Ich mag Märchen. Sehr sogar. Allerdings schon ein wenig die abgemilderten heutigen Varianten. Mit mutigen Prinzen, lieblichen Prinzessinnen, einfachen Leuten die zu Königen werden und natürlich jede Menge Fabelwesen.
Bei Märchen aus anderen Kulturen kann das immer auch etwas anders sein. Und das ist ja auch irgendwie das spannende daran. Da ich Irland sehr mag, konnte ich bei diesem Band einfach nicht widerstehen. Ich freute mich auf Fabelwesen, vor allem Goblins und Trolle wie auf dem Cover, aber auch auf keltische Mythen. Alles hübsch verpackt in Märchen.
Insgesamt sind es 38 Kapitel, wobei eins der Kapitel in 4 Unterkapitel aufgeteilt ist, aber eigentlich nur ein und dieselbe Geschichte aus verschiedenen Landstrichen erzählt. Gerade am Anfang hängen die Kapitel zu den Fenier auch in gewissem Maße zusammen.
Ein Großteil der Geschichten ist spannend. Manche sind so, wie ich mir Märchen vorgestellt habe, andere erinnern eher an Sagen und Mythen. Allen ist eine gewisse Brutalität gemein, die jedoch auch bei hiesigen Märchen zu Beginn vorhanden war. Als Erwachsene fand ich das nicht schlimm, für Kinder ist das sicher nicht unbedingt etwas.
Insgesamt ist es eine schöne Auswahl, aber zwei Punkte haben mich doch gestört, sodass ich insgesamt nur 3 von 5 Sternen vergeben kann.
1. Es gab zwar oft Magisches, aber wenige Fabelwesen. Das Cover hatte mir anderes versprochen und das war für mich schon ein wenig enttäuschend. Gerade Goblins und so tauchen eigentlich gar nicht auf.
2. Ein bisschen mehr Editieren hätte dem Buch nicht geschadet. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass bestimmte Sachen durch die Übersetzung verloren gehen. Wie bei uns z.B. üblich, dass viele Märchen mit "Es war einmal" beginnen und "sie lebten glücklich bis an ihr Ende" enden, so scheint es in Irland gerade auch für den Abschluss solche Floskeln zu geben. Diese waren aber doch sehr seltsam teils und nicht richtig zum Rest der Geschichte passend. Ggf. ist hier auch die Übersetzung einfach nicht so gelungen. Ein Vor- oder Nachwort mit Erläuterungen wäre wirklich sinnvoll und eigentlich nötig gewesen. Außerdem gibt es bei vielen Geschichten Logiklöcher bzw. sind sie in ihrer Fortgang nicht ganz nachvollziehbar. Das mag zwar vielleicht einfach so sein, hat aber doch beim Lesen gestört. Zuletzt gab es häufig ähnliche Geschichten. Da hätten es auch ein paar weniger, aber dafür nicht doppelte Märchen sein dürfen.
Fazit: Aufgrund der Gewalt nichts für Kinder, aber sicher für märchenliebende Erwachsene. Dem Buchcover zum Trotz gibt es nicht allzu viele Fabelwesen im Buch, wenn auch häufig Magisches. Insgesamt gibt es dennoch einige schöne Märchen, auch wenn hier gefühlt viel mehr möglich gewesen wäre.