Kai Gutacker Nacht auf die Handfläche

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Inhaltsangabe zu „Nacht auf die Handfläche“ von Kai Gutacker

Nachtcroupière im Casino, Ärzte in Brasilien, ein Literaturprofessor, ein Formel-1-Fahrer und viele andere unscheinbare und exzentrische Menschen bewohnen die Exotik des Alltags, bringen sich absichtlich in Ausnahmesituationen oder geraten hinein, während sie versuchen, Veränderungen aus dem Weg zu gehen. Ob in Südamerika, Russland oder Deutschland, ob in augenblickhaften Ausschnitten oder größeren Zeiträumen – Gutacker gelingt es, außergewöhnliche Konstellationen detailliert vor Augen zu führen, die sich am Rande des psychischen oder physischen Absturzes bewegen oder direkt in den Abgrund weisen. Die lose miteinander vernetzten Erzählungen widmen sich Begebenheiten, die das Fantastische im scheinbar Gewöhnlichen offenbaren. Sie folgen den Figuren auf die abschüssige Ebene ihrer Einsamkeit. Darauf sind ihre Begegnungen immer gefährdet, den Drift ins Fiasko oder in die Komödie des jeweiligen Charakters zu beschleunigen. Die temporeich erzählten Geschichten entfalten verschiedene Perspektiven, innerer Monolog und diskrete Beschreibung eines Werdegangs wechseln einander ab. Die Nacht bildet ein Leitmotiv, in den durchwachten Nächten scheint sich die Zeit zu dehnen, Auswege rücken in weite Ferne, Vergnügungen wachsen sich zu Katastrophen aus, manchmal ist ein kleines leuchtendes Display das einzige Fenster, an dem wir warten.

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    Nacht auf die Handfläche
    storiesonpaper

    storiesonpaper

    17. October 2016 um 16:46

    „Nacht auf die Handfläche“  ist die erste Buchpublikation des 1990 geborenen Autors Kai Gutacker, das im Verlag Das Wunderhorn erschienen ist. Inhalt sind verschiedenen Kurzgeschichten, die Episoden aus dem Leben erzählen und auf beeindruckende Weise den Eindruck vermitteln, der Autor wäre eine ältere Person mit deutlich mehr Lebenserfahrung, denn die Art, wie Gutacker seine Figuren beschreibt und sie lebendig werden lässt, zeugt von einer ausgesprochenen Reife und Erzählkunst. In 13 Kurzgeschichten entführt Gutacker die Leser in kleine Momente verschiedener Leben. Er berichtet  von einem gealterten Showmaster, jungen Medizinstudenten in Brasilien und einem Familienstreit, der in der Gründung einer Restaurantdynastie ausartet. Diese sind manchmal aus dem Leben gegriffen und manchmal überspitzt dargestellt. Sie alle machen Spaß und obwohl ich nicht sehr oft zu Kurzgeschichtensammlungen greife, war „Nacht auf die Handfläche“ eine kleine Schatztruhe für mich. Gutacker versteht sein Handwerk und haucht jeder Figur Leben ein. Realistisch beschreibt er die Gefühlswelten seiner Protagonisten und lässt dabei noch viel für die Fantasie der Leser offen. Hat er eine Erzählung detailliert begonnen,  hat er keine Angst davor, diese schnell abzubrechen, sodass flüchtige Situationen entstehen, denen ich gerne weiter gefolgt wäre. Da ist der Uniprofessor, der fremden Leuten Bucheinkäufe stiehlt oder die junge Frau, die nach dem Jackpot eines Kunden in dem Casino, wo sie arbeitet, alle Hoffnungen auf diesen setzt und dann bitterlich enttäuscht wird ­ – die Figuren in Gutackers Erzählungen sind verbunden durch das Schicksal, das ihnen Schnippchen des Lebens stellt und das unausweichlich ist. Sie alle sind keine Helden und geraten in obskure, aber auch realistische Situationen. Ob diese so stattfinden? Wer weiß. Sind es nicht gerade diese skurillen Momente des Lebens, die dieses so spannend und authentisch machen?Gutachter greift mit diesem Buch tief in die Wundertüte und bedient sich dabei gängiger Motive. Das Rad der Erzählung wurde nicht neu erfunden, aber er schafft es, diese Motive neu zusammenzusetzen. Somit sind 13 beeindruckende und tolle Kurzgeschichten entstanden, die unterhalten und Spaß machen. Ich möchte dem Band daher 4,5 von 5 Sternen geben und bin gespannt, was wir von Gutacker noch hören werden. Gerne hätte er noch einige Geschichten an das 144 Seiten lange Büchlein ranhängen können.

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