Jutta Meurers-Balke Grenzenlose Gaumenfreuden

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Inhaltsangabe zu „Grenzenlose Gaumenfreuden“ von Jutta Meurers-Balke

Ob Rübe, Zwiebel oder Sellerie, Apfel, Birne oder Kirsche, Huhn oder Gans: Erst die Römer trugen heute vertrautes Gemüse, Obst und Geflügel erstmals in die Provinzen ihres Reiches. In den germanischen Provinzen sicherten römische Landgüter die Versorgung der Militärlager, Städte und Dörfer. Selbstverständlich verzichtete der fern der Heimat lebende Römer auch hierzulande nicht auf die gewohnten Genüsse – und so erreichten Olivenöl, Fischsauce und Wein, Feigen, Datteln und Pfefferkörner als luxuriöse Importware den Nordwesten des Imperiums. Am Beispiel der Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) und deren Umland wird der kulinarische Romanisierungsprozess nachgezeichnet – vom Anbau bis zum Gelage. Erleben Sie mit diesem Buch wie Rom Gaumen und Bauch einheimischer Völker eroberte.

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  • Rezension zu "Grenzenlose Gaumenfreuden: Römische Küche in einer germanischen Provinz" von Jutta Meurers-Balke

    Grenzenlose Gaumenfreuden
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    26. April 2012 um 14:20

    Der Beitrag der römischen Zivilisation und Kultur zur Entwicklung Europas ist hinreichend bekannt, nicht nur aus dem Lateinunterricht. Doch die Bedeutung der römischen Kultur für das Essen und Trinken insbesondere in den nördlicheren germanischen Provinzen des römischen Reiches ist weniger bekannt. Dass die Römer den Weinbau an Mosel und Rhein gebracht haben, das weiß zwar jeder, der sich irgendwann einmal mit der Geschichte des Weins, den er trinkt, befasst hat. Aber wie kam eigentlich die Zwiebel nach Köln? Mit diesen und vielen anderen Fragen befasst sich dieses wunderbare Buch über „Römische Küche in einer germanischen Provinz“ der Archäobotanikerin Jutta Meurers- Balke und der Archäologin Tünde Kaszab-Olschewski. Auf der Höhe ihrer Forschungen am Institut für Ur- und Frühgeschichte an der Universität zu Köln zeigen sie am Beispiel Kölns und seiner Umgebung, „wie die Begegnung mit der überlegenen römischen Kultur zu einer allmählichen und nachhaltigen Verfeinerung des Esssitten führte“, unterstützt von einer für die damaligen Verhältnisse unglaublichen Logistik, die es beispielsweise schaffte Meeresfische frisch bis nach Köln zu transportieren. Eine große Zahl von Originalrezepten im lateinischen Original und in der deutschen Übersetzung reichern zusammen mit zahlreichen Abbildungen und Zeichnungen nicht nur eine ganz außergewöhnliche Kulturgeschichte des Essen und Trinkens in den römischen Provinzen an, sondern auch eine absolut verständliche und spannende Einführung in die moderne archäologische Forschung, die es nach wie vor schafft, mit ganz verblüffenden Erkenntnisse aufzuwarten.

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