KJ Weiss In ohnmächtiger Wut

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Inhaltsangabe zu „In ohnmächtiger Wut“ von KJ Weiss

Ein ausländischer Schüler wird brutal zusammengeschlagen. Der engagierte Lehrer Jens Baumgard kann nicht länger tatenlos zusehen und bewegt die einzige Zeugin zur Aussage. Dadurch rückt er selbst in den Fokus einer rechtsradikalen Gruppierung, die nun alles daransetzt, sein Leben und das seiner Familie zu zerstören.

Sehr realistische Geschichte, die bestimmt sehr oft ähnlich in der Realität passiert!

— Zwillingsmama2015
Zwillingsmama2015

Spannend, real, bedrückend aber absolut lesenswert!

— Julia_liest
Julia_liest

Schockierend, schonungslos und prekär. Dieser Roman löst eine Wucht an Emotionen aus, zu einem Thema das nie in Vergessenheit geraten darf.

— louella2209
louella2209

Diese Geschichte geht durch Mark und Bein, rüttelt wach und bringt mich ins Grübeln. Hart und erschreckend realistisch.

— Lesestunde_mit_Marie
Lesestunde_mit_Marie

Ein Buch, das nachdenklich macht.

— mistellor
mistellor

Viel Stoff zum Nachdenken. Schwierige Themen, für die es keine einfachen Lösungen gibt.

— Igelmanu66
Igelmanu66

Ein Buch das man in der heutigen Zeit gelesen haben muss. Wäre durchaus als Schullektüre geeignet um zu sensibilisieren.

— Sancro82
Sancro82

Bewegend und erschütternd!

— clary999
clary999

Ein Buch das man unbedingt gelesen haben sollte.

— Ladybella911
Ladybella911

regt zum nachdenken an, spannend und sehr nahe an der realität. mutmachend

— eulenmama
eulenmama
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  • Leserunde zu "In ohnmächtiger Wut" von KJ Weiss

    In ohnmächtiger Wut
    KarinFranke

    KarinFranke

    Liebe Lovelybooks-Leser/innen, ich möchte euch herzlich zur Leserunde meines Romans "In ohnmächtiger Wut" einladen. Verlost werden 10 Taschenbücher und 10 ebooks (mobi- oder epub-Format). Angeregt durch mehrere Geschehnisse in meiner Heimatstadt Dortmund, in denen Personen, darunter sogar ein Reporter, von Neonazis belästigt wurden, ohne dass die Polizei ihrer habhaft werden konnte, entstand diese Geschichte:  Eine ganz normale Familie mit einem ganz normalen Leben: Jens Baumgard ist Lehrer, seine Frau Claudia arbeitet halbtags als Zahnarzthelferin, Tochter Kira studiert, Sohn Niklas geht in die zehnte Klasse. Dann wird ein ausländischer Schüler an Jens' Gesamtschule brutal zusammengeschlagen und er ist maßgeblich an der Aufklärung des Falls und der Verhaftung des Täters beteiligt. Dadurch rückt er in den Fokus einer rechtsradikalen Gruppierung, die nun alles daransetzt, sein Leben und das seiner Familie zu zerstören. In ohnmächtiger Wut müssen die Baumgards erleben, wie hilflos die Polizei diesen Machenschaften gegenübersteht. Habt ihr Interesse daran zu erfahren, was für ein Martyrium die Familie erwartet und wie sie damit umgeht, dann  lade ich euch ein, dieses Buch zusammen mit mir zu lesen. Eine Leseprobe findet sich hier: www.amazon.de/ohnmächtiger-Wut-KJ-Weiss-ebook/dp/B01LZTAX4S/ref=la_B00OEDPARM_1_1/253-0001540-5539107?s=books&ie=UTF8&qid=1474561575&sr=1-1 Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Ich hoffe auf einen anregenden Austausch P.S. KJ Weiss ist ein Pseudonym unter dem ich, Karin Franke, weitere Bücher schreibe.

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    • 385
  • Zivilcourage und ihre Folgen

    In ohnmächtiger Wut
    Lesestunde_mit_Marie

    Lesestunde_mit_Marie

    08. December 2016 um 12:08

    Der Roman „In ohnmächtiger Wut“ erzählt eine fiktive Geschichte über Zivilcourage und ihre Folgen. KJ Weiss ist hiermit ein Werk gelungen, das erschüttert und nachdenklich stimmt. Dieses Buch zeigt mögliche Konsequenzen auf und was es bedeuten kann, den Mut zu haben, sich für andere einzusetzen und gegen Unrecht vorzugehen. Der Protagonist Jens Baumgard ist ein überaus engagierter Lehrer mit einem stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Er versucht stets nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln. Er schaut hin und nicht weg. So auch, als er merkt, dass einer seiner Schüler andere mit Hilfe seiner Kumpanen drangsaliert. Doch aus dem Kollegium und vom Schulleiter seiner Gesamtschule bekommt er wenig Rückhalt, eher im Gegenteil.»Sie können das nicht verstehen. … Früher dachte ich ähnlich wie Sie. Gegenseitige Achtung, ein geordnetes Miteinander, keine Gewalt, das waren meine Ziele, die ich durchsetzen wollte. Doch ich wurde eines Besseren belehrt.«Die Angelegenheit eskaliert, als Jens „Ohren“-Zeuge eines brutalen Überfalls gegen einen ausländischen Schüler wird und den Täter anzeigt. Da er die Tat selber nicht genau gesehen, sondern nur gehört hat, ist die Polizei auf die Zeugenaussage eines Mädchens angewiesen. Doch das Mädchen weiß genau, welche Gefahr ihr bei einer Aussage droht. Jens bleibt beharrlich. Nach und nach merkt er aber, in welches Wespennest er gestochen hat, denn er bekommt es mit der Neonazi-Szene zu tun. Zunächst bleibt es bei anonymen Drohungen, dann wird den anderen Familienmitgliedern aufgelauert. Schmierereien und tote Tiere sind aber nur der Anfang …»„Vernünftig!“ Er lachte bitter auf. Dieses Wort war eindeutig falsch. Wahnsinn, das erklärte es besser. In welchen Wahnsinn war er da bloß hineingeraten? Hätte er erkennen müssen, worauf er sich einließ? Hätte er irgendetwas anders machen können? War es falsch gewesen sich derart zu involvieren?«Die Polizei steht mehr oder weniger hilflos daneben. Von Schutz kann nicht wirklich die Rede sein.»Sie wissen, auf was Sie sich einlassen, nehme ich an?«Interessant sind die Charakterzeichnungen und –entwicklungen der Familie, der Lehrer, der Schüler, der Polizei und sonstigen Schlüssel- und Nebenfiguren. Bereits in Jens Familie spiegeln sich die unterschiedlichen Ansichten und Grundwerte, die sich im Laufe der Geschichte aber zum Teil stark ändern. Seiner Frau Claudia geht es in der Hauptsache um ein warmes gesichertes Nest für sich und ihre Familie. Sie ist eher ängstlich und wirft ihrem Mann vor, die Familie in Gefahr zu bringen. Die studierende Tochter Kira schaut zunächst recht locker auf das Szenarium und hat Verständnis für ihren Vater. Sein Sohn Niklas, der ein eher schwieriges Verhältnis zu seinem Vater hat und typische Teenager- und Selbstwertprobleme mit sich herumschleppt, betrachtet Jens auf einmal mit ganz anderen Augen. Auch im Kollegium gibt es den ein oder anderen, der eher feige wegschaut oder auf einmal gar nicht mehr freundlich zugetan ist. Dafür kommt die Bestätigung und Unterstützung von Menschen, von denen Jens eher nichts erwartet hätte. Sein Bruder, zu dem er so gut wie keinen Kontakt mehr pflegte, springt zum Beispiel spontan zum Wachdienst ein.Dieses Buch hat mich wirklich ergriffen und stellenweise sprachlos gemacht. Es stimmte mich traurig, ratlos, wütend – und ohnmächtig. Auch ein paar Wochen nach dem Lesen wüsste ich selber nicht, wie ich mich in Jens Situation verhalten hätte. Fazit:Ein tolles Buch über Zivilcourage und ihre Folgen, das nachdenklich stimmt. Gefallen hat mir, dass nicht in schwarz und weiß geurteilt wird. Es werden verschiedene Verhaltensweisen und Werte dargestellt, unterschiedliche Betrachtungswinkel eingenommen, die in solch einer prekären Situation zum Tragen kommen. Dieses Buch hallt definitiv nach.

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    • 6
  • Was passiert, wenn man nicht wegschaut....

    In ohnmächtiger Wut
    Zwillingsmama2015

    Zwillingsmama2015

    24. November 2016 um 23:10

    Als erstes kurz etwas zum Inhalt: Jens ist ein noch unverbrauchter, relativ junger und engagierter Lehrer. Als er mitbekommt, dass ein ausländischer Schüler zusammen geschlagen wird, reagiert er und hetzt sich selbst und seiner Familie, den Bruder des Täters auf den Hals, der rechtes Gedankengut vertritt. HIer erahnt man sowohl durch den Klappentext, als auch durch das eindeutige Cover, wo die Reise hingeht - und ich finde, dass es grade heute wichtig ist, derartige Bücher zu schreiben, die aufrütteln wollen und zum nachdenken anregen. Denn sind wir einmal ehrlich, diese Problematik gibt es nicht erst seit der Flüchtlingskrise in Deutschland....K.J. Weiss hat mit "In ohnmöchtiger Wut" ein Buch geschrieben, dessen Thematik brisant und aktuell ist und einem als Leser Angst machen kann. Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut lesen, so dass man wenn man einmal in der Geschichte drin ist, auch gut voran kommt. Auch die Entwicklung und Darstellung der Charaktere ist sehr gut - Jens ist jemand, der mich geteilt zurücklässt, aber auch das macht das Buch sehr realistisch. Einer junger und motivierter Lehrer, der anscheinend nicht mal ansatzweise erahnt, was er mit "seiner Einmischung" lostritt, vor allen Dingen für seine Familie. Die natürlich jetzt auch vom Bruder des Täters, samt Grupierung beobachtet und unter Druck gesetzt wird...."In ohnmächtiger Wut" ist keine kleichte Kost, viel mehr ist es ein Buch, dass einen sprachlos und nachdenklich zurücklässt und einen darauf hoffen lässt, dass man selbst niemals in diese braunen Dunstkreise gerät!

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  • Was würdest Du tun?

    In ohnmächtiger Wut
    Queenelyza

    Queenelyza

    14. November 2016 um 20:25

    Jens ist Lehrer an einer Gesamtschule und lebt alles in allem ein ruhiges, unauffälliges Leben mit seiner Frau und den beiden Kindern Niklas und Kira. Doch das ändert sich, als an Jens' Schule ein ausländischer Schüler von rechtsradikalen Jugendlichen zusammengeschlagen wird. Jens mag es nicht glauben, dass das Kollegium passiv bleibt und macht sich selbst daran, den Tätern das Handwerk zu legen. Doch die sind gefährlicher, als er dachte. Die einzige Zeugin, die Jens dazu bringen konnte, auszusagen, wird brutal zusammengeschlagen, und auch vor Jens' Eigentum machen die Täter nicht halt. Was zunächst mit umgekippten Mülltonnen und beschmierten Wänden beginnt, bringt allmählich eine Lawine ins Rollen, die nicht nur Jens, sondern auch seine Familie gefährdet...Eine Geschichte, die, eindringlich erzählt, in jeder Stadt passieren könnte. Aber auch eine Geschichte, die nicht kalt lässt, gar nicht kalt lassen kann. Weil man sich als Leser immer fragen muss: was hätte ich getan? Wäre ich mutig genug gewesen, diesen Tätern die Stirn zu bieten? Hätte ich eher meine Familie geschützt? Ist es nicht sogar meine Pflicht als Bürger, Zivilcourage zu beweisen und eben nicht wegzuschauen? Dabei ist es sehr interessant und von der Autorin verdammt gut beobachtet, wie die Familiendynamik im Laufe der Vorgänge verändert. Für seinen Sohn Niklas war der Vater eigentlich nur der weichgespülte Pauker, der Alte eben, der mehr nervte und sich außer Verboten und Meckereien nicht ins Familienleben einbrachte. Plötzlich jedoch ist der Vater cool, eine Respektsperson, einer, der was "reißt". Claudia, die farblose Ehefrau, möchte eigentlich am liebsten so tun, als wäre nichts passiert und unterstützt ihren Mann in seinem Kampf nicht. Und Jens, der in der Familie eigentlich gar nicht mehr wahrgenommen wurde, hat auf einmal etwas gefunden, für das es sich zu kämpfen lohnt. Diese Konstellationen sorgen für zusätzlich Zündstoff und die eine oder andere Fehlentscheidung unserer Protagonisten. Denn die Täter sind immer einen Schritt voraus und so gut organisiert, dass man ihnen lange nicht das Geringste nachweisen kann. Letztendlich ein gutes, ein wichtiges Buch über ein Thema, das mitten unter uns ist. Und das zeigt, dass es nicht die einzig richtige Lösung gibt, wenn jede Lösung letztendlich andere Menschen gefährdet. Dieses Buch wäre jeder Schule, nicht nur in Brennpunkten,  als Pflichtlektüre zu empfehlen! Denn etwas Ähnliches kann überall passieren...

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  • Verrückt vor Angst

    In ohnmächtiger Wut
    TeleTabi1

    TeleTabi1

    08. November 2016 um 20:11

    Als der Lehrer Jens Baumgard dabei zusehen muss wie sein Schüler Sascha auf dem Schulhof einen ausländischen Mitschüler brutal attackiert, greift er ein und möchte den bereits häufiger negativ aufgefallenen Täter endgültig überführen, um dem Schrecken ein Ende zu bereiten. Doch Sascha, der in Neonazi-Kreisen verkehrt und höchst gewaltbereite Freunde hat, verbreitet Angst und Schrecken und hält so die ganze Schule unter Kontrolle. Als Jens die einzige Tatzeugin mobilisiert gegen den Schläger auszusagen, gerät er selbst ins Fadenkreuz/Visier der rechtsradikalen Jugendlichen und plötzlich ist Jens´ gesamte Familie nicht mehr sicher... Die Autorin Weiss hat mit diesem Roman zwar eine fiktive Geschichte geschrieben, die aber so oder so ähnlich jederzeit und überall passieren kann und leider auch schon zuhauf passiert ist. Erschreckend real beschreibt sie die furchtbaren Geschehnisse und lässt zum besseren Verständnis im abwechselnden Perspektivwechsel die verschiedenen Hauptpersonen zu Wort kommen. So erhält man bessere Einblicke in deren Gedanken- und Gefühlswelten und kann sich gut mit ihnen identifizieren oder ihr Handeln/Denken nachempfinden. Die Angst der Opfer sowie die Machtlosigkeit der Polizei wird sehr realitätsnah und detailliert beschrieben, aber auch die Wut darauf, dass die Täter von Staat und Polizei besser geschützt werden als die eigentlichen Opfer und diejenigen, die zusätzlich zu Opfern gemacht werden, weil sie ihren Mitmenschen gegenüber Zivilcourage gezeigt haben. Weiss´ Roman behandelt ein Thema, das man gar nicht oft genug ansprechen kann und – wie man an den vielen Neonazis sehen kann, die es ja leider immer noch gibt - auch immer wieder ansprechen MUSS. Insgesamt eine toll ausgearbeitete Story mit authentischen Charakteren, bewegend, erschütternd und spannend bis zur letzten Seite. 

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    • 2
  • Angst und Schrecken

    In ohnmächtiger Wut
    Angelika123

    Angelika123

    08. November 2016 um 20:04

    Jens Baumgard ist Lehrer an einer Gesamtschule und schaut als einziger nicht tatenlos zu, als einer seiner Schüler einen ausländischen Mitschüler verprügelt. Jens geht dazwischen und muss diese Zivilcourage bald bitter bezahlen, denn der Angreifer gehört einer gefährlichen rechtsradikalen Gruppe an...Schonungslos offen und authentisch beschreibt KJ Weiss in ihrem Roman „In ohnmächtiger Wut“ wie es ist, wenn man Zivilcourage zeigt, um sich für andere einzusetzen, und daraufhin schließlich selbst zum Opfer wird. Der lange und ausweglos erscheinende Leidensweg der Familie Baumgard wird eindrücklich dargelegt und deren Gefühle von Machtlosigkeit, Unverständnis, Angst und Wut – sowohl gegenüber den Tätern als auch gegenüber der Polizei, die nicht in der Lage ist die Familie zu schützen – detailliert und einfühlsam beschrieben. Als Leser habe ich richtig mit den einzelnen Familienmitgliedern mitgelitten und mich mehr als einmal über die schreckliche Hilflosigkeit und die Ungerechtigkeit aufgeregt, der die Familie ausgeliefert ist. Die Autorin schafft es mit ihrer Geschichte die Leser mitzureißen und die Spannung durch interessante Details und unerwartete Wendungen bis zum Schluss aufrechtzuerhalten. Auch der flüssige Schreibstil und die realistische Beschreibung von Personen und Umgebung trägt zu einem angenehmen Leseerlebnis bei. Ich kann diesen Roman wirklich nur empfehlen! Er macht nachdenklich und wütend zugleich und wirkt noch lange nach dem Lesen nach. 

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  • Wie eine Entscheidung das ganze Leben verändern kann

    In ohnmächtiger Wut
    Julia_liest

    Julia_liest

    08. November 2016 um 19:13

    Jens Baumgard kommt als neuer Lehrer an eine Gesamtschule und muss schnell feststellen, dass dort Schüler von anderen eingeschüchtert, erpresst und belästigt werden. Als engagierter Pädagoge mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn kann er nicht verstehen, dass seine Kollegen scheinbar die Augen davor verschließen.Als ein ausländischer Schüler brutal zusammengeschlagen wird, bewegt Jens die einzige Zeugin zur Aussage bei der Polizei und ahnt dabei nicht, was für weitreichende Konsequenzen dies für alle Beteiligten, aber vor allem für ihn und seine Familie haben wird. Diese befindet sich nun im Fadenkreuz einer Neonazi-Gruppierung, die alles daran setzt, den Baumgards das Leben zur Hölle zu machen.Da ich normalerweise eher leichte Lektüre lese, musste ich mich zu Anfang an den Schreibstil dieses Buches gewöhnen, der ernster und keineswegs locker-flockig daher kommt. Das hat dann aber super funktioniert.Zunächst taucht man als Leser mitten in die Geschichte ein um im Verlauf zu erfahren, wie es dazu kam. Für mich hat dieser Aufbau die Spannung nicht herausgenommen, sondern erhöht. Ich wusste, dass etwas passieren wird aber der Weg bis dahin war so ereignisreich und der Zeitpunkt des Vorfalls nicht absehbar, sodass ich immer gespannt war, wann und wie sich das ganze nun zutragen wird und habe automatisch immer weiter und weiter gelesen."in ohnmächtiger Wut" von KJ Weiss entstand auf Grund von Vorkommnissen in der Heimatstadt der Autorin, also nicht weit hergeholt. Leider geht es mittlerweile an vielen Schulen ähnlich zu wie von ihr beschrieben, was allein schon ein beklemmendes Gefühl in mir ausgelöst hat. Die Problematik, die eine gewisse Ghettoisierung und fehlende Integration ausländischer oder gesellschaftlich schwacher Mitbürger auslösen kann, wurde hier sehr gut geschildert. Auch die Sogwirkung rechtsradikaler Gruppen wurde einleuchtend und nur all zu realistisch erzählt. Die Machtlosigkeit der Polizei und der Terror, dem Menschen ausgesetzt werden, die sich völlig korrekt verhalten, fand ich wahnsinnig bedrückend. Der Titel des Buches ist 100% treffend.Alles in allem  keine leichte Kost, die ich jedoch als sehr wertvoll erachte und somit als absolut lesenswert.

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    • 2
  • Schockierend, schonungslos und prekär.

    In ohnmächtiger Wut
    louella2209

    louella2209

    30. October 2016 um 13:38

    Die Autorin KJ Weiss schuf mit ihrem Roman „In ohnmächtiger Wut“ eine Lektüre, zu einer Thematik, die leider nie an Brisanz verlieren wird und die nie in Vergessenheit geraten sollte. Ausländerfeindlichkeit, Aggression und Gewaltbereitschaft und die Opfer, die durch unser System und dem organisiertem Neonazitum, nicht geschützt werden können. Der Lehrer Jens Baumgard zeigt Engagement und Zivilcourage, als sein bereits auffälliger Schüler Sascha einen ausländischen Mitschüler brutal zusammenschlägt. Er greift sofort ein und bewegt die einzige Zeugin zu einer Aussage. Bald werden ihm die Ausmaße seines Handelns bewußt und welche Lawine er damit losgetreten hat. Selbst das Lehrerkollegium und der Direktor der Schule ziehen die Köpfe ein, zuviel Macht hat diese Gruppierung schon ausgeübt und es scheint als säßen sie ständig am längeren Hebel. Doch Jens Baumgard stellt sich dem Konflikt, denn Lehrer ist für ihn mehr als ein Job, es ist seine Berufung und er möchte als Vorbild für seine Kinder und Schüler fungieren. Dieser Roman wühlt auf und sticht dorthin, wo es wehtut. Man stellt sich als Leser unweigerlich die Frage. Wie würde man selbst entscheiden? Den Schutz der Familie vor die Zivilcourage stellen? Fremdenhass, Gewalt und Aggressionen für den eigenen Frieden unter den Teppich kehren? Der Sinn für Gerechtigkeit verschiebt die Prioritäten und wenn nichts zu beweisen ist, bleibt der vermeintliche Täter auf freiem Fuß. Die Autorin stellt die Angst der Familie und der Opfer sehr realistisch dar, auch die unterschiedliche Herangehensweise solcher negativen Empfindungen, Verzweiflung und Furcht der Ohnmacht nahe, wird näher durchleuchtet. Man kann sich in jeden einzelnen hineinversetzen und leidet mit ihm. „Jens sah, dass sein Sohn mit dieser Antwort nicht gerade zufriedengestellt war. Ihm selbst ging es ähnlich. Da verhielt man sich wie ein guter Staatsbürger, kümmerte sich um jemanden in Not, ließ nicht zu, dass das Böse siegte – und stand im Endeffekt auf der Verliererseite, weil sich niemand darum scherte, was mit einem danach geschah.“ (Zitat S. 190) Diese und viele andere Passagen in diesem Buch machen einfach sprachlos. Aber es entspricht leider der Wahrheit, die Polizei ist machtlos, die Opfer schutzlos. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und verständlich, man kann der Handlung leicht folgen und die brutalen Szenen sind auf das wesentliche beschränkt. Deswegen ist der Roman besonders dem jungen Leser ans Herz zu legen. Ein Buch, das eigentlich jeder Jugendliche lesen sollte.Schockierend, schonungslos und prekär. Eine Story , die eine unglaubliche Wucht an Emotionen auslöst. 5 Sterne für diesen Roman, der noch lange nachhallen wird!

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    • 2
  • Ein Buch, das nachdenklich macht.

    In ohnmächtiger Wut
    mistellor

    mistellor

    17. October 2016 um 00:59

    Ein Lehrer an einer neuen Schule, macht die Erfahrung, dass an dieser Schule aggressive und gewaltbereite Schüler den Schulalltag bestimmen. Einige dieser Schüler gehören der Neonaziszene an. Der Lehrer, der sich wehrt und versucht den bedrohten Schülern zu helfen, gerät in einen Teufelskreis von Gewalt, Einsamkeit und Hilflosigkeit, der auch auf seine Familie übergreift. Wie immer ist es sehr schwierig diesen Roman zu bewerten, wenn man nicht zu viel vom Roman verraten möchte. Aber hier muss ich jetzt ein bisschen spoilern, sonst versteht man den folgenden Text nicht. Jens, der Lehrer, ist mit der gewalttätigen Situation völlig überfordert. Hilfe bekommt er von seinem Bruder. Dass, was mich letztlich so zum Grübeln brachte, war der Rest des Buches. Der Bruder wendet, wenn auch aus anderen Motiven, etwa die gleichen Methoden an. Bedrohung, Gewalt, Erpressung. So gelingt es ihm, seine Familie aus dem Brennpunkt zu holen und die Neonazigang zu zerschlagen. Und jetzt erfährt man auch, dass der Grund für die Gewalt-Exzesse der Neonazis Rache war. Darf man sich mit diesen Methoden wehren? Ist es moralisch zu verantworten, wenn ich meine Familie verteidige, auch mit den Mitteln der Gewalt? Gibt es keine andere Wege, die moralisch vertretbar wären? Die Autorin beantwortet die Frage mit einem klaren NEIN. Denn wie das Buch eindrücklich schildert, reagiert das Rechtsystem und die Gesellschaft hilflos und machtlos. Es scheint so, dass unsere Gesellschaft nicht mehr in der Lage ist, Menschen zu schützen, ihnen keinen Beistand bietet, wenn sie auf Grund ihrer Zivilcourage bedroht werden. Man spricht oft von einem Werteverlust unserer Gesellschaft. Als Lehrerin konnte ich das jeden Tag in der Schule beobachten. Lehrer müssen sich heute unglaublich viel gefallen lassen und haben selbst kaum Mittel in der Hand sich zu verteidigen oder erzieherisch zu reagieren. Ein respektvolles Verhalten, dass natürlich auch ein Lehrer seinen Schülern entgegenbringen muss, kann heute kaum noch ein Lehrer erwarten. Also bleibt die Frage, wie wehrt man sich angemessen ? So lange die Gesellschaft, hier insbesondere das Rechtsystem, Menschen, die Zivilcourage gezeigt haben, nicht schützen kann, hat man nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich schütze mich und meine Familie und zeige keine Zivilcourage mehr, oder ich wehre mich bei Bedrohung ebenfalls mit vielleicht nicht angebrachten Mitteln. Wenn jemand meine Kindern körperlich und seelisch verletzen würde, dann würde ich ihm empfehlen das Weite zu suchen. Denn so wie ich mich kenne, werde ich äußerst unangenehm, wenn es gegen meine Kinder geht. Ich gebe diesen Roman 4 Sterne. Vom Inhalt und vom Plot hat er sicher 5 Sterne verdient, aber leider hat mir der Schreibstil nicht so gut gefallen. Aber herzlichen Dank an die Autorin für einen sehr interessanten Roman.

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  • Was würde ich tun?

    In ohnmächtiger Wut
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    »Sie können das nicht verstehen. … Früher dachte ich ähnlich wie Sie. Gegenseitige Achtung, ein geordnetes Miteinander, keine Gewalt, das waren meine Ziele, die ich durchsetzen wollte. Doch ich wurde eines Besseren belehrt.« Jens Baumgard, Lehrer an einer Gesamtschule, kann es nicht fassen: Einige seiner Schüler zeigen sich offen aggressiv, aber keinem seiner Kollegen scheint das aufzufallen. Eines Tages wird ein ausländischer Schüler brutal zusammengeschlagen und Jens kann die einzige Zeugin der Tat zu einer Aussage überreden. Bei seinem Gang zur Polizei ist Jens überzeugt, das Richtige zu tun. Tatsächlich erkennt er erst nach und nach, worauf er sich da eingelassen hat. Denn seine Gegner gehören zu einer Gruppe von Neonazis und schon bald müssen er und seine Familie erfahren, dass es in ihrem Leben keine Sicherheit mehr gibt… Die hier erzählte Geschichte dürfte niemanden kalt lassen. Themen wie das dargestellte gehen leider immer wieder durch die Medien, manch einer kennt sie sogar aus eigener Erfahrung oder durch Betroffene im Bekanntenkreis. Die Autorin schafft es von der ersten Seite an, den Leser zu fesseln. Ich jedenfalls mochte das Buch nicht aus der Hand legen, so intensiv waren die Schilderungen, so brennend der Wunsch zu lesen, wie es weitergeht. Beim Lesen kochten immer wieder die Gefühle hoch. Fassungslosigkeit, Wut, Angst – emotional keine leichte Lektüre. Durch wechselnde Erzählperspektiven wird die Handlung mal aus der Sicht des Lehrers, mal aus der seiner Frau oder seiner Kinder erlebt. Diese vier weisen zudem verschiedene Charaktere und Ansichten auf, was den Leser stetig zum Nachdenken anregt. Was würde ich tun? Ein Gedanke, der mich durch das ganze Buch begleitet hat. Bei dem Wort Neonazis denkt man zunächst an Ausländerhass, aber in diesem Buch stehen im Grunde andere Themen im Vordergrund. Da geht es um Zivilcourage, um Gerechtigkeit, um die Sorge um die eigene Familie und um die Frage, wie weit man bereit ist, sich für Dinge oder Menschen, die einem wichtig sind, einzusetzen. Deutlich (und meines Erachtens nach zu recht) wird angeprangert, wie sehr der Staat leider immer wieder versagt, was den Schutz seiner Bürger angeht. Wie sehr sich so mancher dadurch im Stich gelassen und auf sich selbst gestellt fühlt! Hier setzt mein Kritikpunkt an. Denn eben diese Aussagen sind doch auch die Argumente derer, die „Flüchtlinge raus!“ brüllen. Auch die fühlen sich im Stich gelassen, glauben, dass der Staat sich nicht um sie kümmert und dass dies ihre Gewalt als reinen Selbstschutz legitimiert. In keiner Weise will ich das in Schutz nehmen, jegliche rechte Ansichten sind mir zuwider. Aber ich fürchte, dass ein Leser, der ohnehin schon „besorgt“ ist, sich durch die Deutlichkeit, in der die Ohnmacht des Staates und der Polizei dargestellt wird, bestärkt fühlen könnte. Eine Woche nach Beenden des Buchs weiß ich immer noch nicht, was ich an der Stelle des Protagonisten Jens tun würde. Aber ich weiß, dass ich mir wünsche, dass in dieser Welt mehr und gründlicher nachgedacht wird. Dazu regt das Buch an. Ich wünsche mir allerdings auch mehr Mut zur Zivilcourage und ein stärkeres Verurteilen von gewalttätigen Lösungen. Und was das angeht, könnte das Buch womöglich den gegenteiligen Effekt haben. Fazit: Viel Stoff zum Nachdenken. Schwierige Themen, für die es keine einfachen Lösungen gibt. »Sie wissen, auf was Sie sich einlassen, nehme ich an?«

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    • 8
  • Sehr zu empfehlen

    In ohnmächtiger Wut
    Sancro82

    Sancro82

    16. October 2016 um 21:38

    "Ein ausländischer Schüler wird brutal zusammengeschlagen. Der engagierte Lehrer Jens Baumgard kann nicht länger tatenlos zusehen und bewegt die einzige Zeugin zur Aussage. Dadurch rückt er selbst in den Fokus einer rechtsradikalen Gruppierung, die nun alles daransetzt, sein Leben und das seiner Familie zu zerstören." (Klappentext) Die Geschichte könnte an jeder Deutschen Schule so geschehen sein. Man taucht schon im ersten Kapitel in die Geschehnisse hinein und wird sofort mitgerissen. Das Buch ist definitiv nichts für schwache Nerven und lässt mich auch nachdem lesen nicht mehr los.

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  • Zivilcourage

    In ohnmächtiger Wut
    Helene2014

    Helene2014

    Jens Baumgard ist ein engagierter Lehrer, der mit großer Sorge beobachtet, wie an der Schule an der er unterrichtet, die Gewalt gegen ausländische Schüler zunimmt. Besonders Sascha, den er in Verdacht hat ein Neonazi zu sein, tut sich hier mit besonderer Brutalität hervor. Sowohl Lehrer wie Schüler haben anscheinend Angst vor ihm. Aber Jens beweist Zivilcourage, indem er einem Schüler hilft, den Sascha zusammenschlägt. Durch die Handyaufnahme einer weiteren Zeugin, einer Schülerin, kann der Junge überführt werden. Aber nun fängt der Schrecken für Jens und für seine ganze Familie erst richtig an, denn er gerät durch seine mutige Tat ins Fadenkreuz der Neonazis.Wie weit darf Zivilcourage gehen, wenn man damit auch die eigene Familie gefährdet? Jens hat einen Sohn im Teenageralter und eine Tochter, die fast mit ihrem Studium fertig ist. Beide Kinder -und natürlich auch seine Frau- müssen nun mit den Folgen seiner Entscheidung, gegen diese Gruppierung vorzugehen, leben. Die Polizei versucht zwar, sie zu unterstützen, scheitert aber meist an fehlenden Beweisen. Was ist wichtiger: sich gegen Gruppen wie die Neonazis vehement zur Wehr zu setzen oder aber die eigene Familie zu schützen und nicht ins Schussfeld zu bringen? Die Autorin hat beide Seiten sehr gut beleuchtet und mir viel Stoff zum Nachdenken geliefert. Die einzelnen Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und beschrieben.Fazit: ein sehr empfehlenswertes Buch über ein zurzeit äußerst brisantes Thema. Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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    • 4
  • In ohnmächtiger Wut

    In ohnmächtiger Wut
    clary999

    clary999

    15. October 2016 um 13:50

    „Warum will keiner die Wahrheit sehen?…“ Zitat aus dem Buch, Seite 243 Die fiktive Geschichte erzählt über einen pflichtbewussten Lehrer, der bei Ungerechtigkeiten nicht wegsieht, sondern handelt, und seine Familie. Der Schreibstil der Autorin KJ Weiss ist fließend. Die authentischen Personen sind vom Charakter verschieden und gehen unterschiedlich mit der extremen Situation um. Es geht um Zivilcourage, Mut, Angst, Hilflosigkeit und noch viel mehr. Der Lehrer Jens Baumgard ist neu an der Schule. Er gilt als streng, aber auch gerecht. Schon vor dem Überfall wird offensichtlich, dass einiges in der Schule schief läuft. Die Schüler wurden von dem Mitschüler Sascha schikaniert. Warum hat bisher kein Lehrer eingegriffen? Warum hat kein Schüler geredet? Aus Angst vor den Konsequenzen? Saschas Bruder ist ein Neonazi! … Als Jens mitbekommt, dass ein ausländischer Schüler zusammengeschlagen wird, greift er ein und ruft die Polizei. Das Opfer behauptet den Täter nicht erkannt zu haben. Warum? Ohne stichhaltige Beweise kann die Polizei nichts unternehmen. Als sich bei Jens eine Zeugin meldet und er sie zu einer Aussage bewegen kann, kommt es zu schwerwiegenden Folgen. Jens bleibt hartnäckig und lässt sich von den Drohungen nicht einschüchtern. Er weiß, dass er zur Zielscheibe der Neonazis geworden ist, aber begreift erst später, dass er durch sein Verhalten auch das Leben seiner Familie in Gefahr bringt. Nicht nur er, auch seine Frau, sein 16-jährigen Sohn Niklas und seine Tochter Kira, die zurzeit studiert, und sein Bruder Jochen, geraten an ihre Grenzen. Es beginnt mit Sachschäden und Psychoterror, danach eskaliert die Situation… Die Geschichte regt zum Nachdenken an. Es ist fiktiv, dennoch könnte es überall in Deutschland passieren. Zivilcourage ist sehr wichtig, aber kann auch gefährlich werden. Wie weit darf man gehen um seine Familie und anderen Personen zu beschützen und zu helfen? Warum sind diejenigen, die Zivilcourage zeigen, so schutzlos? Es sollte mehr Menschen geben, die nicht wegsehen, sondern handeln. Gefordert sind allerdings nicht nur Privatpersonen, sondern auch Politiker! Bei den Gesetzen besteht eindeutig Änderungsbedarf! Bewegend und erschütternd! Leseempfehlung für Erwachsene und Jugendliche! 5 Sterne   "Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen.” Franca Magnani „Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir nicht tun.“ Voltaire

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    • 10
  • Eine ganz normale Familie gerät in einen Strudel von Hass und Gewalt

    In ohnmächtiger Wut
    Ladybella911

    Ladybella911

    13. October 2016 um 21:36

    Eine ganz normale Familie gerät in einen Strudel von Gewalt und Hass. Woher kommt diese ganze Aggressivität und Gewalt, die wir in zunehmendem Maße nicht nur an unseren Schulen, sondern auch in unserer normalen Realität feststellen müssen? Diese Fragen bewegen mich nicht erst, seit ich das Buch von KJ Weiss gelesen habe, nun aber in einer ganz besonderen Art und Weise. Welche Lösungsansätze haben wir, beziehungsweise gibt es überhaupt welche und wenn ja, wie kann man sie vereinheitlichen? „In ohnmächtiger Wut“ nimmt uns mit in eine Realität, die uns heute allenthalben begegnet. Hier geht es um Gewalt an einem ausländischen Schüler die einen Strudel von Ereignissen nach sich zieht. Jens, ein Lehrer aus Leidenschaft und mit einem starken Gerechtigkeitssinn ausgestattet, sieht zufällig, wie ein Schüler von einem anderen zusammengeschlagen wird. Er mischt sich ein, und findet auch eine Zeugin, die das Ganze zufällig mit ihrem Handy gefilmt hat. Diese Videoaufnahme wird der Polizei übergeben und er überredet die Zeugin, gegen den Schläger auszusagen. Dass er damit eine Lawine lostritt, ist ihm zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst, eine Aktion, mit welcher er sogar seine Familie einer bedrohlichen und extrem gefährlichen Situation aussetzt. Der Bruder des Schlägers ist in der Neonazi Szene aktiv und will dies auf keinen Fall so hinnehmen. Und so entsteht eine Eskalation der Gewalt. Jens merkt sehr schnell, dass er ziemlich allein dasteht und seitens der Lehrerschaft und auch sonst keine, beziehungsweise wenig, Unterstützung erwarten kann. Auch die Polizei ist rat- und hilflos und hat zu den Aktionen, die wie eine Kettenreaktion auf seine Handlungsweise erfolgen, keine konkrete Handhabe um dem etwas entgegen zu setzen. Nur Jochen, der Bruder von Jens und Wachmann von Beruf, handelt. Nicht immer legitim, aber wirkungsvoll. Dieses Buch, in einer einfachen, klaren und schnörkellosen Sprache geschrieben, hat mich zutiefst berührt. War es richtig von Jens Zivilcourage zu zeigen trotz der Gefahr für seine eigene Familie? Sollte es nicht wichtiger sein, seine eigene Familie zu schützen ? Diese Frage wird sich sicherlich jeder Leser dieses Buches für sich selbst beantworten müssen. Hier kann man keine allgemeingültigen Aussagen treffen. Und dennoch es sollte für jeden Einzelnenfür uns klar sein : Wegschauen und sich verkriechen ist sicherlich nicht das probate Mittel, mit diesen Problemen fertig zu werden.   Ein Buch das man unbedingt lesen sollte. Von mir 5 Sterne und mehr.

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  • Erschreckend, Fesselend und sehr Realitätsnah!!!

    In ohnmächtiger Wut
    Lisa0312

    Lisa0312

    13. October 2016 um 20:19

    Ich hatte das Glück bei der Leserunde mitzumachen, nochmals vielen dank dafür!!!!Ein ausländischer Schüler wird brutal zusammengeschlagen. Der engagierte Leher Jens Baumgard kann nicht länger tatenlos zusehen und bewegt die einzige Zeugin zur Aussage.Dadurch rückt er in den Fokus einer rechtsradikalen Gruppierung, die nun alles dransetzt, sein Leben und das seiner Familie zu zerstören. (Klapptext)Meine Meinung:WoW, das Buch hat mich von Anfang bis zum Ende gefesselt.Ich war schockiert ,habe mitgefühlt und es hat mich zum nachdenken gebracht. Die Charaktere waren alles sehr gut beschrieben und man konnte sich mit ihnen identifizieren.Der Schreibstil ist flüssig und ich bin sehr gut reingekommen.Ich fand es auch sehr schön das die Geschichte aus mehreren Perspektiven beschrieben wurde.Jens Baumgard kommt als neuer Leher an die Schule und merkt schnell das es mit dem Schüler Sascha noch Probleme geben wird.Auf Nachfrage bei den Kollegen und Rektor stößt er auf Zurückhaltung und Verschwiegenheit.Eines Tages nach dem Unterricht hört Jens neben der Turnhalle Geräusche und läuft hin.Er sieht Sascha wie der auf den am Boden liegenden Jungen einschlägt. Er geht dazwischen und ruft die Polizei.Nachdem die Polizei alle aussagen aufgenommen haben, es steht Aussage gegen Aussage,macht er sich auf den Weg Zu seinem Auto.Dort begegnet er der Freundin des Opfers,die sich versteckt hat undSagt ihm das sie den ganzen Vorfall auf dem Handy aufgenommen hat.Jens bringt die Schülerin dazu eine Aussage bei der Polizei gegen Sascha zu machen und bringt das Handy auf's Revier.Damit beginnt Jens's persönlicher Albtraum.Nach anfänglichen kleinen streichen,wie Mülltonnen Inhalt auf dem Grundstück verteilt,Auto beschmiert werden die Drohungen immer ernster.Mehr möchte ich jetzt nicht verraten.Ich komme selber aus einer Migrationsfamilie und bin in Deutschland geboren,aufgewachsen,in die Schule gegangen und eine Berufsausbildung beendet.ich kann mich nicht erinnern das es damals auf Schulen so zur Sache gegangen ist. Ich habe eine 16 jährige Tochter die letztes Schuljahr auf einer Mittelschule ihren Abschluss gemacht hat,wo auch viele Ausländische Mitschüler sind.Ich bin froh,das es da keine Probleme gab und gibt.Dieses Buch regt zum nachdenken an und ich fragte mich oft,wie würde ich reagieren und bin froh das ich das nicht muss.denn ich wüsste nicht ob ich den Mut hätte so wie Jens.Dieses Buch sollte unbedingt gelesen werden.Ich würde es auch sehr gut finden wenn es an Schulen als Schullektüre zum Einsatz kommt.Somit will ich mich nochmals bei KJ Weiss bedanken,das ich bei der Leserunde dabei sein durfte und sie mit diesem Buch ein aktuelles Thema einem wieder mehr ins Gedächtnis gebracht hat.Vielen dank auch allen die das lesen und liebe GrüßeLisa

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