Benjamin, ein junger Mann aus gutem Hause, ist mit dem Wissen aufgewachsen, das „Selbstbefleckung“ das größte aller Laster ist und dieser Samenverlust zu körperlichem verfall führt. Bereits mit Anfang 20 spürt er die dramatischen Folgen.
Da er selbst nicht Herr über seine Gelüste wird sucht er einen Arzt auf, der ihm eine unkonventionelle Therapie empfiehlt. Zutiefst beschämt befolgt Benjamin die Ratschläge um seine Gesundheit zu retten.
Diese Geschichte ist wirklich anders. Den Schreibstil würde ich als an die Zeit, in der das Buch spielt, angepasst beschreiben. Auch die Dialoge sind sehr förmlich. Normalerweise würde mich das stören. Es ist anstrengend. Auch wenn ich natürlich weiß, dass früher, besonders in der vornehmen Gesellschaft viel Wert auf Form und Umgang gelegt wurde, mag ich es lieber, wenn die Unterhaltungen, auch bei Büchern mit geschichtlichem Hintergrund, an die heutige Sprache angepasst sind.
In diesem Buch, glaube ich, dass absichtlich darauf verzichtet wurde um den Kontrast zwischen dem was Etikette und Moralvorstellung fordern und dem, was Benjamin erlebt und zu gleichen Teilen fürchtet wie ersehnt, hervorzuheben.
Es ist keine Geschichte, bei der ich versucht habe, mich in die Protagonisten hineinzuversetzen. Ich bin Zuschauer eines Dramas. Kopfschüttelnd beobachte ich Benjamin und dessen aus heutiger Sicht so unglaublich naives Vorgehen.
Es ist nicht die erste Geschichte, in der über die seltsamen Ansichten früherer Zeit zum Thema Selbstbefriedigung geschrieben wird. Der anerzogene Druck und das Gefühl des verdorben seins machen Benjamin seelisch krank.
Es wäre vermutlich kein K.A.Merikan Buch, wenn eben diese Therapie nicht auf die geheimen Gelüste von Benjamin abziehlen würde. Ein nicht unerheblicher Teil des Buches befasst sich mit der Ausführung der Ratschläge des Arztes.
Besonders zum Ende des Buches wird deutlich, dass „Die Kunst des beiderseitigen Vergnügens“ in erster Linie eine kurzweilige erotische Geschichte ist.
Mich hat Sie, besonders in der ersten Hälfe zwar nachdenklich gemacht, insgesamt habe ich mich aber gut unterhalten gefühlt und empfehle das Buch gerne weiter.