„Meine Tochter ist bei Weitem zu intelligent, um sich einer staatsbürgerlichen Kategorie unterzuordnen“, sagt Mutter streng. „Und Tim ebenfalls. Sie Deutsche zu nennen, kommt einer Beschimpfung gleich.“ S. 183
Inhalt:
Tim ist neu an der Schule unterrichtet an einem Gymnasium. Allerdings geht er nicht nach einem Buch vor, sondern spornt die Jugendlichen an sich ihre eigene Meinung zu bilden, Dinge kritisch zu hinterfragen und für etwas einzustehen. Dabei zieht plötzlich ein Schüler bei ihm ein und er befindet sich mitten in einem wilden Krieg des Schulsystems.
Cover:
Das Cover ist auffällig bunt und überladen von Details. Besonders sticht das „echte“ Auge auf dem sonst gezeichneten Cover hervor.
Meine persönliche Meinung:
Das persönliche Vorwort macht das Buch schon sympathisch. Aber ich muss sagen, auch die ersten Seiten der Geschichte haben mir gleich gut gefallen. Der sarkastische Humor und alles verknüpft mit dem Schulsystem ist einfach wunderbar. Für mich ist es bestimmt lustiger als für andere, da ich selbst Lehrerin bin und so nachvollziehen kann, was der Autor beschreibt. Schlimm ist allerdings wie das Schulsystem läuft und wie machtlos man selbst ist und wie viel Macht Geld und Einfluss haben. Natürlich ist es nur ein Roman, aber man glaubt kaum wie viel Wahrheit und auch Wahnsinn drin steckt. Das Ganze zieht sich dann nicht nur über das Schulsystem, sondern die gesamte Regierung und wie sich Europa so weiterentwickelt. Damit hat der Autor völlig recht und lenkt zum Nachdenken an. Änderung beginnt bei einem selbst und nur so kann die Gesellschaft besser werden und wieder zurück finden zu den wichtigen Werten. Ein Traumdorf wie es hier beschrieben ist, wird es trotzdem bleiben, denn Probleme und Entwicklungen werden auch hier wieder auftauchen und müssen auch wieder gelöst und vermutlich auch durchbrochen werden. Aber insgesamt ist es ein sehr wertvolles Buch, vor allem für junge Leute, die sich ihre Meinungen erst bilden müssen und für all jene, die in Zukunft selbstkritischer durchs Leben gehen wollen. Zusätzlich ist es sehr unterhaltsam geschrieben und somit eine leichte Lektüre für Zwischendurch geworden.
Fazit:
Ein humorvolles, aber doch sehr gesellschaftskritisches Buch, das zum Nachdenken und Handeln anregt.
Kai-Eric Fitzner
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Kai-Eric Fitzner
Willkommen im Meer
Krumme Dinger
Neue Rezensionen zu Kai-Eric Fitzner
... über Bildungs- und Erziehungsfragen mit Leichtigkeit geschrieben. Daher gut geeignet als Sommerlektüre am Meer.
Ich habe damals das Buch gekauft, als ich via Social Media auf das Schicksal des Autors und damit seiner Familie aufmerksam gemacht wurde. Der dreifache Vater erlitt einen schweren Schlaganfall und wurde in ein künstliches Koma versetzt. Der mit ihm befreundete Blogger Johannes Korten empfahl das Buch und bat, das im Selbstverlag veröffentlichte Buch zu erwerben, um ihn und die Familie zu unterstützen.
Mein Kauf war Solidarität, meine Überraschung war der Inhalt des Buches. Warum hatte ich davon zuvor nicht schon mal gelesen oder gehört? In meinem Blog schrieb ich daher über die Aktion, und ich verschenkte das Buch mehrfach – denn gerade für Eltern mit pubertierenden Kids hat es prima Anregungen zum Nachdenken und Verstehen.
Es hat mich nachhaltig beeindruckt: In meinem eigenen Buch lasse ich meine Hauptfigur darin lesen. Und eine kleine Passage (hier gekürzt) zitieren:
»Ihr sprecht was?«
»EMEA. IT-Kreol. Ein Mischmasch aus Deutsch, Englisch und Technobabble.«
Denn ich las es nochmals, als ich nach Mallorca umzog. Viele Dialog im Buch drehen sich um Erfahrungen zwischen zwei Welten, Deutschland und Portugal. Daher kann ich viele der Geschichten inzwischen mit Spanien-Brille prima nachvollziehen. Vor allem auch diesen Satz:
»Die einzige Schwierigkeit, die ich sehe«, sage ich mit einem Blick auf die ganz plötzlich stirnrunzelnde Antje, »ist, den Menschen, die hier leben werden, beizubringen, ihre Umwelt nicht mehr durch die Brille der ihnen vertrauten Gesellschaft zu betrachten.«
Eso es.
Zunächst haben mir das Cover und der Titel sehr gut gefallen. Passt perfekt zum Roman über das Leben eines sozial und humanistisch eingestellten Lehrers und Vaters an einem Gymnasium in einem konservativ und elitär eingestellten Umfeld. Die Kämpfe mit der Kollegenschaft werden allerdings sehr breit erzählt, vor allem in den Dialogen. Dennoch ist Willkommen im Meer ein schönes Buch mit wunderbaren Gedanken des Hauptprotagonisten für eine bessere Welt und Gesellschaft.
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