Jutta Mehler Milchschaum

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Inhaltsangabe zu „Milchschaum“ von Jutta Mehler

Warum liegt der Dorfpfarrer im Kotau erstarrt vor dem Grab des Bürgermeisters? Weil er tot ist! Erschlagen! Kalt gemacht! Von einem seiner Pfarrkinder? 'Nie und nimmer', rufen die Birkdorfer im Kollektiv und stempeln vorschnell einen Verdächtigen nach dem anderen zum Sündenbock. Fanni und Sprudel dagegen machen sich ihre eigenen Gedanken. Gemeinsam mit dem jungen Kommissar Marco Lübsch suchen sie nach Spuren, die zum wahren Täter führen. Es gelingt und – und sie geraten beide in Gefahr.

Von Buch zu Buch bin ich begeisterter von der Reihe.

— Zirbi
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eulenmatz

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Wer die Reihe kennt, kann vielleicht mit dem Buch mehr anzufangen, Neulinge sollte eher Abstand halten.

Flaventus

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  • Tabernakelschabracken am Werk

    Milchschaum
    Schokolatina

    Schokolatina

    Ich hatte natürlich den entscheidenden Vorteil, oder eigentlich zwei. Zum einen kenne ich die Gegend um Deggendorf gut, zum anderen habe ich selber einmal ein Jahr in einer bayerischen Kleinstadt gewohnt. Und ob nun Dorf oder Kleinstadt, das gesellschaftlich streng überwachte Gefüge ist dasselbe. Kein Atemzug vergeht, ohne dass der Nachbar nicht weiß, was du tust. Sofern er sich dafür interessiert. Fanni Rot lebt in einem Dorf bei Deggendorf. Klein, fein, beschaulich und immer im Fokus der Dorffrauen. Nicht weil sie dazugehört, sondern eben weil sie nicht dazu gehören will. Fanni Rot bei einem gesellschaftlichen Großereignis – der Beerdigung des Bürgermeisters – ihre Handschuhe auf dem Friedhof vergisst und zurückgeht, findet sie den Pfarrer tot vor. Statt die Polizei zu rufen, unterrichtet sie ihren Mann. Weil Hans Rot als Vereinsmeier genau weiß, wer in der Hack- und Pickordnung dieser Dorfgemeinschaft wo steht, wer zuerst zu informieren ist und wem man nicht auf die Zehen treten darf. Er nennt Fanni gerne Soziopathin, weil sie sich in dieser engmaschigen Überwachungs- und Gleichmachungsgesellschaft nicht einpassen möchte. Die Dinge nehmen ihren Lauf, die Polizei ermittelt, Fanni Rot denkt mit, denkt nach, denkt mit Kommisar Sprudel, ihrem Freund im Geiste (und mehr darf da nicht sein, da passt Fanni Rot schon auf, schließlich hat sie Hans Rot als selbstgewähltes Schicksal an der Backe, seit sie ihm ihre Zwillinge als Kuckuckskinder untergeschoben hat. Und fair ist sie, die Fanni Rot, für solch eine Tat muss halt Buße getan werden. Im Fall von Fanni Rot eben in Form des Hausfrauendaseins inklusive verwöhntem Ehemann, der in einem keimfreien Haus pünktlich das Essen auf dem Tisch erwartet.) Story will ich hier nicht spoilern. Für einen Regionalkrimi in einer Gegend, in der schon das Klauen einer Tafel Schokolade vermutlich Wellen schlägt, passiert recht viel in diesem Fall. Das Lokalkolorit ist sehr schön wieder gegeben inkl. Tabernakelschabraacken, die mit klimakteriumrot-gefärbtem Schopf um den Herrn Pfarrer herumgeschwenzelt sind, diese Bastelnachmittag für Weihnachtsbasare (schon im Frühjahr! man kann nicht früh genug beginnen!), dieses gegenseitige Belauern, Aushorchen, der Tratsch und das Geklatsche, vorschnelle Verurteilungen und das Verschweigen von den wirklich wichtigen Sachen, hach ja, so ist das Leben (in so einem Dorf, einer Kleinstadt). Ein paar Längen hat die Geschichte, weil Fanni immer wieder – gefangen in ihrem selbstwählten Hausfrauensklavendasein – immer wieder endlos kocht, Kartoffeln schält, unzählige Essen pünktlich herstellt, damit aber auch immer wieder deutlich gemacht wird, dass sie zwei Seelen in ihrer Brust hat. Die eine, die sich wegen ihrer Freveltat demütig unterordnet, und die andere, die ausbrechen will, aus dieser Spießigkeit, der Kleinbürgerlichkeit, die intellektuell den anderen überlegen ist, die sich nicht gefordert sieht, die sich mit Hausputz nicht ausgelastet sieht, weil ihre Gedanken und Schlussfolgerungen fliegen. Zu gerne hätte ich ihr zurufen wollen: Fanni, deine Kinder sind groß! Mach dem Mühsal ein Ende, brich aus! Sprudel selber bleibt seltsam farblos, ist ein netter, ein kluger, aber doch sehr zurückhaltender Mann, der zwar Fanni will, sich ihrer Sprödigkeit immer wieder unterordnet, sich brav zurückzieht, sich auf Abstand halten lässt. Er muss die Fanni schon recht mögen, um diese Hinhaltetaktik so lange mitzumachen. Kurz: ein netter Zeitvertreib für einen verregneten Nachmittag, wer die Gegend kennt, wer Dörfer und ihre unterschwelligen Strukturen kennt, der wird breit grinsen. Ohne die ganzen Beschreibungen vom Kochen, Putzen, Gärtnern, vom Haushalten etc. wäre die Story selber vermutlich in der Hälfte der Seiten abgehakt. 

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  • Rezension zu "Milchschaum" von Jutta Mehler

    Milchschaum
    Asmos

    Asmos

    06. October 2012 um 14:46

    In "Milchschaum" stolpert Fanni Roth über ihren dritten Fall. Eigentlich will sie das ja gar nicht und im ersten Moment überlegt sie ernsthaft, ob sie den Pfarrer, der da vor dem Grab liegt, nicht einfach ignoriert und ins Wirtschaus zurück geht. Aber schlussendlich stürzt sich die Hausfrau mit einer Vorliebe für Kriminalromane zusammen mit Sprudel ins Gefecht und die beiden heften sich auf die Spuren des Pfarrermörders. Dabei kämpfen sie gegen die alteingesessene Dorfbevölkerung, die ihre eigene Art hat mit derartigen Geschehnissen umzugehen. Die Figuren sind herrlich frisch gestaltet. Besonders Fanni und Sprudel sind als Protagonisten ausgezeichnet gelungen. Sie besitzen das richtige Maß an Spursinn, Eigensinnigkeit, Humor, Schrulligkeit und auch das eine oder andere Geheimnis. Das Buch nimmt sich alle Zeit der Welt [und bleibt dabei trotzdem bei einer bescheidenen Seitenanzahl] und auch als Leser war ich mehr daran interessiert mich über die Figuren zu amüsieren, als den tatsächlichen Mörder des Pfarrers zu finden. In dieser Beziehung empfand ich wohl ähnlich wie die Dorfbevölkerung. Zwar waren die recht flott dabei erstmal eine Reihe von Personen zu verdächtigen, aber die meisten Sorgen haben sie sich eigentlich darum gemacht, dass der Togo-Franz, der dunkelhäutige Gastpriester, die Gemeinde über die Osterfeiertage führen muss, bis man einen neuen Geistlichen gestellt bekommt. Schlussendlich war es mir dann auch fast egal, wer den armen Pfarrer erschlagen hat, dafür fand ich die Geschichte per se unterhaltsam genug. Der Stil der Autorin sagt mir ungemein zu. Ich mag dieses tief Volkstümliche, das aus jedem Satz spricht, sodass man tatsächlich das Gefühl hat irgendwo in Niederbayern in einem abgelegenen Bauerndorf an einem Tisch zu sitzen und traditionelle Gerichte zu essen. Wenn vom Hütterl die Rede ist, kommt augenblicklich eine urige Stimmung auf, die mich vom ersten Moment an in ihren Bann gezogen hat. In die Hand genommen habe ich das Buch, weil mich eine große Kuhschnauze vom Cover angelacht hat. Und auch mit dem Titel ahnt man bereits, was für eine Art von Krimi man da in der Hand hält. Es ist sicher klüger, wenn man beim ersten Band der Reihe beginnt, da man sonst Gefahr läuft sich mit der einen oder anderen Informationen einfach abfinden zu müssen, obwohl man ahnt, dass die Geschichte in einem der beiden vorherigen Bände näher ausgeführt wird. Aber im Endeffekt lässt sich das Buch auch so lesen, wenn man nicht allzu verbissen auf den kleinen Ungereimtheiten herumkaut, die aufgeworfen werden. Fazit: Ein kurzweiliges, amüsantes Krimiabenteuer, das mehr auf gelungene und unterhaltsame Figuren, denn auf einen großartigen Spannungsbogen setzt, was der Geschichte jedoch keinen Abbruch tut. Eine große Leseempfehlung an jeden, der sich gerne mit Reginalkrimis, ganz im Stile von Kriminalserien wie "Pfarrer Braun" oder "Die Rosenheim-Cops" unterhalten lässt!

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  • Rezension zu "Milchschaum" von Jutta Mehler

    Milchschaum
    abuelita

    abuelita

    19. May 2011 um 21:04

    Ich liebe sie einfach, diese Fanny….*g* Wieder mal stolpert sie über eine Leiche und selbst schuld ist sie auch – was muss sie auch bei der Beerdigung des Bürgermeisters Ihre Handschuhe auf einem Grabstein vergessen! Typisch ! Ermordet wurde der Pfarrer und die Dorfgemeinschaft ist natürlich davon überzeugt, dass es keines der Pfarrkinder war und schnell werden Verdächtige – auch Fanny Rot! - angeprangert – aber wer hat den Pfarrer wirklich erschlagen? Fanny macht sich gemeinsam mit Ex-Kommissar Sprudel auf Spurensuche durch den Bayrischen Wald um den Täter zu finden – und führt ihn und sich damit in tödliche Gefahr.

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  • Rezension zu "Milchschaum" von Jutta Mehler

    Milchschaum
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    13. March 2011 um 17:33

    Fanny Rot ist selber schuld. Wieder einmal. Sie ist über eine Leiche gestolpert. Wieder einmal. Und das nur, weil sie bei einer Beerdigung ihre Handschuhe auf einem Grabstein vergessen hat. Der Ermordete ist der Dorfpfarrer. Und natürlich hat die Dorfgemeinschaft sofort eine Reihe von Verdächtigen ausfindig gemacht. Ganz zufällig sind das all jene, die zugezogen sind, die anders sind, die sich der Dorfgemeinschaft des niederbayrischen Dorfes nicht anpassen. Eine der Verdächtigen ist also auch Fanny selbst, die von ihrem Mann nicht ganz zu Unrecht als Soziopathin bezeichnet wird. Wieder einmal nimmt Fanny die Ermittlungen in die eigene Hand. Natürlich zusammen mit dem Ex-Kommissar Sprudel. Und wieder einmal gerät sie in tödliche Gefahr, als sie in die Vergangenheit des Toten eintaucht. Für mich ist es kein Wunder, dass Fanny in ihrem Dorf die Außenseiterin ist. Sie hält sich nicht an das enge Korsett der dörflichen Regeln, geht unbefangen an jeden Menschen heran, hat mit Vereinstätigkeiten und Volksfesten nichts am Hut, hat auch gern mal ihre Ruhe. Ganz im Gegensatz zu ihrem Mann, der jede Gelegenheit zum Feiern und Trinken ergreift. Und davon gibt es viele. Dafür hat Fanny einen vorurteilsfreien Blick, der es ihr erlaubt, hinter die Fassaden zu blicken und den wahren Täter zu finden. Mir ist diese Hobbyermittlerin mit ihrem chaotischen Liebesleben und der minimalistischen Haushaltsführung jedenfalls sehr sympathisch.

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