Jutta Jacobi Die Schnitzlers

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Inhaltsangabe zu „Die Schnitzlers“ von Jutta Jacobi

Ein Leiterwagen und die Untreue einer schönen Buchhändlers Tochter setzten ihn in Bewegung: Jutta Jacobi erzählt von Johann Schnitzler, dem begabten Sohn eines armen jüdischen Tischlers aus Nagykanizsa, der ein berühmter Arzt in Wien wurde. Von seinem Sohn Arthur, der sich vom Erotomanen zum Moralisten wandelte. Von dessen Frau Olga, der reuevollsten Geschiedenen aller Zeiten. Von Lili, die an der Seite eines faschistischen Offiziers ihr Glück nicht fand. Von Heinrich, der 1938 nach Amerika emigrieren musste. Von Arthurs Enkeln Peter und Michael, die sich von den Lasten der Vergangenheit befreiten. Von der Urenkelin Giuliana, die auf dem Zentralfriedhof die Gräber mit Steinchen schmückt. Es ist die Geschichte von Sehnsucht, dem Geschenk des Humors und dem Wandel der Perspektiven im Verlauf der Geschichte.

Ich liebe dieses Buch. Sehr interessant. Die einzelnen Mitglieder dieser berühmten Familie sind wundervoll beschrieben.

— sisei
sisei

Gut geschrieben, aber ich vermisste Interpretationshilfen.

— wandablue
wandablue

Eine Reise in das Leben der Schnitzlers

— echidna
echidna

Eine interessante, ausführlich erzählte Familiengeschichte mit vielen Originaldokumenten, Fotos und historisch Wissenswertem!

— angi_stumpf
angi_stumpf

Viel mehr als eine Biografie! Sehr eindrucksvoll

— Buchgespenst
Buchgespenst

Ein Buch, das nicht nur von einer Familie erzählt, sondern exemplarisch für viele Familien dieser Zeit steht, wunderbar eingebunden in die Geschichte Europas und die Straßen Wiens.

— Nicky_G
Nicky_G

Anhand der Familiengeschichte der Schnitzlers geht es auf eine spannende Reise durch mehrere Jahrzehnte europäischer Geschichte.

— stefka_lu
stefka_lu

zu biografisch und trocken

— thora01
thora01

Aufschlussreiche, informative und lesenswerte Biografie über vier Generationen der Familie Schnitzler

— buchmachtkluch
buchmachtkluch

Eine ausführliche und interessante Abhandlung über die jüdische Familie Schnitzler!

— sommerlese
sommerlese

Stöbern in Biografie

Gegen alle Regeln

biografischer, düsterer, regelrecht depressiv wirkender "Roman"

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  • Die Schnitzlers

    Die Schnitzlers
    Giorgo

    Giorgo

    28. October 2016 um 11:58

    Jutta Jaccobi schreibt eine Familienbiographie über die Schnitzlers. Sie beginnt mit Johann Schnitzler im Jahre 1850 und endet heute mit der 4. Generation. Die Schnitzlers hatten es nicht immer einfach. Sie waren Juden und zwischen den 1. und 2. Weltkrieg mussten sie oft in ein anderes Land auswandern. Sie stammten ursprünglich aus Wien. Eines hatten die verschiedenen Genrationen gemeinsam, nämlich die Liebe zum Theater. In jeder Generation war mindestens ein Sohn im Theater aktiv. Auch deren Ehefrauen - es gaben viele Frauen, Heirat und Scheidungen in der Familie Schnitzler - waren oder wollten durch das Schauspielern bekannt werden. Es gibt viele Zeilen, die aus Tagebüchern stammen. Jutta Jaccobi hat sehr viel recherchiert. Aber ihr Schreibstil hat mir nicht so gut gefallen. Am Anfang kam ich nicht immer ganz draus, ob die Handlung in der Vergangenheit oder in der Gegenwart spielt. Je weiter ich gelesen habe, desto mehr begann ich ihren Schreibstil zu mögen. Richtig beurteilen kann ich das Werk nicht, weil ich bisher weder eine Familienbiographie noch ein Buch von Jutta Jaccobi gelesen habe. Im Grossen und Ganzen gefiel mir der Inhalt. Beim Dank hat sie nicht nur Namen aufgelistet, sondern geschrieben, wie es ihr während dem Schreibprozess erging und wie sie voran kam. Das fand ich schön zu Lesen, endlich stehen nicht nur Dutzende von Namen...!

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  • Die Schnitzlers

    Die Schnitzlers
    Insel56

    Insel56

    14. December 2015 um 09:31

    Es ist die Geschichte der Familie Schnitzler von 1858 bis heute, die dieses Buch erzählt. Die Autorin hat mit den noch lebenden Familienmitgliedern gesprochen und durch das Auffinden alter Unterlagen, hat sie eine Chronik verfasst. Glücklicherweise befindet sich am Anfang des Buches ein Stammbaum, so dass ich immer wieder nachschauen konnte, in welcher Zeit und welchem Verwandtschaftsgrad die genannten Personen zu einanderstehen. Mich hat das Buch sehr beeindruckt und ich würde mir wünschen, dass ich über meine eigene Familie nur einen Bruchteil von dem in Erfahrung bringen könnte. Das Buch ist eine Mischung aus Sachbuch und Roman, dies hat jedoch auf mich die "Sogwirkung" gehabt, dass ich mich in die Geschichte hineinbegeben konnte. Es ist kein leichtes Buch für zwischendurch, aber ein gutes!

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  • Biografie einer jüdischen Familie

    Die Schnitzlers
    uli123

    uli123

    08. June 2015 um 17:59

    Wir erhalten ein sehr detailliertes Porträt der jüdischen Familie Schnitzler. Deren berühmtestes Mitglied Arthur, geboren 1862, ist vielleicht so manchem als österreichischer Dichter ein Begriff. Chronologisch setzt die Geschichte bereits zwei Generationen zuvor ein - bei seinem Großvater Josef, einem armen Tischler in Ungarn, und bei seinem Vater Johann, einem renommierten Wiener Arzt - und umfasst anschließend noch das Leben von Arthurs Kindern sowie Enkeln in der Gegenwart. Die im Buchinnenband abgedruckte Stammtafel erleichtert die Orientierung sehr. Mit den vielen Zitaten ähnelt das Buch einer wissenschaftlichen Abhandlung und ist deshalb auch nicht einfach zu lesen. Zum Glück werden aktuelle Ereignisse eingearbeitet wie Börsencrash, Weltausstellung, Weltkriege, sowie auch Anekdoten, Ereignisse der Familiengeschichte, Zitate aus Briefen. Das lockert das Ganze ein wenig auf. Lobenswert ist die gründliche Recherche der Autorin, die mit Briefen und Werken der Schnitzlers arbeitet, für die Familie wichtige Orte besucht und mit den noch lebenden Familienmitgliedern gesprochen hat. Das Buch ist von besonderem zeitgeschichtlichem Interesse, rückt es doch Schicksal und Rolle der Juden zu verschiedenen Epochen in den Fokus. Ein sehr anspruchsvolles Buch, das vor allem biografisch und geschichtlich interessierte Leser ansprechen wird.

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  • Viele Fakten - zu wenig Interpretation

    Die Schnitzlers
    wandablue

    wandablue

    Viele Fakten - zu wenig Interpretation. Der erste Teil, in dem es um Arthur Schnitzlers Herkunftsfamilie geht und um den Autoren selbst, ist Jutta Jacobi sehr gut gelungen, man kommt Johann und Arthur auch emotional nahe. Der junge Arthur wird von seinem Vater Johann, der als leidenschaftlicher jüdischer Arzt in seiner Karriere in Österreich/Wien Höhen und Tiefen erlebte, zunächst gezwungen, ihm in die Medizin zu folgen. Demgemäß ist Arthur Schnitzler zunächst einmal Arzt geworden und hat auch einige Zeit lang als solcher praktiziert bis er nach und nach als Schriftsteller leben und überleben konnte. Schon der Vater hatte schriftstellerische Neigungen ... . Arthur heiratet schliesslich eine schwierige Persönlichkeit, Olga Schnitzler, eine Frau, die sich nicht einrichten kann in der ihr zugedachten Rolle als Frau und Mutter, und zeitlebens auf der Suche nach Eigenständigkeit und Familiengebundenheit hin und her schwankt, leider ist ihre künstlerische Identität nicht so ausgeprägt, dass sie sich in der von ihr gewünschten Art und Weise präsentieren hätte können. Die Familie hat in der Mutter keinen Halt und Arthur lässt sich nach langem Ringen um die Ehe schliesslich doch scheiden. Die Kinder Heinrich und Lilly leiden darunter. Lilly, Heinrichs kleine Schwester begeht mit 19 Jahren nach kurzer Ehe Suizid. Heinrich folgt dem Vater ins künstlerische Metier, wird erst erfolgreicher Schauspieler, dann Regisseur, arbeitet in Wien, Berlin, in den Staaten, wieder in Wien. Heinrich Schnitzler emigriert in den schwierigen Jahren des Hitlerregimes in die Staaten, kommt nach mehr als sechzehn Jahren, die er und seine Frau Lilly in verschiedenen Stadien der Zufriedenheit mit ihren Kindern Peter und Max in den USA verbrachten, zurück nach Wien, wo er sich mehr und mehr dem Werk des Vaters widmet: „Von Wien aus kann er 1959 nach seiner Remigration viel leichter ein wirkungsvoller Anwalt des väterlichen Werks sein. Und [genau] das wird er in den mehr als zwei Jahrzehnten der ihm noch verbleibenden Lebenszeit.“ Ich mag den Stil Jutta Jacobis, doch im zweiten Teil bleiben häufig Fragen offen oder es gibt nicht nachzuvollziehende Auslassungen und keine Erklärungen des warum. Ein Beispiel: Bei einem ersten Europabesuch, der eine kleine Weltreise ist, die Schnitzlers klagen seit jeher auf hohem Niveau, können sie das ehemalige Wohnhaus nicht einmal besichtigen oder betreten, nachher bewohnen sie es jedoch scheinbar ohne Probleme. Deshalb habe ich, die ich mich vorher nicht mit der Familie Schnitzler befaßte, Interpretationen ihres Verhaltens oft schmerzlich vermisst, da und dort hat die Autorin zwar gewagt, vorsichtig eine Meinung zum Ausdruck zu bringen, doch für mich ist es zu wenig. Sehr gut ist die beigefügte Stammtafel der Familie, so dass man sich jederzeit zurecht findet. Fazit: Guter Ausdruck, guter Stil. Der Inhalt ist überwiegend interessant, dennoch liegt das Gewicht zu stark auf den Fakten und zu wenig auf der Interpretation. Kategorie: Biografie Residenz Verlag, 2014

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  • Die Schnitzlers

    Die Schnitzlers
    echidna

    echidna

    29. November 2014 um 18:47

    Vor der Lektüre der Biografie war mir aus der Familie Schnitzler nur der Schriftsteller Arthur Schnitzler ein Begriff. Durch das Buch hatte ich mir erhofft, weitere Persönlichkeiten der Schnitzler Familie kennen zu lernen. Angefangen im Jahr 1858 wird die Geschichte der Familie Schnitzler bis in die Gegenwart beschrieben. Ich fand es zuerst etwas mühsam, mich in das Buch einzulesen, vor allem auch weil manchmal in der Zeit gesprungen wird und viele neue Namen auf einmal auftauchen. Der Stammbaum der Familie am Anfang des Buches war daher sehr hilfreich. Auch wenn man in späteren Kapiteln mit den meisten Namen schon vertraut ist, blättert man gerne noch einmal zu ihm zurück, um sich die genaue Familienbeziehung bestimmter Personen in Erinnerung zu rufen. Sobald man sich jedoch schon besser in die Familiengeschichte eingelesen hat, macht das Lesen auch gleich viel mehr Spaß, weil man sich besser auf die Geschichte an sich konzentrieren kann anstatt darüber nachzudenken, wer nun wer war, Ein weiterer Pluspunkt waren die Fotos im Buch. So hatte man gleich ein Gesicht zu dem jeweiligen Namen im Kopf. Jutta Jacobi hat für diese Biografie sehr gut recherchiert, hat die wichtigsten Schauplätze selber besucht und mit Familienangehörigen gesprochen. Ich fühle mich nach der Lektüre gut mit Informationen versorgt und habe einige interessante Details über die Schnitzlers gelernt. Jemandem, der sich für die Schnitzlers interessiert, würde ich die Biografie auf jeden Fall weiter empfehlen, da man sehr viel über die Familie und den einzelnen Angehörigen erfährt. Für jemanden, der sich vorher noch nicht mit den Schnitzlers befasst hat, könnten einige Stellen etwas trocken wirken und die Orientierung könnte zu Anfang schwierig sein. Ich würde daher empfehlen, sich vorher wenigstens grob mit der Familie vertraut zu machen.

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  • Eine interessante Familiengeschichte ,,,

    Die Schnitzlers
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    20. November 2014 um 15:50

    Der Buchrückentext: Ein Leiterwagen und die Untreue einer schönen Buchhändlerstochter setzten ihn in Bewegung: Jutta Jacobi erzählt von Johann Schnitzler, dem begabten Sohn eines armen jüdischen Tischlers aus Nagykanizsa, der in Wien ein berühmter Arzt wurde. Von seinem Sohn Arthur, der sich vom Erotomanen zum Moralisten wandelte. Von dessen Frau Olga, der reuevollsten Geschiedenen aller Zeiten. Von Lili, die an der Seite eines faschistischen Offiziers ihr Glück nicht fand. Von Heinrich, der 1938 nach Amerika emigrieren musste. Von Arthurs Enkeln Peter und Michael, die sich von den Lasten der Vergangenheit befreiten. Von der Urenkelin Giuliana, die auf dem Wiener Zentralfriedhof die Gräber mit Steinchen schmückt. Die Geschichte: Jutta Jacobi begibt sich auf Spurensuche, unterhält sich mit den noch lebenden Schnitzlers: Peter, Michael und Giuliana, studiert hinterlassene Briefe, Tagebücher und vieles mehr. Aus all dem strickt sie diese interessante Familiengeschichte über einige Generationen von 1858 bis heute. Meine Meinung: Erst mal muss ich gestehen, dass ich vorher vom berühmten Arthur Schnitzler noch nie gehört hatte. Aber es kann Abhilfe geschafft werden: Da seine Werke inzwischen zu den berühmten Klassikern zählen, gibt es bei amazon 32 Bücher sogar kostenlos zum Herunterladen. Was den Schreibstil von Jutta Jacobi betrifft: da gibt es absolut nichts auszusetzen. Das Buch liest sich prima, lebendig und sehr authentisch. An manchen Stellen war es mir etwas zu ausführlich, aber das lag nicht am Erzählstil, sondern eher daran, dass mich das Theater- und Schauspielergewerbe nicht so interessierte. Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten und ich habe einiges dazugelernt. Sehr interessant fand ich zum Beispiel die Ausführungen über die Anfänge des Fahrradfahrens (inkl. Clubregeln). Auch die Zeit des 2. Weltkriegs war spannend, wobei die Familie durch Flucht eigentlich nicht so viel von den Schrecken mitbekam. Man erlebt im Zeitraffer wie Kinder geboren werden, aufwachsen, selbst Familien gründen, wieder geschieden werden, teilweise sogar wiederholt neu heiraten und schließlich sterben. Das Buch zeigt einfach alle Höhen und Tiefen in einem normalen Menschenleben auf, wobei man die Schnitzlers oft gar nicht als so “normal” bezeichnen kann. Da sind durchaus ungewöhnliche Charaktere dabei. Mir ist Michael Schnitzler, der engagierte Umweltschützer, am sympathischsten gewesen. Ein toller Mann, der viel Gutes vollbringt! Sehr schön fand ich, dass das Buch auch einige Seiten mit Fotos der Familie Schnitzler enthält. Das bringt einem die Protagonisten noch näher. Auch sehr hilfreich ist der Stammbaum, der auf der Umschlaginnenseite zu finden ist. Fazit: Eine interessante, ausführlich erzählte Familiengeschichte mit vielen Originaldokumenten, Fotos und historisch Wissenswertem! 3,5 von 5 Sternen

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  • Viel mehr als eine Biografie

    Die Schnitzlers
    Buchgespenst

    Buchgespenst

    03. November 2014 um 15:36

    Arthur Schnitzler – ein Name, der Lesern klassischer Literatur vertraut ist, als Frauenheld, Skandalautor, ohnmächtiger Kritiker seiner Zeit. Doch was wissen wir von der Familie drumherum? Wer war der Vater, der diesen großen Schriftsteller aufgezogen hat? Was wurde aus den Kindern? Was waren das für Zeiten, aus denen er kam, in die er ging? Wie überstand sein Werk die Säuberungsaktionen der Nazis und wie kam es zur Wiederentdeckung? Dieses Buch bietet mehr als eine einfache Schnitzler-Biografie, ja sogar mehr als die Biografie einer Familie. Die Autorin nimmt den Leser mit in das Wien von 1858. Zusammen mit Johann Schnitzler lernt der Leser die Gesellschaft und das Leben in Wien Mitte des 19. Jahrhunderts kennen. Medizingeschichte. Gesellschaftliche Entwicklungen, die sich stets verändernde Situation der Juden – all das erlebt der Leser hautnah. Brillant recherchiert und liebevoll detailliert wird hier ein Panorama von vier Generationen entfaltet. Das Buch endet im Jahr 2014, mit einem Besuch bei Michael Schnitzler, Arthurs Enkel und führt dem Leser eindrucksvoll vor Augen, wie nah die Ereignisse uns doch sind. Arthur Schnitzler rückt uns in diesem Buch so nahe, dass wir meinen ihm die Hand reichen zu können. Wie kurz die Zeitspanne von etwas mehr als 150 Jahren eigentlich ist, wird einem hier deutlich bewusst und atemlos verfolgt man das Schicksal einer Familie, die geschichtlichen Ereignisse, die diese Familie erschüttert und das große Erbe, das sie durchaus auch belastet hat. Ein großartiges Buch, das mich fasziniert und gepackt hat. Literarisch, liebevoll und mit sehr viel Sachkenntnis geschrieben, ist es eine Lektüre, die uneingeschränkt jedem Literaturfreund und jedem Leser eindrucksvoller Biografien ans Herz gelegt sei!

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  • Die Schnitzlers – nicht nur eine Familiengeschichte

    Die Schnitzlers
    Nicky_G

    Nicky_G

    27. October 2014 um 13:56

    Die vorliegende Biographie nimmt sich nicht nur einer Person an, sondern gleich einer gesamten Familie. Angefangen bei den Großeltern Arthur Schnitzlers bis hin zu seinen heutigen Nachfahren erzählt Jutta Jacobi nicht nur eine Familiengeschichte, sondern auch eine europäische Geschichte, die eng mit dem Leben und Schicksal der Juden im 19. und besonders im 20. Jahrhundert verwoben ist. Die Vorurteile, die schließlich so grausam im Genozid gipfelten, werden anhand der Familie Schnitzler und ihrer Zeit greifbar. Dekrete, die wenig Toleranz versprechen, bilden den äußeren Rahmen einer Zerrissenheit zwischen Anerkennung und Isolierung.  Bildung ist wichtig, um voran zu kommen, um das Dorfleben hinter sich zu lassen und in die expandierende Stadt zu ziehen. Jammern und hadern bringen nichts, nur Handlungen führen zum Ziel. Dem verschreibt sich schon Arthur Schnitzlers Vater Johann. Mit ihm beginnt der Aufstieg der Familie im Wien des 19. Jahrhunderts. Viele Namen und Personen tauchen im Verlauf über eines Jahrhunderts auf, so dass man sich als Leser konzentrieren muss, um den Überblick zu behalten. Die teilweise sehr detaillierten Beschreibungen, zum Beispiel einer jetzigen Bewohnerin des Geburtshauses von Arthur Schnitzler, lockern zwar die sorgfältig recherchierten Fakten auf, sind aber überflüssig, denn die Mischung aus dem Originalton der Personen anhand von Briefen und die eigene Interpretation der Autorin in manchen Situationen, wie zum Beispiel bei dem vermuteten Gespräch der Familie Schnitzler auf der Fahrt zur Weltausstellung, bieten genug Spielraum, um das Lesen lebendiger zu gestalten. Dazu tragen auch die Fotos bei, die mir sehr gut gefallen haben, vor allem um Gesichter zu den Namen zu haben. Ein Buch, das nicht nur von einer Familie erzählt, sondern exemplarisch für viele Familien dieser Zeit steht, wunderbar eingebunden in die Geschichte Europas und die Straßen Wiens.

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  • Spannende Biografie der Familie Schnitzler

    Die Schnitzlers
    stefka_lu

    stefka_lu

    25. October 2014 um 21:04

    Das Buch „Die Schnitzlers“ beschäftigt sich über mehrere Generationen mit der ungarisch-österreichisch-amerikanischen / jüdisch-christlichen Familie Schnitzler, deren bekanntester Vertreter der Autor der „Traumnovelle“ Arthur Schnitzler ist. Das Buch beginnt mit dem Leben von Johann Schnitzler. Dieser wächst in einfachen Verhältnisses in der ungarischen Provinz auf. Er zieht nach Wien und wird ein bekannter, erfolgreicher Arzt. Seine schriftstellerischen Ambitionen lebt er kaum aus. Bei seinem Sohn Arthur verhält es sich umgekehrt: er wird als Mediziner nicht glücklich und widmet sich schließlich ganz der Schriftstellerei. Nach Anlaufschwierigkeiten gelingt es ihm, seine Stücke auf die Bühne zu bringen. Arthurs Sohn Heinrich schlägt ebenfalls eine Künstlerlaufbahn ein. Jedoch nicht als Dichter sondern als Theaterregisseur. Später wird er zum Bewahrer des Erbes seines Vaters. Als Letztes werden Heinrichs noch lebende Kinder Peter, ein amerikanischer Filmemacher, und Michael, ein Orchestermusiker und Regenwaldretter, porträtiert. Die Tragik dieser großen Künstler- und Intellektuellenfamilie ist, dass sie, obwohl sie den jüdischen Glauben nie wirklich praktiziert hat, trotzdem die Auswirkungen des Antisemitismus in Europa zu spüren bekommen hat. Johann und Arthur wurden beruflich beeinträchtigt, die Generation um Heinrich Schnitzler musste in die USA fliehen. Was allen Schnitzlers gemein ist, ist ein Hang zu Depressionen und Affären sowie die Konflikte zwischen den jeweiligen Vätern und Söhnen. Außerdem sind sie, mit Ausnahme der aktuellen Generation, leidenschaftliche Briefe- und Tagebuchschreiber. Letzteres liefert der Nachwelt einen unermesslichen Schatz, denn erst durch diese Briefe sind Biografien wie die vorliegende möglich. Man stellt sich die Frage, was wird in Zukunft sein? Werden E-Mails, WhatsApp-Nachrichten und Eintragungen auf Facebook die Grundlage für Biografien künftiger Generationen bilden? Auch die Enkel von Arthur Schnitzler haben sich den modernen Zeiten angepasst: keine Briefe fliegen hin und her, man „skyped“. Zu Beginn des Buches war ich mir unsicher, ob es vielleicht zu schwere Kost sein könnte. Aber weit gefehlt, spätestens ab den Kapiteln um Arthur Schnitzler wurde ich durch die aufregende Familiengeschichte der Schnitzlers mitgerissen. Auch die amourösen Verwicklungen tragen zur Unterhaltung bei. Ab dem Aufkommen des Nationalsozialismus fiebert man unweigerlich mit, ob es alle Familienmitglieder schaffen, zu entkommen. Was ich etwas vermisst habe, sind mehr Referenzen zu den literarischen Werken von Arthur Schnitzler (z.B. Auszüge aus seinen Stücken oder ausführlichere Zusammenfassungen). Man erfährt viel über den Menschen Arthur Schnitzler aber wenig über sein Werk. Zusammenfassend gesagt, eine spannende Biografie, die viele Einblicke in die europäische Geschichte liefert und einen mit der Hoffnung zurück lässt, dass nie wieder solch dunkle Zeiten auf uns zukommen.

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  • Eine Familienchronik

    Die Schnitzlers
    thora01

    thora01

    20. October 2014 um 15:00

    Inhalt/Klappentext: Ein Leiterwagen und die Untreue einer schönen Buchhändlers Tochter setzten ihn in Bewegung: Jutta Jacobi erzählt von Johann Schnitzler, dem begabten Sohn eines armen jüdischen Tischlers aus Nagykanizsa, der ein berühmter Arzt in Wien wurde. Von seinem Sohn Arthur, der sich vom Erotomanen zum Moralisten wandelte. Von dessen Frau Olga, der reuevollsten Geschiedenen aller Zeiten. Von Lili, die an der Seite eines faschistischen Offiziers ihr Glück nicht fand. Von Heinrich, der 1938 nach Amerika emigrieren musste. Von Arthurs Enkeln Peter und Michael, die sich von den Lasten der Vergangenheit befreiten. Von der Urenkelin Giuliana, die auf dem Zentralfriedhof die Gräber mit Steinchen schmückt. Es ist die Geschichte von Sehnsucht, dem Geschenk des Humors und dem Wandel der Perspektiven im Verlauf der Geschichte. Das Buch beginnt mit der letzten Überlebenden des Familienclans Schnitzler. Es ist sehr bibliografisch geschrieben. Es greift auch die Themen der Vergangenheit auf die uns geprägt haben. Diese werden aus der Sicht der Familie Schnitzler beschrieben. Für mich ist es etwas zu geschichtlich gehalten. Das deutet auf einen sehr großen Rechereaufwand hin. Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich finde das Familienfoto passt sehr gut zu diesem Buch. Der Schreibstil gefällt mir gut. Er unterstreicht das bibliografische des Buches. Ich fand die ganze Thematik etwas zu trocken.

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  • Aufschlussreich und lesenswert

    Die Schnitzlers
    buchmachtkluch

    buchmachtkluch

    18. October 2014 um 13:53

    Jutta Jacobis Biografie über die Familie Schnitzler beginnt dort, wo Lebenswege enden: auf dem Wiener Zentralfriedhof. Giuliana, die Urenkelin des Schriftstellers Arthur Schnitzler, kümmert sich um die Gräber der Ahnen. Da wären Johann Schnitzler, der aus einfachen Verhältnissen stammend aus verschmähter Liebe von Ungarn nach Wien kommt, um hier Medizin zu studieren. Als renommierter Arzt ist er maßgeblich am Aufbau der Wiener Poliklinik beteiligt, während seine schriftstellerischen Ambitionen zur Nebensache werden. Anders bei seinem Sohn Arthur. Er wird ebenfalls Arzt, gibt diesen eher ungeliebten Beruf zugunsten seiner Schriftstellerpassion auf. Es ist ein wechselvolles Leben, das die Schnitzler-Generationen prägt. Den männlichen Protagonisten Johann, Arthur und seinem Sohn Heinrich sind amouröse Abenteuer und Seitensprünge jenseits ehelicher Treue eigen. Diese Gene scheinen durchgängig in ihnen zu stecken. Heinrich Schnitzlers Sohn Michael bringt es immerhin auf vier eheliche Beziehungen und ein außereheliches Kind. Die Klatschpresse hätte ihre Freude gehabt. Aber da sind auch die Schicksalsschläge, vor denen eben auch eine Prominentenfamilie nicht gefeit bleibt, der tragische Tod von Arthur Schnitzlers Tochter Lili und die Gefahren durch den unsäglichen Naziterror. Auch wenn die Schnitzlers säkulare Juden sind, schützt sie das nicht vor der Verfolgung. Sie müssen wie alle Juden um ihr Leben bangen und versuchen deshalb, Platz in (sicheren?) Ländern zu finden. Zugute kommt ihnen dabei eine gewisse Popularität und die Tatsache, dass man überwiegend in prominenten künstlerischen Kreisen verkehrt. Da hat jemand schon mal ein Chalet in der Schweiz, das vorübergehend Aufenthaltsort sein kann, bevor man Asyl in den USA findet. Hier wachsen die Kinder des Schauspielers und Regisseurs Heinrich Schnitzler als "Amerikaner" auf, während des Vaters Herz in Europa bleibt. Er kehrt später wieder nach Wien zurück. Jutta Jacobi erzählt die Familiengeschichte der Schnitzlers kurzweilig, informativ, aufschlussreich. Ihr Sprachstil bedarf einer gewissen Gewöhnungszeit, hat aber auch etwas durchaus Sympathisches, allem voran das Stellen von Fragen, die mit Halbsätzen beantwortet werden. Familienbiografien sind naturgemäß gespickt mit zahlreichen Namen und verwandtschaftlichen sowie freundschaftlichen Beziehungen. Da ist der vorangestellte Stammbaum sehr hilfreich, er ermöglicht während des Lesens mit einem schnellen Blick die Orientierung. Eine Affinität zur Familie Schnitzler, vornehmlich zu Arthur Schnitzler und seinem schriftstellerischen Werk, ist für den Leser nicht vonnöten, auch wenn der Biografie gewisse Erläuterungen, Ausschnitte und Zitate nicht geschadet hätten. Als Fazit bleibt: eine lesenswerte Biografie einer besonderen Familie!

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  • Die Familiengeschichte der Schnitzlers

    Die Schnitzlers
    sommerlese

    sommerlese

    "*Jutta Jacobi*" schrieb ihr Buch "*Die Schnitzlers - Eine Familiengeschichte*". Er erscheint im "*Residenz Verlag*". Wien 1858: Johann Schnitzler flieht aus Ungarn und studiert in Wien Medizin. Später wird er ein berühmter Arzt und baut sich in seiner neuen Heimat eine Karriere auf. Sein Sohn Arthur, ein Schürzenjäger, folgt seinem Vater und studiert ebenfalls Medizin. Doch später folgt er seiner Bestimmung und wird Schriftsteller, ein bekannter Dramatiker. Das Buch beschreibt die Lebenssituation der Schnitzlers, ihre Probleme während der Judenverfolgung, ihre privaten Erlebnisse, Fähigkeiten und auch Verfehlungen hinsichtlich ihrer Beziehungen. Wir begleiten die Familie auf ihrer Reise von Wien, Berlin, New York, Berkeley und Los Angeles. Für diese Familiengeschichte hat Jutta Jacobi eine umfangreiche Recherche betrieben, dass ist auch anhand der vielen im Anhang aufgeführten Quellen ersichtlich. Sie erwähnt ihr besonderes Vergnügen an den intensiven Gesprächen mit den noch lebenden Familienangehörigen. Dieses Sachbuch liest sich trotz der vielen eingestreuten Informationen über die familiäre , berufliche oder auch politische Lage sehr unterhaltsam und ausgesprochen informativ. Man erfährt viel über die äußeren Zwänge, die den Schnitzlers durch ihr Judentum auferlegt wurden. Zu lesen, wie diese Menschen aus Angst um ihr Leben ihre Heimat verlassen müssen, hat mich am meisten erschüttert. Nach einigen Jahren des Neuankommens in Amerika reisen die Schnitzlers wieder nach Europa. Diese Reise bringt sie in den Genuss vieler besuchter Konzerte und Theatervorführungen innerhalb Europas. Man könnte meinen, die Kultur hat ihnen wieder das Herz für ihre alte Heimat geöffnet. Diese kulturellen Wurzeln sind auch ihre und so nähern sie sich wieder an. Der Antisemitismus unter dem die Familie leiden muß, ist deutlich zu spüren. Über die finanzielle Situation und die Verlorenheit erfahren wir hier viel, daß geht mir beim lesen wirklich unter die Haut. Für Geschichtsinteressierte oder Literaturbegeisterte für die Werke Arthur Schnitzlers eine interessante und bereichernde Lektüre!

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    • 5
  • Auf den Spuren der Schnitzlers

    Die Schnitzlers
    sherly

    sherly

    13. October 2014 um 16:59

    Arthur Schnitzler und seine Werke sind mir bestens vertraut und ich habe sie immer gern gelesen. Aber bisher habe ich mich noch nie näher mit seinem Leben oder gar seiner Familiengeschichte beschäftigt. Dies ist allerdings sehr lohnenswert und spannend wie dieses Buch eindrucksvoll zeigt. Die Familiengeschichte wird ausgehend vom Jahr 1858 erzählt und die Autorin spannt einen Bogen bis ins heutige Jahr, zur Urenkelin von Arthur Schnitzler, die noch immer die Familiengräber auf dem Wiener Zentralfriedhof besucht und pflegt. Auf knapp 300 Seiten ist das eine ausgedehnte Zeitreise und da die Autorin auch noch viele Quellen und Verweise einbringt, geht es oft sehr rasant zu und es ist nicht immer einfach den zahlreichen Sprüngen zu folgen. Dennoch die Hintergründe scheinen gut recherchiert zu sein und die Familiengeschichte eingebettet in den geschichtlichen Kontext ist spannend zu verfolgen und bietet interessante Einblicke ins Wien der vergangenen 150 Jahre. 

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