Jutta Michels Pfingstfeuer

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Inhaltsangabe zu „Pfingstfeuer“ von Jutta Michels

Um den verhängnisvollen Brand des kleinen Dorfes Ahausen bei Rotenburg, ranken sich noch heute jede Menge Geschichten. Diese Katastrophe, der 1933 zahlreiche Höfe zum Opfer fielen, ist bis jetzt im Gedächtnis der Dorfbewohner fest verankert.

Jutta Michels hat die Erzählungen, Erinnerungen und Legenden der Dorfbewohner über Jahre hinweg gesammelt, notiert und archiviert. Dass eine Magd namens Grete diesen zerstörerischen Brand bereits 30 Jahre vorher bis ins Detail vorhergesagt hatte, ist nur ein faszinierender Aspekt dieser tragischen Geschichte.

Pfingstfeuer erzählt von Grete, die zeitlebens unter ihren Visionen zu leiden hatte und deren Alltag als junge Magd um 1900 alles andere als rosig war. Und vom Bauern Martin Franzen, der kurz vor dem Brand des Diebstahls verdächtigt und aus der Dorfgemeinschaft ausgestoßen wird. Als er daraufhin auch noch seine Arbeit verliert und das Dorf verlassen muss, schwört er Rache – und bekommt sie.

Jutta Michels verwebt in diesem Roman wahre Begebenheiten und Personen mit ausführlichen Beschreibungen aus dem damaligen Alltag und schmückt das Ganze mit einer bildreichen Sprache.

Sehr schön dargestellt, das bäuerliche Leben in der Heide Ende des 19./Anfang 20. Jahrhundert, interessant, lehrreich und spannend!

— monalies

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  • Rezension zu "Pfingstfeuer" von Jutta Michels

    Pfingstfeuer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. February 2013 um 15:21

    Ein fiktiver Roman mit realen Fakten, so könnte eine knappe, sachliche Typisierung des Buches lauten, die jedoch dieser interessanten und psychologisch vielschichtigen Erzählung nicht gerecht würde. In parallel laufenden Zeitebenen schildert die Autorin Abschnitte aus den Lebensläufen zweier Menschen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Wir erfahren in dichten Bildern vom beschwerlichen Alltag der Magd Grete Meyer, die, erst sechzehn Jahre jung, im März 1900 den elterlichen Hof verlassen musste, um in den Dienst eines Großbauern zu treten und von deren verstörender Gabe des "Spökenkiekens". Andererseits (im Schriftbild kursiv gekennzeichnet) begleitet der Leser Martin Frantzen, einen jungen Mann, der sich, zu Unrecht einer schweren Straftat bezichtigt, im Juni 1933 zu einer folgenschweren Tat hinreißen lässt. Seine Entscheidung hat weit reichende Folgen und verwebt, der Leser ahnt es bald, auf dramatische Weise verschiedene Schicksale miteinander. Wie so oft bleibt letztlich die Frage nach der Schuld und die Suche nach Vergebung. Intelligent und eindringlich sind sowohl die halbwahre Geschichte, als auch das lebendig dargestellte Alltagsleben, das so oder ähnlich nicht nur in der Lüneburger Heide zu finden war, sondern überall in Deutschland. Jutta Michels versuchte sich dieser Epoche mit fundierter Recherche, aber auch sprachlich anzunähern, wodurch dem Leser die authentische Zeitreise leicht gelingt. Da mir der Roman insgesamt außerordentlich gut gefiel, sah ich letztlich mit einem Schmunzeln über das etwas über Gebühr strapazierte Attribut "schmackhaft" hinweg - ein Synonym-Wörterbuch hätte der Autorin oder dem Lektorat vielleicht noch andere Variationen eröffnet. Auch schien ein wenig Durcheinander zwischen Gretes Wirk-Orten Kirchwalsede und Westerwalsede zu herrschen, den dort befand sich die elterliche Heimat im unlogischen Wechsel. (T)

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