Jutta Bissinger Um fünf am Stadtbuckel - Geschichten und Anekdoten aus Offenburg

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Inhaltsangabe zu „Um fünf am Stadtbuckel - Geschichten und Anekdoten aus Offenburg“ von Jutta Bissinger

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    Um fünf am Stadtbuckel - Geschichten und Anekdoten aus Offenburg
    Chimiko

    Chimiko

    15. May 2013 um 16:21

    Meine Meinung Das ist eines der Bücher, die ich mir wirklich gezielt für das Projekt ausgesucht habe, und als ich dann darüber gestolpert bin, musste es einfach mit, egal wie. Denn hier geht es um die Stadt, in der ich den Großteil meiner Schulzeit verbracht habe: neun Jahre. Und damit auch den Großteil meiner Zeit allgemein. Das Buch hat lauter kleinere Anekdoten ab den 30ern, die viel über den Charakter dieser Stadt erzählen. Vieles, das mir auch heute noch bekannt vorkommt (die Sprache, die Bilder von verschiedenen Häusern oder Kaufhäusern) und auch vieles, das mir neu war und das ich wirklich interessant fand (die Schmalspurbahn, das Offenburg Woodstock oder auch die älteste Eisdiele). Wahrscheinlich denkt jetzt jeder: Wo in drei Teufels Namen liegt Offenburg? Wasn das fürn Kaff? Die Frage höre ich oft und kann euch sagen: Das liegt praktisch in der Mitte zwischen Freiburg und Karlsruhe. Dicht bei Straßburg. Bekannt ist es außerdem aus Geschichtsbüchern, in Bezug auf die Badische Revolution. Und durch Burda. Und da setzt schon das Buchcover an: Was ihr da steht, ist der Stadtbuckel (wie man sich vielleicht denken könnte). Heute ist das Bild etwas anders, denn das Hochhaus ist fertig und wem gehört es? Dem Burdaverlag. Der Schwanen existiert nicht mehr, stattdessen gibt es dort eine Eisdiele. Und Käfer sieht man leider auch nur noch selten, es sei denn wir nehmen unseren Käfer. Der Zebra ist eine große Ampel und links steht unser großes Kino. In dem Buch gibt es wirklich faszinierende Anekdoten. Ich werde euch zwei, drei vorstellen, und fange natürlich mit der an, die für mich am Interessantesten ist: Die Klosteraffen. Klosteraffen? Nicht direkt, denn hier geht es um eine Schule: die Klosterschule "Unserer lieben Frau". Eine reine Mädchenschule, in der es noch heute Nonnen gibt, die sogar noch teilweise unterrichten - ich hatte Biologie und Kunst eine Zeit lang bei zwei von ihnen. Damit hatte ich 2/3 der unterrichtenden Nonnen abgedeckt ;) Rosel ist die Erzählerin dieser Anekdote und vieles, was für sie so war, hat sich bis heute nicht verändert: heimlich Rauchen, eine Gefühl von 'Privilegiertheit', Nonnen usw. Nur das Café, in dem die jungen Damen damals waren, existiert nicht mehr. Es war wirklich faszinierend für mich, das zu lesen. Und natürlich darf ein Kapitel über das Badische nicht fehlen. Ohne viele Worte, am Besten lest ihr dazu einfach dieses Zitat: Sie erfuhr, dass eine Dachrinne "Dachkähner" heißt, dass man es mit dem Akkusativ nicht so genau nimmt, indem man "ä scheener Dag" wünscht, und dass man nicht irgendwohin, sondern "anni" geht. "Naa", "nuff", "numm" und "nie" geht es es anstatt "hinab", "hinauf", "herum" und "hinein".  Der Landstreicher ist hier ein "Hamberle", was sich doch viel netter anhört. Auch das "Muggeseggele" klang in Jules Ohren wesentlich hübscher als... S.7 Na, was könnte wohl das "Muggeseggele" sein? Oder eine "Griese", "Bibiliskäse" oder "Hansdriwili"? Seid ihr neugierig? Könnt ihr das etwa übersetzen? Diese Anekdote ist aus der Sicht von jemandem geschrieben, der eben kein Badisch spricht. So wie ich. Aber ich verstehe es, nur das Sprechen, dabei haperts. Sehr amüsant! Ein wundervolles Kapitel war auch "Die Mühle und eine Umarmung auf Jamaika": Die Mühle war Mitte der 70er ein skandalöses Jugendzentrum (von dem die Leute dieser Zeit noch heute sprechen) und in diesem Kapitel findet man u.a. das schriftliche Ergebnis einer altmodischen Razzia in Bezug auf Jugendliche und Benehmen in der Öffentlichkeit. Aber auch das legendäre "Sunrise Festival" mit Bob Marley wird erwähnt und die Anekdote, wie ein Offenburger (durch eine Tasche mit Aufdruck) in Jamaika als... na ja Offenburger erkannt wird und von einer Jamaikanerin umarmt wird. Warum? Sie war damals da und hat Offenburg in guter Erinnerung behalten. Es sind lauter liebevolle Kleinigkeiten, die hier erzählt werden, es ist sehr menschlich, mal lustig, mal traurig. Und es ist eben wahr, es ist genauso geschehen. Das und der humorvolle und auch, ich wiederhole mich, liebevolle Schreibstil machen das Buch zu etwas ganz Besonderem. Fazit Seid ihr neugierig geworden? Wollt ihr mehr über Offenburg erfahren? Es ist sind tolle Anekdoten, traurig, lustig, makaber und interessant. Und sicher finden auch Außenstehende ihren Spaß daran. Die Geschichte der Kinos in Offenburg, die Schmalspurbahn "Entenköpfer" oder auch der unfreiwillige Bestatter sind wirkliche Kleinode und ich wünschte, ich hätte noch mehr davon lesen können. Einziges Manko ist das abrupte Ende (und die Länge - es ging viel zu schnell vorbei... mehr!). Ich hätte mir ein kleines Nachwort gewünscht.

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