Kamel Daoud

 3,2 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Der Fall Meursault - eine Gegendarstellung, Zabor und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Offen und ehrlich: Kamel Daoud, geboren 1970 in Algerien, studierte Mathematik und Literatur, als Einziger in seiner Familie besuchte er die Universität. Ab 1994 begann er, bei der französischsprachigen Zeitung Le Quotidien d’Oran zu arbeiten und war mehrere Jahre lang als Chefredakteur dort tätig. Zu dieser Zeit schrieb er sein erstes Buch, „Raina raïkoum“, eine Zusammenstellung seiner bisherigen Texte, und prägte seine zynische Haltung gegenüber verschiedenen kritischen Themen wie algerischen Machthabern aus. Mit seinen Büchern hat sich Daoud auch in Deutschland einen Namen gemacht. Er lebt heute in Oran, hat zwei Kinder, ist aber nicht mehr verheiratet.

Alle Bücher von Kamel Daoud

Cover des Buches Der Fall Meursault - eine Gegendarstellung (ISBN: 9783462050608)

Der Fall Meursault - eine Gegendarstellung

(12)
Erschienen am 17.08.2017
Cover des Buches Zabor (ISBN: 9783462052022)

Zabor

(2)
Erschienen am 07.03.2019
Cover des Buches Meine Nacht im Picasso-Museum (ISBN: 9783462053319)

Meine Nacht im Picasso-Museum

(1)
Erschienen am 20.08.2020
Cover des Buches Huris (ISBN: 9783751810319)

Huris

(1)
Erschienen am 28.08.2025
Cover des Buches Meursault, contre-enquête (ISBN: 9782330064488)

Meursault, contre-enquête

(1)
Erschienen am 04.05.2016
Cover des Buches Meursault, contre-enquête: Roman (ISBN: 9782073007278)

Meursault, contre-enquête: Roman

(1)
Erschienen am 08.06.2023
Cover des Buches Houris: Prix Goncourt 2024 (nrf) (ISBN: 9782072999994)

Houris: Prix Goncourt 2024 (nrf)

(0)
Erschienen am 15.08.2024

Neue Rezensionen zu Kamel Daoud

Cover des Buches Meursault, contre-enquête: Roman (ISBN: 9782073007278)
Fauns avatar

Rezension zu "Meursault, contre-enquête: Roman" von Kamel Daoud

Faun
Überschätzt

Der französisch schreibende algerische Autor Kamel Daoud (geboren 1970) arbeitete lange als Journalist für den Quotidien d’Oran und andere Zeitungen. Für seinen ersten Roman, „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“, der in mehr als 30 Sprachen übersetzt und von der Kritik gefeiert wurde, erhielt er u.a. den Prix Goncourt für ein Romandebüt. Die Hauptfigur des Romans, aus deren Sicht erzählt wird, ist der Bruder jenes Arabers, der im Jahr 1942 von Meursault, dem Protagonisten aus Albert Camus Erzählung „Der Fremde“, erschossen wurde. Der Ermordete erhält einen Namen und die Geschichte seiner algerischen Familie wird erzählt. - Mit einer „Gegendarstellung“ hat das überhaupt nichts zu tun, das ist einfach nur mal wieder ein falsch übersetzter Buchtitel (im Original: „Meursault, contre-enquête“, was soviel heißt wie Gegenermittlung im Sinne eines Neuaufrollens des Falls; so gibt es im Buch auch einen „enquêteur“, also einen Ermittler). Das Buch hat zwar sprachlich Einiges zu bieten, ist aber trotzdem hinsichtlich seiner Idee misslungen, denn auf den tieferen Sinn des genialen Werks von Albert Camus geht Daoud überhaupt nicht ein. Offenbar wurde sich lediglich an ein berühmtes Buch angehangen, um Aufmerksamkeit zu erhalten, was offensichtlich vollkommen gelungen ist.

Cover des Buches Huris (ISBN: 9783751810319)
Z

Rezension zu "Huris" von Kamel Daoud

zuppi
Der Wert des Lebens einer Frau

Algerien. Vor Jahrzehnten wurde der Krieg gegen die Franzosen erfolgreich geführt. Vor weniger langer Zeit herrschte 10 Jahre lang Bürgerkrieg. Im ersten Krieg gab es Helden, im zweiten Opfer, an die nicht erinnert werden kann. Aube zeugt jedoch von den Verbrechen: Eine lange Narbe prangt an ihrem Hals.

Der Bürgerkrieg hat Aube nicht nur ihre Familie, sondern auch ihre Stimme geraubt. Doch sie hat eine starke innere Stimme. Voller Worte und Poesie. Diese Worte richtet sie an ihr ungeborenes Kind. Doch um alles erklären zu können muss sie sich der Vergangenheit stellen.

"Huris" - die Jungfrauen im Paradies. So spricht Aube ihr Kind an. Und erklärt ihm, dass das Leben für Frauen in Algerien stattdessen die Hölle ist.

Das Buch ist reich an Poesie durch die kraftvolle innere Stimme der Protagonistin. Ich fürchte allerdings, dass das in der Deutschen Übersetzung nicht so stark vermittelt werden kann, wie im Französischen Original. Das letzte Drittel war eine Herausforderung für mich. Denn plötzliche Sprünge zwischen Handlungen und Personen haben mich von der eigentlichen Geschichte entfernt. Dran bleiben lohnt sich aber, das Ende entschädigt für den schwächeren Teil.

Cover des Buches Der Fall Meursault - eine Gegendarstellung (ISBN: 9783462050608)
D

Rezension zu "Der Fall Meursault - eine Gegendarstellung" von Kamel Daoud

Dirk_Walther1
Durchaus interessante und wichtige Auseinandersetzung mit Der Fremde.

Durchaus interessante Auseinandersetzung mit "Der Fremde" von Albert Camus. Denn dass der "Araber" namenlos - und damit die Tat der Zerstörung menschlichen Lebens belanglos - geblieben ist, war mir beim Lesen von "Der Fremde" durchaus aufgefallen. Auch wenn das natürlich genau Teil der philosophischen Aussage Camus' ist (Bedeutungslosigkeit menschlicher Existenz) ist, ist durchaus zu fragen, ob hier auch ein kolonial geprägter Blick zusätzlich mitschwingt. Allerdings kommt es bei weitem nicht an die Tiefe von Camus Text heran, und das fortwährende Klagen über die Nichtbeachtung ist etwas ermüdend. Etwas Dynamik entwickelt sich, wenn der Held nun wiederum selber zum Täter wird.

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Zusätzliche Informationen

Kamel Daoud wurde am 17. Juni 1970 in Mesra (Algerien) geboren.

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