Kanae Minato Geständnisse

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Inhaltsangabe zu „Geständnisse“ von Kanae Minato

Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner - weder Kind noch Erwachsener - ungeschoren davonkommt. Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.

Ein geniales Buch, welches lahm anfängt und mega aufhört

— Lyreen
Lyreen

Ein sehr spannendes Buch, das mit einem Knall endet, den ich nicht erwartet habe.

— sabzz
sabzz

Erschütternd, böse, dramatisch und spannend - Rache auf sehr diffizile Art.

— krimielse
krimielse

Eine Geschichte die sich festsetzt, die hängen bleibt und der man lange hinterher denkt

— Kerstin_KeJasBlog
Kerstin_KeJasBlog

Lesen - Punkt! Wundervoll geschrieben und eine eindringliche Story!

— Janna_KeJasBlog
Janna_KeJasBlog

Ein Buch aus verschieden Sichten und dramatischen Wendungen

— Bambee
Bambee

Ein sehr gutes Buch, das mich aber trotzdem zutiefst erschüttert hat.

— kleine_welle
kleine_welle

Eine fesselnde Geschichte der etwas anderen Erzählung! Ich war hin und weg 👍💞

— __buecherliebe__
__buecherliebe__

Die Folgen von Erziehung, Rachegelüsten und Schuld - eine sehr düstere Geschichte, die einen völlig in ihren Bann zieht.

— Miia
Miia

Vielschichtig und komplex. Die Tat(en) werden immmer wieder aus einer anderen Perspektive beleuchtet. Subtil, böse, verstörend.

— Schmiesen
Schmiesen

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    Geständnisse
    Lyreen

    Lyreen

    21. August 2017 um 17:01

    #Rezension zu dem Buch GeständnisseInformation zum Buch:Titel: GeständnisseAutor: Kanae MinatoSeiten: 272Buchart :HCVerlag: BertelsmannISBN-13: 978-3-570-10290-9Erhältlich : 03 / 2017Alter: -Kosten : € 16,99Buchrichtung: RomanVorgängerbände: -Folgebände: -Verfilmung: jaInhalt:Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten."Der Thriller 'Geständnisse' der japanischen Autorin Kanae Minato dreht sich um einen Mord an einer Vierjährigen und gehört zum Subtilsten, was ich seit langem gelesen habe. Dieses Buch über den Ursprung des Bösen in uns liefert sowohl Spannung als auch Innenansichten aus einem faszinierenden Land."Denis Scheck in ARD "druckfrisch" (19.03.2017)Meine Meinung:Erstmal geht mein Dank an den Bertelsmann Verlag für das kostenlose Lesevergnügen :)Mich hat das Buch neugierig gemacht da ich mal vor langer Zeit den Film gesehen habe und wer Japanische Filme kennt weiß sie sind nicht ohne. Der Film war damals schon sehr heftig aber das Buch steht dem in nix nach.Lehrerin Moriguchi verliert ihre Tochter und merkt das in dem Tod ihr Leben kein Sinn mehr hat.An einem Tag berichtet sie ihrer Klasse das sie weiß das ihre Tochter nicht bei einen Unfall ertrank sondern das es Mord war. Sie fängt an ihre Geschichte zu erzählen , den sie Weiß wer es war. Sie spinnt ihr Netz und die Klasse hört ihr zu . Sie weiß das zwei Schüler schuld sind und benennt die mit Schüler A und B. Die Geschichte baut langsam auf, am Anfang ist es sehr Langatmig , da es auch sehr eigen geschrieben ist. Aber man sollte dran bleiben, den das was erst lahm beginnt wird echt spannend und mehr als interessant.Die Autorin schafft es das man mitfiebert um zu erfahren wer das Mädchen ermordet hat und wieso.Das Buch ist mal was ganz anderes und man muß den Schreibstil mögen.Das Buch hat mit seinen 272 Seiten nicht gerade viel, aber das reicht völlig um in den Bann gezogen zu werden um es nicht aus der Hand zu legen.Pluspunkte:- Die Geschichte wird immer spannender aufgebaut- Man erfährt nicht sofort wer der Mörder istMinuspunkte:- Am Anfang etwas lahm , baut aber aufCover:- So eigentlich nichtssagend aber da darf man sich nicht darauf verlassen ;)

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  • Überraschend spannend

    Geständnisse
    sabzz

    sabzz

    20. August 2017 um 18:16

    Hier geht's zur Rezension auf meinem Blog:https://sabzkleinerblog.blogspot.de/2017/08/buchrezension-gestandnisse.htmlInhalt:Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.Meine Meinung: Zunächst einmal muss ich sagen, dass das Buch wirklich ungewöhnlich ist. Es ist in sechs Kapitel unterteilt und jedes Kapitel ist ein Monolog bzw. innerer Monolog einer anderen Person. Der Schreibstil der Autorin ist im Großen und Ganzen gut, jedoch muss man sich erst einmal daran gewöhnen. Sobald der Einstieg gelungen ist, kann man das Buch aber ganz flüssig lesen. Das Cover finde ich nicht gut gewählt. Man sieht einen Apfel, an dem Blut herunterläuft. Während das Blut noch nachvollziehbar ist – immerhin geht es in dem Buch um Mord, Gewalt und Rache – ist mir der Apfel auf dem Cover ein Rätsel. Vielleicht hat der Apfel in Japan aber auch eine bestimmte Bedeutung, die mir entgeht. Ansonsten kann ich es mir wirklich nicht erklären.Das Buch beginnt mit dem Monolog der Lehrerin einer Klasse von 13-Jährigen Schülerinnen und Schülern, die vor kurzem ihre Tochter unter tragischen Umständen verloren hat. Dieser ist am Anfang recht langatmig, doch später erfährt man, dass alles, was sie sagt, zusammengehört, auch wenn es auf der ersten Blick nicht unbedingt so scheint. Da es sich um einen einzigen Monolog handelt, werden ihre Gefühlsregungen währenddessen nicht beschrieben, weshalb alles sehr nüchtern und distanziert wirkt. Sobald die Lehrerin aber auf den Tod ihrer Tochter zu sprechen kommt, wird die Geschichte um einiges interessanter und auch direkt spannender. Sie weiß nämlich, wer die Schuld am Tod ihrer Tochter trägt – es sind zwei Schüler ihrer eigenen Klasse. Um die Namen nicht preiszugeben, nennt sie die beiden Schüler in ihrer Schilderung nur Schüler A und Schüler B. Da sie jedoch viel über die beiden Täter preisgibt, z.B. dass der Vater von Schüler A ein Elektronikfachgeschäft besitzt, und auch vorher schon namentlich über ihre Schüler gesprochen hat, wusste sogar ich, wer hinter Schüler A steckt. Die anderen Schüler konnten die Identität der beiden Schüler dementsprechend ebenfalls fix erraten. Was das Ganze also sollte, ist mir nicht ganz klar, vielleicht wollte sie aber auch den Schein, dass sie ihre Schüler trotz allem schützen will, wahren.Die Lehrerin erklärt aber nicht nur, wer die Tat wie begangen hat, sondern auch wieso und wie sie das alles herausgefunden hat – und beendet ihren Vortrag mit der Eröffnung, dass sie sich an den beiden Schülern gerächt hat.Negativ aufgefallen ist mir im ersten Kapitel allerdings, dass die Lehrerin in ihren Schilderung nicht nur die beiden Täter mit Buchstaben betitelt, sondern auch noch ein paar andere Schüler, was für mich ein wenig verwirrend war. Aber da das nur im ersten Kapitel und nur während eines einigermaßen kurzen Abschnitts der Fall war, hat mich das nicht allzu sehr gestört. Darüber hinaus stellt die Lehrerin zu Beginn ihres Monologs häufig Rückfragen, wie z.B. „Wie bitte? Ihr habt das und das schon im Fernsehen gesehen?“ oder „Wie bitte? Ob ich xyz bewundere?“. Da ich das als sehr anstrengend empfunden habe, war ich wirklich froh, dass das auch ganz schnell wieder nachgelassen hat. Die nachfolgenden Monologe werden von jeweils unterschiedlichen Personen erzählt, u.a. von den beiden Schülern, die das Mädchen getötet haben. Jedes Kapitel stellt eine andere Sichtweise auf die Tat und die anschließenden Konsequenzen dar. Trotzdem wird die Geschichte nicht einfach nur ständig wiederholt, es wird jedes Mal weitestgehend auf die Aspekte eingegangen, die vorher noch nicht bekannt waren. Besonders spannend waren eben auch die inneren Monologe der beiden Täter. Man erfährt genau, wie alles begonnen hat, warum der Gedanke jemanden zu töten das erste mal aufkam, warum sie ihr Oper gewählt und wie sie ihren Plan anschließend umgesetzt haben. Außerdem gehen die Schilderungen noch über das Verbrechen hinaus und es wird erläutert, was passiert, nachdem ihre Schuld in der Schulklasse bekannt wurde.Die Entwicklung eines jeden Protagonisten ist durch die genaue Schilderung der jeweiligen Gedanken und Erlebnisse gut nachvollziehbar, wenn sie auch manchmal etwas realitätsfern wirkt.Fazit:Das Buch war so viel besser, als ich vermutet habe. Alles in allem war das Buch fast vom Anfang bis zum Ende spannend – und endet mit einem Knall, den ich nicht erwartet habe.Es war richtig interessant herauszufinden, was die Täter zu einem Mord getrieben hat, was sie dabei empfunden haben und wie sie anschließend damit umgegangen sind. Das Buch bekommt von mir 4 von 5 Sterne.

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  • Von Müttern

    Geständnisse
    Kerstin_KeJasBlog

    Kerstin_KeJasBlog

    19. August 2017 um 22:23

    „Geständnisse“ gehört zu der Sorte Bücher, die ich selbst nach Jahren, aus all der Masse der gelesenen, blind herausgreifen könnte – um zu sagen, das dieses so anders ist als all die anderen.Ein Buch mit einer Geschichte die sich festsetzt, die hängen bleibt und der man lange hinterher denkt. Die kleine Manami ist tot. Ihre Mutter, die Lehrerin Yuko Moriguchi nimmt Abschied von ihrer Klasse, in der sich auch die 2 Personen befinden, die Schuld tragen an dem Tod des kleinen Mädchens. Fast schon seelenruhig erzählt sie, von der Welt, den Menschen und dann von ihrem Leben. Moriguchi nimmt ihre Schüler gefangen und mich gleich mit. Sie spricht über Recht und Unrecht, von Gewalt und ihren Folgen. Zeigt Beispiele auf und kommt schließlich an den Punkt, an denen keiner mehr irgendetwas anderes wahr nimmt, als Moriguchis Anklage gegenüber den 2 Schülern. Sie weiß was geschehen ist und lässt es Revue passieren, sodass alle Schüler wissen um wen es sich dreht. Täter A und Täter B, wie sie anfänglich noch heißen, sind innerhalb weniger Seiten entlarvt. Moriguchis Worte bleiben im Raum stehen, während sie geht. „Doch was mich wirklich schockiert, ist, dass die Mörder so gelassen dasitzen, während ich euch dies alles erzähle.“ (S. 29) Man kann es Rache nennen, oder Vergeltung. Es würde aber auch passen Moriguchis Handlungen als perfide und gleichzeitig wohl überlegte Genugtuung zu bezeichnen. Und ich kann es sogar nachvollziehen. Sie nimmt alle gleichermaßen mit in eine Art Experiment. Wie werden die Mitschüler sich verhalten? Wird es Übergriffe geben? Wer stellt sich auf welche Position und wer schreitet ein? Es läuft wohl nicht ganz so, wie sie es sich vorgestellt hat und doch bleibt alles in Bewegung. Ich habe der Polizei nichts gesagt, weil ich der Justiz nicht zutraue, sie angemessen zu betrafen.“ In den insgesamt 6 Kapiteln erfährt man aus unterschiedlichen Perspektiven was geschehen ist, vor, während und besonders nach Manamis Tod. Vollkommen unterschiedliche Personen erzählen ihre Sicht der Dinge und wie sich alles entwickelt hat. Was für Konsequenzen diese eine Tat nach sich zieht und wer denn nun alles in was verwickelt ist. Moriguchi hat gut geplant, das wird einem im Laufe der Geschichte klar. Diese so gebildete Frau, immer ruhig und genügsam, zuvorkommend und freundlich, hat aus dem Bauch heraus und doch auch mit dem Kopf einen Handlungsstrang gewoben, dem man sich nicht entziehen kann. Wie gern wäre ich aus dem Sumpf herausgeklettert und weggelaufen. Irgendwohin, wo mich keiner kennt.“ (S. 185) Was mich sehr angesprochen hat, ist wie die Mentalität, stellvertretend durch die einzelnen Charaktere, herüber kommt. Japan ist weit weg und doch war ich dort, vor Ort, mittendrinnen. In den Traditionen und Sitten. In den Köpfen der Menschen und auch wenn nicht alle Handlungen nachvollziehbar sind, war es sehr deutlich beschrieben warum es genauso kam. Wer trägt Schuld? Der Einzelne? Die Gesellschaft? Die intakten oder zerborchenen Familien? Der Leistungsdruck oder der Wunsch nach dem ganz großen? In „Geständnisse“ wird abgerechnet, gnadenlos und bitterböse. Ohne Rücksicht auf Verluste und derer gibt es zur Genüge. Dabei wird die Rolle der Mutter nicht nur durch Moriguchi wiedergegeben, denn es gibt noch viele andere und nicht alle sind die Schuldlosen. Nüchtern aber nicht gefühlskalt, so kam mir diese Reise vor. Ein literarischer Hochgenuss auch wenn es bitterböse war. Rezension verfasst von © Kerstin

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  • Zahnrad-Erzählungen

    Geständnisse
    Janna_KeJasBlog

    Janna_KeJasBlog

    19. August 2017 um 15:43

    | © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de | Einen besseren Titel hätte das Buch nicht haben können, nur bin ich mal wieder vom deutschen Cover irritiert. Wunderschön – keine Frage! Jedoch hat der Apfel keine weitere Bedeutung im Buch. Dies ist absolut kein Kriterium dafür ob der Inhalt überzeugt oder nicht, finde ich nur immer etwas schade. Aber die Geschichte selbst überzeugt mich dafür auf ganzer Linie! Bei einer Rezension sollte grundlegend neugierig gemacht werden, aber es darf auch nicht zu viel verraten werden – macht das Besprechen dieses Buches nicht gerade leicht. Eine Geschichte die auf verschiedenen Ebene so ganz anders ist, als ich es erwartet hatte. Schon der Schreibstil hat seinen ganz eigenen Reiz, welcher bestimmt nicht jeden Leser anspricht. Ich empfehle hier die Leseprobe vor dem Buchkauf zu lesen. Sechs Abschnitte – sechs Geständnisse, alle aus der Sicht verschiedener Ich-Erzähler. Es beginnt und endet mit der Lehrerin Yũko Moriguchi. Sie steht vor ihrer Klasse und hält einen Monolog mit verschiedenen Anekdoten und Erzählungen und ich fragte mich in welchem Zusammenhang dies im weiteren Verlauf steht, ob es überhaupt eine Bedeutung bezüglich des Todesfalls hat. Definitiv sollten ihre Worte aufmerksam gelesen werden, denn zum Ende ihrer Erzählung wird deutlich das all dies wie in einem Zahnrad miteinander verbunden ist. Kein Wort ist unbedacht gesagt oder bedeutungslos und ist doch nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Autorin Kanae Minato schafft es mit einer ruhigen Erzählweise bereits auf den ersten sechzig Seiten eine Spirale an Gedanken entstehen zu lassen! Übertragung und Entzug der eigenen Verantwortung, Schuldfragen, sich der Konsequenz der eignen Taten entziehen oder bewusst die Augen vor der Wahrheit verschließen. Sie hat es geschafft gewaltige Denkanstöße mit einfließen zu lassen, ohne jedoch gezielt moralisch darauf einzugehen. Auch nach dem Beenden des Buches ist es nicht leicht, sich die eigenen entstandenen Fragen zu beantworten. Die verschiedenen Sichtweisen zeigen die Subjektivität der eigenen Wahrnehmung – wo also beginnt die Tragödie? Ganz automatisch fühlte ich mich beim Lesen an ein Zahnrad erinnert, welches sich nach und nach miteinander verhakt und sich in Bewegung setzt. "Wer ist hier letztendlich zu tadeln?"(S. 35) Die Autorin setzt sich tiefgreifend mit der Geschichte auseinander, das Wer und Wie tritt in den Hintergrund. Die erste Perspektive lässt ein Bild der Ereignisse entstehen, wobei die weiteren Sichtweisen wie Wasser sind, die eben dieses zerlaufen lassen. Wahrnehmungen und Interpretationen sind grundlegend subjektiv und auf eben dies weist die Autorin immer wieder hin. Nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Auf jede Handlung folgt eine Konsequenz, doch findet sich eine Antwort auf den Beginn der Tragödie? Kanae Minato hat eine Geschichte erschaffen, welche ich so schnell nicht vergessen werde, mit Wendungen die ich nicht erwartet hatte!           Filmische Umsetzung — Spoiler zum Buch —Setze ich den Film dem direkten Vergleich zum Buch aus, so ist ganz klar (wie bei den meisten Buchverfilmungen) das geschriebene Wort eindringlicher und umfangreicher. In Filmen werden grundlegend verschiedene Ereignisse gekürzt oder gänzlich auf bestimmte Szenen verzichtet – hier jedoch fehlt mir der eine für Shũya ausschlaggebende Satz seiner Mutter! Sein Antrieb wird auch ohne die Worte seiner Mutter deutlich und doch war dieser im Buch eben eines dieser kleinen Räder, welches das große Zahnrad in Bewegung setzte. "Wenn dir etwas zustoßen sollte, würde ich das Versprechen vergessen und sofort zu dir eilen."(S. 213) Dieser Satz erklärte Rückblickend verschiedene Handlungen von Shũya und leider begegneten mir mehrere Szenen, welche mich unzufrieden zurückließen. Aber nur im direkten Vergleich zum Buch! Denn für sich alleine ist dieser Film ein kleines Kunstwerk. Im Film werden die Geständnisse nicht chronologisch aufgezeigt, sondern vermischen sich miteinander und bestimmte Szenen des einen Täters gehen dabei leider verloren. Dadurch wird der Geschichte der Tiefgang genommen, dies jedoch wird an anderer Stelle wieder gut gemacht. Im Buch nimmt die ‚Rückwärtsuhr‘ nur eine kleine Rolle ein, im Film jedoch wird die Wichtigkeit dessen schmerzhaft verdeutlicht. Genau wie das Buch, wird auch der Film nicht jeden ansprechen. Wer jedoch japanische Filme und eine besondere Umsetzung mag, dem wünsche ich einen fein düster-kunstvollen Abend!

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  • Ein Buch voller Rache

    Geständnisse
    Bambee

    Bambee

    17. August 2017 um 09:09

    Kapitel 1 Das Buch beginnt als die Leherin Moriguchi der vor der Klasse steht und verkündet , dass sie die Schule verließe und nach den Ferien nicht mehr da sei. Wegen dem “ Unfall “, fragten sich viele. Das auch ! Sie berichtet das der Unfall ihrer Manami ( 4 ) kein Unfall sei- sonder Mord und die Mörder sind in dem Klassenraum. Sie nennt diese Täter A und Täter B und die Klasse erfuhr wie es zum Mord an der kleinen Manami kam. Bevor sie die Schüler in die Ferien schickt erzählt sie von ihrem berühmten (ex ) Partner und Vater von Manami. Dieser habe Aids und aufgrund dessen ist sie allein erziehend. Sie verkündet, dass sie ihm Blut abnahm, dann dieses in die Milchtüten von Täter A und B hinein injizierte und sie brav alles austranken. Jetzt sei es an der Zeit, sich über den Wert des Lebens Gedanken zu machen … Kapitel 2 Im diesem Kapitel erzählt die Klassensprecherin Mizuki ihre Sicht, sie verfasst ein Brief an die ehemalige Klassenlehrerin und beschreibt was sie in der Klasse hinterlassen hatte… Den Täter A ging “ normal “ zu Schule und Täter B verschanzte sich in seinem Zimmer zu Hause und lies keinen an sich heran. Er will keinen Anstecken und Isoliert sich immer mehr, seine Mutter die immer dachte einen guten Sohn erzogen zu haben sieht nur einen Ausweg, doch es kommt anders… Mizuki muss sich währenddessen von Attacken von Mitschülern verteidigen, dadurch beginnt sie mit Täter A Zeit zu verbringen. Kapitel 3 Hier wird die Sicht von der älteren Schwester vom Täter B erzählt, diese liest das Tagebuch ihrer Mutter und erfährt alles was in den Letzten Monaten vorfiel und was die Mutter für einen Plan hatte… Kapitel 4 Dieser Teil wird von Täter B erzählt und wie es dazu kam, dass er sich so verändert hatte. Wie er mit Täter A “ Freundschaft “ schloss, an wenn er Hass empfand und wie der geplante Mord an Manami  wirklich war. Dieser wusste nicht das es tödlich enden sollte und auch das mit seiner Mutter hat er nicht vorhersehen können… Kapitel 5 Hier übernimmt Täter A die Erzählung. Man erliest seine Kindheit, die keine Kindheit war und wie er sich sehr nach Mutter liebe sehnte. Seine Freundin Mizuki merkte das er ein Mutter Komplex hat, als sie dies laut aussprach, kam ein neuer Plan ins Rollen…Warum er diese schlimme Tat vor hatte und was sein nächste Irren Plan war, war unerwartet… Kapitel 6 Übernimmt die Leherin Moriguchi wieder indem sie Täter A am Handy anruft und sie schildert, dass sie immer seine Schritte verfolgte. Und was sie mit seinem letzten Plan getan hat… FAZIT: Oh man. Das Buch war fesselnd und eine Höllenfahrt. Perfekt aufeinander gepasst und ich hätte nicht gedacht, dass alles so endet. Rache und noch mehr Rache, wozu es bringt, liest es selbst, das Buch ist abspult lesenswert und man hat es sehr schnell durch. Zudem gibt es die Verfilmung des Romans »Geständnisse« bereits seit 2010/2011 hierzulande. Ein Film, der sehr gelungen ist und sich, wie sich nun zeigt, stark am Original entlanghangelt.

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  • Genialer und gleichsam verstörender Thriller

    Geständnisse
    buchmagie88

    buchmagie88

    08. August 2017 um 21:55

    Die kleine Tochter der Lehrerin Yuko Moriguchi ertrinkt im Schwimmbad der Schule, während ihre Mutter arbeitet. Zunächst sieht es so aus, als wäre die ganze Sache ein tragischer Unfall, doch am letzten Tag vor den Ferien tritt Moriguchi vor ihre Klasse und verkündet, dass sie die Schule und somit auch ihre Schüler verlassen wird und verkündet zudem ein erschütterndes Geständnis, das ihre nun ehemaligen Schülern mit in die Ferien nehmen. Schon bald, nachdem der Schulbetrieb wieder aufgenommen wurde, wird deutlich, dass Moriguchi mit ihren Worten den Anfang für ein verstörendes und tödliches Drama gemacht hat, das sich in ihrer ehemaligen Klasse abspielt. Ein Drama, dass das Leben aller Akteure für immer verändern wird. In dem Moment, in dem man die letzte Seite von Kanae Minatos Thriller "Geständnisse" liest, und das Buch schließt, öffnet man es sogleich wieder, um sicher zu gehen, dass man das gerade auch wirklich in der Art und Weise gelesen hat. "Geständnisse" ist ein Buch wie ein pechschwarzer und verstörender Sog, der den Leser immer weiter in die Geschichte hineinzieht. Die Handlung ist gleichsam grausam, spannend und endlos traurig. Und doch bin ich der festen Überzeugung, dass genau diese Handlung mich nicht in dem intensive Maße umgehauen hätte, wenn die Autorin ihren Thriller nicht auf eine ganz bestimmte Weise erzählt hätte. Denn in "Geständnisse" kommen gleich mehrere Wahnsinnige in verschiedenen Monologen zu Wort, die ihren Wahnsinn aber zunächst in einem schweren, schwarzen Koffer verbergen, um ihn dann ganz langsam und Stück für Stück auszupacken, um den Leser in das Grauen zu treiben. Doch das wirkliche und all umfassende Grauen zeigt sich vor allem in der intensiven Neutralität, in der "Geständnisse" erzählt wird. Kann Neutralität intensiv sein? Sie kann es. "Geständnisse" beweist das. Fast schon beiläufig berichten einige Protagonisten von ihren schrecklichen Taten und geben so fadenscheinige Gründe dafür an, dass man zwischendurch nur noch den Kopf schütteln konnte. Man weiß nicht, was man fühlen soll. Ekel? Abscheu? Vielleicht sogar auf eine verrückte Art und Weise: Mitleid? All diese Emotionen scheinen sich im Sekundentakt abzuwechseln. Bei ihrer besonderen Art zu erzählen, hat die Autorin zudem darauf geachtet, den Titel ihres Thrillers zum Programm zu machen. Die Monologe der einzelnen Figuren beschönigen nichts, sie schmücken nicht aus, sie versuchen nicht um Sachen herumzureden. Viel mehr wird in "Geständnisse" alles knallhart auf den Tisch gelegt, so dass es den Leser mehr als einmal den Atem raubt und damit Wendungen provoziert, die fassungslos zurücklassen. Auch die Themen, die in Kanae Minatos Geschichte behandelt werden sind unglaublich interessant und hervorragend in Szene gesetzt worden. Die Autorin beschäftigt sich mit der Gesellschaft ihres eigenen Landes, die ihre Kinder ausschließlich auf Erfolg und Leistung ausrichtet und nicht merkt, wie einige Kinder daran zugrunde gehen. Zudem ist "Geständnisse" eine Geschichte über verblendete Liebe und übertriebener Fürsorge. Gleichzeitig findet man Misshandlung, Vernachlässigung und junge Menschen, die nicht mehr unterscheiden können, was richtig und was falsch ist und Linien überschreiten, die man sich nicht vorstellen kann. Es ist fast unmöglich "Geständnisse" beiseite zu legen. In den wenigen Momenten, in denen man dieses Buch nicht liest, formen sich Bilder im Kopf, die beschreiben, wie es weiter gehen könnte. Bilder, die irgendwann so verstörend werden, dass man unbedingt wissen muss, wie es weiter geht, um dann herauszufinden, dass die fiktionale Realität noch viel beängstigender ist, als man es sich ausmalen konnte.

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  • Erschütternd

    Geständnisse
    kleine_welle

    kleine_welle

    04. August 2017 um 20:37

    Yuko ist eine alleinerziehende Mutter und arbeitet als Lehrerin. Ab und an muss sie ihre Tochter mit in die Schule nehmen, wenn sie keinen Babysitter hat. Eines Tages wird ihre Tochter Manami tot im Schulschwimmbecken gefunden. Kurz darauf kündigt Yuko, doch vorher legt sie ein Geständnis vor ihrer Klasse ab. Mit verheerenden Folgen. Das Cover ist schlicht aber dadurch wirkt es recht geheimnisvoll. Es gefällt mir, obwohl es doch durch den Apfel irgendwie an Schneewittchen erinnert, aber die Geschichte gar nichts damit zu tun hat. In die Geschichte selber startet man direkt. Aber das macht auch einfach die Art aus in welcher die Autorin schreibt. Denn jedes Kapitel ist in Ich-Form geschrieben und erzählt den Tod von Manami und die daraus resultierenden Folgen aus einer anderen Sicht. Gestartet wird mit dem Geständnis von Yuko vor ihrer Klasse. Ein langer Monolog in den ich mich erst hineinfinden musste. Und auch die anderen Kapitel beginnen zuerst mit einem Fragezeichen, denn man weiß nicht so genau wer denn hier die Geschichte als nächstes erzählt. Aber wenn man sich erstmal eingefunden hat, liest es sich einfach nur sehr gut. Gerade durch diese verschiedenen Perspektiven und Arten der Erzählung, mal ein Monolog, mal ein Brief, ist das Buch sehr interessant. Und über allem schwebt der Tod von Manami. Und so nähert man sich langsam den genauen Umständen aus verschiedenen Richtungen um am Ende dann alles zusammenlaufen zu lassen.Was natürlich noch interessant gewesen wäre, wäre wenn ich etwas mehr Wissen über die japanische Kultur gehabt hätte. Denn an einigen Stellen handeln die Figuren meiner Meinung nach doch nicht immer logisch, aber wahrscheinlich aus deren Sicht schon, da es so „gewünscht“ wird in Japan. Die Charaktere sind nicht alle nett. Aber das macht nichts, denn sie sind auf ihre Art sehr gut beschrieben und man kann sich teilweise in ihre Situationen gut hineinversetzen (was nicht ihr Verhalten gutheißt, aber man ist schon gut in den Köpfen der Personen drinnen). Obwohl ich an den meisten Stellen einfach nur mit dem Kopf schütteln konnte, denn dann wiederum verhalten sie sich so extrem und egoistisch, dass ich einfach nur sprachlos war.Aus für mich nichtigen Gründen entsteht ein solch fürchterlicher Rattenschwanz, dass ein hilfloses und unbeteiligtes Mädchen darunter leiden musste. Über allem im Roman schwebt immer der Gedanke an Rache und das scheint das Motiv für alles zu sein und die Charaktere scheinen das auch als Rechtfertigung zu verwenden. Wenn sie nicht einfach allen anderen die Schuld geben, die sie nie bei sich selber suchen. Wenn ich das so ehrlich sagen darf: Die Geschichte ist einfach nur krass, denn ich weiß nicht wie ich es anders beschreiben soll. Ein Geständnis folgt dem nächsten und man folgt der Kette der Ereignisse gespannt bis zum Ende.Dieses ist dann wie alles im Buch schon recht heftig, aber dann wiederum auch nur logisch. Und trotzdem fragt man sich zum Schluss, wie geht es mit Yuko weiter? Ist jetzt alles gut? Mein Fazit: Eine sehr erschütternde Geschichte mit dem großen Motiv der Rache über allem. Aber durch die Erzählweise sehr eindrucksvoll und wirklich spannend und so kann ich nur positives über das Buch sagen. Ein Highlight für mich und Menschen mit einer Vorliebe für Spannung sollten mal reinschauen. Aber Vorsicht: Es ist kein Buch zum nebenbei lesen, denn dafür ist die Handlung zu aufwühlend.  

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  • Die Folgen von Erziehung, Rachegelüsten und Schuld

    Geständnisse
    Miia

    Miia

    27. July 2017 um 09:27

    Inhalt:  Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt. Meine Meinung:  Erst als ich das Buch in der Hand hielt, stellte ich fest, dass die Geschichte eigentlich schon etwas älter ist und auch schon sehr lange ein Film basierend auf dem Buch existiert (Ist der Film empfehlenswert? Da ich das Ende ja jetzt kenne, bin ich unschlüssig, ob ich den Film schauen soll). Ich frage mich ehrlich gesagt, wie es dazu kommt, dass das Buch plötzlich wieder so gehypt wird, aber anders wäre ich eben auch nicht darauf aufmerksam geworden, deshalb möchte ich mich da gar nicht beschweren ;)  Aber kommen wir nun zu der Geschichte. Ich habe ehrlich gesagt "einfach nur" einen spannenden Thriller erwartet. Das was ich bekommen habe, hat meine Erwartungen aber völlig übertroffen. Der Schreibstil ist sehr klar, dabei aber düster und brutal. Ich weiß gar nicht warum, aber jedes Kapitel bringt eine absolut gruselige Atmosphäre hervor. Das liegt einerseits am Schreibstil, aber auch an sehr einfachen klaren Sätzen, die Aussagen genau auf den Punkt bringen. Auf diese Weise enden Kapitel oder Abschnitte häufig mit einer Wendung, die absolut nicht vorhersehbar war. Ich habe das Buch hauptsächlich abends gelesen und mir ist immer wieder eine Gänsehaut über den Körper gezogen, weil es ein so intensives Lesevergnügen war. Die Geschichte geht einem nahe, aber stoßt einen auch total ab. Irgendwann musste ich das Buch beiseite legen und erstmal etwas anderes machen, weil es einen wirklich zum Nachdenken anregt. Insgesamt werden ganz verschiedene und auch sehr ernste Themen angesprochen, doch hauptsächlich geht es darum, wie Menschen aufgrund unterschiedlicher Erziehungsstile aufwachsen. Es geht um das Erwachsenwerden, um Gefühle, um Mutterliebe, um Rachegelüste und Schuld. Das Buch besteht, wie der Titel es auch sagt, aus Geständnissen, die einem wirklich an die Nieren gehen. Ich wurde von der ganzen Geschichte extrem überrascht, auch wenn ich einige Entwicklungen etwas bizarr bzw. auch etwas zu übertrieben finde. Trotzdem vergebe ich 5 Sterne, weil ich schon lange nicht mehr so gepackt wurde undeine so authentische Atmosphäre erlebt habe.  Fazit:  Das Buch "Geständnisse" behandelt wirklich wichtige Themen und bringt dabei eine sehr düstere, fast schon gruselige Atmosphäre auf, die ein sehr intensives Lesevergnügen bereitet. Mich hat die Geschichte sehr häufig überrascht und immer wieder gefesselt. Auch wenn mir einige Entwicklungen zu bizarr waren, vergebe ich aufgrund des sehr guten Schreibstils 5 Sterne!

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  • genialer, aber spezieller Thriller

    Geständnisse
    bumblebeesworld

    bumblebeesworld

    23. July 2017 um 11:09

    Zum Inhalt:In Geständnisse geht es um eine Lehrerin, die ihrer Klasse die Geschichte vom Tod ihrer Tochter erzählt. Dabei wird schnell klar, dass es sich nicht, wie die ganze Zeit von allen angenommen wurde, um einen Unfall handelt. Ihre kleine Tochter wurde im Alter von vier Jahren ermordet. Moriguchi gibt die Schuld an der grausamen Geschichte zwei Schülern aus ihrer Klasse. Sie gesteht also ihrer gesamten Klasse die Wahrheit und macht am Ende darauf aufmerksam, dass sie den wahren Mörder von Manami nicht ungeschoren davonkommen lassen wird. Die Geschichte einer Tragödie nimmt einen spannenden und verstörenden Lauf.Meine Meinung:Ich finde das Buch absolut großartig. Es ist ein spannendes und toll geschriebenes Buch, das den Leser bis zum letzten Satz im Unklaren über das Ende lässt.Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, angefangen mit der Sicht der Lehrerin. Danach geht es weiter mit den Charakteren der beiden Jungs, die Manami umgebracht haben sollen, und die die Geschichte aus ihrer Sichtweise heraus erzählen, wodurch man als Leser einen völlig neuen Blick auf die Geschehnisse bekommt und Tatsachen erfährt, die immer nur eine der handelnden Personen kennt - es trägt also jeder andere Details fürs Verständnis bei. Dadurch sind Handlungen von anderen Personen manchmal sehr überraschend und sorgen ebenfalls für eine schöne Spannung.Ich finde die Idee, ein Buch in der Art zu schreiben, dass verschiedene Personen aus ihrem Leben erzählen eigentlich eher langweilig, die Autorin hat es mit diesem Roman (eigentlich schon fast ein Thriller, auf jeden Fall aber einem Spannungsroman) allerdings geschafft, diese Idee grandios und den Leser total fesselnd umzusetzen. Man überlegt die ganze Zeit über wie die verschiedenen Charakteren und die damit verbundenen Handlungsstränge zusammenhängen und wer die Wahrheit sagt, wer Lügen auftischt und wer einfach nur Teile der Geschichte nicht erzählt. Die Charaktere sind allesamt sehr gut und überzeugend dargestellt, es fällt einem leicht sie und ihre Handlungsweisen zu verstehen, es sei denn man steckt gerade mitten in der Geschichte eines der Täter und erfährt Details über die Lehrerin. Dann waren manche Geschehnisse überraschend und nicht immer sofort nachzuvollziehen. Das hat der Spannung des Buches allerdings zu keinem Zeitpunkt geschadet. Insgesamt fand ich die Geschichte allerdings etwas konstruiert, da viele Ereignisse plötzlich zusammengepasst haben oder Personen wie aus dem Nichts zu verschiedenen Zeitpunkten und an unterschiedlichen Orten aufgetaucht sind. Auch das hat aber nicht dafür gesorgt, dass die Spannung des Romans gelitten hätte, deshalb hat es mich persönlich beim Lesen nicht negativ beeinflusst.Zusammengefasst kann ich dieses Buch jedem Thriller-Fan, Lesern von Spannungsromanen aber auch solchen Leuten empfehlen, die einfach nur mal etwas Besonderes lesen möchten. Ich habe dem Buch also 5 von 5 Sternen gegeben.

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  • Böse Geständnisse

    Geständnisse
    Kaisu

    Kaisu

    23. July 2017 um 00:02

    „Warum habe ich also beschlossen zu kündigen? Weil Manamis Tod kein Unfall war. Sie wurde ermordet, und zwar von Schülern aus dieser Klasse.“ (S.28) Alles beginnt recht harmlos. Als Yuko Moriguchi, eine Lehrerin, ihrer Klasse mitteilt, dass sie gehen wird und ihre Schüler einen neuen Klassenlehrer bekommen werden. Doch schnell werden die Umstände klar und normal ist ab diesem Moment nichts mehr. Denn die Tochter von Moriguchi ist vor kurzem im Schul-Schimmbecken ertrunken und sie glaubt nicht an einen Unfall. Sie is der festen Überzeugung, dass es Mord war und zwei Schüler ihrer Klasse daran schuld sind. Ob das berechtigt ist, weiß man natürlich nicht und statt sich sofort auf eine Seite zu schlagen. Pendelt man unschlüssig zwischen den Schülern der siebten Klasse und der trauernden Lehrerin hin und her. Vor allem, wenn man das Geständnis hört, will man die jungen Menschen schütteln und in Sicherheit bringen. Erfährt man dann aber mehr Details über das „Warum“ steht man voll hinter Moriguchi. „Nicht zu fassen, dass sie nicht begreifen, wie großartig das hier ist. Dann zeige ich es eben jemand anderem, der es mehr zu schätzen weiß.“ (S.43) Genau genommen hat sie einen üblen Stein ins Rollen gebracht, der sich nicht mehr aufhalten lässt. Man erfährt auf den nächsten Seiten wie ihre Bekanntgabe die Schüler – egal ob schuldig oder unschuldig – beeinflusst. Wie sie sich selbstkritisch hinterfragen, wie sie frustriert alles zerstören wollen oder gar in einer stummen Seifenblase verschwinden. Aber egal wie gut man sich abschottet, das Böse keimt in jedem heran oder steht sogar bereits in voller Blüte. Wie man oben an dem Eingangszitat merkt, ist das Buch komplett aus der Ich-Perspektive geschrieben. Allerdings redet nicht nur die Lehrerin. Auch Schüler und das Umfeld kommt zu Wort. Wer genau, wird an dieser Stelle nicht verraten, da es dem Spannungsaufbau und der Aufklärung dient. Es ist von Kanae Minato jedoch sehr geschickt umgesetzt, da man so zweifeln, grübeln, vermuten und erahnen kann. Bis letztlich die Lösung komplett auf dem Tisch liegt. „Vielleicht war das damals so, als er jung war, aber heute ist es anders. Keiner hat mehr richtige „Freunde“. – ich weiß gar nicht genau, was das überhaupt bedeutet.“ (S.186) Ich kannte vor dem Buch bereits die Verfilmung „Confessions“ und halte mich daher zum Thema Spannung in der Kritik hier recht zurück. Schließlich kannte ich die Schlüsselmomente bereits und wurde nicht überrascht. Weiß aber noch, dass ich bei jeder neuen Erkenntnis erstmal schlucken musste. Vor allem wenn man begreift, was eine einzelne Aussage bezwecken kann. Letztlich werden einige an der direkten Anrede zu knabbern haben. Selbst für mich war es im ersten Moment ungewohnt, dass das Buch wirklich SO anfängt wie seine Verfilmung (an Lob an den Regisseur). Man arrangiert sich jedoch damit und ist sofort mitten in der Materie drin. Auch wer seine Problemchen mit asiatischer Literatur hat, sollte zunächst in die Leseprobe reinschnuppern und danach zugreifen. Alles in allem hab ich das Büchlein sehr gerne gelesen und kann definitiv einen Lesetipp aussprechen! Wenn man es zuschlägt und darüber nachdenkt wird einem erst einmal bewusst, wie viele zerstörte Seelen hier zu Wort kommen. Was es heißt beachtet und missachtet zu werden und was passiert wenn eine Behauptung in den Raum gestellt wird, die viele einfach hinnehmen und nur wenige sie hinterfragen.

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  • Klug und scockierend

    Geständnisse
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    20. July 2017 um 14:20

    Der erste Satz: »Wenn ihr eure Milch ausgetrunken habt, gebt den Karton bitte zurück in den Kasten.«Ein hervorragender Roman! Auf der vorletzten Seite atmete ich erleichtert auf, um das Buch mit dem letzten Satz mit spitzen Fingern aufs Sofa fallen zu lassen, mit einem »Wahhh!«. Das hatte bisher kein Buch geschafft! Sicher kann man den Roman unter dem Genre Crime führen, denn es sind jede Menge kriminelle Handlungen enthalten. In Japan gibt es das Genre: »Iyamisu«. Übersetzen kann man das nicht, wobei »iya« so viel wie abscheulich, und »misu« sich von »mystery« ableitet. In Japan bezeichnet man so Kriminalromane mit besonders ekelhaftem Inhalt: »Iyamisu«. Kanae Minato ist eine Meisterin dieses Fachs. Es geht dabei nicht um blutrünstige Abstecherei, Augenpulen, solche Dinge schockieren mich nicht, ekeln eher, nicht mein Genre. Dieser Roman sitzt tief in der Magenkuhle durch psychische Abgründe, subtiles Handeln.»Warum also habe ich beschlossen zu kündigen? Weil Manamis Tod kein Unfall war. Sie wurde ermordet, und zwar von Schülern aus dieser Klasse.«Der letzte Tag vor den Ferien in Japan. Die Lehrerin hält eine Rede über die Milch, das Regierungsprojekt Milch, philosophiert über dies und das. Viele Dinge des Monologs dienen der Vorbereitung zum Schlag. Sie wird nicht wiederkommen in diese Schule, zwei Kinder aus der Klasse sind schuld, denn die haben das Kind der Lehrerin umgebracht. Warum und wie sie es angestellt haben, verrate ich hier nicht, auch nicht, warum die Mutter nicht zur Polizei geht. Nur so viel noch: Die Lehrerin hat sich gerächt, die Milch der Übeltäter mit Blut eines Aidskranken versetzt.»Die Inkubationszeit für das HI-Virus beträgt meist fünf bis zehn Jahre, Zeit genug für euch, über den Wert des Lebens nachzudenken.«Und das ist lediglich der Anfang. Für diese Kinder geht das Leben weiter, für diese Klasse. Doch nichts ist mehr wie vorher. Pulp-Fiction pur! Ungewöhnlich ist die distanzierte Erzählweise, die japanische. Nach der Rede der Lehrerin wird die Geschichte aus verschiedenen Sichtweisen der einzelnen Personen weiterberichtet, Schüler, Lehrer, die Mutter des einen Jungen, kommen zu Wort. Leistungsdruck, fehlende Anerkennung, Mobbing, elektronische Welt, Themen, die das Schülerleben durchziehen. »Und wenn man es einmal getan hat, will man das Gefühl vielleicht wieder haben. Man braucht jemanden, den man an den Pranger stellen kann, um dieses Hochgefühl wieder zu erleben. Man hat vielleicht mit wirklich fiesen Kerlen angefangen, doch beim nächsten Mal ist man schon weniger wählerisch und dafür erfindungsreicher in seinen Anschuldigungen. An dem Punkt artet das Ganze dann praktisch in eine Hexenjagd aus – genau wie im Mittelalter. Ich glaube, wir Normalbürger haben vielleicht eine Grundregel vergessen – nämlich, dass wir eigentlich kein Recht haben, über jemand anderen zu richten.«Der Roman ist bereits 2008 in Japan erschienen, wurde verfilmt und erhielt eine Oscar-Nominierung, leider ist das Buch erst jetzt bei uns erschienen. Die Autorin hat verschiedene Perspektiven anhand der einzelnen Protagonisten je Kapitel verwandt. Hierdurch erhält man Einblick in die Seelen der Figuren, versteht die Verkettung von Ereignissen, Hintergründe. Sie spielt mit dem Leser, lässt Mitleid entstehen, Verständnis, wird dann wieder herausgeworfen, weil sich die Handlung dreht. Depression, Hinterhalt, soziopathische Züge, verhätschelte Kinder, kleine Monster, verletzte Seelen, Abgehängte im Bildungssystem, unerträgliches Mobbing, hilflose Lehrer, einzelne Situationen, die beim Lesen tief hineingehen. Mit Fassungslosigkeit liest man, kann nicht glauben, was passiert, das obendrein in einem ruhigen Tonfall vorgetragen, völlig distanziert, als wäre das alles Normalität. »Ohne Geld kam man da draußen nicht weit. Es war immer dasselbe: Die Erwachsenen erteilten einem all diese Ratschläge, aber sie begriffen diese Welt nur aus ihrer Sicht – sie konnten sich nicht daran erinnern, wie es ist, ein Jugendlicher zu sein.«Ein kluger Roman, der schockiert, nachdenklich macht über eine Welt von Leistungssystemen, die in gleicher Weise eine Heerschar kleiner Egoisten produziert. 

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  • "Gestörte Liebe,gestörte Disziplin.gestörte Erziehung,gestörte menschliche Beziehungen"

    Geständnisse
    czytelniczka73

    czytelniczka73

    19. July 2017 um 08:06

    "Es ist viel einfacher,Leute zu verurteilen,die etwas falsch gemacht haben,als selber das Richtige zu tun" Inhalt: "Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner - weder Kind noch Erwachsener - ungeschoren davonkommt." Meinung: Zu erst muss ich sagen,dass für mich ist dieses Buch viel mehr als ein Psychothriller,es ist ein großartiger Roman,der sich nicht nur mit menschlichen Abgrunden bescheftig,sondern auch Gesellschaftskritisch ist.Zwar bezieht sich die Kritik gezielt auf Japan,aber viele von den angesprochenen Themen (KIndererziehung,Erwartungen an die  Lehrer) haben auch mich nachdenklich gemacht und sind doch ziemlich universell. Der Klappentext beschreibt den Inhalt sehr treffend-ein kleines Mädchen ertrinkt,die Mutter,die als Lehrerin arbeitet,findet heraus,dass es kein Unfall,sondern ein Mord war.Da die Täter erst 13 Jahre alt sind (und das schon ist sehr erschreckend) und die Jugendgesetze sehr mild,beschliesst Yuko die Rache selbst zu nehmen und so die Gerechtigkeit zu finden.Was schon so böse anfängt,steigert sich immer weiter,bis die Situation eskaliert und die Folgen sehr gravierend und schwer zu ertragen für alle Beteiligten sind.Ich finde die Idee grandios und die Autorin hat sie auch sehr gekonnt umgesetz.Der Schreibsti ist sehr flüssig,jedes Kapitel ist aus einer anderen Sicht geschrieben und sorgt für unerwartete Wendungen.Die Geschichte ist sehr düster und vertörend,aber auch durchgehend faszinierend.Auf irgeneinewiese sind alle Beteiligten gestört und mit erschreckende Leichtigkeit werden sie zur Täter,gleichzeitig sind auch alle die Opfer von den Umständen oder eigenen Entscheidungen.Das Ende hätte ich mir doch bisschen anders gewünscht-ein Moral,eine Lehre,etwas was die Geschichte noch mal "umkrempelt" uns aus anderen Blickwinkel sehen lässt,aber auch so bleibt dieses Buch lange in meiner Errinnerung.Es ist schon bisschen erschreckend wie faszinierend menschliche Abgründe sein können...

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    • 2
  • Rache auf Japanisch

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    SillyT

    SillyT

    16. July 2017 um 09:58

    Manami ist gerade einmal vier Jahre alt, als sie bei einem tragischen Unfall stirbt. Sie war allein im Schwimmbad der Schule in der ihre Mutter unterrichtet und ertrank nach einem Sturz ins Becken. Doch am letzten Schultag vor den Ferien eröffnet ihre Mutter Yuko Moriguchi der Klasse eine grausame Wahrheit. Manami ertrank nicht bei einem Unfall, sondern wurde ins Becken geworfen, obwohl sie noch lebte. Damit löst sie eine unglaubliche Reaktion aus, denn sie wendet sich nicht an die Polizei, sondern nimmt ihre ganz eigene und sehr böse Rache.Meine Meinung:  Wieder einmal mehr machte mich ein Cover neugierig auf den Inhalt und so griff ich zum ersten Mal nach einem Buch einer japanischen Autorin. Gleich zu Beginn: diese Geschichte ist auch vom Schreibstil völlig anders, als man es aus deutschen oder amerikanischen Thrillern oder Spannungsromanen kennt, aber genau das macht auch dieses Buch aus. Denn auch wenn es durchaus vom Ton her anders erscheint, ist dieses Buch durch und durch fesselnd und der Schreibstil ist absolut flüssig zu lesen und verständlich. Dabei spiegelt sich hier allerdings auch in manch einer Situation wieder, dass die Lebensweise in Japan sich doch von unserer unterscheidet. Allein der Gedanke, eine Woche nach dem Tod des eigenen Kindes wieder zu unterrichten - für mich klang das unglaublich. Das Buch, welches schon vor einer Weile unter dem Titel Confessions verfilmt wurde, ist durchaus spannend, denn durch viele kleine Details erarbeitet sich der Leser eine ganz eigene Meinung. Die Spannung steigt hier auch durch seine unterschiedlichen Perspektiven. So ist es in sechs große Kapitel unterteilt und jedes Kapitel wird in einem anderen Stil aus einer anderen Sicht erzählt. Der erste Abschnitt ist ein reiner Monolog der Lehrerin Moriguchi, die in diesem ihrer Klasse von der Wahrheit über den Tod der Tochter erzählt. Gerade diese erste Erzählform war für mich recht gewöhnungsbedürftig, wobei ich hier absolut den Eindruck hatte, die Lehrerin vor ihrer Klasse stehen zu sehen und beim Reden zuzuhören. Das zweite Kapitel aus einer ganz anderen Sicht hat mich dann doch zunächst sehr überrascht, doch ab da wurde mir auch wesentlich klarer, welche Absicht die Autorin mit ihrer Geschichte bezweckt. Gerade durch die unterschiedlichen Perspektiven sammelt man Eindrücke und Gefühle der Beteiligten. Man baut Beziehungen auf, spürt Abneigungen zu anderen und am Ende stellt sich die Frage: wie tief können menschliche Abgründe sein? Interessant an den Perspektiven sind die Beweggründe der einzelnen Charaktere der Geschichte, die man dadurch sehr genau kennenlernt. Das meiste fand ich durchaus schlüssig, allerdings fand ich die beiden Kapitel aus der Sicht der Täter dann ein wenig konstruiert, gerade der letzte Einblick war dann etwas weniger überraschend und durch die Schilderungen, die wir schon zu Beginn durch die Lehrerin erfuhren, gab es dann auch ein paar Wiederholungen. Die Charaktere, auch wenn man sie durch die Perspektiven durchaus kennenlernt, bleiben hier eher eine Art Nebensache, denn viel mehr wird hier auf das Geschehen das Hauptaugenmerk gelegt. Minato zeigt anhand der Ereignisse menschliche Abgründe auf, die den Leser schockieren. Aber eins muss ich sagen: die Lehrerin hat mich durchaus beeindrucken können, schon in dem, was sie in der Klasse macht. Vielleicht bin ich ja auch ein rachsüchtiger Mensch? Für mich war es auf jeden Fall sehr clever, wenn auch absolut böse. Das Ende, ja, das hatte dann noch einmal einen richtigen Überraschungsmoment parat. Mein Fazit:Ein wenig anders, gerade vom Stil her, aber gerade deshalb auch etwas besonderes. Minato zeigt hier wieder einmal, wie süß Rache sein kann und läßt den Leser seine eigene Meinung bilden. Ein Buch, über das ich gar nicht zu viel verraten möchte, dass aber sehr gut aufzeigt, wie diese menschlichen Abgründe entstehen. Lesen!

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  • Verstörend und perfide, aber grandios und unbedingt lesenswert!

    Geständnisse
    Vucha

    Vucha

    09. July 2017 um 15:28

    Zum Inhalt :Die 4-jährige Manami, die Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Yuko Moriguchi, ist im Schwimmbad der Schule, an der ihre Mutter unterrichtet, ertrunken. So scheint es zumindest...Doch bald darauf kündigt Moriguchi ihre Stelle und teilt ihren Schülern mit, dass Manamis Tod kein tragischer Unfall war, sondern vielmehr ein von ihren Schülern verübter Mord. Morguchi weiß, wer die Schuldigen sind und sie möchte den Tod ihrer kleinen Tochter Manami rächen. Mit ihrem Geständnis löst Yuko Moriguchi eine dramatische Kettenreaktion aus...Meine Meinung:Kanae Minatos Roman ist in mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderes Werk.Da wären in erster Linie der Schreibstil und die Aufteilung der Erzählung. Die Autorin hat ihren Roman in 6 Kapitel eingeteilt, in denen die Ereignisse jeweils aus der Sicht eines anderen Betroffenen oder einem Familienmitglied eines Beteilgten geschildert werden. Während im ersten und im letzten Kapitel jeweils die Lehrerin Yuko Moriguchi zu Wort kommen, lernen wir in den weiteren Kapiteln die Perspektiven einer Mitschülerin, der Mutter eines der beschuldigten Schüler und der beiden Schüler kennen, die von Moriguchi des Mordes beschuldigt werden.Viele Einzelheiten werden aufgrund dieser Einteilung mehrfach geschildert und dennoch kommt keine Langweile auf, da es der Autorin perfekt gelungen ist, immer wieder weitere wichtige Details einzustreuen, die meist auch zu unerwatreten Wendungen führen. Nach und nach setzen sich auf diese Weise verschiedene Puzzleteile zu einem großen Ganzen zusammen. Auch der Schreibstil variiert von einem Kapitel zum anderen, da die Autorin den jeweiligen Protagonisten unterschiedliche Adressaten zuteilt. Während Yuko Moriguchi sich im ersten Kapitel an alle ihre Schüler richtet, wendet sich die Schülerin Mizuki im folgenden Kapitel in einem Brief an ihre ehemalige Lehrerin, bevor der Leser im dritten Kapitel die Tagebucheinträge von Naokis Mutter lesen kann.Im Laufe der Erzählung lernt der Leser die Beweggründe der einzelnen Protagonisten kennen und hier tun sich wahre menschliche Abgründe auf. Es geht um Rache, um fehlende Anerkennung, um Schuldfragen und um Gewalt. Auch dies macht den Roman zu etwas Besonderem. Man kann dieses Buch nicht einfach nur lesen... vielmehr regt es zum Nachdenken an: über unsere Gesellschaft und deren Werte, um Gerechtigkeit und darüber, wie man sich selbst wohl an der Stelle eines der Protagonisten verhalten hätte.Um es mit den Worten der Buchhändlerin zu sagen, bei der ich dieses Buch gekauft habe: "Da haben Sie sich zwei ganz besondere Bücher ausgesucht!" Zumindest was dieses Werk angeht, sollte sie Recht behalten! 😉

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  • Geständnisse

    Geständnisse
    lenisvea

    lenisvea

    03. July 2017 um 21:37

    € 16,99 [D] inkl. MwSt. € 17,50 [A] | CHF 22,90* (* empf. VK-Preis) Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-570-10290-9 Erschienen: 27.03.2017 Zum Buch: https://www.randomhouse.de/Buch/Gestaendnisse/Kanae-Minato/C-Bertelsmann/e478612.rhd Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt. Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten. Meine Meinung: Ich bin auf das Buch durch die vielen positven Meinungen aufmerksam geworden. Freundlicherweise wurde mir das Buch dann vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr gut gelungen. Sie konnte mich auch direkt fesseln. Der Schreibstil war für mich aĺlerdings erst etwas gewöhnungsbedürftig und die japanischen Namen machten es schwierig, das Buch flüssig wegzulesen. Die Geschichte wird jeweils aus den Perspektiven der betroffenen Personen erzählt. Ich fand es nur verwirrend, erst einmal herauszufinden, wer gerade zu Wort kommt. Da wäre es mir eine Hilfe gewesen, wenn es beim betreffenden Kapitel dabei gestanden hätte. Im Mittelteil hatte das Buch meiner Meinung nach einige Längen, aber zum Ende hin kam eine überraschende Wendung nach der anderen und das Ende hat noch Einiges wieder gutgemacht, auch wenn es teilweise doch etwas konstruiert wirkte. Es ist wirklich erschreckend, wie solch ein Ereignis mehrere Familien zerstören kann. Alles in allem hat mir dieses Buch trotz einiger Längen recht gut gefallen, es war mal etwas ganz anderes. Ich kann daher eine klare Kauf- und Leseempfehlung geben und von mir bekommt das Buch 4 Sterne.

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