Kai Strittmatter

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Gebrauchsanweisung für China

Gebrauchsanweisung für China

 (21)
Erschienen am 06.04.2018
Gebrauchsanweisung für Istanbul

Gebrauchsanweisung für Istanbul

 (9)
Erschienen am 01.04.2010
Die Neuerfindung der Diktatur

Die Neuerfindung der Diktatur

 (2)
Erschienen am 15.10.2018
Vorwärts, Genossen!

Vorwärts, Genossen!

 (1)
Erschienen am 01.08.2003
Gebrauchsanweisung für China

Gebrauchsanweisung für China

 (0)
Erschienen am 25.08.2005
Atmen einstellen, bitte!

Atmen einstellen, bitte!

 (0)
Erschienen am 01.08.2001

Neue Rezensionen zu Kai Strittmatter

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Rezension zu "Die Neuerfindung der Diktatur" von Kai Strittmatter

Verklärung und Aufklärung gehen Hand in Hand.
Wedmavor 5 Monaten

Bei diesem Buch bin ich keiner besonders positiven Meinung. Es gibt Pros und Kontras.

Der Autor kennt sich in China und in der Geschichte des Landes offensichtlich aus. Er wirft darauf einen sehr kritischen Blick und formuliert entsprechend unverblümt.

Allerdings gibt es auch Dinge, die meine Begeisterung über dieses Werk sehr in Grenzen hielten, und die mir bis zum Ende des Buches gehörig auf die Nerven gingen. Ich musste oft genug nach nur paar Seiten das Buch weglegen, und mich dann lange motivieren, es wieder aufzunehmen. Dabei bin ich das Sachbücherlesen gewohnt. Großes Interesse am Thema war auch da.

Der lässige Schreibstil, der oft herablassende Ton eines glühenden Anhängers der "westlichen Wertegemeinschaft", der sich für deutlich überlegen hält, da er einem, nach seinem Dafürhalten, besseren gesellschaftspolitischen System angehört, und sich deshalb in der Lage sieht, dort, wo er hinschaut, nach Fehlern zu suchen und diese in aller Schärfe und Häme anzuprangern, solche Dinge waren schon eine Herausforderung. Strittmatter schreibt mit klarer Intention so, dass die Reaktion a lá „Oh Schreck! Wie schlimm!“, bei den Lesern entsteht.

Diese Haltung, „Wir sind die Guten“ (Es ist auch zugleich der Titel eines sehr lesenswerten Buches von Mathias Broeckers und Paul Schreyer, das diese Haltung zwar in einem anderen Zusammenhang, aber prima, den Tatsachen entsprechend, beleuchtet), liest sich zwar eher zwischen den Zeilen heraus, dafür aber sehr deutlich. Ich musste mich in der gesamten Länge wundern, was für eine verklärte Sicht auf den Westen der werte Autor an den Tag legt. (Wer von den Leitmedien erzogen worden ist, dem wird es vermutlich gar nicht auffallen.)

Oft musste ich auch an „Machtbeben“ von Dirk Müller denken, ein sehr lesenswertes Buch übrigens, insb. an folgende Stelle: „Allzu viele glauben noch immer, dass Wirtschaft und Demokratie völlig unbeeinflusst von größeren Interessen einflussreicher Personen und Organisationen ihren demokratischen Gang gehen. Wer davon überzeugt ist, der ist allerdings auch überzeugt, dass Zitronenfalter Zitronen falten…“ Und genauso kam mir der werte Autor vor. Er prangert voller Empörung bestimmte Gegebenheiten in China an, blendet dabei völlig aus, dass es diese im Westen schon längst gibt. Die Chinesen haben das Rad nicht neu erfunden. Viele „schöne Dinge“, i.e. Werkzeuge der autoritären Führung und Massenunterdrückung wurden von den westlichen Plutokraten abgeschaut und, an die lokalen Gegebenheiten angepasst, bei sich eingepflegt. Aber das alles will der werte Autor nicht sehen. Er ist der Meinung, da wird die Diktatur neu erfunden, was man im Titel seines Werkes auch liest.

Jedenfalls, die o.g. Haltung eines Autors, der den Eindruck erweckt, dass er davon überzeugt ist, dass Zitronenfalter Zitronen falten, wirft auch die Glaubwürdigkeitsfragen auf sein ganzes Buch, i.e. wenn es um seine Ausführungen China betreffend geht. Zum Schluss relativiert er mit paar Sätzen diese Haltung. Das nutzt aber wenig, wenn man sich in der gesamten Länge darüber ärgert.

Zudem fehlten mir oft genug an wichtigen Stellen die Quellenangaben. So manche Behauptung blieb für mich kaum nachvollziehbar, da nicht belegt. Da wurde einfach vorausgesetzt, dass man dem Autor glaubt, und damit hatte ich so meine Probleme, s.o. Zitronenfalter.

Wenn man sich das Inhaltsverzeichnis anschaut, klingen die Überschriften interessant. Und ja, diese Themen wurden auch mehr oder minder ausführlich besprochen. Da hatte ich nicht den Eindruck, dass man am Thema vorbeiredet. So manches Grundsätzliches, was z.B. Propaganda und ihre Funktionsweise angeht, ist ganz gut beschrieben worden. Bloß wie gesagt, von solchen Dingen, i.e. Werkzeugen der Plutokraten, um ihre Völker in Schach zu halten, gab es und gibt es reichlich hüben wie drüben, s. z.B. „Warum schweigen die Lämmer?“ von Rainer Mausfeld, „Lügen die Medien?“ Jens Wernicke, „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ von Shoshana Zuboff, „Schönes neues Geld“ von Norbert Häring, „Fassadendemokratie und Tiefer Staat“ von Ulrich Mies und Jens Wernicke.

Nach diesem Muster, das man in diesem Werk vorfindet, hätte man ein Buch über jedes Land der Welt schreiben können.

Fazit: Das WAS ist schon interessant, vorausgesetzt dass man dem Ganzen Glauben schenken kann. An dem WIE hätte man gern noch feilen können.

Wer sich nicht sicher ist, Leseprobe aufmerksam lesen, so in etwa wird es bis zum Ende bleiben.

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Rezension zu "Gebrauchsanweisung für Istanbul" von Kai Strittmatter

'Diese Stadt bläst die Klischees zu Staub [...]'
sabatayn76vor 6 Jahren

Inhalt:

Für seine 'Gebrauchsanweisung für Istanbul' hat Kai Strittmatter allerlei Wissenswertes über die Stadt am Bosporus zusammengetragen. So finden sich Informationen zur türkischen Sprache, zur Geschichte der Stadt, zur Kaffee- und Teekultur, zu Tabak und Speisen, zu Politik und Fußball, zu Literatur und Schriftstellern, zu Winden und den Prinzeninseln, zu Sufismus und Musik, zu Erdbeben, zu Straßenhunden und -katzen.


Mein Eindruck:

Die Fülle der oben erwähnten Themen (wobei meine Liste nicht vollständig ist) zeigt bereits, dass Kai Strittmatter mit seinem Buch ein komplexes Istanbuls zeichnen wollte. Dies ist ihm hervorragend gelungen. Natürlich sind nicht alle Kapitel gleich spannend, aber die Vielfalt der Themen ist wirklich beeindruckend, macht große Lust auf Istanbul und informiert den Leser auf sehr unterhaltsame Art und Weise.

Die Sprache des Buches wirkt, als würde der Autor neben dem Leser in einem Café sitzen und ihm eine Geschichte erzählen. Mir hat diese eher ungewöhnliche Art des Schreibens gut gefallen, denn so wird das Erzählte sehr lebendig geschildert, und die Lektüre macht großen Spaß.

'Gebrauchsanweisung für Istanbul' eignet sich meiner Meinung nach sehr gut zur Reisevorbereitung, wobei das Buch zwar keinen Reiseführer ersetzt, aber Wissen vermittelt, das man in gewöhnlichen Reiseführern vergeblich sucht. Der Autor hat mir wirklich etwas von der Mentalität der Bewohner Istanbuls und von seiner Liebe zur Stadt nahe gebracht und meine Begeisterung geweckt.


Mein Resümee:

Witzig, informativ, unterhaltsam, spannend und lehrreich. Morgen werde ich erstmals die Stadt am Bosporus betreten, und ich fühle mich durch die Lektüre des Buches gut vorbereitet, wurde neugierig gemacht und bin sehr gespannt.


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J

Rezension zu "Gebrauchsanweisung für China" von Kai Strittmatter

Rezension zu "Gebrauchsanweisung für China" von Kai Strittmatter
Jilinevor 8 Jahren

Lustig geschriebene Aufzählung von Marotten, Angewohnheiten, Umgangsformen von Chinesen im eigenen Land. Wer selbst schon in China war wird sicher schon viele Geschichten selbst erlebt haben und schmunzelnd an diese Erlebnisse erinnert werden.

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