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StefanBommeli

vor 2 Wochen

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Die Krone der Sterne ist zunächst einmal ein solide geschriebenes Buch, das facettenreiche Bilder und turbulente Action-Szenen gekonnt zu vermitteln weiss. Das Buch ist im positiven Sinne bunt und zeichnet sich durch seine heitere Vielfalt und seinen schillernden Ideenreichtum aus. Recht eigenwillig ist allerdings, dass Sci-Fi-Elemente hemmungslos mit Mittelalter-Versatzstücke gemischt werden: Schwarze Löcher, Raumschiffe und Kampfroboter tummeln sich zusammen mit Hexen, Piraten, Marken und Baronien, Paladinen, Gekreuzigten, Winkingerzwergen, Pilgerpfaden, Musen, Totems und Kathedralen. Für meinen Geschmack zu viel Zusammengeklebtes, manchmal wirkt das ganze sogar richtig trashig (wenn das die Absicht des Autors gewesen wäre, könnte das sogar funktionieren, es ist aber nicht durchgezogen). Seltsam finde ich, dass der Autor offenkundig souverän schreibt, die Dialoge allerdings mehrheitlich superflach ausfallen – Sprüche wie aus einem B-Movie. Überhaupt sind die Hauptfiguren zwar plastisch gezeichnet, bleiben aber stets in der gleichen Schublade und gewinnen kaum Tiefe. Dabei bietet das Buch einige Gänsehaut-Momente – die Stille, die träumende Gottkaiserin, Kranit gefangen im Container mit Maske –  die aber in vorschnellen Tumulten geopfert werden. Obschon das Buch am Schluss auf Teil 2 steuert, war bei mir die Lust zum Weiterlesen ermattet.

Autor: Kai Meyer
Buch: Die Krone der Sterne
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