Quelle: Verlag / vlb
Darum geht es:
Jan ist gerade fünfzig Jahre alt geworden und lebt mit seiner Frau und den gemeinsamen Kindern in München. Sein Alltag ist geprägt von Verantwortung und einer scheinbaren Zufriedenheit, die kaum Raum für Zweifel lässt. Die Einladung zum 30. Klassentreffen bringt diese Ordnung ins Wanken. Erinnerungen an seine Jugend und an eine frühere Liebe drängen in die Gegenwart. Auf der Suche nach Klarheit macht sich Jan allein auf den Weg in den Norden. Unterwegs gerät er immer wieder ins Stocken, nicht nur durch Pannen, sondern auch durch Gedanken an verpasste Möglichkeiten.
Mein Leseeindruck:
Schon auf den ersten Seiten hat mich der flüssige Schreibstil des Autors abgeholt. Ich war sofort bei Jan und Svenja in München mitten in einem Alltag, der vertraut und geordnet wirkt. Schnell wurde deutlich, dass diese Familie scheinbar alles hat, nur sich selbst nicht mehr richtig spürt.
Die Reise zum Klassentreffen bringt Vergangenheit und Gegenwart zusammen und zwingt Jan, sein Leben, seine Beziehungen und sein Selbstbild zu hinterfragen. Dabei geht es weniger um das Ziel der Reise als um die Frage, zu welchem Mann er geworden ist und was er wirklich will.
Trotz der ernsten Themen wie Familie, Identität und Verantwortung schreibt der Autor mit viel Situationskomik, sodass ich oft schmunzeln musste. Das Ende habe ich so nicht erwartet und genau das hat mir sehr gut gefallen.
Fazit:
4/5 ⭐️ Ein stimmiger und nachhallender Roman über das Leben in der Mitte und darüber, wie wichtig es ist, sich selbst nicht zu verlieren.
Kai ist in seiner Ehe mit Svenja nicht mehr glücklich, der Alltag und die Erziehung der gemeinsamen Kinder haben dazu geführt, dass sie sich auseinandergelebt haben. Die Einladung zum Klassentreffen bringt die Erinnerung an Anja, seine große Liebe aus Schulzeiten zurück und er macht sich auf den Weg, um sie wiederzusehen und hoffentlich zurückzugewinnen. Der Weg dahin (zum Klassentreffen) nimmt den Hauptteil der Geschichte ein und ist mehr als anstrengend. Und das meiste davon hat mit der Geschichte auch gar nichts zu tun, sondern scheint nur dazu zu dienen, uns als Leser den Kopf schütteln zu lassen. Das Ende hat mich mit den konfusen Handlungen ein bisschen versöhnt aber im Endeffekt war das nichts.
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