Jutta Ditfurth

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Autor von Ulrike Meinhof, Worum es geht und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Jutta Ditfurth

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Ulrike Meinhof

Ulrike Meinhof

 (12)
Erschienen am 11.02.2009
Worum es geht

Worum es geht

 (5)
Erschienen am 01.03.2012
Rudi und Ulrike

Rudi und Ulrike

 (4)
Erschienen am 12.04.2008
Zeit des Zorns

Zeit des Zorns

 (3)
Erschienen am 05.05.2009
Worum es geht: Flugschrift

Worum es geht: Flugschrift

 (2)
Erschienen am 16.11.2012
Krieg, Atom, Armut

Krieg, Atom, Armut

 (2)
Erschienen am 15.02.2011
Entspannt in die Barbarei

Entspannt in die Barbarei

 (3)
Erschienen am 01.01.1996
Die Himmelsstürmerin

Die Himmelsstürmerin

 (2)
Erschienen am 01.08.2010

Neue Rezensionen zu Jutta Ditfurth

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Sokratess avatar

Rezension zu "Zeit des Zorns" von Jutta Ditfurth

Bekannte Kritik mit wenig neuen Facetten - enttäuschend
Sokratesvor 3 Jahren

Dieses Buch enttäuschte mich sehr: kannte man von Jutta Ditfurth - radikal-linke Öko-Vertreterin - doch knallige Thesen, so hat sich mir dieses Buch als müde Aneinanderreihung bereits bekannter Thesen dargestellt. Der einzige Unterschied zu den vielen anderen, momentan publizierten Zeitdiagnosen ist der Fokus der Autorin, politisch bedingt natürlich radikal links. Das mag an sich nichts schlechtes sein, stellt es doch eine gleichwertige Perspektive zu all den anderen dar und kann auch als Bereicherung verstanden werden. Allerdings reichen mir ehrlicherweise Zeitdiagnosen langsam nicht mehr, um gute Bücher zu werden. Wie häufig wollen wir uns noch darüber austauschen, was schief läuft, wer wann und wie andere Menschen beschissen hat, wer Klimasünder ist oder wo Demokratie durch Kapitalismus ausgehöhlt wird. Egal aus welchem Blickwinkel wir diese Zustandsbeschreibung vornehmen - an der Tatsache, dass diese missliebigen Umstände existieren und nach wie vor unbehelligt geschehen können ändern sie rein garnichts. Stattdessen reihen sich in den Buchhandlungen Buchreihe um Buchreihe mit Büchern dieser Themen - es ist nervig und langsam muss auch einmal die Frage gestellt werden, warum wir nur jammern, anstatt die Welt endlich umzugestalten. Und gerade diese schöpferische Perspektive fehlt in Ditfurths Buch völlig. Über die altbekannten Punkte, welche Veränderung erfahren müssen, plakativ stereotyp aufgezählt, kommt Ditfurth nicht hinaus und liefert mir insoweit überhaupt keinen neuen Input, geschweige denn neue Hoffnungen, dass es auch im radikal-linken Öko-Flügel [der Grünen] außer Meckern auch Utopien zur Verwirklichung gibt.

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Rezension zu "Ulrike Meinhof" von Jutta Ditfurth

"Will Ulrike Gnade oder freies Geleit?"
Gulanvor 4 Jahren

„Es kann kein Zweifel bestehen: Ulrike Meinhof hat dieser Gesellschaft den Krieg erklärt, sie weiß, was sie tut und getan hat, aber wer könnte ihr sagen, was sie jetzt tun sollte? Soll sie sich wirklich stellen, mit der Aussicht, als die klassische rote Hexe in den Siedetopf den Demagogie zu geraten? […] Es ist inzwischen ein Krieg von 6 gegen 60 000 000. Ein sinnloser Krieg […] auch im Sinne des publizierten Konzeptes. […] Ulrike Meinhof muss damit rechnen, sich einer totalen Gnadenlosigkeit ausgeliefert zu sehen.“ (S.322)

So formulierte es Heinrich Böll am 10.01.1972 auf dem Höhepunkt der Fahndungswelle nach der „Baader-Meinhof-Gruppe“ im Spiegel unter der Überschrift „Will Ulrike Gnade oder freies Geleit?“ und bringt damit die Ambivalenz zum Ausdruck, die viele Linke Ulrike Meinhof am Ende entgegenbrachten. Die Radikalität und Gewalt der RAF wurden weitgehend abgelehnt, Baader und Ensslin als Gewalttäter verunglimpft, doch Ulrike Meinhof blieb aufgrund ihrer früheren politischen und journalistischen Verdienste ein Idol vieler Linken und ist damit eine der umstrittensten Persönlichkeiten der bundesdeutschen Nachkriegszeit. Biografin Jutta Ditfurth versucht, den Weg, der Ulrike Meinhof schließlich in die RAF brachte, nachzuzeichnen.

1934 wurde sie in Oldenburg geboren, in einer Familie evangelischer Christen, die dem Nationalsozialismus nahestehen. Schon während des Studiums engagiert sie sich, zunächst religiös motiviert, in der Friedensbewegung und später in der Anti-Atomtod-Bewegung. Sie tritt früh dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund bei, später auch der (illegalen) KPD. 1959 beginnt sie als Journalistin bei der Zeitschrift „konkret“. Die Zeitschrift wird unter anderem durch ihre Leitartikel zu einem führenden linken Medium. In der Zeit der westdeutschen Studentenbewegung und in Reaktion auf den Tod Benno Ohnesorgs und das Attentat auf Rudi Dutschke radikalisiert sie sich zunehmend.

Es formiert sich die Rote Armee Fraktion. Trotz einer durchaus nennenswerten Zahl an Sympathisanten lehnt aber vor allem die gemäßigte Linke diese Eskalation ab (Max Horkheimer: „So dumm kann keiner sein, um nicht zu spüren, dass sie genau das Gegenteil von dem erreichen, was sie eigentlich wollen.“, S.319) Meinhof wird Chefideologin der Gruppe, verfasst die politischen Schriften der RAF. Sie nimmt an mehreren Banküberfällen und fünf Bombenanschlägen mit insgesamt vier Toten teil. Am 15.06.1972 wird sie von der Polizei verhaftet. Es folgt die umstrittene Isolationshaft in der JVA Köln-Ossenheim. 1974 beginnt schließlich der Stammheim-Prozess. Noch vor dessen Ende wird sie am 09.05.1975 tot in ihrer Zelle aufgefunden. Ihr Selbstmord wurde von zahlreichen Linken angezweifelt.

Jutta Ditfurth verfolgt den Lebensweg von Ulrike Meinhof streng chronologisch. Nur den Beginn des Buches markiert der Wendepunkt im Leben von Meinhof: Die Befreiung Andreas Baaders am 14.05.1970 aus der Haft. In der Folgezeit waren auch durch den extremen Fahndungsdruck alle Brücken zurück abgebrochen. In diesem Zusammenhang fällt folgender berühmter Satz von Ulrike Meinhof:

„[...]wir sagen natürlich, die Bullen sind Schweine, wir sagen, der Typ in Uniform ist ein Schwein, das ist kein Mensch, und so haben wir uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Das heißt, wir haben nicht mit ihm zu reden, und es ist falsch, überhaupt mit diesen Leuten zu reden, und natürlich kann geschossen werden.“ (S.287)

Ditfurth beschäftigt sich ausführlich auch mit Kindheit, Jugend und Studienzeit von Ulrike Meinhof und zeichnet dabei ein interessantes gesellschaftliches und politisches Bild der westdeutschen Nachkriegszeit. Die zunehmende Politisierung und später auch Radikalisierung von Meinhof wird durch Zeitzeugen und Meinhofs eigene Texte herausgearbeitet. Leider wird die Einbettung in den gesellschaftlichen Gesamtbezug im Laufe des Werkes etwas schwächer. Außerdem bedauerlich finde ich, dass Ditfurth am Ende auf einen reflektierenden Rückblick und Nachbetrachtung verzichtet. Zudem muss man natürlich konstatieren, dass Jutta Ditfurth selbst dem sehr linken Spektrum zuzuordnen ist und dies den Grundton des Buches bestimmt. Man hat durchgehend den Eindruck, dass Aktionen der Staatsmacht negativer dargestellt werden als die der Linksextremen und Terroristen.

Nichtsdestotrotz ist diese Biografie auf jeden Fall lesenswert und gibt einen intensiven Eindruck einer interessanten Persönlichkeit.

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P6nd0r6s avatar

Rezension zu "Blavatzkys Kinder" von Jutta Ditfurth

Schockierender Krimi der nachdenklich macht
P6nd0r6vor 5 Jahren

" Blavatzkys Kinder "

  von

  Jutta Ditfurth

Die Autorin:

Jutta Ditfurth, 1951 in Würzburg geboren, ist Soziologin, Publizistin und politische Aktivistin.
Sie studierte und arbeitete u. a. als Forscherin und Reporterin in den USA, Großbritannien und der Sowjetunion. Als politische Aktivistin begann sie in den 1970er Jahren in der Frauenbewegung und in der Anti-AKW-Bewegung.
1980 gründete sie die Grünen mit, von 1984-1988 war sie Bundesvorsitzende der Grünen, trat 1991 aus der Partei aus und gründete im selben Jahr die Ökologische Linke mit.
Von 1989-1995 war sie Mitglied im Bundesvorstand der Deutschen Journalisten Union (dju) in der IG Medien, auch Mitglied im Hauptvorstand der IG Medien (heute: ver.di) und Bundesvorsitzende der dju. Seit 2001 und wieder seit 2011 vertritt sie die Wählervereinigung ÖkoLinX-Antirassistische Liste als Stadtverordnete im Frankfurter Römer.
Ditfurth verfasste 15 Bücher, darunter die Bestseller Feuer in die Herzen. Gegen die Entwertung des Menschen (1997), Ulrike Meinhof. Die Biografie (2007) und Krieg, Atom, Armut. Was sie reden, was sie tun: Die Grünen (2011).

-= Klappentext =-

Miriam. Computerfreak, und Robert, Saxophon spielender Journalist, begegnen sich in Osteuropa und stoßen auf die Spur eines weltweiten Menschenhandels. Schon bei ihrer ersten Berührung mit der Organisation werden sie gejagt. Wer ihnen hilft, schwebt in Lebensgefahr. Ihre einzige Chance ist das Netz, das ungewöhnliche Techniken anwendet, um die Organisation zu zerbrechen.

-= Leseeindrücke =-

Miriam Kern wohnt in Frankfurt und ist eine freischaffende IT-Fachfrau die zum Broterwerb Kataloge designt und Flyer entwirft. Während eines Urlaubes in Osteuropa trifft Miriam auf Robert, den sensiblen saxophonspielenden Journalisten und auf Soliza, eine junge Roma die verzweifelt versucht nach einer Kindesentführung ihren Sohn wiederzufinden. Robert und Miriam entschließen sich ihr zu helfen und stoßen dabei auf ein riesiges Netzwerk aus Kinder- und Organhandel der rechten Szene, das sich nur die "Organisation" nennt. Zusammen mit dem "Netz" einer Gruppe aus ANTIFAS und Alternativen versuchen sie gegen die Organisation vorzugehen um das Gräuel zu stoppen welches unbemerkt unter den Augen der Öffentlichkeit geschieht.

-= Fazit=-

 Ein sehr intelligent geschriebenes Buch das einen mit den Protagonisten mitfiebern lässt und beunruhigende Denkansätze anstößt.Kein Buch für Menschen die nur leichte Literatur bevorzugen. Sehr tiefgründig und intensiv.

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