Kamal Ben Hameda

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Sieben Frauen aus Tripolis

Sieben Frauen aus Tripolis

 (10)
Erschienen am 15.02.2013

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Rezension zu "Sieben Frauen aus Tripolis" von Kamal Ben Hameda

"Die kleinen Dinge sind die Seele des Lebens"
monerlvor 5 Jahren

Klappentext:

Für den libyschen Autor Kamal Ben Hameda war das Tripolis seiner Kindheit eine Stadt der Frauen. Fasziniert lauschte der kleine Junge den Geschichten seiner Mutter und ihrer Freundinnen. Ihre Schicksale waren wie aus Tausend und einer Nachtf: Voll Tragik, Sehnsucht und Geheimnis.

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Meine literarische Reise durch den Orient führte mich natürlich auch, über dieses Buch, nach Libyen.

Ich wollte dieses Buch mögen, ja, sogar lieben, aber ich drang nicht ganz zur Poesie durch. Und irgendwie fühle ich mich enttäuscht über mich selbst. Schwer zu erklären...

Hadachinou, der kleine Junge, der, anstatt mit anderen Kindern zu spielen, sich lieber unter die Frauen mischt, ihnen und ihren Geschichten zuhört, sie gerne begleitet und sich in der eher sanften Gesellschaft der Frauen wohl fühlt. Denn sie streiten nicht über Politik oder Religion, nein, sie erfreuen sich am Frau-sein oder ertragen ihre Leiden, so, wie es sich für Frauen in diesen Ländern gehört.

"Du musst dich mit einfachen Dingen beschäftigen, die du liebst, setz dir ein Ziel. Die kleinen Dinge sind die Seele des Lebens; die kleinen Ereignisse, die niemand beachtet..."

"Ohne diese Augenblicke vertrauensvoller Hingabe wären sie [die Frauen] vor Kummer längst vertrocknet oder ... hinter ihren Töpfen verpufft."

Diese beiden Zitate sollen beispielhaft für die schöne Sprache des Autors dienen. Es ist Poesie, keine Frage! Vermutlich bin ich aber durch die Kürze des Buches, auf dem Weg dortin, einfach steckengeblieben. Ich fühle die Angst, die Unterdrückung, die Einsamkeit, den Schmerz aber auch die Freude, die Tapferkeit und auch die Heiterkeit der Frauen. Aber ich hätte sie wohl gerne intensiver begleitet. Ich hätte sehr gerne mehr erfahren wollen von den Frauen und der Stadt aus der Kindheit des Autors.

Trotz meines Hin-und-Her-Gefühls für dieses Buch, ich empfehle es weiter. Lest es - und dringt durch zu Tripolis aus Tausend und einer Nacht!
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http://monerls-bunte-welt.blogspot.de/2015/03/buchvorstellung-sieben-frauen-aus.html?view=timeslide

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Rezension zu "Sieben Frauen aus Tripolis" von Kamal Ben Hameda

Rezension zu "Sieben Frauen aus Tripolis" von Kamal Ben Hameda
sabatayn76vor 6 Jahren

'[...] denn wer einmal die Luft von Tripolis geatmet hat, wird nie mehr der Versuchung widerstehen können, dorthin zurückzukehren'

Inhalt und mein Eindruck:
Kamal Ben Hameda berichtet in 'Sieben Frauen aus Tripolis' vom Leben in der libyschen Hauptstadt, von unterdrückten Ehefrauen und Gewalt in der Ehe, doch auch von Lebenslust und Sinnlichkeit. Er entwirft so auf wenigen Seiten ein komplexes Bild der libyschen Gesellschaft, erzählt anhand von Geschichten der Mutter des Ich-Erzählers und ihren Freundinnen von eingeschränkter und von ausgelebter Freiheit, vom langsamen Ausbrechen aus patriarchalen Strukturen.

Die Beschreibungen des Autors sind dabei detailliert, die Sprache poetisch, die Schilderungen beinahe märchenhaft. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass der Roman etwas ausführlicher wäre, denn bei der Kürze fand ich es schwierig, mich ganz auf die Geschichte einzulassen und richtig in die tripolitanische Welt einzutauchen.

Mein Resümee:
Ein Autor, den man sich merken kann. Eine schöne und bewegende Geschichte, die Einblicke in eine andere Welt bietet.

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Rezension zu "Sieben Frauen aus Tripolis" von Kamal Ben Hameda

Rezension zu "Sieben Frauen aus Tripolis" von Kamal Ben Hameda
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren

Das Jahr 2011 neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu - und es gibt wahrlich viele große Ereignisse, die uns aus diesem Jahr in Erinnerung bleiben werden. Untrennbar mit 2011 verbunden sind sicherlich die Revolutionen im arabischen Raum und nicht zuletzt der Sturz des Gaddafi-Regimes mit Hilfe des internationalen Militäreinsatzes in Libyen.
Daher freute ich mich besonders, als ich vom Graf Verlag das Rezensionsexemplar zu "Sieben Frauen aus Tripolis" zugeschickt bekam.

Autor Kamal Ben Hameda schildert hier das Tripolis seiner Kindheit, was er sehr stark mit der Rolle der Frau verbindet. Ehemänner tauchen nur am Rande auf und so wird auch der Vater selbst kurz beschrieben als gläubiger Mann, der häufig betet und in die Moschee geht.

Tripolis selbst ist bunt gewürfelt, überal wimmelt es von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Glaubensrichtungen, der Duft von Gewürzen hängt in der Luft und die gleißende Hitze erschwert oftmals den Alltag. Mitten drin lebt "Hadachinou" (bisher hab ich die Bedeutung dieses Kosenamens leider noch nicht ausfindig machen können) zwischen seiner Mutter und ihren Freundinnen und im Gegensatz zu unserem westlichen Verständnis beschreibt er die Frauen seines Lebens als überaus starke Personen. Natürlich haben die Frauen eine dem Mann untergeordnete Rolle inne, doch unter sich erfährt Hadachinou, was in den Frauen wirklich vorgeht, was für ein Bild sie sich von den Männern machen und wie ungerecht viele Männer mit ihren Frauen umgehen. Und so zeigt uns Hameda einmal die andere lebensfrohe und doch wirklich bunte Seite Tripolis.

Mein Fazit:
Ich hab es genossen, endlich einmal ein Buch aus einer anderen Perspektive zu lesen. Und auch wenn die Hintergründe und Lebenswege der Frauen alles andere als schön sind und sie unterschiedlich tragische Schicksale erleiden, so kommt bei der Lektüre nie das Gefühl auf, dass die Frauen sich aufgeben. Nein der Blick ist nach vorne gerichtet und unter sich können sie ihr Leben in vollen Zügen genießen. Anders als vielleicht erwartet schicldert Hameda keine dunkle triste Welt in Tripolis, sondern begeistert einen von den starken Frauen.
Und man spürt bereits, dass Hadachinou mit einem ganz anderen Rollenverständnis aufwächst.

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