K. M. S. Mein herz verläuft sich ständig!

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Inhaltsangabe zu „Mein herz verläuft sich ständig!“ von K. M. S.

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  • Rezension zu "Mein herz verläuft sich ständig!" von Kimia Mir Shekari

    Mein herz verläuft sich ständig!

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. October 2010 um 17:05

    Das (herz-)blutige Cover-Foto finde ich etwas daneben. Die vermeintliche Leine könnte z.B. in Richtung "Reiterzubehör" ausgelegt werden oder weckt gar Erinnerungen an einen gewissen Fotografen samt Edel-Modellen in gar nicht so edlen Positionen... und genau hiervon handelt dieses Buch nicht. Auch nicht ansatzweise. Der Untertitel gefällt mir ebenfalls nicht. Könnte er doch in ähnliche Richtungen führen. Einen Menschen an der Leine, egal ob Männchen oder Weibchen, ob nun bildlich oder im übertragenen Sinne, kann und mag ich mir nicht vorstellen. Doch ist diese etwas misslungene Darstellung aus einem anderen Blickwinkel wenigstens einigermaßen nachvollziehbar und einfach Sinnbild für das, was in der Geschichte aus dem Ruder läuft! Eine "Leine" würde in diesem Zusammenhang aber wenig bringen, eher ein Seil... oder eine ordentliche Tracht Prügel vielleicht! Im Mittelpunkt steht die erfolgreiche Journalistin Jill M., die im Jahre 2039 beginnt, ihre Lebenserinnerungen aufzuschreiben... Der Blick hinter die Kulissen und die schöne Welt der Erfolgreichen überhaupt, die sich selbstverständlich im Schweiße ihres Angesichts hochgearbeitet haben, oder andere dafür ausgenutzt und benutzt oder einfach nur Glück gehabt haben, ist ebenso interessant wie fragwürdig. Man redet und diskutiert stundenlang, tagelang, wochenlang über Beziehungen und den damit verbundenen Komplikationen. So nebenbei scheint man zu arbeiten, zu drehen und kräftig zu erben - Hauptbeschäftigung und Lebenszweck sind aber Partnerschaften, Affären, Partys, Empfänge, Skandale und -wie soll es anders sein- hin und wieder a Priserl Schnee... (gähn) Die Anfänge der Geschichte erinnern mich an meine beiden WG-Phasen und zugegebenermaßen war es damals ganz ähnlich, wenn auch in einem etwas bescheideneren Rahmen, denn Geld und Besitztümer fielen uns nicht gerade in den Schoß. Die Verwirrung der Gefühle war aber die gleiche und das ganze Drumherum natürlich auch. Da gab es Partner/innen, die doppelt so alt waren und Mandys, die entweder malten, Musik machten oder am Theater erfolgreich waren. Hier und da liefen auch die lieblichen Irenes quer durch die Walhalla, aber die waren stets ebenso beschäftigt wie unerreichbar! Ich frage mich bis heute, mit was für Typen die wohl rumgemacht haben. Waren das Götter? Es gab auch diese Rebeccas und Maggys - einfach nur gute Freunde, die immer zur Stelle waren, die immer zuhörten, aber auch scharf kritisierten, obwohl sie letzten Endes unparteiisch waren. Sie waren einfach immer da, wenn man sie gebraucht hat. Und diese heeeerlichen Stephans ("Petrus himself") und Ralfs sind auch nicht erfunden. Was haben wir gelacht, wenn sie ihre Unterhosen oder gar Söckchen penibel bügelten und dauernd einen anderen Typen mit nach Hause gebracht haben. "Hallöööchen, ihr laaangweiligen Heteros, das hier ist der Detlef... gebt schön brav Pfötchen, geeell?" Öhm... ja..., und die Flugzeuge-im-Bauch-Hasser gab es auch schon und zwar lange bevor dieses Lied überhaupt geschrieben wurde...! Neu war mir lediglich die Figur des netten Herrn mit den zwei Möpsen... Schließlich wären da noch Liebe und Lust gewesen, die oft als Einheit daher kamen, aber später stets getrennte Wege gingen. Komisch. Na ja, Lust hatte eben oft eine Maske aus Liebe auf, und wehe, wenn diese enttarnt wurde! Umgekehrt gings natürlich auch, aber das war komplizierter. Noch folgenreicher war die Erkenntnis, dass der wahren Liebe eine Maske aus Lust oft gar nicht steht! Sie machte sich sogar nicht selten lächerlich damit. Wie seltsam das Leben ist. Die Liebe scheint ein kleines scheues Vögelchen zu sein. Husch... und weg ist sie! Äh... wo war ich?? "Mein Herz verläuft sich ständig!" ist die Geschichte einer Frau, welche die Liebe suchte und fand. In vielfacher Ausfertigung und doch nur ein einziges Mal! Und dann muss sie (sich) auch noch teilen... Jill sucht, was sie auch findet, doch sie "verläuft" sich in den Wellentälern des Lebens. Leidenschftlich ruhelos irrt sie von einer Insel zur anderen. Ihre glückliche Beziehung mit der 22 Jahre älteren Schauspielerin Mandy S. scheint der sichere Hafen zu sein und sie gibt in Hamburg alles auf, Job und Eltern sowieso, um mit der Geliebten nach Berlin in ein gemeinsamens Haus zu ziehen. Doch die Beziehung leidet (nicht nur) unter Irene, ihrer ersten großen Liebe. Eine Affäre, während Mandy in München zu Dreharbeiten weilt, bringt die Herz-Damen durcheinander und dies nicht nur einmal. Jill kommt mir wie die kleine Schwester von Klaus Kinski vor. Rast- und ruhelos irrt sie durch ihre Leidenschaften und verwechselt ständig Liebe mit Libido (schreibt sich ja auch so ähnlich). Fast wird es schon langweilig oder in mindestens einem Fall sogar ärgerlich, als sie nämlich ausgerechnet mit der Tochter ihrer besten Freundin eine "Unterhaltung" führen muss. (Eine "Unterhaltung" hat in dieser Geschichte eine besondere Bedeutung!) So um die 50 rum, oder war sie erst 40 (man(n) verliert den Überblick!), beginnt sie auch noch ein Verhältnis mit Johannes Henning Graf v. Dingenskirchen und verkompliziert die Lage dadurch nicht unwesentlich. Kann das gut gehen? Natürlich nicht! Aber schließlich geht ja das ganze Leben nicht gut (aus)... Am Ende stirbt Jills langjährige Partnerin Mandy, zu der sie immer wieder zurückkehrt, die sie aber nicht nur einmal enttäuscht, betrogen und verlassen hat. Dennoch waren sie 33 Jahre "zusammen". Die "wahre" Liebe Irene starb bei einem Autounfall. Jills Leben war ereignisreich und doch umsonst gewesen, so wie es scheint. Ihr Leben bestand aus sprunghaften Episoden und war somit Verschwendung und Irrweg zugleich. Auch der zunehmende Erfolg als (Drehbuch-)Autorin, Schauspielerin, die eigene Sendung im Fernsehen (Talkshow), die Zeitung, das Café und die Werbeagentur brachten letztlich keine Befriedigung. (Ist das zu fassen!) Es ist aber auch die Geschichte von Freundschaften in den unterschiedlichsten Schattierungen, die alle am Geschehen irgendwie teilhaben, mitreden, mitleiden, mitwachsen... ...und zwar so, wie die ganze Geschichte wächst. Den Tod von Irene nie verwunden, stürzt Jill in eine Krise, die nie mehr enden sollte. Mit Mandys Tod wächst die Verzweiflung zu einem Gebirge, aus dem es endgültig keinen Ausweg mehr gibt. Oder etwa doch...? Kimia Mir Shekari schreibt nicht immer flüssig (und schlüssig), aber frech, munter, frisch und so, wie es halt ist. Ich habe nicht die geringste Ahnung, ob sie sich ebenfalls dauernd verläuft und/oder eine Leine bräuchte. Ist aber erstens völlig egal und zweitens geht mich das rein gar nix an. Was aber aus der nächsten "Was-wäre-Wenn-Diskussion" entstehen wird, sehrwohl! In diesem Sinne freue ich mich auf ihr nächstes Buch! Fazit: Liebe und Freundschaft im Wettstreit. Eine wird gewinnen... © Thomas Lawall - www.querblatt.com

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