Kai Hensel Sonnentau

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Inhaltsangabe zu „Sonnentau“ von Kai Hensel

Jooly wollte ausbrechen aus ihrer satten Existenz in Deutschland. Sie wollte ein Leben mit Sinn, Teil werden einer besseren Welt. Gestorben ist sie in den Trümmern eines Geländewagens, in den schroffen Bergen Haitis. Alles sieht nach einem Unfall aus. Doch warum scheint niemand in Haiti sie gekannt zu haben? Warum gibt es keine Informationen über die letzten Wochen ihres Lebens? Und wer hat ihre Leiche verschwinden lassen? Maria Brecht, nach abgebrochenem Studium nun Barkeeperin in Berlin, fliegt in die Hauptstadt Port-au-Prince, auf der Suche nach der Wahrheit über ihre Freundin. Sie dringt ins Milieu der Entwicklungshilfe ein, in eine Welt von Elend und schönem Schein, Gewalt und Prasserei, Zärtlichkeit und Zynismus. Sie begegnet Rafael, einem jungen Fotografen aus Bremen. Gemeinsam brechen sie auf in die Berge. Und geraten auf die Spur eines Arztes, dessen Hilfsprojekt tödlich schief gelaufen ist. 'Sonnentau' ist ein fesselnder, genau recherchierter Thriller über die Wahrheit hinter den Bildern von Armut und Krieg. Über Wohltäter und ihre Opfer, über Mitleid, Gier und die Sehnsucht nach einer besseren Welt.

Blick hinter die Kulissen der Entwicklungshilfe und so manchen Missbrauch, wie es wirklich sein könnte. Sehr spannend erzählt!

— Lienz
Lienz

Atmosphärisch dicht , brillant recherchiert und sprachlich auf hohem Niveau.

— Susanne_Kliem
Susanne_Kliem

ein Buch zum nachdenken in der die Geschichte nicht im Vordergrund steht.

— Lexi71
Lexi71

Haiti-Thriller um das Spiel und die Interessen vieler Mächte. Spannend und ungewöhnlich, wenn auch ein wenig überladen.

— TochterAlice
TochterAlice

Ein Thriller,der in einer anderen Liga spielt und der zeigt, dass dieses Genre auch auf einer ganz anderen Ebene funktioniert ! Klasse !!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Wie böse sind die Guten?

    Sonnentau
    Lienz

    Lienz

    Ein sehr lesenswerter Politthriller mit vernachlässigbaren Schwächen, der ein tropisches Land nicht im Blütenduft, sondern Verwesungsgestank zeigt. Spannende Unterhaltung mit besonderem Flair. Inhalt Maria Brecht, eine Spätaussiedlerin Mitte 20, Studienabbrecherin, Barmixerin und einer Schlägerei nicht abgeneigt, sucht in Haiti nach den Spuren ihrer tödlich verunglückten Schulfreundin. Ihr Vater, finanziell abgesichert und seelisch abgestürzt, der den Verlust der Tochter nicht verwinden kann, überredet sie dazu und bezahlt sie. Dann wechselt die Perspektive. Die schwarze deutsche Politikerin Michelle, nach eigenen Angaben in Port-au-Prince geboren, ist nach Haiti gereist, um den Präsidenten zu treffen und ihre politische Karriere zu stützen. Haiti ist nach dem Erdbeben vom 12. Jänner 2010 auch ein paar Jahre später noch eine schwärende Wunde. Aber das mediale Interesse an der Katastrophe ist abgeklungen, die Spendengelder tröpfeln nur mehr. An Michelles Seite der attraktive Fotograf Rafael, der bald seiner eigenen Agenda folgt. Ein weiterer Perspektivenwechsel: Chester Rhodes, ein amerikanischer Reisfarmer, hat sein gesamtes Vermögen in ein Erdbebenmuseum in Port-au-Prince investiert. Und schließlich ist da der Geistliche Boisseau, der das Land auf seine ganz besondere Art retten will. Er ist einem dänischen Arzt eng verbunden, der rücksichtslos den Kampf gegen seine eigene Schuld aufgenommen hat. Und ein prekäres sexuelles Verhältnis pflegt. Nach und nach entfaltet sich dem Leser die komplexe Handlung und nimmt ihn gefangen.   Frankfurter Verlagsanstalt: Sie war Maria Brechts engste Freundin, nun bleibt von Juliane nichts zurück außer dem Bericht über einen Wagen, der auf Haiti in einen tödlichen Abgrund stürzte. Der Körper der jungen Frau ist spurlos verschwunden. Julianes Vater findet Maria in einer Bar, wo sie seit Abbruch ihres Studiums kellnert, und bittet sie, den mysteriösen Unfall seiner Tochter aufzuklären. Maria fliegt in die Karibik und stößt dort auf Rafael Velasco, einen Fotografen, der eine deutsche Politikerin begleitet. Mit ihm durchkämmt Maria die Insel, bis sie auf den Salzfeldern im Norden eine schreckliche Entdeckung machen ... Auch vier Jahre nach der großen Erdbebenkatastrophe leben die Einwohner Haitis unter desaströsen Umständen. Unzählige Hilfsorganisationen arbeiten vor Ort, darunter Einzelkämpfer, die Gutes tun wollen, obwohl die Millionen an Spendengeldern in dunklen Kanälen versickern. Mit großen Idealen ist auch Juliane damals von zu Hause weg, doch Maria ahnt es bald: Ihre Freundin, die Weltverbesserin, hat sich in ein aus der Not geborenes Gefüge aus Weißen und Schwarzen, Armen und Reichen, Wohltätern und Opfern verstrickt. Nach und nach entlarven Maria und Rafael eine machtpolitische Verschwörung. Dabei begeben sie sich in immer größere Gefahr – wem können sie vertrauen? „Sonnentau ist ein atemloser Polit-Thriller, in dem die kompromisslose Heldin Maria Brecht in das undurchschaubare Milieu der Entwicklungshelfer gerät und entscheiden muss, ob die Wahrheit es wert ist, das eigene Leben für ein korrumpiertes System aufs Spiel zu setzen, das wie der Sonnentau mit Schönheit lockt und zersetzt, was an ihm haften bleibt.“   Meine Meinung: Ein gut recherchierter Thriller, der aufzeichnet, was wirklich sein könnte, und damit wohl ziemlich nahe an manch düstere Wirklichkeit kommt. Er hat mir gut gefallen und mich wirklich gut unterhalten. Deswegen 4 Sterne: Für meinen Geschmack bleiben die Charaktere dann zweidimensional, wenn ihre Emotionen ins Spiel kommen. Der Thriller ist an einigen Stellen sehr emotional, schon aufgrund der Thematik. Dann gibt es m.E. ein paar Lektoratsausrutscher, so S. 29 und 119 die schwarze deutsche Politikerin betreffend, die daher erst allmählich greifbar wird. Oder die Schweinepfote auf S. 146. Auch fehlt den Schlussfolgerungen der handelnden Figuren teilweise die Nachvollziehbarkeit, so auf S. 413 bzw. 416 im Vergleich zu S. 285 oder S. 79 in Verbindung mit S. 421.

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    • 4
  • Ungewöhnlich gut

    Sonnentau
    Susanne_Kliem

    Susanne_Kliem

    08. September 2015 um 13:58


  • bissig & böse

    Sonnentau
    Anne-Kuhlmeyer

    Anne-Kuhlmeyer

    02. April 2014 um 18:33

    Wenige Sekunden lang bebt die Erde und die Hölle bricht ins Paradies. Nicht, dass Haiti ein Paradies gewesen wäre. Armut, Gewalt, Korruption – das kleine Land unter der tropischen Sonne hatte auch vor der Katastrophe mit ungezählten Toten genug Probleme. Doch diese Erschütterung bewegt die Welt. Menschliches Mitleid spült 2010 Helfer und Gelder ins Land. 2013 sind die Geld- und Menschenströme fast versiegt. Hilfsprojekte stecken fest oder liegen brach. Doch Maria Brechts Schulfreundin Jooly, die verwöhnungsverwahrloste Tochter eines Schönheitschirurgen, folgt dem plötzlichen Wunsch, ihrem Leben Sinn zu verleihen, und reist von Berlin nach Haiti, um Gutes zu tun. Sie schreibt ein paar Mails, dann bricht der Kontakt ab. Kurz darauf wird Maria von Jollys Vater gebeten, seine Tochter zu suchen. Tot sei sie, ihre Leiche verschwunden. Maria hat gute Gründe, sein Geld anzunehmen und ihren Tresen in Kreuzberg gegen ein Hotelzimmer in Port-au-Prince zu tauschen. (Ihr aufbrausendes Naturell bescherte ihr eine Geldstrafe wegen Körperverletzung, die sie nicht zahlen kann.) Maria nimmt Kontakt zur Helferszene auf. Die ist ganz einfach zu erkennen. Die Helfer sind weiß und trinken Sekt, alle anderen sind schwarz und bringen ihn. Oder leben in Slums. Gutgemeinte, sinnlose Projekte von Wohlmeinenden arrogant angestrebt, scheitern zwangsläufig. Eine Abgeordnete des Bremer Stadtparlaments mit haitianischen Wurzeln will eine Eisenbahn quer durchs Land bauen lassen. Infrastruktur für Haiti und Arbeitsplätze für das arme Bremen. Der Fotograf, Rafael Velasco, soll sie „menschlich“, vor allem „menschlich“ ablichten fürs Image. Was nichts weiter heißen soll, als: Zeige keinem mein wirkliches Ziel. Aber nicht nur sie, jeder Beteiligte hat ein spezielles Motiv abseits von Hilfe. Rhodes z.B. (der auch schon mal Herr Rhodes genannt wird!) baut ein Museum, dass die geologischen Zusammenhänge des Erdbebens verdeutlichen soll, um den kruden Verschwörungstheorien (von Alaska aus sei das Beben mit Hektometerwellen über weiß der Henker was für Wege gesteuert worden) entgegen zu wirken. Aufklärerisch will er wiedergutmachen. Nämlich die Millionen, die ihm aus einem Agrardeal der USA mit der haitianischen Regierung zugeflossen sind. Zu wessen Lasten, ist klar. Mads, der Arzt, ist schon lange in Port-au-Prince. Kurz nach dem Beben impfte er Leute in den dreckigsten Slums, auf dass sie keine Seuchen heimsuchten. Ein paar starben. Was nicht weiter auffiel angesichts des hunderttausendfachen Sterbens. Er blieb. Zum Wiedergutmachen. Craig versorgt die Leute mit Seife. Das ist besser, als zu Hause zu sein, weil ihn dort die Familie unter Druck setzt. Ein paar kleine, schmutzige Nebenbeigeschäfte sollen ihm wieder auf die Beine helfen. Craig, Rafael und Maria fahren in die Berge auf der Suche nach Joolys Leiche. Zunächst finden sie sie nicht, stattdessen viele andere ... Die Glut, der Mangel, die Ungleichheit und die ständige Bedrohung durch Kriminalität verändern nicht nur die Haitianer. Die Helfer mit durchaus teilaltruistischem Ansinnen unterschätzen die Bedingungen in ein einem zerstörten, bitterarmen Land. Sie verändern sich. Nicht zu ihrem Besten. Und jede Figur auf ihre spezifische Weise. Dabei steht nicht nur der offensichtliche Sekundärgewinn der Entwicklungshilfe in Frage (schon allein das Wort: Geberländer!), sondern Altruismus an sich. Altruismus ohne Gewinn für den Einzelnen gibt es nicht. Das ist auch nicht nötig, solange individueller und sozialer Gewinn ausgewogen sind. Der Roman entlarvt die Verlogenheit der sogenannten Hilfe, die die Weltordnung in schwarzarm und weißreich zementiert. Der Titel „Sonnentau“ – man muss an die Moorpflanze Sonnentau denken, die ihre Beute mit klebriger Süße anlockt, um sie zu verschlingen – könnte passender nicht sein. Kai Hensels zweiter Roman ist ein vielschichtiger, komplexer Politthriller (auf dem ruhig „Thriller“ draufstehen dürfte) über die Arroganz, die Ahnungslosigkeit und die Ignoranz der Besitzenden. Er ist genau recherchiert, bissig, böse und schonungslos. Literatur für Große!

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  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2014

    kubine

    kubine

    Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2014 und endet am 31.12.2014. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 18.12.2013 bis 31.12.2014 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2014 erscheinen. Eine Liste mit Neuerscheinungen 2014, die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2014-1043761200/ 3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich, Der Einsendeschluss für gelesene Bücher 2014 ist der 06.01.15. Allerdings müssen die Bücher im Dezember begonnen worden sein! 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben. Derjenige, der am Ende die meisten Krimis bzw., Thriller gelesen haben und somit am meisten zum Ergebnis des Teams beigetragen hat, erwartet am Ende eine kleine Überraschung. Ihr habt noch Fragen, her damit! Gegebenenfalls werden die Regeln dann etwas ergänzt. Keine Fragen mehr? Na dann mal los an die Bücher und viel Glück! Team Krimi: 1.Eka 2. mabuerele 3. Wildpony 4. dorli 5. Brilli 6. LibriHolly 7. Weltverbesserer 8. elisabethjulianefriederica 9. flaschengeist1962 10. Postbote 11.danzlmoidl 12. Antek 13. sonjastevens 14. Matzbach 15. Schneckchen 16. rumble-bee 17. saku 18. wiebykev 19. Machi 20. Huschdegutzel 21. Buchrättin 22. liarabe Gelesene Bücher Januar: 20 Gelesene Bücher Februar: 51 Gelesene Bücher März: 75 Gelesene Bücher April: 53 Gelesene Bücher Mai: 49 Gelesene Bücher Juni: 46 Gelesene Bücher Juli: 43 Gelesene Bücher August: 48 Gelesene Bücher September: 41 Gelesene Bücher Oktober: 43 Gelesene Bücher November: 55 Gelesene Bücher Dezember: 52 Zwischenstand: 576 Bücher Team Thriller: 1. ginnykatze 2. MelE 3. eskimo81 4.SchwarzeRose 5. xXeflihXx 6. Nenatie 7. Jeanne_Darc 8. bookgirl 9. Carina2302 10. Seelensplitter 11. Eskarina* 12. takaronde 13. BuchblogDieLeserin 14. Kitayscha 15. Synic 16. Kaisu 17. Ginger_owlet 18. Bücherwurm 19. Mira123 20. Samy86 21. britta70 22. kvel 23. dieFlo 24. JessyBlack 25. Sternenstaubfee 26. Janosch79 27. igela Gelesene Bücher Januar: 22 Gelesene Bücher Februar: 35 Gelesene Bücher März: 39 Gelesene Bücher April: 57 Gelesene Bücher Mai: 59 Gelesene Bücher Juni: 40 Gelesene Bücher Juli: 45 Gelesene Bücher August: 34 Gelesene Bücher September: 31 Gelesene Bücher Oktober: 30 Gelesene Bücher November: 45 Gelesene Bücher Dezember: 61 Zwischenstand: 498Bücher

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    • 2148
    kubine

    kubine

    01. April 2014 um 19:11
  • Themen-Challenge 2014 - Bücher, die in einer Stadt mit mehr als 1 Mio. Einwohner spielen

    Daniliesing

    Daniliesing

    Dieses Thema gehört zur Themen-Challenge 2014:

    Hier könnt ihr euch über eure gelesenen Bücher zu Thema 16 austauschen!

    • 63
  • Leserunde zu "Sonnentau" von Kai Hensel

    Sonnentau
    FrankfurterVA

    FrankfurterVA

    Liebe Krimi- und Thrillerfreunde, wir laden Euch herzlich zu einer Leserunde zu Kai Hensels neuem Roman Sonnentau. Ein Fall für Brecht und Velasco ein. Worum geht's? Haiti im Jahr 2013: Drei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben herrscht auf dem Inselstaat immer noch Chaos. Korruption, Armut und Gewalt bestimmen den Alltag der Menschen. Die Entwicklungshilfe hingegen boomt, und selbst wenn die Geldströme oft in unbekannte Kanäle versickern, ist der Wille, dem Land auf die Beine zu helfen, ungebrochen. Mit den besten Absichten hat sich auch Maria Brechts beste Freundin Juliane auf den Weg in die Karibik gemacht. Als Maria jedoch von Julianes mysteriösem Unfalltod erfährt, folgt sie der Freundin nach Haiti und nimmt ihre Spur auf. Ihre Suche führt sie in ein gefährliches Dickicht aus Armut und Reichtum, Korruption und Integrität, das jegliche Sicherheiten auf den Kopf stellt.  Eine Leseprobe findet ihr hier. Einen Einblick in Kai Hensels Recherchen zu Sonnentau bekommt ihr hier:  Wer ist Kai Hensel? Kai Hensel, geboren 1965 in Hamburg, lebt als freier Autor in Berlin. Zunächst Werbetexter, dann Drehbuchautor zahlreicher TV-Produktionen und Kinofilme. Der Autor unternahm ausgedehnte Reisen durch Afrika und Asien und schrieb Reisereportagen für den Tagesspiegel, tip und die Frankfurter Rundschau. Er veröffentlichte in mehreren Krimi-Anthologien, zuletzt in Berlin blutrot. Für seine Erzählung Das Huhn erhielt er 2003 den Deutschen Kurzkrimi-Preis. In der FVA ist bisher der Roman Das Perseus-Protokoll (2012) erschienen. Im Frühjahr 2014 wird sein zweiter Thriller mit der Ermittlerin Maria Brecht Sonnentau. Ein Fall für Brecht und Velasco in der FVA veröffentlicht. Der Autor beantwortet gern Fragen zu seinem Buch. Schickt einfach eine Email an literatur@frankfurter-verlagsanstalt.de Für unsere Leserunde stehen 15 Freiexemplare zur Verfügung. Wer teilnehmen möchte kann sich bis Freitag, 21. Februar bewerben und darf folgende Frage beantworten:  Stellt euch vor: Seit Jahren habt ihr keinen Kontakt mehr zu eurer/m besten Schulfreund/in. Plötzlich werdet ihr von ihren/seinen Eltern kontaktiert, die euch bitten, den mysteriösen Unfalltod ihres Kindes in der Karibik aufzuklären. Wie würdet ihr reagieren?

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  • Sonnentau

    Sonnentau
    Kleine8310

    Kleine8310

    20. March 2014 um 21:33

    Ich durfte dieses tolle Buch für eine Leserunde lesen und ich kann nur sagen, dass es sich absolut gelohnt hat. "Sonnentau" ist das zweite Buch von Kai Hensel. In dem spannenden Thriller geht es um das Land Haiti, Korruption, Betrug, Mord und das Thema Hilfen. Ich fand es sehr gut mich auch mal mit solchen Fragen zu befassen, da man sich ja sonst nicht immer mit so schweren, wie auch wichtigen Themen befasst. In der Geschichte geht es um den Tod von Maria Brechts ehemaliger Schulfreundin Juliane, auch Jooly genannt. Joolys Vater bittet Maria, nachdem er die Nachricht vom Tod seiner Tochter bekommen hat, um ihre Hilfe, da er kaum etwas über die Umstände weiß unter denen seine Tochter in Haiti gelebt hat und schließlich gestorben ist. Da Maria als Barkeeperin nicht wirklich gebunden ist und auch schon ab und an ihr Leben überdacht hat, nutzt sie die Chance und das Geld von Joolys Vater, um sich auf die Suche nach den Spuren ihrer ehemaligen Freundin zu machen. Ganz alleine macht sie sich auf den Weg nach Haiti und versucht dieselben Schritte zu machen, von denen sie vermutet, dass es auch Joolys hätten sein können. Sie bietet sich als Arbeitskraft bei verschiedenen Hilfsorganisationen an und erfährt nach und nach auch die Schattenseiten. Unerwartete Unterstützung bekommt sie von dem Fotografen Rafael Valesco, der ihr nicht nur freundschaftliche Gedanken entlockt. Und zusammen geraten sie immer mehr in ein verworrenes Netz aus Gefahren, Lügen und politischer Verwicklungen, aber sie finden auch immer mehr Hinweise über die Umstände von Joolys Tod. Die unterschiedlichen Erzählstränge, die der Autor geschickt zusammenführt sind alle spannend geschrieben und die Charaktere sind eindrücklich beschrieben. Lange Zeit, eigentlich sogar noch am Ende war ich mir nicht sicher, wer nun zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Was die Spannung nocheinmal ziemlich erhöht hat. Interessant fand ich, dass der Autor auch die politische Lage einbezieht.  Was mir besonders gut an diesem Buch gefällt ist, dass der Autor die Situationen in Haiti, das Land Haiti selber und die Einwohner absolut eindrücklich beschreibt. Viele Erzählungen regen auch zum Nachdenken an zum Beispiel, dass Hilfen selten länger erbracht werden, sondern eher nur solange viel darüber berichtet wird. Die beschriebenen Orte und die Situationen mit den Einwohnern Haitis sind bewegend und die Landschaften und Ortschaften, die Hensel beschreibt zeigen, dass der Autor selber, persönlich vor Ort recherchiert hat. Was mich besonders beeindruckt hat.

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  • Spannender Haiti-Thriller

    Sonnentau
    irismaria

    irismaria

    20. March 2014 um 19:06

    "Sonnentau" ist ein Thriller von Kai Hensel, der im Entwicklungshelfermilieu in Haiti spielt. Nach dem großen Erdbeben sind einige Jahre vergangen, aber immer noch herrschen Armut und Korruption in Haiti. Immer noch zieht es Europäer dorthin, die für Hilfsprojekte arbeiten oder eigene Interessen verfolgen. So etwa eine Bremer Politikerin mit haitianischen Wurzeln, die hofft, einen Großauftrag für ein Eisenbahnprojekt an Land ziehen zu können, der ihrer Heimatstadt nutzen würde. Doch auch eine dänische Politikerin ist an diesem Projekt für dänische Firmen interessiert. Eher zufällig kommt die Ermittlerin von Hensels erstem Krimi, Maria Brecht, nach Haiti: ihre Freundin ist dort tödlich verunglückt und sie soll auf Bitten des Vaters ihren Tod aufklären. Dabei stößt sie auf Erschreckendes, was die Arbeit ihrer Freundin in ganz anderem Licht erscheinen lässt. Wer sind „die Guten“ und wer die skrupellosen nur auf ihren Vorteil bedachten Akteure? Das fragt sich nicht nur Maria, sondern auch immer wieder der Leser. Mir hat "Sonnentau" gut gefallen. Die Geschichte ist spannend und vielschichtig. Die Situation Haitis wird allerdings sehr hoffnungslos dargestellt. Hier hätte mir ein Infoteil am Schluss gefallen, in dem erklärt wird, was Fakt und was Fiktion ist.

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  • Sonnentau

    Sonnentau
    Blacksally

    Blacksally

    20. March 2014 um 13:23

    Meine Meinung: Ein erstklassiges Buch, das man gelesen haben muss. Es hat mich so gefesselt das ich sogar meine Bushaltestelle verpasst hab ^^ Die Story: Maria reist nach Haiti um ihre Freudin Jooly zu finden, die vermutlich Tot ist, viel zu schnell gerät sie in einen Sog aus Drogen, Macht, Gier und Gewalt.  Sie lernt Menschen kennen und weiß nicht wer Freund und wer Feind ist. Was ist da los auf Haiti? Woher kommen die Drogen aus Joolys Wagen? Die Einschusslöcher im Kofferraum. Nach und nach findet Maria raus welch unglaubliche Geschichte sich hier zugetragen hat. Der Autor: Kai Hensel, geboren 1965 in Hamburg, lebt als freier Autor in Berlin. Zunächst Werbetexter, dann Drehbuchautor zahlreicher TV-Produktionen und Kinofilme. "Am Tag als Bobby Ewing starb" erhielt 2005 den Max-Ophüls-Preis als bester Film. Seine beiden Theaterstücke "Klamms Krieg "und "Welche Droge passt zu mir?" wurden an über 200 Theatern im In- und Ausland aufgeführt. Hensel unternahm ausgedehnte Reisen durch Afrika und Asien und schrieb Reisereportagen für den Tagesspiegel, tip und die Frankfurter Rundschau. Er veröffentlichte in mehreren Krimi-Anthologien. Für seine Erzählung "Das Huhn" erhielt er 2003 den Deutschen Kurzkrimi-Preis, "Frühling des Herzens" war 2012 für den Glauserpreis nominiert. "Das Perseus-Protokoll" ist sein erster Roman Der Schreibstil: Ich fand ihn sehr erfrischend und super zu lesen, der Autor schafft es super spannung zu erzeugen und den Leser erstmal im dunkeln zu lassen. Erst nach und nach fügt sich alles zusammen, das finde ich klasse und ich finde dazu muss man talentiert sein, was der Autor auf jeden fall ist Der Hauptcharakter: Maria arbeitet in einer Bar in Berlin, Joolys Vater beauftragt sie nach Haiti zu reisen und alles über den Tod seiner Tochter heraus zu finden. Am Anfang mochte ich sie nicht, aber als sie dann auf Haiti war kam sie ganz anders rüber, viel stärker und selbstbewusster. Ich fand es gut wie sie die Dinge angegangen ist und konnte mich gut in sie rein versezten Fazit: Ich finde das Buch super und ich empfehl es gerne weiter. Das Buch hat spannung, Action und fesselt einen von der ersten Seite an. 

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  • Sehr lesenswert!

    Sonnentau
    Sporttante

    Sporttante

    16. March 2014 um 13:19

    Haiti nach dem Erdbeben ist der Schauplatz eines Thrillers der besonderen Art. Die junger Berlinerin Maria wird überredet den Tod ihrer Freundin Jooly vor Ort aufzuklären und begibt sich in ein Land voller Armut, Gewalt und Korruption. Mit dem Fotografen Rafael gerät sie dabei in einen Strudel von zunächst undurchsichtigen Ereignissen, die sich im Verlauf der Story zu einem riesigen Fall auftürmen. Dieser Thriller ist etwas anders, als man es vielleicht erwartet. Die wirklich packend geschriebene Story zeigt deutlich die Verpflechtung von Macht, Geld und Korruption in einen durch die Katastrophe gebeutelten Land. Der eigentliche Aufhänger, der Mord an Jooly, trat für mich während des Lesens immer mehr in den Hintergrund. Das Verhalten der Menschen, zum Beispiel um gute PR zu bekommen, die Selbstdarstellung von Menschen auf Kosten der Leidenden (so nach der Art, wir helfen vor Ort, wollen aber selbst da auf nichts verzichten) und die Macht des Geldes werden so schonungslos dargestellt, dass man sich manchmal fragt "sind wir wirklich so?". Wer eine Buch zum Zurücklehnen und "nicht nachdenken" erwartet, sollte nicht zugreifen. Es wird nicht gelingen! Kai Hensel schreibt in einer so erbarmungslosen Offenheit, dass man automatisch darüber nachdenken muss. Und ich finde, das ist auch dringend notwendig!

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  • erschreckend und spannend

    Sonnentau
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    15. March 2014 um 10:20

    Maria hat ihr Studium geschmissen und arbeitet in einer Bar, als der Vater von Jooly, Marias früherer Freundin, auftaucht und Maria bittet, in Haiti zu klären, was mit Jooly geschah. Sie kam in den Bergen von der Straße ab, der Tod wurde von einer Ärztin bestätigt, aber die Leiche verschwand. Nach einigem Zögern fliegt Maria nach Haiti. Einige Jahre nach dem großen Erdbeben ist von Wiederaufbau nicht viel zu spüren, obwohl jeder behauptet, es gehe voran. Die großen Hilfsorganisationen haben sich zurückgezogen, Spendengelder fließen nicht mehr, tröpfeln nur noch. Dieses Umfeld ist die Spielwiese für Kriminelle, Machthungrige und Menschen, die ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen. Da ist die Bremer Politikerin Michelle, die angeblich die Menschen in Haiti unterstützen will, aber nur die Sicherung ihrer eigenen Position im Blick hat. Begleitet wird sie von dem Fotografen Rafael, der die Aufgabe hat, sie medienwirksam darzustellen. Pastor Boisseau will an die Macht und handelt alles andere als christlich. Er glaubt, dass er seinen Ziehsohn Belamour und den dänische Arzt Mats in seinem Sinne gegeneinander ausspielen kann, doch sie haben eigene Interessen. Der Amerikaner Rhodes will die Menschen mit Hilfe eines Museums aufklären, wie sie bauen müssen, um Schäden bei zukünftigen Erdbeben zu vermeiden. Aber in seiner Blauäugigkeit hat er den Aberglauben der Menschen, der auch gezielt lanciert wird, nicht berücksichtigt. Dazu kommt ein schwacher Präsident Haitis, der die Unterstützung der USA hat, damit sie ihren Einfluss wahren kann. Seine Frau ist ehrgeiziger als er und manipuliert in ihrem Sinne. Maria versucht zu ermitteln und erhält dabei Unterstützung von dem Fotografen Rafael und von Craig, einem undurchsichtigen Helfer, der in Haiti Seife verteilt. Wem kann sie wirklich trauen? Sie tritt einigen Leuten auf die Füße. Wie sehr sie sich in Gefahr begibt, ahnt sie nicht. Anfangs liest sich dieses Buch etwas zäh, die einzelnen Handlungsstränge müssen erst zusammengeführt werden. Wenn man dann langsam die Zusammenhänge durchschaut, geht es rasant weiter. Aus verschiedenen Blickwinkeln erhält man Einblick auf die Verhältnisse in dem geschundenen Land und die Interessen der einzelnen Protagonisten. Diese habe alle einen etwas dunklen Hintergrund. Das macht die Geschichte besonders interessant. Das Buch ist nicht so einfach herunter zu lesen, es macht nachdenklich und wütend. Es entlarvt die Verhältnisse und ist somit nicht nur Krimi, sondern auch gesellschaftskritischer Roman mit gut recherchiertem Hintergrund. Nach Katastrophen schaut die ganze Welt für kurze Zeit hin, um dann ganz schnell zu vergessen. Statt die Hilfe zu bündeln, kocht jeder sein eigenes Süppchen, so dass ein Wiederaufbau letztendlich an den hilflosen Betroffenen hängt. Die Geschichte ist sehr lebendig und emotional beschrieben und lässt einen nicht los. Es gibt immer wieder überraschende Wendungen und auch das Ende ist so nicht voraus zu sehen. Empfehlenswert!

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  • Sonnentau- eine interessante Story

    Sonnentau
    SLovesBooks

    SLovesBooks

    15. March 2014 um 01:57

    Beschreibung: Haiti im Jahr 2013: Drei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben herrscht auf dem Inselstaat immer noch Chaos. Korruption, Armut und Gewalt bestimmen den Alltag der Menschen. Die Entwicklungshilfe hingegen boomt, und selbst wenn die Geldströme oft in unbekannte Kanäle versickern, ist der Wille, dem Land auf die Beine zu helfen, ungebrochen. Mit den besten Absichten hat sich auch Maria Brechts beste Freundin Juliane auf den Weg in die Karibik gemacht. Als Maria jedoch von Julianes mysteriösem Unfalltod erfährt, folgt sie der Freundin nach Haiti und nimmt ihre Spur auf. Ihre Suche führt sie in ein gefährliches Dickicht aus Armut und Reichtum, Korruption und Integrität, das jegliche Sicherheiten auf den Kopf stellt. Meine Meinung: Ein bemerkenswertes Buch, welches ich streckenweise gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Es ist durchgehen spannend und bietet immer wieder neue Ansätze. Die Situation in Haiti wird sehr detailliert und realistisch beschrieben, was das Buch zu einer sehr lebendigen Erfahrung werden lässt. Dieser Roman stellt auf keinen Fall einen gewöhnlichen Krimi dar. Neben der kriminalistischen Handlung spielen die verschiedenen Probleme von Haiti eine übergeordnete Rolle. Das Buch sieht sich zugleich als Enthüllung der korrupten Zustände und Probleme des Landes und der Gesellschaft an. Die Sprache, welche im Roman vorherrscht ist wirklich beeindruckend und zielführend. Es herrscht ein schöner Ausdruck vor. Die Dialoge sind ergiebig und immer weiterführend in der Geschichte. Es macht dem Leser Freuden den Charakteren bei der Aufdeckung des Falls über die Schulter zu schauen. Die Charaktere des Buches sind gut ausgearbeitet und stellen alle verschiedene Wesenszüge dar, was die verschiedenen Handlungsstränge sehr interessant werden lässt. Insgesamt ein gelungener Krimi, den ich genossen habe zu lesen. Ich kann ihn für anspruchsvolle und interessierte Leser nur empfehlen.

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  • Ein schonungsloser Blick

    Sonnentau
    Niffler144

    Niffler144

    14. March 2014 um 17:01

    Maria Brecht arbeitet in einer Bar, wo sie vom Vater einer ehemaligen Freundin angesprochen wird. Die Freundin, Jooly, ist vor einiger Zeit verreist, um Entwicklungshilfe zu leisten. In der ersten Zeit erreichen Maria begeisterte Mails und Blogeinträge. Doch dann wird es plötzlich still um Jooly. Einige Zeit später wird ihr Vater benachrichtigt, dass Jooly auf Haiti verunglückt wäre. Doch es ist keine Leiche zu finden. Der Vater kann die Ereignisse so nicht hinnehmen und bittet Maria, nach Haiti zu reisen und Joolys Verbleib aufzuklären. Maria reist also nach Haiti und begiebt sich auf die Spuren ihrer Freundin. In Haiti jedoch läuft nichts wie es soll. Ungleiche Machtverhältnisse, Armut, Korruption und Entwicklungshilfe sind die großen Themen, die das Buch beschreibt. Der Hintergrund ist sehr gut recherchiert und wirkt sehr real und authentisch. Der Leser wird mit der knallharten Realität konfrontiert. Die Geschichte beginnt mit vielen verschiedenen Handlungssträngen, die erst anch und nach zueinander finden. So entsteht eine sehr komplexe Struktur. Für meinen Geschmack waren es am Anfang zu viele verschiedene Stränge, sodass ich zwischenzeitlich leider einmal den Überblick verloren habe. Je weiter die Geschichte jedoch voranschreitet, desto klarer wird es und die Puzzleteile fügen sich zusammen. Und das schöne daran ist, dass die Wendungen unvorhergesehen sind. Es ist eigentlich nie das passiert, was ich erwartet habe. Genau das macht das Buch spannend. Die Charaktere gefallen mir sehr gut, da sie alle einzigartig sind und Ecken und Kanten haben. So gefällt mir beispielsweise Rafaels Leseschwäche sehr gut und auch Marias Vergangenheit macht sie ein wenig geheimnisvoll. Auch am Ende des Buches, hat man die Charaktere noch nicht komplett durchschaut und vom Gefühl her müsste es noch ein Nachfolgewerk geben. Auch hätte ich mir noch ein Nachwort gewünscht, in dem beschrieben wird, wie es mit den Figuren nun weiter geht. Insgesamt ist das Buch ganz anders als ich es erwartet habe. Für meinen Geschmack beinhaltet es ein bischen viel politische Kritik, aber das war bestimmt Absicht des Autors und ist nur meine persönliche Meinung. Jedoch war es für mich eine ganz neue Erfahrung und somit auch etwas Besonderes. Dieses Buch wird hoffentlich ein wenig aufrütteln. Ich finde es eine gelungene Mischung aus Krimi/Thriller und politischer/gesellschaftlicher Kritik und bin wirklich gespannt, wie es in Marias Leben in Zukunft aussehen wird.

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  • Ein Thriller, der zum Nachdenken anregt

    Sonnentau
    Nenatie

    Nenatie

    13. March 2014 um 19:14

    Inhalt: Maria arbeitet in Berlin als Barkeeperin. Eines Abends erhält sie überraschend Besuch von einem Mann. Er ist der Vater ihrer alten Schulkameradin Jooly. Von ihm erfährt sie, dass Jooly in Haiti einen Autounfall hatte und gestorben ist. Mehr weiß man leider nicht, nur wann und wo. Er bittet Maria darum, nach Haiti zu fliegen und Joolys Spuren zu folgen. Maria nimmt an und fliegt nach Haiti. In Port-au-Prince angekommen erlebt sie hautnah die Zustände, die in Haiti seit dem Erdbeben 2010 herrschen. Bei ihrer Suche trifft sie auf Craig, der Seifen verteilt und Rafael, einen Fotografen. Beider Männer helfen ihr bei der Suche nach Jooly. Diese Suche deckt jedoch nicht nur Joolys Unfall auf, sondern verwickelt die drei auch tief in politische Machtspiele und Korruption. Meinung: Sonnentau ist kein typischer Thriller. In diesem Buch steht nicht die Geschichte um den Mord an sich im Vordergrund. Viel mehr geht es um Haiti, die Leute dort, das Erdbeben und was danach geschah. Sonnentau bietet sehr viele Einblicke in die Entwicklungshilfe und die Welt der Hilfsorganisationen. Und es zeigt, wie abhängig Helfer, die auf Spenden angewiesen sind, von den Medien sind. Das Buch ist eine tolle Mischung aus Thriller und gesellschaftskritischen Roman. Beim Lesen weiß man irgendwann nicht mehr wer überhaupt helfen will und wer nur auf den eigenen Vorteil aus ist. Die Geschichte ist aus verschiedenen Blickwinkeln geschrieben, es gibt viele Charaktere und jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Gerade diese vielen Blickwinkel machen das Buch spannend. Der Schreibstil ist flüssig und nimmt einen mit auf die Reise durch Haiti. Sonnentau regt zum nachdenken an und ist wirklich keine leichte Kost. Trotzdem ist es sehr empfehlenswert es ist spannend, tiefgründig und gesellschaftskritisch. Einziger und winziger Kritikpunkt: mir persönlich fehlt ein Nachwort des Autors.

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  • Überleben in Haiti

    Sonnentau
    tweedledee

    tweedledee

    12. March 2014 um 14:56

    Maria, Barfrau aus Berlin erhält überraschenden Besuch vom Vater ihrer ehemaligen Schulfreundin Jooly. Jooly, zu der sie lange keinen Kontakt hatte, zum Schluss nur per mail. Aber seit Monaten kommt keine Nachricht mehr von ihr. Joolys Vater bittet Maria nach Haiti zu fliegen um Joolys Spuren zu folgen, denn Jooly ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen, ihre Leiche verschwunden. In Port-au-Prince angekommen erlebt Maria das Leid der Menschen seit dem verheerenden Erdbeben 2010 hautnah, denn viel hat sich seit der Tragödie nicht verbessert. Armut, Hunger, zerstörte Gebäude, unzumutbare sanitäre Bedingungen, verstümmelte Einwohner - all diese Eindrücke stürzen auf Maria ein. Sie hat nicht wirklich einen Plan, wie sie vorgehen soll. Da Jooly als Helferin nach Haiti kam, sucht auch Jooly den Kontakt zu Hilfsgruppen und lernt dabei Craig kennen, der Seifen unter der notleidenden Bevölkerung verteilt. Wenig später lernt sie Rafael kennen, beide Männer wollen ihr bei der Suche nach Joolys Leiche helfen, doch es gibt Spannungen.... Sonnentau ist ein sehr intensives Buch und bestimmt keine Geschichte, die man mal schnell nebenbei lesen kann. Die Armut, das Drama der Bevölkerung, die Korruption und das politische Machtgerangel schildert der Autor eindringlich. Es wird an mehreren Stellen bewusst, dass Hilfen zu großen Teilen nicht bei der notleidenden Bevölkerung landen, sondern verschoben werden, das Geld bleibt bei den Machthabern hängen. Was bleibt ist ein sehr ernüchterndes Bild über Spenden und Hilfsorganisationen und ein deprimierender Eindruck der Zustände in Haiti. Die Story erfährt man aus verschiedenen Blickwinkeln und bekommt dabei einen umfassenden Einblick der Situation in der Stadt. Lange ist nicht klar wie die einzelnen Stränge zusammenlaufen und was hinter der Geschichte um Jooly steht. Je weiter die Geschichte schreitet, desto mehr fügen sich die einzelnen Stränge zusammen. Die Auflösung konnte mich überraschen! Fazit: Ein sehr gut geschriebenes Buch mit einer komplexen Story, die man konzentriert verfolgen muss. Packend, spannend mit einer toughen Protagonistin. Ein Buch abseits des Mainstreams das einen guten Blick hinter die Kulissen bietet.

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