Kai Beisswenger Geheimbund Omega

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Inhaltsangabe zu „Geheimbund Omega“ von Kai Beisswenger

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  • unkonventionell - aber unbedingt lesenswert

    Geheimbund Omega

    incompertus

    06. May 2013 um 17:45

    Von Haus aus weder Krimi noch Mystery besonders zugetan, ergab sich aus den Launen des Lebens, dass ich mich mit den Werken  Kai Beisswengers näher befassen musste. Seine Erzählungen lassen sich keinem Genre eindeutig zuordnen – was aber kein Problem für den vielseitigen Autor darstellte, erschuf er doch mangels Angebot sein Genre kurzerhand selbst: der CriMy war geboren. Zusammengefasst lässt sich „Geheimbund Omega“ vielleicht am ehesten als einen etwas gewagten Mix aus Kriminalgeschichte, Mystery und Zukunftsszenario beschreiben, gewürzt mit einer Prise Gesellschaftskritik und abgerundet durch einen Hauch Philosophie. Wie das alles zusammenpasst? Diese Frage kann ich abschließend leider nicht beantworten.  Was ich aber definitiv sagen kann, ist: irgendwie passt es, der Autor schafft es tatsächlich, aus dieser Mixtur eine Geschichte zu basteln, die einen vereinnahmt .  Das Gefühl beim Lesen lässt sich am ehesten mit einer U-Bahn-Fahrt in einer völlig fremden Stadt vergleichen: man steht am Bahnsteig, steigt ein und ist gespannt, was und wohin die Fahrt einen wohl bringen mag. Die Türen schließen sich, die U-Bahn rauscht ab – und der Autor nimmt, nein reißt einen mit auf eine Reise, deren Tempo einem keine Zeit lässt, sich über den eigenen, plötzlichen Exkurs in ein eigentlich ungeliebtes Genre zu wundern. Man wird einfach mitgerissen; in atemberaubendem Tempo (erzeugt durch den knappen Erzählstil, der auf schmückendes Beiwerk verzichtet) erlebt man mit, wie ein absoluter Durchschnittsmensch aus seinem absoluten Durchschnittsleben gerissen wird und sich plötzlich Situationen, Konstellationen und Verflechtungen gegenübergestellt sieht, die er in diesen Dimensionen nie für möglich gehalten hätte. Es wird ein Zukunftszszenario entworfen, das einem auf den ersten Blick vielleicht etwas konstruiert erscheinen könnte; riskiert man aber einen zweiten Blick, bekommt man eine Ahnung, wie schnell dieses Konstrukt unserem Jetzt schon nahegekommen sein könnte (oder vielleicht bereits ist?)… Und genauso schnell, wie die Bahn abgefahren ist, enge Kurven beschrieb und durch die Dunkelheit raste, dass man leicht ein wenig die Orientierung verlieren konnte, genauso unvermittelt hält sie auch wieder an, die Türen öffnen sich und man findet sich auf einem Bahnsteig wieder. Genauso schnell entlässt Kai Beisswenger einen auch wieder aus seiner Story, er kickt einen förmlich genauso schnell wieder heraus aus der Geschichte, wie man hinein- und mitgezogen wurde, man schüttelt den Kopf und fragt sich ein wenig ungläubig: „Was war denn DAS jetzt?“ Und genau das ist auch das unbestreitbar Besondere an diesem Buch: auch wenn der reduzierte Sprachstil nicht Jedermanns Sache ist, auch wenn die Charaktere nicht vollständig ausgeleuchtet werden und viel Platz für eigene Interpretationen bleibt – die Geschichte hallt lange nach und man beschäftigt sich noch lange mit dem Beantworten der Fragen, die durch die Lektüre dieses Buches aufgeworfen wurden. Mehr kann man nicht wollen, oder?  

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