Kübra Gümüsay

 4,3 Sterne bei 134 Bewertungen
Autor von Sprache und Sein.

Lebenslauf von Kübra Gümüsay

Kübra Gümüsay, geboren 1988 in Hamburg, ist eine der einflussreichsten Journalistinnen und politischen Aktivistinnen unseres Landes. Sie studierte Politikwissenschaften in Hamburg und an der Londoner School of Oriental and African Studies. 2011 wurde ihr Blog Ein Fremdwörterbuch für den Grimme Online Award nominiert. Sie war Kolumnistin der tageszeitung und stand mehrfach auf der TEDx-Bühne. Die von ihr mitbegründete Kampagne #ausnahmslos wurde 2016 mit dem Clara-Zetkin-Frauenpreis ausgezeichnet. Nach Jahren in Oxford lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn wieder in Hamburg.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Kübra Gümüsay

Neue Rezensionen zu Kübra Gümüsay

Cover des Buches Sprache und Sein (ISBN: 9783446265950)B

Rezension zu "Sprache und Sein" von Kübra Gümüsay

Ein wundervolles Buch, das zum Nachdenken anregt
bookjunkyvor 6 Monaten

𝒵𝓊𝓈𝒶𝓂𝓂𝑒𝓃𝒻𝒶𝓈𝓈𝓊𝓃𝑔:

Das Buch handelt von Sprache (Gendern; Wörter, die sich aus einer Sprache nicht in die andere übersetzen lassen; etc) und  ihrer Auswirkungen. Aber auch politische Themen werden zunehmenden Endes thematisiert (Rassismus; etc).


ℰ𝒾𝑔𝑒𝓃𝑒 ℳ𝑒𝒾𝓃𝓊𝓃𝑔: 

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, vor allem der aufklärende und sehr schnell zu lesende Schreibstil der Autorin. Der Aufbau des Buches ist sehr verständlich und die Kapitel bauen aufeinander auf, sodass man alles optimal versteht. 


ℱ𝒶𝓏𝒾𝓉:

Alles in allem ein wundervolles Buch, das zum Nachdenken anregt. Ich kann es allen empfehlen, die sich sehr gerne mit Politik und Sprachen auseinandersetzen.


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Cover des Buches Sprache und Sein (ISBN: 9783446265950)Orishas avatar

Rezension zu "Sprache und Sein" von Kübra Gümüsay

Die Macht der Sprache(n)
Orishavor 6 Monaten

"Es darf bei der Wahl unserer Worte nie nur im konservatorische Belange gehen, es muss eine Rolle spielen, welche Ideologien, welche Ungerechtigkeiten sie stützen. In diesem Sinne geht es bei gerechter Sprache gerade nicht um Partikularinteressen - sondern darum, dass Sprache sich wandeln darf, um sich an Menschenrechten, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Chancengleichheit zu orientieren." Gümüsay (2020), S. 126

Sprache ist Macht. Sprache kreiert, sie inszeniert. Sie leitet, sie formt, sie grenzt aus, sie schließt ein. Sie ist im stetigen Wandel, geprägt von kulturellen Einflüssen. Sprache ist Macht.

Gekonnt widmet sich Kübra Gümüsay den vielen Facetten von Sprache. Sie klärt auf. Sie gibt Einblicke, sie regt zum Denken an - Sprache und Frau Gümüsay. Sprache(n) öffnet unsere Welt und grenzt sie zugleich ein. Sie ist vielfältig, formbar und ausdrucksstark. Und dennoch hat nicht jeder eine Stimme, nicht jeder wird gehört. Gerade in unserer heutigen Zeit, wo Debatten immer mehr zu Monologen verkommen, wo dem lautesten Gehör geschenkt wird und Themen Raum bekommen, die diesen nicht haben sollten, gibt Kübra Gümüsay mit ihrem Buch "Sprache und Sein" eine Perspektive, die die Marginalisierten in den Mittelpunkt stellt.

Sie plädiert für Sprachvielfalt, für das Zuhören, für eine gewissen Offenheit sich selbst und anderen gegenüber. Das das nicht immer einfach ist, stellt sie klar heraus. Niemand ist perfekt. Schließlich sind wir keine Maschinen. Doch ein Dialog muss wieder möglich sein. Dabei geht es auch darum eigene Weltbilder zu hinterfragen, denn wir sind nun einmal von bestimmten Eindrücken geprägt, die wir oft nicht wahrnehmen. Das Fremde macht uns Angst, verwirrt uns, bringt uns manchmal auch an die Grenzen dessen was wir kennen. Fremdbilder entstehen, weil wir in unserer Bubble bleiben.

"[Diese Fremdbilder] werden zu Selbstbildern und definieren den Horizont ihrer Möglichkeiten. Die Grenzen ihres Seins."  Gümüsay (2020), S. 80

Sprache ist ein großer Teil dessen, wer wir sind und wer wir sein wollen. Sie definiert uns und unser Sein. Sie prägt Weltbilder. Sie reißt Weltbilder nieder oder hält sich aufrecht. Sprache ist Macht.

Gümüsays Buch ist eine Ode an die Sprache(n) dieser Welt, an das was Sprache ausdrücken kann. Gekonnt zeigt sie über verschiedene Beispiele, was es heißt stellvertretend für eine Gruppe agieren und stehen zu müssen. Was es heißt mit Weltbildern konfrontiert zu werden, die nicht den eigenen entsprechen. Und sie plädiert für ein neues Miteinander. Dabei ist sie nie belehrend, sondern sie zeigt auf, sie prangert an, aber das so gekonnt, dass ich dieses Buch nur noch schwer aus den Händen legen konnte. 

Kurzum: Dieses Buch sollte jeder einmal lesen. Es ist klug, es regt an, es zeigt neue Perspektiven und das ohne belehrend zu sein. Pflichtlektüre!

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Cover des Buches Sprache und Sein (ISBN: 9783446265950)Annenass avatar

Rezension zu "Sprache und Sein" von Kübra Gümüsay

Sprache und Sein informiert mit Leichtigkeit und einer tollen Sprache
Annenasvor 6 Monaten

Vor einer halben Ewigkeit gelesen, geliebt und großen Bammel vor der Rezension gehabt. Wie soll ich dieses großartige Sachbuch gescheit rezensieren? 

Als ich „Sprache und Sein“ von Kübra Gümüşay im Bloggerportal angefragt habe, wusste ich eigentlich, auf was ich mich da einlasse. Anfang 2021 habe ich das Hörbuch dazu bereits gehört und mir war sofort klar: Das brauche ich unbedingt auch in gedruckter Form in meinem Regal. So klug, so treffend. 

„Sprache und Sein“ dreht sich – wer hätte es ahnen können – um die Themen Sprache und Sein. Doch hinter und zwischen den Begriffen steckt so viel mehr, das Kübra Gümüşay in ihrem Buch aufdeckt und miteinander verwebt. Ich gebe euch zumindest mal einen kleinen Vorgeschmack: Benannte und Benennende, Bürde der Repräsentation, ewige Dankbarkeit und „Gast“-sein, Andersartigkeit, Sprache als Existenzräume, Zugehörigkeit, Rechtsextremismus und Hass ist keine Meinung, Absolutheitsglaube (zu denken, dass man einen Menschen in seiner ganzen Komplexität verstehen kann) und die Verantwortung der Medien - und eben viel, viel mehr.

„Wir, die Fremden, wachsen auf in einer Sprache, in der wir als Sprechende nicht vorgesehen sind. In einer Sprache, in der unsere Perspektiven nicht vorkommen, sondern nur die Perspektiven derer, die über uns sprechen. In deren Macht es steht, uns zu kategorisieren, zu markieren, auszusortieren.“ (S. 42).

Zu vielem habe ich mich mit einer Freundin ausgetauscht, mit der ich schon öfter Gespräche über Erfahrungen geführt habe, die sie oder ihre muslimischen Freundinnen machen mussten. Sie konnte sich in alldem so gut wiederfinden und war froh, dass Kübra Gümüşay Worte für das gefunden hat, was in ihr vorging und sie selbst erlebt hat. Wie wertvoll! Und da geht es eben genau *nicht* um meine Meinung, sondern um die der davon betroffenen Personen. Daher mache ich den Mund zu und lasse ihr Wort stehen. 

Auch sprachlich war es ein Genuss. Ich erlebe selten, dass ein Sachbuch nicht nur informativ und gehaltvoll daherkommt, sondern auch so viel Freude bereitet zu lesen. Ich habe es von vorne bis hinten geliebt.

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