Kai Meyer Der Kreuzworträtsel-Mörder

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Inhaltsangabe zu „Der Kreuzworträtsel-Mörder“ von Kai Meyer

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Weniger Rätsel, trotzdem im klassischen Dan Brown-Stil spannend.

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  • Traurige DDR Geschichte....faszinierende Ermittlungsarbeiten

    Der Kreuzworträtsel-Mörder

    lievke14

    14. September 2017 um 10:44

    Der Kreuzworträtselmord ist wohl der bekannteste Kriminalfall in der DDR-Geschichte und interessiert mich seit vielen Jahren, schon allein deshalb, weil ich direkt um die Ecke wohne. An einem kalten Januartag 1981 verschwindet in Halle-Neustadt ein kleiner Junge spurlos. Der siebenjährige Sven (Name geändert) ist nicht von einem Kinobesuch nach Hause gekommen. Schnell wird eine großangelegte Suchaktion gestartet. In der grauen tristen Plattenbausiedlung gibt es viele Möglichkeiten, wo sich kleine Kinder verstecken können. Nach 14 Tagen allerdings wird auf der Bahnstrecke Halle-Leipzig ein Koffer mit der Leiche des Jungen gefunden und einer Unmenge von Zeitungen mit ausgefüllten Kreuzworträtseln. Ein Drama in der DDR, einem sozialistischen Staat, in dem solchartige Gewalttaten eigentlich nicht existent waren und deshalb ungern an die Öffentlichkeit getragen wurden. Viele Anhaltspunkte hatten die Ermittler nicht….den Koffer….und die Kreuzworträtsel….mehr gab es nicht. Aus diesem Grund wurde den Polizeibeamten schnell klar: der Täter kann nur über die Kreuzworträtsel ermittelt werden. Und damit wurde eine Suchaktion eingeleitet, die in ihrer Art und ihrem Umfang einzigartig war in der Geschichte der  deutschen Kriminalistik. Man ging davon aus, dass der Schreibverursacher der besagten Kreuzworträtsel möglicherweise der Täter oder mit diesem in Verbindung zu bringen sei und wenn dies nicht zutrifft, dann ggf. der Suchumfang auf ein bestimmtes Gebiet von Halle und Umgebung eingeengt werden könnte. Monatelang klingelten Polizisten und Helfer an den Wohnungen in Halle-Neustadt und forderten Schreibleistungen ein, um diese mit den vorliegenden Buchstaben in den Rätseln zu vergleichen. Insgesamt über 500.000 Schriftproben wurden geprüft und nebenbei andere Dokumente und Unterlagen in die Untersuchung mit einbezogen (70.000  Personalakten aus den Großunternehmen Buna und Leuna, 250.000 Meldeepapiere, 95.000 Telegramme u.a.). Ein unvergleichliches Unternehmen….nervenaufreibend und im Vorfeld eigentlich schon zum Scheitern verurteilt. Aber 10 Monate nach Beginn der Emittlungen fand sich tatsächlich eine Spur…. Der Täter wird gefasst....eine kleine Sensation! Die beharrliche Suche nach den richtigen Buchstaben....wer hätte tatsächlich geglaubt, das sie zum Erfolg führen wird? Wahre Kriminalfälle sind immer besonders spannend und tragisch zu gleich. Dieser Fall ist vielen ehemaligen DDR Bürgern gut bekannt, wurde dieser durch seine besondere Art der Auflösung bereits zu DDR Zeiten in der Öffentlichkeit bekannt. Ich kenne den Fall gut, habe mich bereits vorher schon mehrfach eingehend mit dieser Geschichte beschäftigt. In dem Buch von Kai Meyer wird der Fall in Romanform verarbeitet mit geänderten Namen der beteiligten Personen. Damit bekommt das Buch einen unterhaltenden Aspekt, verliert jedoch nicht an Authentizität. Der Autor erzählt seine Geschichte genauso, wie sie sich zugetragen hat. Dabei unterschlägt er auch nicht die einengenden und doktrinären Verhältnisse in der damaligen DDR. Die Ermittler der Volkspolizei waren eng an die Vorgaben der Staatssicherheit gebunden und trafen in den eigenen Reihen häufig auf Widerstand seitens der Vertreter des Staates. Ein unbedachtes Wort konnte sofortige gravierende Folgen für die berufliche Laufbahn  und das private Leben nach sich ziehen. Der Blick des Lesers wird aber auch auf die Persönlichkeit des Täters gelenkt. Dieser wird aus der Sicht seiner damaligen Freundin beschrieben und man begleitet ihn auch während der Gerichtsverhandlung 1982 und den nachfolgenden Verhandlungen nach der Wende, als der Fall gemäß dem bundesdeutschen Recht nochmals aufgerollt wurde. Ein sehr lesenswertes Buch, das man mit einem beklemmenden Gefühl verlässt. Die Geschichte berührt und fasziniert im gleichen Augenblick. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.

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