Kai Michel

 4,3 Sterne bei 80 Bewertungen

Lebenslauf

Kai Michel, geboren 1967 in Hamburg, ist Historiker und Literaturwissenschaftler. Seine Bücher finden sich regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Mit Carel van Schaik las er die Bibel als ›Tagebuch der Menschheit‹; gemeinsam legten sie mit ›Die Wahrheit über Eva‹ eine preisgekrönte Analyse über die Erfindung der Ungleichheit der Geschlechter vor und erklärten in »Mensch sein«, warum wir eine Existenz im Ausnahmezustand führen. Mit Harald Meller schrieb Michel die Bestseller ›Die Himmelsscheibe von Nebra‹, ›Griff nach den Sternen‹ und ›Das Rätsel der Schamanin‹, mit Harald Meller und Carel van Schaik die ›Evolution der Gewalt‹, das für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war. Er lebt als Buchautor in Zürich und im Schwarzwald.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Im Herzen der Macht (ISBN: 9783423285025)

Im Herzen der Macht

Erscheint am 08.10.2026 als Gebundenes Buch bei dtv Verlagsgesellschaft.

Alle Bücher von Kai Michel

Cover des Buches Die Himmelsscheibe von Nebra (ISBN: 9783548061160)

Die Himmelsscheibe von Nebra

(18)
Erschienen am 31.01.2020
Cover des Buches Das Rätsel der Schamanin (ISBN: 9783499009341)

Das Rätsel der Schamanin

(9)
Erschienen am 18.02.2025
Cover des Buches Das Tagebuch der Menschheit (ISBN: 9783499631337)

Das Tagebuch der Menschheit

(10)
Erschienen am 17.11.2017
Cover des Buches Die Evolution der Gewalt (ISBN: 9783423352635)

Die Evolution der Gewalt

(7)
Erschienen am 29.12.2025
Cover des Buches Die Wahrheit über Eva (ISBN: 9783499000546)

Die Wahrheit über Eva

(7)
Erschienen am 16.08.2022
Cover des Buches Griff nach den Sternen (ISBN: 9783549100271)

Griff nach den Sternen

(4)
Erschienen am 31.05.2021
Cover des Buches Mensch sein (ISBN: 9783498003272)

Mensch sein

(2)
Erschienen am 17.10.2023

Neue Rezensionen zu Kai Michel

Cover des Buches Die Evolution der Gewalt (ISBN: 9783423352635)
S

Rezension zu "Die Evolution der Gewalt" von Harald Meller

Suda
Gute Mischung aus Biologie und Archäologie

In "Die Evolution der Gewalt. Warum wir Frieden wollen, aber Kriege führen" werden wir zum Ursprung der Gewalt von Mensch und Tier mitgenommen, woher Gewalt kommt und wie sie schliesslich organisiert und zu Kriegen werden kann. Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich mit der Natur des Menschen bzw. inwiefern bei Menschen und ihren tierischen Verwandten Gewalt etwas Natürliches ist. Besonders interessant sind die Unterschiede zwischen Schimpansen und Bonobos, und wie es kommt, dass die einen gewaltbereiter sind als andere. Diese biologischen Beobachtungen werden auf Menschen übertragen, allerdings vorsichtig und abwägend genug um nicht stumpf zu verallgemeinern. In der zweiten Hälfte geht es besonders um die prähistorischen Anfänge der Menschheit und inwiefern Gewalt dort weniger prominent war, als oft angenommen. Die Übergange zur Sesshaftigkeit und die damit einhergehenden Veränderungen in der Lebensweise und den Rahmenbedingungen der menschlichen Gesellschaften werden gut und verständlich gezeigt. Schön ist auch, wie an vielen Stellen verschiedene Theorien dargestellt und miteinander verglichen werden, z.B. warum sich Staaten gebildet haben (Wissens- und Handelskontrolle vs. bürokratische Organisation vs. Caging) und inwiefern sich diese Theorien ergänzen können. Die Entwicklung von Staaten ist zwar gut beschrieben, aber wie genau die Organisation von Gewalt aussieht, hätte gerne noch mehr beschrieben werden können, also z.B. wie genau Soldaten gezüchtet werden und wie sie auf Gewalt oder Krieg getrimmt werden. 

Insgesamt ist das Besondere an dem Buch die oben beschriebene anthropologische Mischung und die zwar wissenschaftliche, aber trotzdem sehr unterhaltsame Art, wie die Ergebnisse beschrieben wurden.

Cover des Buches Die Evolution der Gewalt (ISBN: 9783423352635)
Leseluders avatar

Rezension zu "Die Evolution der Gewalt" von Harald Meller

Leseluder
Zeitreise zu den Wurzeln, aus denen die Bestie Krieg erwuchs

In „Evolution der Gewalt“ nehmen uns die Autoren auf eine Zeitreise mit. Die Reise beginnt bei unseren nächsten Verwandten den Schimpansen und Bonobos. Von der Steinzeit über die ersten Hochkulturen bis zur Gegenwart gehen die Autoren der Frage nach, ob der Krieg zur Natur des Menschen gehört.


Spannend fand ich die Erkenntnis, dass der Krieg erst im letzten Prozent der Menschheitsgeschichte Einzug in unsere Lebenswelt fand. Die übrigen 99% sind frei von dem, was man im Allgemeinen unter Krieg versteht.


Viele archäologische Funde sowie Vergleiche mit noch existierenden Jäger- und Sammler-Kulturen deuten darauf hin, dass die meiste Zeit der Menschheitsgeschichte auch die Geschlechter als gleichwertig angesehen wurden und diese sich auf Augenhöhe begegneten. So etwas wie einen „Alpha-Mann“ oder starken Anführer gab es Hunderttausende Jahre lang nicht. Die Autoren legen schlüssig dar, dass die Abwertung der Frauen und die Evolution der Bestie Krieg Hand in Hand gingen.


Wer wissen will, wie der Krieg in die Welt kam und ob Menschen gar nicht anders können, als Kriege zu führen (weil es sozusagen in den Genen liegt), dem sei dieses Buch empfohlen. Mit Blick auf all die Gewalt und die brutal zerstörten Menschenleben macht die Lektüre einerseits traurig. Zugleich gibt sie Hoffnung.



Cover des Buches Die Wahrheit über Eva (ISBN: 9783499000546)
T

Rezension zu "Die Wahrheit über Eva" von Carel van Schaik

toms
Lesenswert

Ein wichtiges und längst überfälliges Buch: van Schaik und Michel zeichnen die kulturelle Entwicklung der Rolle der Frau von der Sesshaftwerdung bis in die Neuzeit nach. Ihr Befund: Nicht die Biologie, sondern kulturelle Prozesse führten zur Unterdrückung von Frauen.


Die Stärke des Buches liegt im roten Faden, der historische, biologische und anthropologische Zusammenhänge zu einer klaren Erzählung verbindet. Zugleich gibt es Schwächen: Schon zu Beginn bauen die Autoren auf einem fragilen Fundament, indem sie einen nur provisorisch gedeuteten ugaritischen Schöpfungsbericht zum Ausgangspunkt machen. Hinzu kommen Wiederholungen, die das Buch unnötig in die Länge ziehen.


Viele Thesen sind plausibel und faktenreich, andere bleiben eher spekulativ. Dennoch gelingt es den Autoren, eine eindringliche Erzählung über die langsame Entstehung der Benachteiligung und Unterdrückung von Frauen zu entwerfen. Ein gutes aber nicht in allen Punkten überzeugendes Buch – weshalb es für mich keine volle Punktzahl bekommt.

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