreten, in ihren abenteuerlichen Sog. Er begegnet alten Freunden wie der Schreckse Inazea Anazazi, den Buchlingen Ojahnn Golgo van Fontheweg, Dölerich Hirnfidler und Gofid Letterkerl, dem Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer, aber auch neuen Bewohnern, Phänomenen und Wundern der Stadt, wie den mysteriösen Biblionauten, den obskuren Puppetisten und der jüngsten Attraktion Buchhaims, dem »Unsichtbaren Theater«. Dabei verirrt sich Mythenmetz immer tiefer im »Labyrinth der Träumenden Bücher«, das geheimnisvoll und unsichtbar die Geschicke Buchhaims zu bestimmen scheint. Bis er schließlich in einen unaufhaltsamen Strudel von Ereignissen gerät, der alle Abenteuer, die er je zu bestehen hatte, in jeder Hinsicht übertrifft. Auch ein Blick auf die offizielle Seite zum Buch lohnt sich: http://www.zamonien.de/ ************************************************************************************ Unter allen, die uns in ihrer Anmeldung zum Buchclub, verraten, was für sie das magische an Büchern ist und welches Buch sie wirklich zum träumen gebracht hat, verlosen wir 10 Exemplare von "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" für die Teilnahme an der Leserunde hier. Mitmachen könnt ihr bis einschließlich 03.10.2011 Ich wünsche eine traumhafte Lesestunden! ************************************ Die 10 Gewinner sind: Dubhe, sunlight, rallus, Micky, Lilabella, Lesebienchen, Ennilain, Babscha, Caro88, jessi88

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  • Rezension zu "Ein Paradies für alle" von Justus Pfaue

    Ein Paradies für alle

    Ani

    20. January 2011 um 14:11

    Berlin, 1931 Georg Wertheim, Vorstandsvorsitzender der Wertheim AG, steht auf dem Höhepunkt seines geschäftlichen Erfolges. Die Familie Wertheim betreibt in Berlin ein Kaufhaus, das Luxus für alle Bevölkerungsschichten anbietet. Wer bei Wertheim einkauft, kann sich sicher sein etwas von Wert in sein Heim zu tragen. Die Angestellten sind angewiesen alle Kunden gleich zu behandeln, egal ob es sich um reiche oder arme Käufer handelt. Wertheim gilt als das größte Kaufhaus der Welt und bietet nahezu alles an, was man für Geld erwerben kann. Bei Wertheim wird auch das Personal gut behandelt. Das Betriebsklima ist angenehm und die Bezahlung höher als bei anderen Unternehmen. Hanna Berger ist die langjährige Lebensgefährtin von Georg Wertheim. Sie ist seine rechte Hand und unterstützt ihn bei der Führung des riesigen Geschäftsimperiums. Den Grund, warum aus den beiden kein Ehepaar werden konnte, halten sie geheim. Nicht einmal der engste Familienkreis soll Hannas Geheimnis kennen. Die Familie Wertheim ist jüdisch. Diese Abstammung wird dem Familienunternehmen mit Hitlers Machtergreifung zum Verhängnis... Meine Meinung In diesem Roman erzählen Justus Pfaue und Philip Tempel die Geschichte des Wertheim-Konzerns. Zahlreiche Protagonisten dieser Handlung haben also tatsächlich gelebt. Die Autoren weisen in der Nachbemerkung allerdings ausdrücklich darauf hin, dass sie sich einige Freiheiten für ihre Romanhandlung genommen haben. Aufgrund der Inhaltsbeschreibung hatte ich erwartet, dass die Handlung sich ausschließlich mit der Machtergreifung Hitlers und den damit verbundenen Auswirkungen für die jüdische Kaufmannsfamilie befassen würde. Dem ist allerdings nicht so. Die Handlung startet zwar im Jahr 1931 und gewährt einen Blick in das erfolgreiche Berliner Kaufhaus, doch in später folgenden Kapiteln blickt man zurück bis zu den Anfängen des Familienimperiums. Man erfährt von den ärmlichen Verhältnissen, in denen die Familie lebte und durchlebt gemeinsam mit den Protagonisten die einzelnen Stationen zum Erfolg. Dabei gelingt es den Autoren, die jeweiligen Abschnitte eindrucksvoll zu schildern. Man spürt die Atmosphäre der damaligen Zeit und kann sich die beschriebenen Begebenheiten gut vorstellen. Außerdem kann man sich in die Protagonisten hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Die Erzählung wirkt auf mich eher ruhig, aber keinesfalls langweilig, sondern durchgehend interessant. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Die Protagonisten haben ihre speziellen Eigenarten, dadurch wirken sie facettenreich und lebendig. Man verfolgt interessiert ihre Handlungen und hat, trotz den eigenen geschichtlichen Kenntnisse, immer die Hoffnung, dass alles ein gutes Ende nimmt. In die Handlung eingeflochten ist Georg Wertheims große Liebe zu seiner Lebensgefährtin Hanna. Vom ersten Augenblick fühlt er sich zu ihr hingezogen. Sie spielt nicht nur im Privatleben eine große Rolle für ihn, sondern auch im geschäftlichen Bereich. Hanna scheint unfehlbar und unersetzlich zu sein. Trotz all dieser Tugenden wirkt sie sympathisch und neben dem eher zurückhaltenden Georg geradezu erfrischend normal. Das große Geheimnis, das beide an einer Heirat hindert, wird natürlich im Verlauf der Handlung gelüftet. Die Auflösung hatte ich schon vorher befürchtet. Leider konnte sie mich nicht überzeugen, sondern wirkte auf mich eher klischeehaft und unglaubwürdig. Insgesamt gesehen konnte mich das Buch allerdings durch den interessanten historischen Hintergrund und die lebendigen Charaktere überzeugen. Ganz nebenbei lernt man noch etwas über den Aufstieg und das spätere Ende des Wertheim-Konzerns. Ich bewerte den Roman mit vier von fünf Sternen und empfehle ihn gerne weiter.

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  • Rezension zu "Ein Paradies für alle" von Justus Pfaue

    Ein Paradies für alle

    Julz

    18. December 2010 um 13:55

    Der biographische Roman ,Ein Paradies für alle' von Justus Pfaue hat mich sehr berührt, weil er sehr aufgeschlossen, mitfühlend, lebendig und umschreibend die Geschichte der Wertheim-Familie erzählt. Georg Wertheim hat das kleine Geschäft seiner Eltern übernommen, es erweitert und ein ganz neues ,System' geschaffen, um allen Leuten das Einkaufen in einem großen Kaufhaus zu ermöglichen und sie dadurch, so wird es geschildert, glücklicher zu machen. Mitten in diesem Geschäftsleben gibt es noch die Liebe zu Hanna Berger, die aufgrund eines Geheimnisses nicht mit ihm verheiratet ist, aber dennoch mit ihm zusammen, obwohl er Ursula als Ehefrau hat. Es ist eine merkwürdige Liebe zwischen den beiden, die es nicht erlaubt, an die Öffentlichkeit zu gehen. Schwierig wird es erst in der Zeit, als in Deutschland der Nationalismus ,ausbricht' und der Familie Wertheim das Leben zur Hölle macht: Er wird aus dem Business genommen, sein Geschäft wird auf seine deutsche Frau überschrieben und er soll ganz verarmt dastehen. So die Meinung der Nationalismus. Mit diesem Roman, der einen historischen und biographischen Touch hat, hat Pfaue ein tolles, bewundernswertes Werk erschaffen, welches dem Leser eine Geschichte erzählt, die voller Liebe, Glück, aber auch Angst, Gewalt und Traurigkeit ist.

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  • Rezension zu "Ein Paradies für alle" von Justus Pfaue

    Ein Paradies für alle

    sonjastevens

    07. December 2010 um 01:14

    Das Buch "Ein Paradies für alle" ist so ein wunderschönes Buch, dass auch perfekt in diese ruhige, besinnliche Weihnachtszeit passt. Ich habe mir viel Zeit gelassen das Buch zu lesen, weil es so schön geschrieben ist und ich es wirklich genießen wollte. Es ist sehr ruhig, mit wenig Aktion, aber dafür sehr gefühlsbetont, mal lustig, mal traurig, aber ohne jemals kitischig zu wirken! * Der Autor entführt den Leser in die zunächst Vorkriegszeit. Georg Wertheim hat eine sagenhaft Karriere hingelegt und besitzt eins der größten Kaufhäuser in Berlin. Er lebt mit seiner langjährigen Geliebten zusammen und ist glücklich, außer, dass in Alterblindheit zu schaffen macht und er kaum noch etwas sehen kann. Leider liegt auch noch ein weiterer Schatten über der Zukunft Wertheims, denn schon bald werden Juden nicht mehr akzeptiert, sein Kaufhaus wird überfallen und seine Waren zerrstört. Die Zeiten haben sich in Deutschland geändert - bald gibt es Krieg und die Judenverfolgung droht. * Zunächst wird aber der Leser in die Kindheit Georg Wertheims in Stralsund zurückgeführt, wie er ärmlich mit 6 Geschwistern aufgewachsen ist, seine Lehre in Berlin gemacht hat und das Geschäft seiner Eltern zu einer Goldgrube umfunkktioniert hat. Er interessiert sich nur für das Geschäft, nicht aber für junge Frauen, ganz zu dem Leidwesen seiner Mutter - jedoch eines Tages wir auch er heiraten. * Schon zu seiner Kindheit merkt man den Judenhass, Vorboten auf das, was noch kommen wird. Juden bleiben eher unter sich, heiraten unter sich und leben in ihren eigenen Gemeinden. Selten werden Grenzen überschritten. Auch Christen wollten nichts mit Juden zu tun haben - vielleicht ausnahmsweise Geschäfte machen, aber das was auch alles... Wo das geendet ist, kennt ein jeder aus den Geschichtsbüchern... * Interessant ist, dass es das Wertheim-Kaufhaus in Berlin wirklich gab, ich frage mich wieviel an dem Buch Geschichte ist und wieviel dann doch Fiktion?!

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  • Rezension zu "Ein Paradies für alle" von Justus Pfaue

    Ein Paradies für alle

    Buchina

    17. November 2010 um 18:10

    Ein jüdischer Kaufhausbesitzer in den 30er Jahren in Deutschland, der eine christliche Frau und jüdische Geliebte hat. Während des Lesens der ersten 50 Seiten dachte ich, dass dies wieder ein Roman ist, der sich hauptsächlich um die Schwierigkeiten und Grausamkeiten, die die jüdische Bevölkerung während der Naziherrschaft erleiden muss, dreht. Das wird zwar auch angesprochen, aber für mich überraschend macht die Handlung einen Zeitsprung in die Kindheit von Georg Wertheim und erzählt den langsamen Aufstieg des berühmten Kaufhausgeschlechts. Aus völliger Armut schaffen sie es eine der erfolgreichsten Kaufhausketten der Welt zu erschaffen. Und das ist wirklich sehr interessant. Vor allem als mir nach und nach bewusst wird, dass es die Wertheims wirklich gab. Der Roman ist in erster Linie keine reine Liebesgeschichte, wie ich erst vermutete, sondern eine Familiengeschichte und eine Geschichte über die Zeit zu Beginn des 20.Jh. Der Autor schafft es immer wieder mit kleinen Anekdoten über Erfindungen oder Bücher/Filme, die zu dieser Zeit in Mode waren den Sprung in Realität zu erreichen. Wie zum Beispiel der Beginn der Jeans in Deutschland und ihre Erfolgsgeschichte. Dadurch hatte ich oft den Eindruck keinen Roman, sondern ein nicht langweiliges Geschichtsbuch zu lesen. Ich habe in diesem Buch viel gelernt über das jüdische Wirtschaftsleben vor den Nazis. Einen kleinen Abstrich muss ich bei der Skizzierung der Charaktere machen, sie waren einfach zu glatt. Ein wenig mehr Tiefgang hätte ihnen nicht geschadet. Auch die Liebesgeschichte zwischen Georg und Hannah war mir zu perfekt, trotz der Widrigkeiten, die ihre Beziehung belastet. Aber dennoch ein sehr guter Roman, der die beschriebene Zeit sehr gut wiederspiegelt. Flüssig geschrieben, ich bin sehr gut durchgekommen. Am meisten ärgere ich mich, dass das große Kaufhaus im Krieg zerstört wurde. Es muss ein traumhaftes Gebäude gewesen sein.

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  • Rezension zu "Ein Paradies für alle" von Justus Pfaue

    Ein Paradies für alle

    DaLola12

    22. October 2010 um 18:55

    Der Roman "Ein Paradies für alle", der über die Familie Wertheim handelt hat mir sehr gut gefallen. Besonders die Hauptperson Georg Wertheim hat es mir angetan. Schade, dass die Geschichte letztlich so traurig enden musste, aber als Segen empfinde ich die Tatsache, dass ihm ein Leben im Ghetto und KZ erspart geblieben ist. Der Roman beginnt mit den Schrecken des Nazi-Regimes und der Zwangs-Enteignung von Georg Wertheim, dem Juden, zu gunsten seiner Ehefrau Ursula. Aufgrund der gegebenen Umstände möchte Georg sich ein wenig zurück träumen und bittet daher seine Geliebte Hanna Berger ihn dafür allein zu lassen. So befinden wir uns also um 1871 in Stralsund wieder. Dort lernen wir die Familie von Georg Wertheim kennen, die in ärmlichen Verhältnissen lebt und deren Mutter einen Tuchhandel mit zweiter Wahl betreibt. Doch bereits dort wird die Familie Wertheim Opfer von einem Übergriff auf Juden, in deren Verlauf der älteste Wetheim Sohn Hugo fast stirbt. Er leidet vortan an einem Lungenleiden, dass sich später als Tuberkulose heraus stellt. Daraufhin werden die ältesten Söhne der Familie Wertheim, also Hugo und Georg, nach Berlin in die Lehre zu ihrem Onkel Wolff geschickt. Dort arbeiten die beiden sehr erfolgreich und der Onkel lässt sie nur ungern zurück nach Stralsund gehen, aber der Gesundheit Hugos ist dieses unabdingbar. Letztendlich resultiert daraus jedoch der Segen für die Familie Abraham Wertheim, erst mit einem besseren Geschäft in Stralsund und darauf folgend bald mit Filialen in Rostock und schlußendich in Berlin. Alles entwickelt sich positiv bis zur Machtergreifung durch Adolf Hitler, mit dieser geht auch das Imperium Wertheim zu Ende. Eine sehr gut geschriebenen Geschichte, aus deren Verlauf ich nicht allzu viel verraten kann, da sonst der Spannungseffekt der Geschichte nicht mehr gegeben wäre.

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  • Rezension zu "Ein Paradies für alle" von Justus Pfaue

    Ein Paradies für alle

    catangeleyez

    22. October 2010 um 14:20

    Ein sehr empfehlenswertes Buch, insbesondere unter Berücksichtigung der glänzenden Recherche der damaligen Zeit. In diesem Buch lernen wir einen der Wertheimbrüder genauer kennen, sicherlich fiktiv in einigen Bereichen geschrieben, aber insgesamt wird deutlich, wie sehr das Unternehmen Wertheim Einfluss auf die heutige Marktwirtschaft genommen haben und wie sich die Idee des Festpreises und der "Kundenkarten" bis in die heutige Zeit durchgesetzt haben. Sowohl für Liebhaber von historischen Romanen als auch für Zeitzeugeninteressierte gut zu lesen. Der Autor, der bisher nur mit Kinder-und Jugendbüchern bekannt wurde, liefert hier ein sehr gutes Buch ab, das man nur weiterempfehlen kann

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  • Rezension zu "Ein Paradies für alle" von Justus Pfaue

    Ein Paradies für alle

    maryrichards

    05. October 2010 um 21:45

    Nostalgisch und berührend! Ein Dank an Justus Pfaue für seinen wunderschönen Roman Ein Paradies für alle. Dieses Buch, in dem die wohlbekannt Wertheim-Dynastie im Mittelpunkt steht, war toll zu lesen. Der Autor schrieb übrigens auch für erfolgreiche Serien wie Die Wicherts von nebenan die Romanvorlage. In diesem Werk geht es um den Wertheim-Konzern als erfolgreiches, deutsches Unternehmen, eine große nie endende Liebe zwischen dem jüdischen Paar Georg Wertheim und Hanna Berger und die Schattenseiten der 20er/30er Jahre und den grausamen Nationalsozialismus. Dieses Buch war wirklich sehr schön zulesen und trotz der fast 450 Seiten hatte ich es in wenigen Tagen ausgelesen. Ein Buch das man nur schwer beiseite legen kann! Dieses Buch ist eine Mischung aus der Biografie der Familie Wertheim und einem Roman mit frei erfundenen Aspekten. Erst fand ich die verschiedenen Sprünge zwischen den Lebensabschnitten und Jahrzehnten etwas irritierend, aber sobald sich alles fügt und man in der Geschichte drin ist, liest sich dies hervorragend! Das Buch ist sehr anschaulich geschrieben und man hat sich beim lesen ins Berlin der 30er Jahre zurückversetzt gefühlt. Auch hat es mein Interesse für die Wertheims geweckt: eine zurecht erfolgreiche und soziale Familie, die zu der Zeit sehr innovativ war mit der Einführung von Festpreisen, Kundenkarten und dem Slogan Wer bei Wertheim kauft, bringt was von Wert heim. Schade, dass es das imposante Gebäude in der Leipziger Straße nicht mehr gibt, sehr gerne hätte ich mir dieses Beeindruckende Bauwerk selbst angeschaut. Dieses Buch lieferte spannende und interessante Einblicke und der Schreibstil ist sehr flüssig. Irgendwie ist es nostalgisch und es berührt mich, dass einige wirklich schöne Kaufhausketten leider nach und nach aus dem Stadtbild verschwinden: also auch ein aktuelles Problem :-(. Auch Cover und Titel sind sehr schön aufgemacht und ich bin neugierig auf andere Bücher des Schriftstellers geworden. Volle 5 Sterne und auf jeden Fall weiter zu empfehlen!

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  • Rezension zu "Ein Paradies für alle" von Justus Pfaue

    Ein Paradies für alle

    FoxisBuecherschrank

    26. September 2010 um 11:45

    Justus Pfaue´s neuer Roman „Ein Paradies für alle“ ist sehr schön geschrieben. Die Geschichte spielt in schweren Zeiten und erzählt wie die jüdische Kaufmannsfamilie Abraham Wertheim von einen kleinen Tuchgeschäft in einem Hafenstädtchen zum mächtigen Imperium in der Weltstadt Berlin wurde. Die beiden ältesten Söhne Abraham Wertheims werden in jungen Jahren vom Vater nach Berlin zu einem Verwandten geschickt, damit sie das Kaufhausleben erlernen. Der eine Sohn fällt durch gutes Rechnen, Kalkulieren und Großherzigkeit auf. Der andere Sohn ist ein Schönling der die Berliner Schicksen zu nehmen weiß. Nach der Lehre kehren die Söhne in die Heimat zurück und machen aus dem kleinen Tuchladen des Vaters ein erstes „Kaufhaus für alle“. Nach dem der Laden floriert, eröffnen sie in Berlin eine Filiale die schnell zum Erfolg wird und noch vor anderen großen Warenhäusern auf Grund ihrer sozialen Einstellung „Luxus für alle“ weltberühmt wird. Nach und nach kommen weitere Filialen dazu. Der Lebemann unter den Söhnen Abraham Wertheims stirbt an Tuberkulose und Georg geht die Geschäfte alleine an, bis er eines Tages bei seinem Verwandten in Berlin die Azubine Hanna Berger kennen und lieben lernt – nichts ahnend welches Schicksal sie verbinden wird. Hanna Berger lenkt von nun an die Geschicke im Hause Wertheims und macht den Laden noch berühmter als je zuvor. 2 Weltkriege rütteln an Wertheim. Während Wertheim den 1. Weltkrieg noch fast unbeschadet übersteht und das Kaufhaus nach dem Krieg wieder zu dem macht was es einst war, wird es ab 1932 schwer für den jüdischen Kaufmann und er wird durch Intrigen eines „guten Freundes“ dazu gezwungen die Häuser an seine Ehefrau mit der er nie zusammen gelebt hat abzutreten. Als es Ende der 30er Jahre für die Juden in Berlin eng wird, schickt er seine große Liebe Hanna Berger nach Amerika. Er selbst ist alt und stirbt im Alter von 81 Jahren in Berlin ohne Hanna jemals wieder zu sehen. Teils fiktiv, teils wahrhaftig erzählt Justus Pfaue hier über die Geschichte der Wertheims und es war sehr interessant über eines der ersten großen Kaufhäuser in Deutschland zu lesen. Wie sie erstanden sind, wie Geschäftsmodelle aussahen und wie gehandelt wurde. Volle Punktzahl für „Ein Paradies für alle“.

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  • Rezension zu "Ein Paradies für alle" von Justus Pfaue

    Ein Paradies für alle

    Engelsgesicht77

    23. September 2010 um 21:50

    Wertheim – Ein Kaufhaus für Jedermann, ob arm oder reich … oder im Hause Wertmann konnte man Sachen von Wert heimtragen. Der Ausdruck gefällt mir sehr gut und auch, dass jeder Kunde gleich bedient wurde. Das Buch ist wunderbar. Zumal die Grenzen zwischen der Geschichte und dem Roman kaum zu erkennen sind. Das hab ich jedenfalls gegoogelt und so steht es auch in der Anmerkung des Autors steht es drin. Ich musste immer wieder im Internet nachsehen, was stimmt und was nicht. Und am Ende musste ich so heulen. Der Autor versteht es super, dem Leser die Geschichte der Familie Wertheim, insbesondere von Georg nahezubringen. Auch wenn ich nicht so schnell vorangekommen bin, verdient das Buch volle Punktzahl. Einfach WOW. Finde es wirklich schade, dass der Konzern Wertheim nicht mehr gibt und von Karstadt aufgekauft wurden, auch Karstadt taucht in dem Roman auf und viele andere bekannte Figuren, wie z. B. Marlene Dietrich, Hans Albers, Göbbel u. v. a.. Viele von den ehemaligen Wertheim Kaufhäuser gibt es auch nicht mehr, hier der Link zu Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Wertheim-Konzern Das Wertheim in Ku´damm ist mir noch ein Begriff, leider gibt auch dieses nicht mehr. Damals stand es immer noch klein unter Karstadt. Seufz. So jetzt zum Inhalt des Buches: Der Roman fängt mit dem Jahr 1932/1933 an, wo Georg von einer Staroperation erholt und während er, nach langer Überredung seiner Geliebten, im eigenen Kaufhaus porträtiert wird, da wird das Kaufhaus von den Nazis überfallen. Dann ab dem zweiten Kapitel wird von dem 13-jährigen Georg im Jahre 1871 erzählt und wie er es geschafft hat, dass das Tuchgeschäft der Eltern „Abraham und Ida Wertheim“ zu einem großen, mächtigen Konzern geworden ist. Des Weiteren wird erzählt, wie er als Mensch war und dass die Judenanfeindungen schon sehr früh gab, schon im Jahre 1871, das wusste ich nix! Und wie er zu deiner Ehe und deiner langjährigen Geliebten gekommen ist.

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  • Rezension zu "Ein Paradies für alle" von Justus Pfaue

    Ein Paradies für alle

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. September 2010 um 10:32

    Inhalt: In Deutschland gibt es wahrscheinlich nur wenige Menschen, die mit dem Namen Wertheim nichts verbinden. Allerdings kennen die meisten eher die Wertheim-Kette, welche nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Hierbei handelt es sich aber nur um die Nutzung des Namens Wertheim. Mit der eigentlichen Dynastie hatten diese Kaufhäuser nichts zu tun. Das erste Geschäft der Familie befand sich in Stralsund und wurde von Abraham Wertheim und seinem Bruder gemeinsam geleitet. Die beiden ältesten Kinder von Ida und Abraham Wertheim, Georg und Hugo, gingen 1871 nach Berlin und absolvierten in der Firma ihres Onkels eine kaufmännische Lehre. 1876 kehrten sie nach Stralsund zurück und unterstützten ihre Eltern bei dem Ausbau des kleinen Eckgeschäftes, das sie ein Jahr zuvor gegründet hatten. Damit begann der Siegeszug der Familie und ihrer Warenhäuser. Nach Stralsund folgte eine Geschäftsgründung in Rostock und anschließend ging es nach Berlin. Die Familie, und hier besonders die beiden ältesten Jungen, sorgten mit ihren frischen Ideen dafür, dass die Geschäfte erfolgreich liefen. Sie führten Festpreise ein, die Waren wurden ausgelegt und konnten von den Kunden eingehend betrachtet werden. Zudem wurde eine strikte Barzahlung verlangt und der Kunde erhielt die Möglichkeit, die Waren umzutauschen. Ein besonderer Schwerpunkt lag bei der nicht sehr zahlungskräftigen Kundschaft, die aber trotzdem das Gefühl bekommen sollte königlich behandelt worden zu sein. Der Spruch „Der Kund ist König“ wurde bei Wertheim streng beachtet. Um den Kunden preiswerte Ware bieten zu können, gleichzeitig aber einen ausreichenden Gewinn zu erzielen, war es nötig eine große Anzahl der Produkte zu verkaufen. Mit der Zeit kamen aber auch immer mehr zahlungskräftige Einkäufer und das Warensortiment änderte sich. So entwickelte sich Wertheim zu einem Geschäft, das für jeden etwas bot und jedem das Gefühl vermittelt genau richtig behandelt worden zu sein. Dafür sorgte auch die Architektur der Häuser, für die Alfred Messel zuständig gewesen ist. Für ihn war diese Arbeit gleichzeitig der Karrieredurchbruch. Probleme gab es aber mit den erstarkenden nationalsozialistischen Kräften. Um die Geschäfte weiterhin führen zu können, ließen sich fast alle Mitglieder der Wertheimfamilie taufen. Georg heiratete zudem eine Nicht-Jüdin. Trotzdem wurde er dazu gezwungen, seinen gesamten Besitz nach Hitlers Machtergreifung auf seine Frau zu übertragen. 1937 wurde auch Ursula Wertheim enteignet. Justus Pfaue bearbeitet diese interessante Familiengeschichte, in dem er Georg als Hauptfigur auftreten lässt und seine Entwicklung im Zusammenhang mit der Firma Wertheim betrachtet. Ein Schwerpunkt liegt auf seiner Liebe zu Hanna Berger, seiner persönlichen Assistentin, die er nicht ehelichen darf. Der Roman beginnt mit einem Einstieg zu Beginn der 1930er Jahre. Georg ist der bekannteste Warenhausbesitzer und sein Geschäft kann sich leicht mit anderen ausländischen Konkurrenten messen. Doch die Gefahr der nationalsozialistischen Erstarkung wird erkennbar. Nach dieser Einführung geht der Autor zurück in das Jahr 1871, als Georg mit seinem Bruder Hugo nach Berlin ging. Ab diesem Zeitpunkt wird die Geschichte der Familie chronologisch erzählt und endet mit dem Tod von Georg. Sprache und Stil: Die Sprache ist recht einfach und verständlich gehalten. Dadurch kann der Text sehr zügig gelesen werden. Die Dialoge wirken sehr lebhaft und werden an manchen Stellen durch die Nutzung zeittypischer Worte aufgewertet. Die Charaktere werden zu einem großen Teil über ihr Handlungen beschrieben. Wirklich nah kommt man dabei als Leser aber nur Georg Wertheim und seiner großen Liebe Hanna. Dass das erste Kapitel fast schon am Ende des Betrachtungszeitraumes spielt und dann ein Sprung in die Vergangenheit erfolgt, erzeugt eine gewisse Spannung. Der Leser möchte wissen was passiert bis Georg und Hanna an diesem Punkt angelangt sind. Tauchen Widrigkeiten auf, möchte man unbedingt erfahren, wie diese gelöst werden. Ein Manko ist in meinen Augen die nicht deutliche Vermischung von Realität und Fiktion. Einige Autoren nehmen sich nur wichtige Daten heraus und entwickeln eine fiktive Geschichte. Andere nehmen nur eine Figur und lassen sie völlig unabhängig ihres wahren Lebenslaufs agieren. Bei Justus Pfaue werden sehr viele Fakten genutzt. Das wäre kein Problem, wenn nur die Liebesgeschichte zwischen Georg und Hanna erfunden wäre. Aber in dem Text werden meiner Meinung nach Errungenschaften in einem Atemzug mit Georg Wertheim genannt, die man nicht ihm zusprechen kann. So ist dem Leser nicht mehr klar, ob es jetzt um den Roman-Georg oder die reale Figur geht. Stellt man sich von Beginn an darauf ein und sagt sich, dass es eine klar fiktive Geschichte ist, ist das kein Problem. Zudem müsste man sich noch einmal genauer das Buch von Erica Fischer und Simone Ladwig-Winters anschauen (E. Fischer & S. Ladwig-Winters, Die Wertheims. Geschichte einer Familie, Berlin, 2004.). Viele Gedankengängen erschienen mehr sehr ähnlich. So finde ich es schade, dass noch nicht einmal das Bucherwähnt wird. Hier lobe ich mir Robert Harris, der am Ende seiner Werke immer wichtige wissenschaftliche Literatur nennt, die er genutzt hat. Fazit: Ein ziemlich spannender und leicht verständlicher Roman, den man absolut empfehlen kann. Der Leser sollte sich aber von der Frage befreien, ob eine Handlung der Figuren fiktiv ist oder der Realität entspricht. P.S.: Einige wenige Rechtschreibfehler haben den Lesegenuss an manchen Stellen gestört.

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  • Rezension zu "Ein Paradies für alle" von Justus Pfaue

    Ein Paradies für alle

    Bellexr

    17. September 2010 um 08:05

    Das größte Kaufhaus der Welt . Berlin, Anfang der 1930er Jahre. Hanna Berger und der Kaufhauskönig und Vorstandsvorsitzende der Wertheim AG, Georg Wertheim, sind seit 25 Jahren ein Paar. Georg betreibt zusammen mit seinen Brüdern das Kaufhaus Wertheim, das als das Größte der Welt gilt. Doch die Zeiten für das Wertheim-Imperium wie auch für die Familie gestalten sich schwierig, denn die Wertheims sind Juden und Adolf Hitler steht kurz vor der Machtergreifung. . Die Geschichte der Familie Wertheim, insbesondere das Leben von Georg und seiner Hanna, stehen im Vordergrund des Romans. Nachdem man einen kurzen Einblick über ihr luxuriöses Leben Anfang der 1930er Jahre erhält, geht Justus Pfaue zurück zu den Anfängen der Familie und somit auch zu dem sagenhaften Aufstieg der neunköpfigen jüdischen Familie, die ihr Imperium dank Georg und Hugo binnen weniger Jahre aufbauen konnte. . In jungen Jahren werden die beiden Brüder, die ein sehr inniges Verhältnis verbindet, zu ihrem Onkel nach Berlin geschickt, um dort das Tuchgeschäft von der Pike auf zu lernen. Schnell entwickelt der junge Georg einen genialen Geschäftsinn und zusammen mit seinem älteren Bruder Hugo, dem kreativen Kopf, baut er das Geschäft Wolf & Apolant seines Onkels gewinnbringend aus. Georg ist der erste Kaufmann, der Festpreise und den Warenversand einführt. Hierbei stößt er anfangs auf viel Gegenwind, nicht nur bei seinem Onkel. Als es Hugo durch eine Lungenkrankheit immer schlechter geht, beschließen die Brüder, zurück nach Stralsund zu kehren. Als Dank erhalten sie von Onkel Wolf die nötige Starthilfe, um zu Hause das Familiengeschäft auszubauen. Mit Hilfe seiner tatkräftigen Familie gelingt ihnen dies auch recht schnell und es dauert nicht lange, bis auch eine Filiale in Rostock eröffnet wird. Doch Georgs Pläne gehen noch weiter: Er will ein großes Kaufhaus in Berlin eröffnen, in dem der Kunde König ist und man auch für kleines Geld gute Qualität kaufen kann. Und bald darauf erfüllt sich dieser Traum. . Das einzige, was nach Meinung seiner Mutter Ida ihm jetzt noch fehlt, ist eine Ehefrau. Doch in dieser Hinsicht ist Georg eher schüchtern und auch körperliche Kontakte jedweder Art vermeidet er, wo es nur geht. So lebt er lange Jahre zufrieden allein und das Einzige, was in seinem Leben zählt, ist das Geschäft. Hier blüht der geniale Stratege und Zahlenjongleur schier auf. Bis ihm Hanna Berger über den Weg läuft. Für den 49-jährigen fängt augenblicklich ein neues Leben an, denn die junge Hanna erwidert seine Gefühle und zudem ist sie auch noch ausnehmend hübsch, klug und hat einen hervorragenden Geschäftssinn. So sind die Beiden bald ein unschlagbares Team, doch ein dunkles Geheimnis um Hannas Vergangenheit hindert sie daran, zu heiraten. So bleibt Georg nichts anderes übrig, als eine verhasste Ehe mit der stämmigen Ursula Gilka einzugehen, um einen Erben für das Familienunternehmen zu sichern. . Die stets freundliche Hanna führt mit ihrem Georg ein sehr zurückgezogenes Leben und kann als „Guter Geist“ des Kaufhauses bezeichnet werden. Denn ihr gelingt es immer, Probleme mit der Belegschaft für alle Beteiligten so gut wie möglich zu lösen und auch hat sie für jeden der „Wertheimer“ immer ein freundliches Wort übrig. Georgs Frau Ursula zieht es derweil vor, zumeist auf Schloss Saßleben im brandenburgischen Land ein feudales Leben zu führen, sodass Georg mit seiner geliebten Hanna skandalfrei in ihrer gemeinsamen Berliner Wohnung leben kann. . Das Leben des Überflusses und Glücks ist für Hanna und Georg jedoch nur eine Frage der Zeit, denn die Machtergreifung von Adolf Hitler steht kurz bevor. Bereits Ende der 1920er Jahre bekommen die Wertheims zu spüren, was es heißt, eine überaus erfolgreiche jüdische Familie zu sein, denn die braunen SA-Schergen ziehen schon randalierend durch Berlin. Anfangs kann Georg hier noch seinen Einfluss in den oberen Kreisen der Berliner Gesellschaft spielen lassen, doch nach und nach ziehen sich immer mehr Freunde und Geschäftspartner von ihm und seiner Familie zurück. . Justus Pfaue gelingt es sehr gut die Geschichte der Familie Wertheim zu erzählen und hier biografische wie auch fiktive Elemente logisch zu verknüpfen. Sehr anschaulich, warmherzig und äußerst unterhaltsam schildert er das Leben der Familie, wobei der Fokus natürlich bei Georg Wertheim – dem Macher und Gründer der Wertheim AG – liegt. . Der Autor hält sich sehr an die geschichtlichen Vorgaben der Familie Wertheim und lässt auch einige bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten der damaligen Zeit in die Geschichte mit einfließen. Allerdings ist davon auszugehen, dass Hanna Winter hier leider mehr dem fiktiven Teil der Geschichte zuzuordnen ist. . Der Sprachstil des Autors ist eher gediegen, ja fast schon altmodisch, doch passt dies perfekt zur Geschichte und vermittelt einen so gut ein Gefühl für die damalige Zeit. Und man entdeckt mit Freude immer mal wieder eine Begrifflichkeit, welche man von den Großeltern her noch kennt und in unserer heutigen Zeit fast schon vergessen ist. . Die Wandlung, welche Georg in Gegenwart von Hanna durchlebt, wirkt anfangs überraschend. Gilt er doch bei Freunden, bei der Belegschaft, selbst bei seiner Familie eher als gefühlskalt und unnahbar, so taut er in der Gegenwart von Hanna regelrecht auf und entwickelt eine sehr liebevolle Ader. Und so wirkt auch sein Charakter für den Leser lange Zeit eher schwer zugänglich, ja fast schon blass. Als jedoch die Beziehung von Hanna und Georg beginnt, erhält man nach und nach auch einen Zugang zur Figur Georgs und man stellt dann doch recht schnell fest, dass er zu tiefen Gefühlen durchaus fähig ist und so nimmt sein Charakter auch für den Leser mit der Zeit Konturen an. . Alles in allem hält man hier einen interessanten und unterhaltsamen Roman in Händen, der wunderbar die Geschichte des Wertheim-Imperiums erzählt.

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  • Rezension zu "Ein Paradies für alle" von Justus Pfaue

    Ein Paradies für alle

    gurke

    15. September 2010 um 17:42

    Berlin, Ende des 19. Jahrhunderts: Georg Wertheim gründet mit seinen Brüdern das berühmte Wertheimer Kaufhaus. Hier ist der Luxus für alle möglich. Man kann dort nahezu alles käuflich erwerben - egal ob arm oder reich - jeder Kunde wird mit gleichem Respekt und mit gleicher Freundlichkeit behandelt wird. Georgs kundenfreundliches Motto: Wer etwas bei Wertheim kauft, trägt etwas von Wert heim Er selbst kommt aus einer armen Tuchhändlerfamilie. Hannas Aufgabe besteht unter vielen anderen immer auf diese Grundsätze zu achten und die Mitarbeiter diesbezüglich zu kontrollieren. Wo wir bei Hanna wären: Georgs einzige wirkliche tiefe und echte Liebe seines Lebens. Hanna erwidert diese Liebe nun schon seit 25 Jahren. Geheiratet haben die beiden leider nie. Stattdessen darf sich Ursula Wertheim seine Ehefrau nennen - auch wenn das Paar nur auf dem Papier besteht. Dass Hanna und Georg nie etwas offizielles werden konnte, liegt nicht nur an seiner Familie, sondern auch an Hannas Geheimnis um ihre Herkunft, über das nur Georg wirklich Bescheid weiß. Das Verhältnis zwischen den beiden wird so unglaublich liebvoll beschrieben, dass der Leser das "Paar" sofort ins sein Herz schließen muss. Man erfährt viel über den Alltag von Georg und Hanna und den liebevollen Neckereien zwischen den beiden. Sie schafft es sogar ihren Liebsten zu überzeugen - natürlich mit Tricks - dass er sich einer risikoreichen Augenoperation unterzieht, als seine Sehkraft immer und immer mehr nachlässt. Dass sie sich während der Genesung liebevoll um ihn kümmert, muss ich hier eigentlich nicht erwähnen. Doch Georgs Existenz - alles was er mit harter Arbeit aufgebaut hat - droht zu scheitern. Natürlich ist er bei der Konkurrenz mit seinem Erfolg nicht gut angesehen. Georg stammt auch noch von Juden ab. Schließlich wird er von Nazis bedroht und dann ist auch noch Hannas Leben in Gefahr... Meine Meinung Normalerweise ist dieses Genre überhaupt nichts für mich, wenn das Buch in einer leicht altertümlichen Sprache geschrieben ist - wie bei diesem. Da die Geschichte allerdings so wunderschön herzallerliebst ist, wollte ich das Buch dennoch gerne lesen. Grundsätzlich wurde ich nicht enttäuscht. Ich habe zwar zum Lesen ein paar Tage länger gebraucht, weil es meiner Meinung nach kein Buch ist, dass man in einem Rutsch durchlesen kann. Ein großer Pluspunkt ist für mich, dass alles einwandfreien geschichtlichen Hintergrund hat. Dennoch würde mich nun noch interessieren, ob es diese Liebe wirklich gegeben hat. Ich kann "ein Paradies für alle" jedem empfehlen, der historische Romane mit wahrem Hintergrund mag und sich für Liebesgeschichten begeistern kann.

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