Kamila Shamsie Die Straße der Geschichtenerzähler

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Inhaltsangabe zu „Die Straße der Geschichtenerzähler“ von Kamila Shamsie

Ein reicher, sinnlicher Roman über eine junge Engländerin, die 1914 zu Ausgrabungen nach Labraunda reist und dort dem Archäologen Tahsin Bey begegnet. Ein Roman voller Exotik, eine Liebesgeschichte, die sich vor dem Hintergrund antiker Ausgrabungen und den Wirren des Ersten Weltkriegs entfaltet. Juli 1914. Vivian Rose Spencer hastet über die antiken Pflastersteine den Hang hinauf, unter Feigen und Zypressen hindurch, und stolpert fast unversehens in ihre erste Entdeckung. Tahsin Bey, ein Freund ihres Vaters, hat sie eingeladen, an den Ausgrabungen von Labraunda teilzunehmen. An diesem sagenhaften Ort, in dem strahlenden Licht Kariens lässt sie die strengen Konventionen ihrer Heimat weit hinter sich und wird auch Tahsin Bey auf ganz neue Weise begegnen. Juli 1915. Der junge Paschtune Qayyum Gul kehrt verwundet aus dem Krieg zurück; Vivian folgt einer Spur ihres verschwundenen Geliebten. In einem Zug nach Peschawar treffen die beiden aufeinander, nicht ahnend, dass ihre Geschicke sich auf immer verbinden und sie eines Tages, in der Straße der Geschichtenerzähler, wieder zusammenführen werden. Kamila Shamsie hat einen fesselnden Roman über Liebe und Verrat, über Unterdrückung und das Streben nach Freiheit, geschrieben. Voll sinnlicher Details – die blühenden Gärten Peschawars, der Geruch nach Tabak, Erde und Feigen – ist »Die Straße der Geschichtenerzähler« ein Stück erfahrbare Geschichte, ein leidenschaftlicher, dringlicher Roman.

Das Buch konnte mich leider nicht fesseln, obwohl das Thema interessant war.

— Felidae65

Sie verwebt die Leben ihrer Protagonisten mit der Weltgeschichte. Wieder einmal wird klar, dass alles mit allem zusammenhängt.

— Helen13

Ein grandios beschriebenes Stück Weltgeschichte!

— BettinaR87

Der Schreibstil der aus Pakistan stammenden Autorin ist reich an Beschreibungen und das Buch liest sich flüssig.

— buchernarr

Ich würde das Buch jedem weiterempfehlen der in eine Vergangenheit eintauchen will in der der osmanische Duft herscht

— eleisou

Die junge Britin Vivian findet in Indien nur scheinbar ihr Glück wieder....

— kassandra1010

Wow! Ich brauchte etwas um hinein zu kommen, aber dann hat es mich mitgerissen, gefesselt und berührt.

— vielleser18

Ein besonderer historischer Roman, anspruchsvoll und intensiv wird über die Kolonialzeit Englands und damit verbundene Schicksale erzählt

— hannelore259

Es ist ein außergewöhnliches Buch mit politischen Aspekten und einer überzeugenden und fesselnden Zeitgeschichte, die zum Nachdenken anregt.

— BuchNotizen

Fremde Kulturen, Indien vor der Unabhängigkeit und eine starke Frau außerhalb der Konventionen der Zeit.

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    Die Straße der Geschichtenerzähler

    Helen13

    04. September 2016 um 21:42

    Die Kurven dieser langen Straße am Hindukusch scheinen unendlich – sie führen von Skylax von Karien im frühen 6. Jahrhundert vor Christus und König Darius von Persien, die den Lauf des Indus erkundeten bis in die Zeit des englischen Empire in den Ersten Weltkrieg und danach. Sie ist voller Geschichten, die Kontinente umspannen und unterschiedlichste Menschen miteinander verbinden. Die Gegend ist reich an Schätzen, von ihnen umgeben lebt hier das 15 Millionen Volk der Pathanen, die Heiligtümer aus buddhistischer, hinduistischer und muslimischer Tradition sind die Kulisse ihres Daseins., Die Suche nach einem besonderen Schatz, dem Stirnreif des Skylax, wird ein zentrales Thema dieser Geschichte. Die Straße der Geschichtenerzähler in Peshawar, gleichzeitig einer der Orte und Titel dieses Romans ist ihr Schlüssel, erzählt kunstvoll von Kamila Shamsie in Vor- und Zurückblenden. Sie verwebt die Leben ihrer Protagonisten mit der Weltgeschichte. Wieder einmal wird klar, dass alles mit allem zusammenhängt. Karien, in der Türkei ist der Anfang, dort nimmt die Engländerin Viviane Spencer an Ausgrabungen teil. Für immer wird sich ihr Leben verändern, nichts ist wie es scheint und nichts bleibt, wie es ist. Der Erste Weltkrieg schneidet roh den Faden ab, der sie mit ihrem geliebten Freund und Mentor verbindet. Dieser Krieg schleudert sie in die Welt der Schlachten und Lazarette. Blut und Schmerzen der Soldaten in diesem grausamen Krieg werden ihr tägliches Dasein. Hier erleben wir, mit welchen Mitteln England seine eigenen Soldaten schonte und dafür Menschen aus ihren Kolonien als „Kanonenfutter“ einsetzte. In diesem Krieg waren es Inder, die kämpften, ihr Leben verloren oder für immer entstellt ein neues Leben begannen. All dies erzählt Shamsie aus verschiedenen Perspektiven ihrer Protagonisten. Die Geschichten in dieser Geschichte scheinen unendlich, die Ereignisse turbulent, der menschliche Faktor verschwindend klein im riesigen Weltentanz und doch das Zentrum. Im großen Finale der Geschichte entschlüsselt sich uns der Sinn dieses Romans um Liebe, Archäologie, Kolonialgeschichte und Vernetzungen verschiedener Geschichten aus der Vorzeit, die in einem Zusammenhang stehen, der ganz besonderer Menschen bedarf, um ihn zu finden und zu entschlüsseln.

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  • Ein Stück Weltgeschichte

    Die Straße der Geschichtenerzähler

    BettinaR87

    18. July 2016 um 15:38

    Vivian Rose ist ein Produkt ihrer Umwelt: Anfang des 20. Jahrhunderts wächst sie in England heran. Ihre Mutter ist - typisch weiblich - sehr zurückhaltend, der Vater wider Erwartens gesellschaftlichen Entwicklungen positiv gegenüber eingestellt. Das heißt für die junge nichts anderes, als dass sie im Alter von 23 Jahren allein zu einer Gruppe internationaler Archäologen stoßen darf, um in der Region Peschawar aktiv mit zu graben. Mit von der Partie ist ein enger Freund ihres Vaters, Tahsin Bey. Der Türke und das Mädchen entwickeln allmählich eine zarte Zuneigung zueinander - da reisst der Erste Weltkrieg die beiden auseinander. Vivian begeht einen kradinalen Fehler und verliert Tahsin aus den Augen. Ihr eigenes Leben spült sie zurück an die Küsten Englands, wo sie gemeinsam mit anderen Frauen ihren Weg als Krankenschwester geht. Diese Zeit wühlt sie so sehr auf, dass sie der Kriegsmaschinerie entfliehen möchte - und reist kurzerhand zurück nach Peschawar (im heutigen Pakistan). Dort sucht sie an Tahsins Stelle nach einem legendären Silverreif des Skylax, stattdessen trifft sie vor allem erst einmal auf Najeeb. Der kleine junge ist ein nuegieriges, unbeschriebenes Blatt und sie beginnt, ihn in Archäologie und Altertumsgeschichte zu unterrichten. Seiner Familie und vor allem seinem großen Bruder passt das aber nicht. Denn der kam gerade erst mit einem Auge weniger auf dem Weltkrieg zurück nach Hause und hat genug Probleme, sich wieder einzufinden in seinen Alltag.  Alle drei Schicksale der so unterschiedlichen Charaktere sind untrennbar miteinander verbunden - selbst, als sich Indien/ Pakistan auf den Weg zu seiner politischen Unabhängigkeit von den Briten macht und Blut in Strömen fließt ...Die KritikFas Fazit vorab: Grandios, wirklich! Der Autorin ist ein super einfühlsames Buch gelungen, das die großen Themen wie Liebe, Krieg, Freundschaft und Gesellschaft in sich vereint - und nebenher den Leser in einem wichtigen Stück Weltgeschichte und -politik weiterbildet. Die Seiten fliegen nur so aus den Händen und man hat das Gefühl, neben Vivian Rose zu stehen und alles mitzuerleben. Klitzekleines Manko: Es ist ein klassischer Fall von „irreführender Klappentext“ – oder vielleicht habe ich das mit der „Geschichte einer großen Liebe“ falsch interpretiert. Der Mann, auf den es sich beziehen könnte, verschwindet im Verlauf von der Bildfläche. Oder ist die Liebe zur Freiheit gemeint, die Indien vor dem Zweiten Weltkrieg erschüttert und die Engländer vertreibt? Oder ist es die Liebe zur Vergangenheit, die Archäologen antreibt? Ich hätte auf die Liebe zwischen zwei Menschen getippt und sehe diesen Aspekt nicht in der sonst wirklich stark erzählten Geschichte. Kamila Shamsie ist eine prägnante Erzählstimme, die mit einer jungen, unerfahrenen Hauptperson beginnt – die noch dazu aus der herrschenden Klasse stammt. Was sie aber eigentlich erzählt, ist die Geschichte des Landes Pakistan. Genauer gesagt der Region und Stadt Peschawar, das damals noch zu Indien gehörte und in den Jahren dieses Buches unter der Herrschaft der Engländer stand. Das ist ein exzellenter Kniff, denn so kann sich der Leser mit der Hauptperson weiterentwickeln. Auch wenn die Personen bis auf historische Größen wie Alexander fiktiv sind, bietet das Buch einen exzellenten Einblick in einer literarisch bisher sehr wenig verarbeitete Region unserer Erde. Wenn wir mal ehrlich sind: Alles, was wir über Pakistan wissen ist das, was die Medien in Verbindung mit Terror darüber schreiben. Vielleicht war es so nicht beabsichtigt, aber die Autorin stellt uns damit ganz schön vor unser Spiegelbild. Und es ist kein schönes Bild, das uns da entgegen blinzelt.Ich bin ganz hin und weg!

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  • Die Straße der Geschichtenerzähler

    Die Straße der Geschichtenerzähler

    buchernarr

    26. June 2016 um 12:19

    Der Archäologe Spencer liebt seinen Beruf über alles aber genauso liebt er seine einzige Tochter Vivian. Deshalb weiht er sie früh in seine Wissenschaft ein und erlaubt der inzwischen Historikerin und Ägyptologin Viv an einer Ausgrabungsstätte in Labraunda teilzunehmen. Dies aber auch nur weil sie sich unter der Obhut seines besten Freundes, des Archäologen Tahsin Bey, befindet. Der deutlich ältere Mann imponiert der jungen Vivian und sie beginnt Gefühle für ihn zu entwickeln. Zu einer Beziehung kommt es jedoch nicht weil der erste Weltkrieg sie beide trennt. Vivian kehrt nach England zurück und arbeitet dort als Krankenschwester. Aus Loyalität ihrem Vaterland gegenüber aber auch aus Naivität begeht sie einen Verrat mit schwerwiegenden Folgen auch für Tahsin. Im Zug nach Peschawar trifft sie auf den jungen Soldat Qayyum Gul. Er teilt auch ihre Liebe zur Archäologie und ihr Schicksal verbindet sich durch dieses Treffen. Ob Vivian dieses Mal die Liebe finden wird? Der Schreibstil der aus Pakistan stammenden Autorin ist reich an Beschreibungen und das Buch liest sich flüssig, auch wenn es nicht zu den einfachen Büchern gehört die man so nebenbei liesst (was natürlich gut ist). Ich habe einiges dazugelernt und fand mich in einer vergangenen Zeit zurückversetzt. Das Cover und die Aufmachung des Buches passen sehr mit der Geschichte zusammen. Alles in allem sehr lesenswert.

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  • Die Straße der Geschichtenerzähler

    Die Straße der Geschichtenerzähler

    eleisou

    23. June 2016 um 22:59

    Die Geschichte des Romans fängt im Sommer 1914 an, wo die junge Britin Vivian die Erlaubnis von ihrem Vater bekommt an einer Ausgrabung in Karien teilzunehmen wobei sein bester Freund, der über 50-jährige Tahsin Bey die Fürsorge für sie tragen soll. Diese besonderen Freiheiten genießt sie als Frau ihrer Zeit nur, weil ihr Vater keinen Sohn hat und ihr solche Erxtreme erlaubt. Tahsin Bey auf der anderen Seite hat sein Leben der Suche nach dem sagenumwobenen silbernen Stirnreif des Skylax gewidmet und Vivian stürzt sich enthusiastisch auf die Ausgrabungen und verliebt sich unverhofft in den Mann der sie so sehr beeindruckt. Doch alles nimmt einen ganz anderen Lauf als der erste Weltkrieg ausbricht und ihre Liebe, trotz der Erwiderung ihrer Gefühle von Tahsin, unerfüllt bleibt. Beide müssen sich vorerst von ihrer großen Liebe, der Archäologie, trennnen. Vivian hilft als Krankenschwester ihrem Vaterland und reist gleich darauf nach Britisch-Indien wo sie sich erneut verliebt. Diesmal ist der junge Najeeb Gul Ziel ihres Herzens aber auch hier gibt es kein Happy End. In Laufe ihres Lebens kommen noch weitere Begegnungen, mehr oder weniger wichtiger Personen auf sie zu, wobei die naive Viv ihren eigenen Weg zur Reife und Selbstachtung finden muss. Die Autorin behält den ganzen Roman über einen sehr bildreichen Erzählstil, der keineswegs schleppend noch langatmig wirkt. Ich habe es genossen über die Landschaften, die alte Stadt Peschawar und die Ausgrabungsstätten zu lesen und fühlte mich in die Szenen hineinversetzt. Ich würde das Buch jedem weiterempfehlen der in eine Vergangenheit eintauchen will in der der osmanische Duft herscht gepaart mit Liebe, Verrat und Krieg.

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  • Ihr lebt in eurer Geschichte, wir in unserer.

    Die Straße der Geschichtenerzähler

    Jisbon

    20. May 2016 um 18:33

    Zunächst muss angemerkt werden, dass die Geschichte nicht war, was ich aufgrund der Inhaltsangabe auf dem Buchrücken erwartet hätte. Besonders ärgert mich die falsche Information, dass Vivian Tahsin Bey erst bei der Ausgrabung in Labraunda kennen lernen würde - er ein Freund ihres Vaters und kannte sie, seit sie ein kleines Kind war, was auch so im Klappentext steht. Es ist nur eine Kleinigkeit, die keine wirkliche Konsequenz für die Handlung hat, aber ich frage mich wirklich, wie solche Fehler in der Inhaltsangabe passieren können.Auch die angekündigte Geschichte einer "großen Liebe" gibt es nicht. Vivian und Tahsin entwickeln zwar Gefühle füreinander, werden aber durch den Krieg getrennt, bevor sie diese ausleben könnten. Ich will nicht zu viel verraten, aber wer eine romantische Liebesgeschichte vor einem historischen, exotischen Hintergrund erwartet, wäre von diesem Buch sehr enttäuscht. Sie spielt nur am Rande eine Rolle. Viel wichtiger sind die historischen Ereignisse. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit dem Ersten Weltkrieg und der Fokus liegt hierbei auf der Indischen Armee und ihrem Beitrag zum Kampf Großbritanniens. Dies fand ich sehr interessant, da ich bisher nicht viel über die Teilnahme nicht-europäischer Länder am Krieg wusste und ich somit eine „andere“ Seite des ersten Weltkrieges kennenlernen konnte.Shamsie schafft es sehr gut, den Schrecken des Krieges nahezubringen. Vivian, die Protagonistin, arbeitet eine zeitlang als freiwillige Schwesternhelferin und sieht viele Menschen ihren Verletzungen erliegen, während Quayyum Gul (dessen Geschichte auch einen großen Teil der Handlung einnimmt) selbst verwundet wird. Auch nachdem die beiden nach Peschawar reisen und somit den Kriegshandlungen entkommen, spürt man, dass der Krieg noch nicht vorbei ist, sondern sie immer noch verfolgt, nicht loslässt. Die beiden Hauptcharaktere sind sehr unterschiedlich und sich dabei doch ähnlich. Vivian ist zu Beginn unglaublich naiv, sehnt sie sich nach der Anerkennung ihres Vaters und will ihrem Vaterland im Krieg helfen. Quayyum ist stur, seinem Vaterland treu ergeben und davon überzeugt, dass Großbritannien etwas ist, von dem sein Land sich befreien sollte. Beide verändern sich durch den Krieg, machen ihre Fehler und haben eindeutige charakterliche Schwächen, was sie als Figuren glaubwürdig macht.Außerdem haben beide ihre Vorurteile, von denen sie sehr fest überzeugt sind. Dies macht die Geschichte interessant, da die Autorin es so schafft, die schwierige Situation des Ersten Weltkrieges und des danach beginnenden Unabhängigkeitskampfes des heutigen Pakistans aus der Sichtweise beider Parteien darzustellen. Sie zeigt, wie beide Seiten glauben, das richtige zu tun und wie beide Seiten sich ein festes Bild ihrer Gegner machen, wovon sie sich nur schwer abbringen lassen. Beide Seiten werden berücksichtigt und beide Seiten handeln nicht immer richtig. Das hat mir gut gefallen, da Shamsie somit eine typische Schwarz-/Weiß-Malerei vermieden hat. Insgesamt fand ich "Die Straße der Geschichtenerzähler" sehr gut. Es war abwechslungsreich, gut geschrieben und faszinierend. Besonders interessant waren für mich hierbei die historischen Fakten, die die Autorin eingearbeitet hat, und ihre Ausarbeitung der Krisensituation.Was mir leider nicht gefallen hat, war das Ende, genauer gesagt die letzten fünfzig Seiten. Ich hatte das Gefühl, dass sich eigentlich nichts aufgelöst hat, und fand alles ein wenig verwirrend, vor allem durch den Wechsel der Perspektive. Außerdem hat mich gestört, wie Dialoge dargestellt wurden. Sie wurden nicht mit Anführungszeichen markiert und manchmal wurden auch mitten im Absatz ein paar Worte gesagt, die nicht hervorgehoben wurden, was meinen Lesefluss ein paar Mal unterbrochen hat. Abgesehen von dieser Kritik kann ich das Buch aber weiterempfehlen.3,5/5 Sternen __________________Herzlichen Dank an den Verlag und Vorablesen für den Gewinn.

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  • Gelungen, aber anspruchsvoll

    Die Straße der Geschichtenerzähler

    Tasmetu

    Dieses Buch ist nichts für ein kurzes, schnelles und leichtes Lesevergnügen zwischendurch. Denn die Liebesgeschichte, beziehungsweise die schicksalshafte Begegnung die im Klappentext angedeutet wird gibt es zwar - aber bei weitem nicht so im Mittelpunkt wie es sich vermuten lässt. Dieses Buch ist politisch, kritisch und vielschichtig. So sind zentrale Themen wie Archäologie, Unterschiede zwischen Kulturen, Kolonialherrschaft und der erste Weltkrieg und seine Leiden und Folgen so in die Geschichte eingewoben, dass sie ein großes Gewicht haben und doch die Charaktere nicht erdrücken. Meiner Meinung nach eine große Leistung. Ich freute mich, dass ich einige Begriffe - vor allem im Bereich der Archäologie - kannte, da ich im ersten Studiensemester eine Vorlesung zur Geschichte Vorderasiens hatte. Aber sehr schnell wird klar: In diesem Buch steckt eine Recherche in so vielen Bereichen, dass es als Laie unmöglich ist alle Begriffe zuordnen zu können. Bei den Charakteren war ich zwiegespalten. Mit Qayyum konnte ich irgendwie nicht soooo viel anfangen - die Kapitel über ihn empfand ich immer als etwas anstrengend, wahrscheinlich weil er selbst ein anstrengender und vom Leben gezeichneter Mensch ist. Die Kapitel von Viv vielen mir leichter und sie war mir in vielen Momenten sehr sympathisch - doch auch sie hatte ihre Schattenseiten. Geht es nämlich um das Thema Kolonialherrschaft ist sie oft arrogant, oberflächlich und respektlos. Manchmal hätte ich sie gerne fest geschüttelt, wenn sie sich mal wieder vollkommen daneben benimmt. Aber ich denke, diese Gradwanderung zwischen offene-intelligent- und-sympathische-Frau-von-Welt und Arrogante-und-ignorante-Kolonialherrin war gewollt. Nicht nur, dass sie so ein Kind ihrer Zeit wurde, sondern eben auch die Widersprüchlichkeiten deutlich werden. Es ist sicherlich kein Buch für jedermann, aber dennoch sehr gelungen und ich empfehle es jedem weiter, der gerne einen anspruchsvolleren und/oder historischen Roman lesen möchte, in dem es nicht nur Archäologie geht, sondern auch um Krieg, Tod, Begegnungen, Frauenrechte, Unterschiede und Liebe. Mehr auf: http://wp.me/p5aiIx-S6

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  • Die Sehnsucht nach Liebe und Abenteuer

    Die Straße der Geschichtenerzähler

    kassandra1010

    30. October 2015 um 16:08

      Die junge britische Vivian nimmt an einer Ausgrabung im Jahr 1914 teil, als der Krieg ausbricht. Sie geht nach England zurück und pflegt ausgerechnet dort in Brighton im Royal Pavillion Soldaten der indischen Panthans-Armee. Sie kehrt zurück und gibt dort einem armen Jungen Unterricht in Archeologie und Griechisch sowie Latein. Als dieser sich von ihr abwendet, weil es nicht den Sitten entspricht, reist sie abermals nach England zurück um Jahre später von ebendiesem Jungen zu einer Ausgrabung eingeladen zu werden.   Ein Kreisen um Gefühle, Sehnsucht und der damaligen Sittsamkeit, die durch Kolonialherrschaft zum Aufstand der Einheimischen führt, bringt Vivian mehr als einmal in Gefahr und es endet alles in der Straße der Geschichtenerzähler.

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  • Zeitgeschichte die fasziniert

    Die Straße der Geschichtenerzähler

    hannelore259

    04. September 2015 um 14:11

    1914 Die junge Engländerin Vivian Spencer reist auf Einladung eines langjährigen Freundes ihres Vaters, Tahsin Bey nach Labraunda um ihn dort bei archäologischen Ausgrabungen zu unterstützen. Zwischen ihnen entwickelt sich eine zarte Liebe, der aber durch Ausbruch des Krieges ein jähes Ende gesetzt wird. Die beiden werden getrennt. Noch während des Krieges folgt Vivian Beys Hinweis in Peschawar den Stirnreif des Skylax zu suchen. Und so verschlägt es sie nach Indien um dort Tahsins Lebenstraum zu erfüllen. Zu gleicher Zeit lernen wir Qayyum kennen, einen indischen Soldaten, der in Europa im 1.Weltkrieg für die Kolonialmacht England kämpft und dort vieles verliert, was ihn wieder zurück nach Peschawar führt. So spinnt sich um diese beiden Hauptprotagonisten eine komplexe Geschichte, die sich über einen Zeitraum von über 15 Jahren erstreckt. Kamila Shamie hat hier einen gut recherchierten historischen Roman geschaffen, dessen Schreibstil und Namen der mitwirkenden Personen und Ort für mich zu Beginn jedoch gewöhnungsbedürftig waren. An mancher Stelle hätte es vielleicht ein Glossar leichter gemacht, um sich in der Fülle von ausländischen Namen zurechtzufinden. Doch einmal reingekommen, wird man mit einem facettenreichen Stück englisch-indischer Zeitgeschichte belohnt. Das Buch zeigt vor allem auf wie männerdominiert die Welt von damals war, nicht nur unter den Indern, sondern auch den Engländern, außerdem greift es  das Thema der Unterdückung durch die Kolonialmächte auf und zeigt die Grausamkeit der Engländer dem indischen Volk gegenüber. Was Kamila Shamsie aber meiner Meinung nach in diesem Werk mit Bravour gelingt,ist die Zusammenführung der einzelnen Handlungsstränge, so dass am Ende ein schlüssiges Gesamtbild erzeugt wird. Mich hat dieser Roman mit seiner Insität und Dichte, erzeugt durch die verschiedenen Perspektivwechsel wirklich begeistert.

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  • Geschichte - spannend und märchenhaft

    Die Straße der Geschichtenerzähler

    Bibliomarie

    17. August 2015 um 09:29

    Kurz vor Ausbruch des 1. Weltkriegs reist Vivien zu Ausgrabungen nach Labraunda, in die heutige Türkei. Ein aufgeschlossener Vater, selbst Hobbyarchäologe, ermöglichte ihr ein Studium und die Teilnahme an diesem Projekt, zu der Zeit fast ein Novum für eine junge Frau aus guter Familie. Dort wird sie von einem Freund der Familie, einem osmanischen Wissenschaftler Tahsin Bey unterstützt. Vivien kennt Tahsin schon seit Kindertagen, aber in der Zeit der gemeinsamen Arbeit, wandelt sich ihr freundschaftliches Gefühl in eine tiefe Liebe, die nicht unerwidert bleibt. Doch der Krieg in Europa wirft auch einen Schatten auf das osmanische Reich, er unterbricht die Ausgrabungen und die Forschungsreise Viviens und Tashins. Als sich die Türkei der deutschen Seite anschließt, bricht auch der briefliche Kontakt ab und von Tahsin verliert sich jede Spur. Vivien arbeitet als freiwillige Krankenschwester und ist sehr verwundert, als ein Militär – auch ein Freund des Vaters – sich für ihre Skizzen und Tagebücher aus der gemeinsamen Reise mit Tahsin interessiert, aber sie erzählt viel und auch über seine Verbindungen und Sympathien zum armenischen Volk, die er ihr anvertraut hat. Viele Monate später, Vivien reiste inzwischen durch Indien, erreicht sie ein Brief, der ihr die Augen öffnet, welche Katastrophe sie durch ihren Vertrauensbruch ausgelöst hat. Qayyum Gul aus Peschawar kämpft mit seinem indischen Regiment für die Engländer in Ypern, wird schwer verletzt und kehrt desillusioniert und von der Loyalität der Engländer enttäuscht ,nach Asien zurück. Im Zug nach Peschawar lernt er Vivien kennen, die nun 1915 sich dort für einige Zeit aufhalten möchte, die Geschichte des Landes zu erkunden und die Sprache zu lernen. Von da an wird sich der Weg der Beiden immer wieder kreuzen, denn ihr Schicksal scheint miteinander verbunden. Der Roman schildert die Geschichte Viviens und die Geschichte Qayyums in zwei Handlungssträngen, Beide sind verbunden durch die Liebe zur Archäologie und der Suche nach der geheimnisvollen Siedlung Kaspatyros. Gleichzeitig ist es ein beeindruckendes Zeitbild aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Das bröckelnde englische Empire und seine Kolonien werden genauso farbig beschrieben, wie das untergehende osmanische Reich und der Wunsch Viviens nach einen selbstbestimmten Leben. Antike Überlieferungen und Märchen werden eingewoben und lässt die Geschichte dieses Landstrichs über Jahrhunderte lebendig werden. Dieser Roman fände auch in der realen Straße der Geschichtenerzähler in Peschawar seine Zuhörer, fast wie weitere Episoden aus 1001 Nacht. Daneben ist sind die politischen Wirren in Europa und im Orient jener Zeit realistisch und kenntnisreich dargestellt. Für mich ein ganz besonderer Lesegenuß.

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  • Erstmals bin ich bei einem Buch einfach sprachlos...

    Die Straße der Geschichtenerzähler

    reading-books

    27. July 2015 um 13:51

    Schon das Cover des Buches von Kamila Shamsie begeistert. Es wirkt sommerlich und ein wenig verträumt. Es erinnert ein wenig an Urlaub und Architektur – letzteres aber eher nur entfernt. Gleichzeitig wirft der Titel einige Fragen auf und ich bin schon vor dem Lesen gespannt, was das für eine Straße ist. Dieses Buch ist vieles, ich habe derart viele Eindrücke und Emotionen zum Buch, dass es mir tatsächlich schwer fällt eine Rezension zu schreiben, die diesem Buch gerecht wird. Es gibt Bücher, die liest man einfach und ist anschließend begeistert, Pageturner, die den Leser vom Hocker hauen und mitreißen. Dieses Buch gleicht einer Flut aus Eindrücken, es ist eine Mischung verschiedener Genre und hinterlässt mich.. tja zufrieden, ein wenig erschlagen, begeistert und traurig gleichzeitig. Ihr merkt schon, diese Rezension gleicht den anderen auf diesem Blog nicht wirklich. Das liegt daran, dass “Die Straße der Geschichtenerzähler” nicht einfach so erzählt oder beschrieben werden kann – geschweige denn bewertet. Schon der Einstieg ins Buch machte mich fast sprachlos. Tahsin Bey entpuppte sich bereits auf den ersten Seiten als unglaublich charismatischer Mann, der Frauenherzen vermutlich schnell höher schlagen ließ. Es ist beachtlich, denn eben dieses Charisma war über die Seiten hinweg zu spüren und auch wenn er nur zu Beginn des Buches erwähnt wird, so ist er für mich doch eine der markantesten Figuren des Romans. Es ist erstaunlich mit welcher scheinbaren Leichtigkeit Schicksale in “Die Straße der Geschichtenerzähler” miteinander verwoben werden. Die einzelnen Figuren sind dabei mit Liebe zum Detail ausgearbeitet. Selbst bei einigen der Randfiguren hatte ich das Gefühl sie gut zu kennen. Dieses Buch verbreitet einen ganz eigenen Zauber, dem man sich mit jeder weiteren Seite immer weniger entziehen kann. Daraus resultiert allerdings auch ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle, das bis zum Ende des Buches anhält. Im Nachhinein kann ich sagen, so beeinruckend das Cover bereits ist, es kann mit dem Inhalt des Buches nicht mithalten. Kamila Shansie hat eine Geschichte erschaffen, die beeindruckender kaum sein könnte. Starke, charismatische Protagonisten, mitreißende Nebenfiguren und großartige Schauplätze. Der geschichtliche Hintergrund wird in diesem Buch schnell zu Nebensache, denn es sind die Schicksale der Figuren die fesseln und den Leser ans Buch binden. Meine Tweets zeigen, wie tief die Geschichte geht, wie sehr mich dieses Buch fesselte und mitriß. Wie es endet werde ich nicht verraten, doch soviel sei gesagt: damit hatte ich nicht gerechnet. “Die Straße der Geschichtenerzähler” ist so viel mehr als ein einfacher Bestseller oder Pageturner. Es ist ein Roman, der den Begriff “Tiefgang” neu definiert. Dieser Geschichte kann man sich einfach nicht entziehen. Es ist ein brillianter Roman, für den meine 5 Sterne Skala kaum ausreicht um meine Bewunderung für dieses Buch zu verdeutlichen. Dieser Roman ist beachtlich und mir fehlt tatsächlich grad das passende Wort um es zu beschreiben. Aber es steht fest: Lest es!! Wartet nicht, lest es und erzählt mir dann von euren Eindrücken. Ich bin irgendwie auch jetzt noch sprachlos.

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  • Orient und Okzident

    Die Straße der Geschichtenerzähler

    sursulapitschi

    19. July 2015 um 23:40

    Dieses Buch fängt wunderhübsch an. Man denkt, man liest eine Liebesgeschichte zwischen Orient und Okzident. 1915, Vivian Rose Spencer, Tochter aus gutem, englischen Hause, viel zu klug für eine Frau und sehr interessiert am Altertum, verliebt sich in einen türkischen Archäologen. Die Liebesgeschichte verläuft aber mit Beginn des ersten Weltkriegs im Sand und ist eigentlich nur der Anlass dazu, dass es Vivian nach Indien verschlägt und dass sie einen Traum verfolgt: Wo ist der Stirnreif des legendären Skylax geblieben? Parallel lernt man Qayyum kennen, der Inder ist und mit seinen Kameraden die Engländer im Krieg unterstützen will. Anfangs ist er sehr begeistert vom ungewohnten europäischen Leben, muss aber feststellen, dass man als Inder in Europa nur theoretisch geachtet wird. Dagegen erlebt Vivian in Peschawar, welche Grenzen dort Frauen gesetzt sind. Das ist auch sehr spannend. Die Sicht eines Inders auf den ersten Weltkrieg, die krassen Kulturunterschiede, die Stellung der Frauen hier und da, Kampf um das Frauenwahlrecht einerseits und die Verpflichtung zum Tragen einer Burka in der Öffentlichkeit andererseits, aber auch hier gibt es wieder einen Schnitt. Man findet sich wieder in Perschawar 1930, wo Ghandis Doktrinen Fuß gefasst haben und es auf der Straße der Geschichtenerzähler zu einem furchtbaren Massaker kommt. Selbst darauf hätte ich mich noch sehr gerne eingelassen, wenn nicht die Geschichte an dieser Stelle komplett zerfasern würde. Vivian und Qayyum werden nebensächlich. Stattdessen verfolgt man ausführlich, wie Qayyums Bruder und zwei indische Frauen in die Kampfhandlungen verwickelt werden. Es steckt sehr viel Interessantes und Brisantes in diesem Buch. Besonders der Einblick in die indische Mentalität ist sehr spannend. Allerdings hatte ich beim Lesen zunehmend das Gefühl, hier fehlt ein roter Faden. Viele spannende Themen werden aufgegriffen, aber nicht zu Ende erzählt. Wenn beispielsweise Ghandis Aufruf zu gewaltlosem Protest gegen die englische Vorherrschaft zu einem tragischen Massaker führt, möchte ich auch lesen, wie es danach weiter ging. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf der Frage, ob Najeeb überlebt hat oder nicht. Das einzig verbindende Element ist der Stirnreif des Skylax, dessen Verbleib man über Jahrhunderte hinweg beobachten kann. Natürlich hat das einen gewissen Reiz, aber in diesem Buch stecken so unendlich viele spannende Themen, die mich sehr viel mehr interessiert hätten. Man kann dieses Buch als Streifzug durch ein Stückchen englisch-indische Geschichte ansehen. Vielleicht sind es eher Momentaufnahmen, als eine Geschichte. Allerdings gibt es vor, eine Geschichte zu erzählen, die geht nur leider irgendwo unterwegs verloren.

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  • Die Straße der Geschichtenerzähler

    Die Straße der Geschichtenerzähler

    Tiffi20001

    29. June 2015 um 11:54

    Klappentext: Eine junge Engländerin reist 1914 zu Ausgrabungen nach Labraunda und begegnet dort dem Archäologen Tahsin Bey. Vor dem Hintergrund antiker Ausgrabungen und den Wirren des Ersten Weltkriegs entfaltet sich eine vergangene Zeit, eine exotische Welt und vor allem die Geschichte einer großen Liebe. Buchgestaltung: Das Cover zeigt neben dem Titel „Die Straße der Geschichtenerzähler“ die Photographie einer Halle und einer Katze und ist überwiegend in orange gehalten worden. Ich finde das Cover generell gesehen sehr gelungen, da ich die Farbgestaltung sehr ansprechend und einladend finde. Das Foto gefällt mir an sich auch sehr gut, ich hätte mir es aber etwas aussagekräftiger gewünscht, sodass man beim Betrachten sofort einen Einblick in das Buchgeschehen erhält. Der Titel ist sehr gut gewählt worden, da er zum Buch passt und neugierig macht. Der Klappentext beschreibt das Buch sehr schön und verrät dennoch nicht allzu viel, sodass es beim Lesen noch spannend bleibt. Alles in allem gesehen eine sehr gelungene Buchgestaltung, die Lust auf das Buch macht. Eigene Meinung: Das Buch konnte mich sehr überzeugen, da ich die Grundidee sehr spannend und auch gut umgesetzt fand. Die Handlung beginnt sehr interessant und mich konnte sie durch das gesamte Buch hindurch fesseln. Die Geschichte ist sehr anspruchsvoll und dennoch oder vielleicht auch gerade deswegen hat sie einen ganz eigenen Charme, der sich vor allem auch durch die Verknüpfung der vielen verschiedenen Themen wie z.B. der Archäologie und der zusammenführenden Liebesgeschichte entfaltet. Besonders die Figuren konnten mich überzeugen, da ich sie alle als sehr eigenständig empfunden habe und mir vor allem die Hauptprotagonistin sehr gefallen hat. Sie ist eine ganz besondere Frau, mit der ich mich persönlich sehr gut identifizieren konnte und der ich gerne durch das Buch gefolgt bin. Die Sprache ist, passend zum Buch, ebenfalls anspruchsvoll und trotzdem ist das Buch sehr flüssig und angenehm zu lesen. Vor allem die Beschreibungen waren sehr bildlich und ich konnte mir sie gut vorstellen. Fazit: Ein sehr interessanter, aber auch anspruchsvoller Roman, den ich aufgrund der Vielzahl an behandelten Themen und der tollen Sprache sehr empfehlen kann. Autor: Kamila Shamsie wurde 1973 in Karatschi, Pakistan, geboren und lebt in London und Karatschi. Im Berlin Verlag erschienen bisher „Kartographie“ (2004), „Verbrannte“ „Verse“ (2005), „Salz und Safran“ (2006) und „Verglühte Schatten“ (2009). Für ihr literarisches Werk erhielt Kamila Shamsie zahlreiche Preise, u.a. wurde sie 2013 als „Granta Best of Young British Novelists“ ausgezeichnet. Allgemeine Infos: Titel: Die Straße der Geschichtenerzähler Autor: Kamila Shamsie Verlag: Berlin Verlag Seitenzahl: 384 Preis: 19,99 EUR ISBN: 978-3827012289

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  • Exotisch und faszinierend

    Die Straße der Geschichtenerzähler

    czytelniczka73

    "An das Licht in diesem Teil der Welt hatte sie sich noch immer nicht gewöhnt-strahlend hell,ohne dabei grell zu sein,vermittelte es ihr das Gefühl,dass sie ihr ganzes bisherriges Leben mit Gaze vor den Augen zugebracht hatte" (Seite 18) Inhalt: "Ein reicher, sinnlicher Roman über eine junge Engländerin, die 1914 zu Ausgrabungen nach Labraunda reist und dort dem Archäologen Tahsin Bey begegnet. Ein Roman voller Exotik, eine Liebesgeschichte, die sich vor dem Hintergrund antiker Ausgrabungen und den Wirren des Ersten Weltkriegs entfaltet. Juli 1914. Vivian Rose Spencer hastet über die antiken Pflastersteine den Hang hinauf, unter Feigen und Zypressen hindurch, und stolpert fast unversehens in ihre erste Entdeckung. Tahsin Bey, ein Freund ihres Vaters, hat sie eingeladen, an den Ausgrabungen von Labraunda teilzunehmen. An diesem sagenhaften Ort, in dem strahlenden Licht Kariens lässt sie die strengen Konventionen ihrer Heimat weit hinter sich und wird auch Tahsin Bey auf ganz neue Weise begegnen. Juli 1915. Der junge Paschtune Qayyum Gul kehrt verwundet aus dem Krieg zurück; Vivian folgt einer Spur ihres verschwundenen Geliebten. In einem Zug nach Peschawar treffen die beiden aufeinander, nicht ahnend, dass ihre Geschicke sich auf immer verbinden und sie eines Tages, in der Straße der Geschichtenerzähler, wieder zusammenführen werden." Meinung: 1914 in Labraunda ist das Glück für Vivian Rose Spencer vollkommen.Mit 22 Jahren darf sie endlich an archäologischen Ausgrabungen teilnehmen und verliebt sich in den alten Freund ihres Vaters Tashin Bey.Der Ausbruch des 1 Weltkrieges beendet das Glück abrupt und Vivian muss lernen,dass nicht nur Vergangenheit wichtig ist,sondern dass man auch in "hier und jetzt" eigenen Platz einnehmen muss. Ich weiß nicht warum man dieses Buch im Klappentext als eine Liebesgeschichte beschreibt,es ist nämlich nicht ganz richtig.Die Liebe zwischen Vivian und Tashin Bey steht gar nicht im Vordergrund und es spielt auch keine treibende Rolle für die Geschehnisse."Die Straße der Geschichtenerzähler" erzählt über 15 Jahre Zeitgeschichte,die Grausamkeit von Krieg,Kolonialismus und Befreiungskämpfen in Indien.Die antike Sage und suche nachverborgenen Schätzen,die mit verbunden ist,nimmt der Erzählung bisschen Schärfe ab,lenkt aber nicht von dem Wichtigem.Dieses Roman ist ein einzigartiges Leseerlebnis,einerseits sehr tiefgründig und erschüternd,andererseits exotisch und abenteuerlich.Sehr schön geschrieben,mit einer sehr bildhaften Sprache.Aus verschiedenen Perspektiven erzhlt,leicht Zeitversetzt,flüssig zum Lesen und man kann dem Geschehen leicht folgen.Das einzige was mir Schwierigkeiten gemacht hat,sind die vielen,fremdklingelten Namen,es ist nicht leicht sich die alle zu merken-Auch die Protagonisten haben mich völlig überzeugt,weil sie im Laufe des Romans eine Entwicklung durchmachen,auf die Ereignisse reagieren,aber immer sich selbst und ihrer Überzeugung treu bleiben. Fazit: Ein wunderbarer Roman,der wie eine Reise ins Fremde ist und uns gleichermaßen Schönheit und Exotik,aber auch Ungerechtigkeit und Grausamkeit zeigt.

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    • 5

    czytelniczka73

    22. June 2015 um 08:35
  • Eine Zeitreise zwischen Orient und Okzident

    Die Straße der Geschichtenerzähler

    Marki

    17. June 2015 um 11:58

    Die Handlung des Buches findet in der turbulenten Zeit zwischen 1914 und 1930 statt. Die Protagonistin ist Vivian, eine junge Engländerin, die gegen damalige gesellschaftliche Konventionen verstößt, um ihren Traum von der Arbeit als Archäologin zu verfolgen. In der Erforschung der Antike findet sie Bindeglieder zwischen dem lange Vergangenen und der Gegenwart und erlebt das Faszinosum, Geschichten aufzudecken, die uns alle vereinen. Im Fokus steht dabei die Suche nach einem Artefakt des Skylax, der in der Antike ein bedeutender Entdeckungsreisender war. Der Aufhänger der Geschichte ist eine Liebesgeschichte, die sich zwischen der jungen Vivian und dem etablierten Archäologen Tahsin Bey abspielt. Durch ihn kann Vivian an ihrer ersten Ausgrabung teilnehmen. Der Ausgang dieser Liebesgeschichte bleibt in Wirren des ersten Weltkriegs ungewiss. Vivian folgt noch während des Krieges einem Hinweis Tashins, der sie nach Peschawar führt, wo sie sich auf die Suche nach dem Stirnreif des Skylax begibt. Zuvor wird ein zweiter Handlungsstrang eingeflochten, in dem ein junger Söldner namens Quayyum aus dem von den Briten besetzten Indien (heute pakistanisches Gebiet) auf europäischen Boden für eine Sache kämpft, die eigentlich nicht seine ist. Die beiden Handlungsstränge werden später zusammengeführt, indem Vivian den Najeeb, den kleinen Bruder Quayyums kennen lernt und in Altertumskunde unterrichtet. Ihrem gelehrigen Schüler wird klar, dass es bei der archäologischen Forschung auch um die Geschichte seines Volkes und damit auch um seine Geschichte geht und wie diese auch noch in die Gegenwart ausstrahlt. Najeeb wird im weiteren Verlauf der Geschichte noch eine wichtige Rolle zukommen. Er wird Vivian viele Jahre später nocheinmal wiedersehen, erneut in unruhigen Zeiten, in denen der Aufstand gegen die kolonialen Besatzer seinen auch blutigen Zenith erreicht. Kamila Shamsie hat hiermit einen sehr gut recherchierten Roman geschrieben. Er strotzt einerseits vor Sachkenntnis über die Zeitgeschichte und die Geschichte des Altertums, kann aber gleichzeitig mit liebevoll ausgestalteten Charakteren und einer wunderschönen Sprache den Leser vollends in seinen Bann ziehen. Die atmosphärische Dichte resultiert auch aus dem geschickten Wechsel der Perspektiven und der plastischen Schilderungen von Orten und Handlungen. Was aber auch dazu beiträgt, dass dieses Buch ein so großes Kunstwerk geworden ist, ist die ansteckende Begeisterung der Autorin für die orientalische Erzähltradition. So finden sich viele kleine Geschichten in der Geschichte, durch die sie so facettenreich und faszinierend wird. Das Buch ist mit seinem Anspruch keine Mainstreamunterhaltung, aber es macht trotzdem Spaß, es zu lesen. Darüber hinaus macht es neugierig, sich eingehender mit den historischen Zusammenhängen zu befassen und es beleuchtet einen Teil einer Geschichte, die auch unser aller Geschichte ist. Für mich ist es eines der literarischen Höhepunkte dieses Jahres.

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  • Ein bewegende Zeitgeschichte

    Die Straße der Geschichtenerzähler

    BuchNotizen

    14. June 2015 um 19:46

    Kamila Shamsie hat mit „Die Straße der Geschichtenerzähler“ einen ungewöhnlichen Roman geschrieben, der sich mit der britischen Kolonialzeit auseinander setzt. Genau genommen mit der britischen Herrschaft in „Britisch India“, dem heutigen Pakistan. Es ist eine Geschichte über Liebe und Verrat, Unterdrückung und Streben nach Freiheit. Der Klappentext weckt jedoch andere Erwartungen an das Buch: antike Ausgrabungen, exotische Welten und die Geschichte einer großen Liebe. Dieses Buch ist jedoch alles andere, als ein romantischer Liebesroman. „Die Straße der Geschichtenerzähler“ ist für mich ein in Romanform geschriebenes Sachbuch. Das Grundgerüst sind historische Ereignisse während des Ersten Weltkrieges und das Streben der Paschtunen nach Freiheit. Ich vermisse in diesem Buch einen Anhang mit einer Karte und geschichtlicher Zusammenfassung der Ereignisse in Pakistan. Ein Glossar mit Erklärungen fremder Ausdrücke fehlt genauso, wie eine Zeittafel. Die vorhandene Information ist zu kurz und betrifft nur die Nachlese der Ereignisse vom 23. April 1930. Ich glaube, dass die wenigsten deutschen Leser sich gut in der britischen Kolonialgeschichte auskennen. Ich musste zwischendurch immer wieder Google und Wikipedia bemühen. Mit einem Hintergrundwissen ist es leichter, das Zeitgeschehen zu verfolgen. An den Schreibstil und die ungewöhnlichen Namen musste ich mich erst einmal gewöhnen. Die Ereignisse werden abwechselnd aus der Sicht der jungen Engländerin Vivian Rose Spencer und den Paschtunen Qayyum und Najeeb erzählt. Die Ereignisse des 23. April werden aus der Sicht von Qayyum, Vivian und dann noch einmal aus der Sicht von Najeeb geschildert. So entsteht ein umfassenderes Bild der Geschehnisse dieses Tages. In diesem Abschnitt erzählen Zarina und Diwa ihre Geschichte, die mich sehr gefesselt hat. Schade, dass die beiden nicht schon früher zu Wort gekommen sind. Es wäre interessant die Geschehnisse und den politischen Wandel aus der Sicht muslimischer Frauen zu erfahren. Gut gefallen hat mir das Stilmittel des Briefwechsels von 1928 bis 1930 zwischen Vivian und Najeeb, in dem es um archäologische Ausgrabungen geht und eine erneute Reise von Vivian nach Peschawar vorbereitet wird. Die Idee die Geschichte mit Skylax im Jahr 550 v. Chr. zu beginnen und sie wieder mit Skylax im 485 v. Chr. enden lässt, gefällt mir gut. Die Charaktere werden ausführlich dargestellt, sie entwickeln sich weiter und werden reifer, wobei Vivian irgendwie zu kurz kommt. Die Kapitel mit Qayyum und Najeeb, Zarina und Diwa sind viel lebendiger geschrieben als die mit Vivian. Vivian ist in privilegierten Verhältnissen aufgewachsen und durfte Archäologie studieren. Für Frauen der damaligen Zeit war ein Studium nicht selbstverständlich. Von einer Frau wurde erwartet, dass sie heiratet und ihre Pflichten erfüllt. Vivian setzt sich über alle Konventionen hinweg und lebt von Juli 1915 bis März 1916 in Peschawar, wo sie sich in einer ihr fremden Welt allein durchboxen muss. Vivian bewegt sich zwischen zwei Welten. Eine alleinstehende Frau, die ihrem Beruf nachgeht, sich für die Lebensweise der Einheimischen interessiert und ihre Sprache lernt, wird bei den konservativen Briten misstrauisch beobachtet. Die gesellschaftlichen Veränderungen durch den Ersten Weltkrieg haben sich in den britischen Kolonien nur sehr langsam durchgesetzt. Schilderungen des Alltags beider Seiten zeigen die unterschiedlichen Denk- und Lebensweisen. Die Gegensätze der beiden Kulturen werden hier sehr deutlich. Qayyum ist eine sehr vielschichtige Persönlichkeit. Er kämpft im Ersten Weltkrieg in der britischen Armee in Frankreich. Ausführlich beschrieben wird Qayyums Zwiespalt zwischen seiner Kultur und seinem Leben als Offizier. Qayyum versucht für sich, einen Platz im Leben zu finden. Einen ganz anderen Lebensweg schlägt Najeeb ein. Von klein auf ist er sehr wissbegierig und durch Vivian weiß er, was er will. Er möchte Archäologe und später „Indian Assistant“ im Museum von Peschawar werden. Er verehrt Viv und beide bleiben über die Archäologie miteinander verbunden. Das Buch hat für mich ein unbefriedigendes Ende. Ich hätte noch gerne erfahren, wie die Protagonisten die schlimmen Erlebnisse verarbeitet haben und wie es ihnen ergangen ist. „Die Straße der Geschichtenerzähler“ von Kamila Shamsie ist ein anspruchsvoller, bewegender Roman und keine leichte Lektüre für zwischendurch. Es ist ein außergewöhnliches Buch mit politischen Aspekten und einer überzeugenden und fesselnden Zeitgeschichte, die zum Nachdenken anregt.

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