In "Die Evolution der Gewalt. Warum wir Frieden wollen, aber Kriege führen" werden wir zum Ursprung der Gewalt von Mensch und Tier mitgenommen, woher Gewalt kommt und wie sie schliesslich organisiert und zu Kriegen werden kann. Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich mit der Natur des Menschen bzw. inwiefern bei Menschen und ihren tierischen Verwandten Gewalt etwas Natürliches ist. Besonders interessant sind die Unterschiede zwischen Schimpansen und Bonobos, und wie es kommt, dass die einen gewaltbereiter sind als andere. Diese biologischen Beobachtungen werden auf Menschen übertragen, allerdings vorsichtig und abwägend genug um nicht stumpf zu verallgemeinern. In der zweiten Hälfte geht es besonders um die prähistorischen Anfänge der Menschheit und inwiefern Gewalt dort weniger prominent war, als oft angenommen. Die Übergange zur Sesshaftigkeit und die damit einhergehenden Veränderungen in der Lebensweise und den Rahmenbedingungen der menschlichen Gesellschaften werden gut und verständlich gezeigt. Schön ist auch, wie an vielen Stellen verschiedene Theorien dargestellt und miteinander verglichen werden, z.B. warum sich Staaten gebildet haben (Wissens- und Handelskontrolle vs. bürokratische Organisation vs. Caging) und inwiefern sich diese Theorien ergänzen können. Die Entwicklung von Staaten ist zwar gut beschrieben, aber wie genau die Organisation von Gewalt aussieht, hätte gerne noch mehr beschrieben werden können, also z.B. wie genau Soldaten gezüchtet werden und wie sie auf Gewalt oder Krieg getrimmt werden.
Insgesamt ist das Besondere an dem Buch die oben beschriebene anthropologische Mischung und die zwar wissenschaftliche, aber trotzdem sehr unterhaltsame Art, wie die Ergebnisse beschrieben wurden.











