Jutta Sywottek "Darf man jetzt von Mode sprechen?"

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Inhaltsangabe zu „"Darf man jetzt von Mode sprechen?"“ von Jutta Sywottek

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges herrscht in den deutschen Besatzungszonen Kleidungsmangel und die Textilwirtschaft liegt darnieder. Zugleich erscheinen schon bald wieder Frauen- und Modejournale, in denen die neuesten Trends aus dem In- und vor allem Ausland mit attraktiven Fotos und Modellen präsentiert werden. Jutta Sywottek erzählt von der Wiederbelebung der Bekleidungswirtschaft, vom Siegeszug der industriellen Massenkonfektion und den Modeträumen in Ost und West.

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    "Darf man jetzt von Mode sprechen?"
    katze102

    katze102

    12. April 2016 um 13:43

    Die Historikerin Jutta Sywottek hat in ihrem Buch „Darf man jetzt von Mode sprechen?“ Bekleidung und Textilwirtschaft im Nachkriegsdeutschland beschrieben: am Kriegsende angefangen mit den Care Paketen, auch von denen, die verkauft wurden und den ungewollten Überschuß anderer Länder beinhalteten, von Zuteilungen, Punktesystem und später der Textilverarbeitung als Reparationszahlungen oder um an etwas Deputatstoff zu kommen. Mich haben dabei ganz besonders die Beschreibungen der Punkteumrechnung in Gramm verarbeiteter Textilie beeindruckt, insgesamt die Planung und Durchführung des Punktesystems. Sehr gut nachvollziehbar wird geschildert, wie alte Wehrmachtsmäntel nach Kriegsende umgefärbt und zu neuen Kleidungsstücken verarbeitet werden. Anhand der beliebten Dirndl-/ Trachtenmode kann der Leser besonders gut nachvollziehen, wie aus einer alten Uniform, karierter Bettwäsche und geblümten Gardinen versucht wird, ansprechendere Kleidung herzustellen.Äußerst interessant fand ich auch die Entwicklung in den unterschiedlichen Zonen Berlins und den Versuch, die „verlorene“ Textilindustrie im Osten auszugleichen. Das Zwischenmeistersystem war mir begrifflich völlig unbekannt, von der Heimarbeit vieler Hausfrauen und Näherinnen hatte ich wohl schon gehört, aber dieses Ausmaß war mir neu. Es erklärt auch, warum viele immer noch in viermal geänderter und gewendeter Kleidung herumliefen und das Aufkommen der Fließbandproduktion und Kleidung von der Stange sowie die Kunstfasern einen schnellen Siegeszug feierten. Spannend war es auch, über einzelne Strategien, z.B. das Jedermann-Programm oder die Entwicklung der Modebranche ( u.a. in Berlin, Krefeld, Bramsche und Düsseldorf) zu lesen, welchen Einfluß Modezeitschriften hatten und welche Entwicklung sie selber durchliefen, z.B. von hilfreichen Umnäh- und Umgestaltungsratschlägen über beigefügten Schnittmustern bis hin zu Berichterstattungen über Modehäuser und deren Modeschauen; besonders beeindruckt hat mich die Werbung für flüssige Strümpfe.Fazit: gut recherchiert, wunderbar erzählt, mit vielen Fotos, Zeitungsausschnitten und Zeitdokumenten ganz zauberhaft illustriert.

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