Jutta Winkelmann

 5 Sterne bei 2 Bewertungen

Lebenslauf von Jutta Winkelmann

Jutta Winkelmann ist die Zwillingsschwester von Gisela Getty. Bis 1967 besuchte sie in ihrer Heimatstadt die Waldorfschule, studierte an der Hochschule für bildende Künste in Kassel und besuchte mehrere Semester lang eine Schauspielschule sowie die Hochschule für Fernsehen und Film München. Sie gründete 1976 mit Rainer Langhans und weiteren Frauen in München eine überwiegend spirituell ausgerichtete Lebensgemeinschaft von insgesamt fünf Frauen um Langhans. Jutta Winkelmann lebt in ihrer Berufung als Autorin, Fotografin und Filmemacherin in München.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jutta Winkelmann

Cover des Buches Die Zwillinge (ISBN: 9783863370565)

Die Zwillinge

 (2)
Erschienen am 18.12.2013
Cover des Buches Mein Leben ohne mich (ISBN: 9783863371128)

Mein Leben ohne mich

 (1)
Erschienen am 14.11.2016
Cover des Buches Unter dem Cherrytree (ISBN: 9783732246304)

Unter dem Cherrytree

 (1)
Erschienen am 19.12.2013
Cover des Buches Kidnapping Paul (ISBN: 9783869743196)

Kidnapping Paul

 (2)
Erschienen am 05.02.2018
Cover des Buches Future Sex (ISBN: 9783896230171)

Future Sex

 (0)
Erschienen am 01.03.2002

Neue Rezensionen zu Jutta Winkelmann

Cover des Buches Kidnapping Paul (ISBN: 9783869743196)ichundelaines avatar

Rezension zu "Kidnapping Paul" von Gisela Getty

Kidnapping my precious time..
ichundelainevor 5 Jahren

Braucht die Welt ein (Hör)Buch über die selbstverschuldete Entführung eines priviligierten Reichensöhnchens und zwei Hippie-Zwillinge aus Kassel? Meine klare Antwort hierzu: braucht sie nicht.

Gisela und und ihre Schwester Jutta halten es in der piefigen Kasseler Provinz nicht aus und ziehen in die Welt um dort "frei zu leben".  Bei ihren Reisen, bei denen sie offensichtlich von Arbeit nicht viel halten und primär von anderen schnorren, lernen sie in Rom den jungen Paul Getty kennen, Enkel eines der reichsten Männer der Welt und ein furchtbar gebeuteltes Rich Kid. Dieser wird später von der Mafia gekidnapped, mit der er zuvor gefährliche Verbindungen hatte. Natürlich geht dem Bürschchen der Arsch auf Grundeis und er fleht seinen Großvater an, das Lösegeld zu zahlen. Der alte Herr lässt sich damit allerdings Zeit, bis ein Ohr des Enkels bei ihm eintrudelt. Da Gisela und Jutta kurz vor der Entführung eine Menage a trois mit dem 16jährigen Bengel hatten, werden sie in den Sog der Entführung gezogen und wollen mit Hilfe des Buches Ihre Seite der Geschichte erzählen.

Vermutlich bin ich ein elender Spießer, aber die zwei Freigeister Gisela und Jutta, aus deren Sicht die Geschehnisse geschildert werden, gingen mir gehörig auf den Senkel. Alle sind missgünstig, spießig und mittelalterlich - bis auf diese zwei ganz speziellen Lichtgestalten. Das Buch ist eine nervige, narzistische Selbstmythologisierung der Zwillige und ich kann nicht mal sagen, das es stilistisch in irgendeiner Art und Weise raffiniert wäre. Zwei (bzw. eine, Jutta ist bereits verstorben) abgehalfterte Hippie-Mädchen versuchen, mit ihrer Vergangenheit noch mal ein bisschen Kohle rauszuschlagen, weil die Rente nicht reicht. Die ganze Zeit habe ich mich gefragt, wie man so selten dämlich und naiv sein kann.

So sehr ich Wild Times von Uschi Obermayer mochte, so sehr haben mich die Protagonisten dieser Story gelangweilt.

Die Sprecherstimmen sind in Ordnung, weshalb das Hörbuch einen Stern bekommt, ich es aber inhaltlich absolut nicht empfehlen kann.

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Cover des Buches Mein Leben ohne mich (ISBN: 9783863371128)J

Rezension zu "Mein Leben ohne mich" von Jutta Winkelmann

Nachtfahrt der Seele
jamal_tuschickvor 6 Jahren

Schließlich geht es nur noch darum: wach zu sein mit Schmerzen, die leicht unerträglich werden, oder unterzugehen im Medikamentenschlummer nah der Bewusstlosigkeit.
Das Leben am Rand des Todes geizt sogar mit Illusionen. Jutta Winkelmann notiert ihre letzten Reinfälle in der Folge vorsichtiger Hoffnungen. Tumore greifen die Autorin an, ihr zerstörtes Rückgrat wurde mit Zement geflickt. Der sarkomen Gier entreißt Jutta eine Geschichte vom wilden Tier Tod.

James Hetfield bemerkt in einem Interview, er würde sich nirgendwo auf der Welt so lebendig fühlen wie im Wald angesichts einer frischen Strecke. Der Vorgang des Tötens und der Anblick des Getöteten verpassen seiner Befriedigung einen Klimax mit dem Potential einer Katharsis. Um es verschraubter als Hetfield zu sagen: Vielleicht deklarieren wir eine humane Konstante als Atavismus, um uns zu blenden. Kommt es knüppeldick, zeigt sich im Überlebenswillen auch der Veganer ein merkwürdiger Stolz. Der Stolz, andere überlebt zu haben. So stellt sich auf dem Vorhof die Frage, wen könnte man denn noch? Unter dem Druck andauernder Erpressungen, wie sie in den Banditendiktaturen der Knochenfresser üblich sind, klärt sich das Bewusstsein bis zum Wahnsinn - und so stellt Jutta Winkelmann mit geringem Lustgewinn (bei gleichzeitiger Trauer) fest, dass Bommi Baumann vor ihr gehen musste. Und jetzt auch noch Leonard Cohen, der dem Schmerzbuch ein Motto stiftet. Bloß Bob, mit dem Jutta in der Zeit des vollen Glanzes eine Woodstockvoodooséance, die das kosmische Gleichgewicht erschütterte, Sterne in Trance versetzte und Jahwe mit Shiva versöhnte, in der Küche von Dennis Hopper oder Kris Kristofferson abhielt, macht einen auf unsterblich. Am Morgen nach der spirituellen Himmelfahrt flog Jutta into the great wide open. Auf Sardinien landete sie mit Rainer Langhans im Bett. Rainer wollte Energie sparen, Jutta empörte sich: Dafür habe ich Bob Dylan verlassen.
Zeit ihres Lebens kämpft Jutta mit Zwillingsschwester Gisela verh. Getty um ein Leben, in dem Selbstbestimmung und Einzigartigkeit Hochzeit feiern. Niemand konnte ihr bisher erklären, dass kein Mensch so einzigartig frei ist wie sie es wohl für möglich hält. Erst die Krankheit individualisiert sie total, wie schrecklich ist das denn.
Eine, die sich immer zurückgestumpt fühlte, will wenigstens mit dem tödlichsten Schmerz in die erste Reihe der Aufmerksamkeit. Mit Heilerwartungen soll in Indien transzendiert werden, Christa Ritter und Brigitte Streubel erweitern die Reisegesellschaft. Ein Knie, zeigt wie kompliziert es sein kann. Es ist kein Knie von Jutta.
“Innerlich rase ich. Dann bricht es heraus. Im Blog komme ich kaum vor, nicht der Anlass der Reise, nicht, dass ich ihnen die Reise geschenkt habe, undankbare, narzisstisch gestörte Weiber. Und meine Krebskrankheit verkommt zur Bagatelle. Meine!”
Ich. Meine. Der Schmerz formuliert kein Ich. Er ändert nichts am Zwillingsdilemma. Er nimmt der großen Wut & Enttäuschung nur Schwung.
Die Zwillinge sind Lebensstilpionierinnen und Rainer Langhans ist ihr Zeuge auf einer “Nachtfahrt der Seelen”, die als Reise ins Licht begann. Jutta weiß heute: “Karma is a bitch”. Sie erinnert aber das Ideal ihrer Doppeljugend. Die Zwillinge aus Kassel erlebten sich als Eroberinnen von Inseln und Helden im Sommer der Liebe.
Inzwischen fühlt sich Jutta “daheim auf dem Mörderplaneten”. Auch da bleibt das Private politisch. Jutta treibt das Experiment eines wissenschaftlichen Exhibitionismus’ auf die Spitze. Sie verlangt, dass man zur Kenntnis nimmt, was ihrer Schönheit angetan wurde. Sie ändert schließlich die Erzählweise. Von Cut-up zum Comic - bildhaft versichert sie sich letzter Gewissheiten. Immer wieder zeigt sie Rainer in Prozessen gemeinsamen Widerstands und paralleler Ergebenheit. Er soll mit auf die andere Seite, Jutta will da multimedial weitermachen. Ich warte auf die Nachricht von der ersten Witwerverbrennung.

 

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