Geständnisse

von Kanae Minato 
4,3 Sterne bei171 Bewertungen
Geständnisse
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Positiv (139):
J

Vorhersehbar und trotzdem schockierend überraschend !

Kritisch (10):
mariameerhabas avatar

Es ist spannend, aber nach dem Lesen beginnt man schnell alles wieder zu vergessen.

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Inhaltsangabe zu "Geständnisse"

Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner - weder Kind noch Erwachsener - ungeschoren davonkommt.

Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783570102909
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:C. Bertelsmann
Erscheinungsdatum:27.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    J
    JayLavor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Vorhersehbar und trotzdem schockierend überraschend !
    Sehr gelungen

    Geständnisse Ein Buch was mich von der ersten Sekunde nicht mehr los gelassen hat, direkt am Anfang hatte ich einen Klos im Hals . Was wahrscheinlich normal ist , Kinder sind irgendwie ne tabuzone die noch mehr weh tut, als wenn es ein erwachsener ist. Die Lehrerin und Mutter Moriguchi Überzeugte mich mit Ihren taten und ihren Schmerz, was völlig verständlich war . Obwohl am Anfang das Gefühl rüber kam , das sie sehr mechanisch war . Was man aber nachvollziehen kann , das man unter Schock steht aber funktionieren muss . Das einzigste was etwas störend in diesem kopfkino war, waren die Monologen die aneinander gereiht waren und das die Perspektiven sich änderten . Aber die Mischung zwischen vorhersehbar und verblüffend war berauschend. Es haperte zwar mit dem Schreibstil , aber im großen und ganzen war das Buch spannend und hielt das Versprechen was ich erwartet hatte. Das Ende war schockierend . Viele werden den Film kennen und wenn ich den Film mit dem Buch vergleichen soll , bin ich 101 Prozent bei dem Buch obwohl der Film ziemlich am Original angelehnt ist . Eine lese Empfehlung ist es Aufjedenfall .

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    S
    sophia22vor einem Monat
    Kurzmeinung: Heftig und brutal - eine Geschichte über die Schattenseiten vom Leben der Kinder und Erwachsenen.
    Rezension zu "Geständnisse" von Kanae Minato

    Moriguchi ist eine gewissenhafte Lehrerin an einer Mittelschule in Japan. Sie nimmt ihren Beruf sehr ernst und sieht es als ihre Aufgabe, ihre Schülerinnen und Schüler zu leiten und sie zu beschützen. Sie hat eine kleine Tochter, Manami, die sie alleinerziehend voller Hingabe liebt. Doch dann geschieht ihr der Alptraum einer jeden Mutter: Ihre Tochter wird tot aufgefunden. Und zwar im Schwimmbecken der Schule, in der Moriguchi unterrichtet. Moriguchi beschließt, die Schule und damit ihre Schülerinnen und Schüler zu verlassen. Doch nicht ohne etwas zu hinterlassen: Sie hält vor der Klasse einen Abschiedsvortrag. Sie erzählt von ihrem Kind, dessen Vater, von Jugendjustiz und schrecklichen Verbrechen, begangen von scheinbar lieblichen Kindern. Und was am allerschlimmsten ist: Moriguchi lässt den Tod ihrer Tochter noch einmal Revue passieren und klärt ihre Schülerinnen und Schüler darin auf, dass es sich um keinen Unfall handelte, sondern um Mord, begangen von zwei Schülerinnen oder Schülern, die sich in diesem Moment in der Klasse befinden.

    Ich habe schon einige japanische Romane gelesen und es hat mich keineswegs überrascht, dass es sich auch bei diesem um ein ausgeklügeltes, brutales und makaberes Buch handelte. Einerseits erschütterte es mich in so vielerlei Hinsicht und andererseits öffnete es mir die Augen für manche Dinge.

    Der Schreibstil war gut und in Ordnung, jedoch keineswegs einer, der mit großer Bedeutung hervorgehoben werden müsste. Gefallen hat mir, dass man sich sehr gut in die Figuren hineinversetzen konnte und fühlen konnte, was sie fühlten. Auch, dass die Handlungsweisen der Personen am Ende zwar nicht logisch, aber nachvollziehbar wirkten und das Ende einem wirklich die Sprache verschlägt.

    Daher vergebe ich an das Buch 3 von 5 Sternen. Alles in allem empfehle ich das Buch nicht an jene, die sich nicht gerne mit angewandter Brutalität an Kindern befassen und psychotische Spielchen eher abstoßend als spannend empfinden. Doch für alle anderen, denen es nach etwas Einzigartigem, Ausgeklügeltem und Heftigem gelüstet, für die könnte dieser Roman zur echten Abwechslung und Begeisterung dienen. 

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    Zombodys avatar
    Zombodyvor 2 Monaten
    Eiskalter Psychothriller!

    SCHOCKIEREND! Nicht nur das Buch selbst, sondern auch das ich fast nichts in der Bloggerwelt von diesem kleinen Thrillerschatz  gesehen habe. Nur Dank der großartigen Nessi bin ich überhaupt darauf aufmerksam geworden & holy moly, THANK GOD!

    Diese knapp 300 seitige Geschichte ist ein Paradebeispiel für einen wirklich gut durchdachten Psychothriller. Mit den verschieden Erzählperspektiven nimmt auch die Erzählform noch einen besonderen Teil der Spannung ein & trotz der vielen verschiedenen Informationen wurde ich wieder & wieder überrascht. Zudem beherrscht Kanae Minato  jede ihrer Erzählformen, haucht den zunächst unnahbaren Charakteren den nötigen Gruselfaktor ein & hinterließ bei jedem Kapitel das Gefühl von Beklemmung, Angst und den Zwang weiterlesen zu müssen. 

    Das erste Kapitel ist ein reiner Monolog und war für mich nicht die beste Art des Erzählens, doch inhaltlich war es an Fassungslosigkeit kaum zu steigern. Danach folgen Erinnerungen, (Folge-)Ereignisse und Gedanken der Täter. Oder Opfer? Hier gibt es keine Schubladen – Charaktere, hier gibt es nur Taten die wie Dominosteine, einer nach dem anderen, fallen. Und dabei bleibt das Ganze dann auch noch irgendwie distanziert. Man schaut nur zu, was für mich das Gesamtkonzept vollendet. 

    Und dann dieses Ende. Es ist ein bisschen offen, aber es passt auch wieder in dieses Konstrukt des nie endenden, heimtückischen Karussells. 

    Das Cover .. ich finde es wirklich schön. So schlicht & doch auch wieder so unheimlich, nur passt es für mich nicht so richtig zur Geschichte, außer ich interpretiere einfach ein bisschen herum. 

    Schlussendlich  denke ich, wird mir dieses Buch noch eine Weile im Kopf erhalten bleiben & ich bin mir sicher, dass ich irgendwann noch einmal danach greifen werde. So ist es für mich ein Highlight & eine ganz klare 5 von 5 Punktlandung!

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    _Sahara_s avatar
    _Sahara_vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine einfach gestrickte Geschichte, aber so schockierend und spannend!
    Schockierend

    Inhalt:

    Die 4-jährige Manami Moriguchi wird tot im Schwimmbad einer Schule aufgefunden. Ihre Mutter ist Lehrerin an der Schule und ist sich sicher, Manami wurde umgebracht. Sie hat auch einen Verdacht, wer das kleine Mädchen auf dem Gewissen hat. Naoki und Shuya, zwei Schüler aus ihrer Klasse. Da Moriguchi nicht darauf vertraut, dass die Justiz die beiden Jungen ausreichend bestrafen kann, plant sie eine Rache, die eine fatale Kettenreaktion auslöst.

    Meinung:

    Zunächst bin ich durch das simple Cover auf das Buch aufmerksam geworden. Die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken hat mich dann endgültig neugierig gemacht. Ich habe bisher kein Buch von einer japanischen Autorin/ eines japanischen Autors gelesen, welches dann auch noch in Japan spielt. Eine Premiere sozusagen.

    Mir hat der Aufbau des Buches ganz gut gefallen. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Das Buch beginnt mit den Erzählungen von der Lehrerin Moriguchi und endet auch mit ihr. Außerdem kommen die mutmaßlichen Mörder, Klassenkameraden und Außenstehende zu Wort. Mich hat diese Darstellungsweise sehr überzeugt. Nach und nach haben sich mehr Puzzleteile zusammengesetzt, bis es am Schluss ein erschreckendes Gesamtbild ergab. Die Geschichte lebt nicht von der Spannung, da man weiß was passiert ist. Aber erfährt erst nach und nach wie es dazu kommen ist und was wirklich dahinter steht. Und das macht die Geschichte so interessant.

    Ich kenne mich mit der japanischen Kultur und Lebensweise nicht gut aus. Ich weiß nur Dinge, die man sich über Japan erzählt. Dass die Menschen sehr freundlich, aber zurückhaltend sind. Sie sind Arbeitstiere, arbeiten von morgens bis abends und haben kaum Urlaub. In Japan geschehen die wenigsten Morde, auch das hatte ich vor und während dem Lesen im Sinn. Umso schockierter war ich über diese Geschichte. Kinder können grausam sein, dass ist nichts neues. Aber zu was sie fähig sein können, um Anerkennung und Liebe zu erhalten, ist erschreckend. In dem Buch geschehen viele Ungeheuerlichkeiten, die mich teilweise sprachlos gemacht haben. Mit der Sichtweise und Einstellung die hier beschrieben wird, kann ich nicht viel anfangen. Es ist eine ganz andere Mentalität, die man nur schwer nachvollziehen kann. Ich nehme an, es denken nicht alle Japaner so und es gibt auch andere.

    Fazit:

    Eine simple Geschichte, mit großer Wirkung. Sehr schockierend und gut geschrieben!

    ©_Sahara_

    Kommentare: 5
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    Jasmin_Garbois avatar
    Jasmin_Garboivor 3 Monaten
    Der Wahnsinn beginnt

    Rezension
    Geständnisse von Kanae Minato aus dem C.Bertelsmann Verlag.
    Ist überall erhältlich als Hardcover und EBook. U
    Klappentext:
    Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.
    Meinung: Das, das Buch heftig wird hab ich mir gedacht, aber das es so verstörend wird, eher nicht. Die Handlung fängt ganz harmlos an ,wo die Lehrerin Moriguchi verkündet das sie aufhören wird, als Lehrerin zu arbeiten. Ein ganz wichtiger Grund weil, ihre 4 jährige Tochter ertrunken ist . Sie hält einen langen Vortrag über ihr Leben uvm, in der Szene liest man nur was sie sieht und antwortet auf einige Fragen der Schüler, aber explizit wird die Szene nicht erleuchtet um die Spannung hoch zu halten . Dennoch war dieser einseitige Monolog gewöhnungsbedürftig, aber der ging nur das erste Kapitel lang das bis 60 Seiten hielt. So wie die Schüler im Raum wurde ich immer aufgeregter und so schockierender das angeblich 13 Jährige , ein kleines Mädchen umgebracht haben sollen und noch es sollen zwei aus ihrer Klasse sein.Ist das Wahr ? Das müsst ihr selbst heraus finden. Die Kapiteln sind aus der Sicht mehrere Beteiligten beschrieben und das bringt die Wahrheit ans Tageslicht und wie Krank manche Menschen so früh im Kopf sind , die Geschichte zeigt deutlich , was die Gesellschaft und die Eltern aus einem machen. Aber auch das Kinder nicht gleich unschuldig rein sind und einiges bewusst machen . Die Charaktere in dem Buch sind sehr tiefgründig besonders , die Täter/der Täter man blickt so tief in ihr Innersten und sieht , was sie fühlen und bekommen die Antworten auf das Warum , aber dadurch wurde es nicht besser. Nein , es war einfach nur Traurig, weil sie so eine verstörte Wahrnehmung hatten, das sie in ihrer Welt waren. Dadurch wurde ich selber zurück versetzt und hab nach gedacht wie ich mit 13 war. Nichts desto trotz erfährt man hier viel von der japanischen Gesellschaft und einfach die Justiz die Minderjährige Straftäter nicht mit strenge vergelten. Aber nicht nur die Schüler waren so heftig sondern, auch die beiden Lehrer. Moriguchi hat vieles durchgemacht und war wirklich eine gute Lehrerin , aber das was sie getan hat das war heftig , ich weiß nicht ob das Gerecht war , in ihren Augen klar , in den Augen einer Mutter . Aber das war so Krank , das es mich wach geschüttelt hat . Das schlimme dran ich vertrat ja auch die Meinung , Böses mit bösem vergelten, doch das Buch hat mir gezeigt das man dadurch nicht besser ist im Gegenteil , ich war so wütend auf Sie . Ich war so geschockt und dachte nur das hätte ihre Tochter nicht gewollt und ihr Mann. Der neue Lehrer ihrer Klasse hat mich so genervt mit seiner kumpelhaftigen Art , die völlig deplatziert war .Er hat dadurch eine Kette von Ereignissen ausgelöst die wirklich verheerend für jemanden war. Wie kann man nur so ein Trampel sein. Die Mutter eines Schülers war der Oberhammer zuerst hab ich gedacht , die steht bedingungslos hinter ihren Kind und was sie da machen wollte , einfach Krank , entsetzlich die Konsequenz hat sie bekommen und wie , müsst ihr Lesen. Ja ,das Buch bringt einen zum Nachdenken und zu überlegen , was in dieser Welt schief geht schon lange. Und wo die Liebe geblieben ist in der Familie , es hat mich wirklich traurig gestimmt das so viele Familien kaputt sind von innen. Wie kann ein Kind diesen Teufelskreis entkommen aus Erwartungen und Vorstellungen der Menschen die sie prägen. Liest dieses Buch und habt eine nachdenklich , aufregende Zeit. Ich empfehle es Euch zu 100%.
    Das Setting spielt die meiste Zeit in der Schule aber auch bei den Protagonisten zu Hause .Das Cover passt zum Inhalt der blutige, sündige Apfel.

    Danke an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar .Das beeinflusste nicht meine Meinung.

    5🐉🐉🐉🐉🐉 von 5 Drachen

    Jassy

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    paperloves avatar
    paperlovevor 3 Monaten
    Verstörend

    Meine Rezension findet ihr auch auf:
    https://mrspaperlove.blogspot.com

    Ich glaube, das war nach „Battle Royale“ erst mein zweiter Roman überhaupt aus dem asiatischen Raum und ich war sehr gespannt darauf, inwiefern sich die Kultur einerseits in der Geschichte selbst zeigen wird, sich aber andererseits auch auf den Erzählstil auswirkt. Eines wurde dabei sehr deutlich: Die Japaner gehen mit ihren Charakteren nicht zimperlich um, denn wie bereits in „Battle Royale“, war auch „Geständnisse“ auf subtile Art sehr viel düsterer, als ich es von europäischen oder amerikanischen Thrillern gewohnt bin. Ich kann dabei gar nicht mal richtig mit dem Finger darauf deuten, was ich damit meine, aber mich hat während des gesamten Buches ein sehr beklemmendes Gefühl begleitet, dass durch die teilweise schon sehr verstörenden Geschichten der einzelnen Charaktere verursacht wurde, ohne dass diese so reisserisch ausfielen, wie man es aus amerikanischen Thrillern gewohnt ist.

    Das erste Kapitel fängt direkt schon sehr zermürbend an. An dieser Stelle muss ich allerdings erwähnen, dass es mir fast unmöglich erscheint, überhaupt irgendetwas zum Inhalt des Buches zu sagen, ohne nicht zumindest einen kleinen Spoiler zu erwähnen. Ich beschränke mich hierbei aber ausschliesslich auf das erste Kapitel (das auch schon in der offiziellen Inhaltsangabe angerissen wird), so dass ihr die ganzen restlichen Kapitel spoilerfrei geniessen könnt.
    Wir lernen zuerst die Klassenlehrerin Yuko kennen, aus deren Perspektive das erste Kapitel geschildert wird. Sie spricht dabei direkt zu ihrer Klasse und erzählt, wie ihr erst 4-jährige Tochter von ausgerechnet zwei ihrer Schüler umgebracht wurde. Statt die beiden anzuzeigen, hat sie sich als „Bestrafung“ etwas ganz Anderes ausgedacht und die beiden durch einen perfiden Plan zu einer Art „psychischer Folter“ gebracht, die massgeblich an den Entwicklungen der darauffolgenden Handlung beteiligt ist.
    An dieser Stelle musste ich schon einmal schwer schlucken, denn was sich die Lehrerin (oder besser gesagt die Autorin) da ausgedacht hat, wäre mir nie im Leben in den Sinn gekommen und ist schlicht und ergreifend als krank zu bezeichnen. Trotzdem fand ich ihren Plan etwas weit hergeholt und hatte schon von Anfang an meine Zweifel, ob das, was sie sich als Bestrafung ausgedacht hat, in der Realität überhaupt funktionieren kann. Und meine Zweifel waren berechtigt, wie es sich am Ende herausstellt.
    Nach diesem äusserst verstörenden, aber gleichzeitig neugierig machenden Anfang, wird in den darauffolgenden Kapiteln jeweils aus der Sicht von allen direkt oder indirekt beteiligten Charakteren erzählt, wie es ihnen vor dieser Szene im Klassenzimmer ergangen ist und wie es nach Yukos Verkündung, dass sich zwei Mörder in der Klasse befinden, weitergegangen ist. Dabei kommen auch die beiden Hauptverdächtigen zu Wort und man erfährt nach und nach, was in ihren Köpfen vorgegangen ist – und das grenzt wahrlich schon an Psychopathie.

    Während man die einzelnen Charaktere besser kennenlernen konnte, habe ich mich aber je länger je mehr gefragt, wo die Geschichte eigentlich hinführen soll und wie sie überhaupt enden soll. Das passiert dann leider irgendwie unbefriedigend und abrupt. Minato zeigt zwar, dass sie das Talent für subtile Bösartigkeit in Worte fassen kann, aber mir hat insgesamt ein roter Faden gefehlt. Das alles wirkte auf mich letztendlich so unfertig und nicht richtig abgerundet. Es war zwar erschreckend zu sehen, welches Ausmass dieses „Experiment“ der Klassenlehrerin für Folgen hatte, aber so richtig glaubhaft kamen mir die Handlungen nicht rüber. Vielleicht liegt das aber auch an den Kulturunterschieden, dass mir einiges so haarsträubend und unrealistisch vorgekommen ist und in Japan sind diese Begebenheiten gebräuchlich.

    Fazit: Die Geschichte glänzt vor allem mit ihrer verstörenden, subtilen Bösartigkeit, die man nicht so recht glauben will, folgt dabei aber leider keinem ersichtlichen roten Faden. Das Buch ist dadurch zwar einerseits kurzweilig und liest sich schnell weg, wird mir andererseits aber vermutlich nicht sehr lange im Gedächtnis bleiben. Deshalb vergebe ich dem Buch 3.5 Sterne.

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    FrauSchafskis avatar
    FrauSchafskivor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Die unterschiedlichen Erzählformen haben ihren Reiz, nach und nach ergibt sich ein überraschendes Gesamtbild
    Eine Gesellschaft der Pflichterfüllung

    Die japanische Kultur übt auf mich schon länger eine ganz eigene Faszination aus. Umso schöner, dass immer mehr japanische Autoren auch in Deutschland veröffentlicht werden. „Geständnisse“ gehörte im vergangenen Jahr zu den Werken, die besonders im Rampenlicht standen. Und obwohl das Buch nur gute 250 Seiten misst - die haben es in sich.

     

    Unterteilt sind die wenigen Seiten in unterschiedliche Erzählperspektiven, die sich alle um ein Ereignis drehen: Der Tod eines kleinen Mädchens im Pool einer Schule. Scheint offenkundig klar zu sein, dass das Kind versehentlich ins Wasser gefallen und ertrunken ist, so zeichnet sich nach und nach ein ganz anderes Bild. Besonders auffällig sind die unterschiedlichen Erzählformen, die den einzelnen Perspektiven unterliegen. Angefangen bei einer Rede, wechseln sie über Brief, Tagebucheintrag, Traumsequenz, Testament hin zum Telefonanruf. Das ist eine äußerst ungewöhnliche Art, eine Handlung aufzubauen, aber sie funktioniert ganz wunderbar. Zumindest, wenn der Leser bereit ist, die Leerstellen zwischen den einzelnen Perspektiven selbst zu füllen. Und so erfährt man nicht nur, welche Umstände zum Tod des kleinen Mädchens geführt haben, sondern erhält auch ein ziemlich guten Eindruck der japanischen Gesellschaft. Einer Gesellschaft des Leistungsdrucks und der Pflichterfüllung. Wer hier seine Rolle nicht spielt, wird über kurz oder lang geächtet und ausgestoßen.

     

    Fazit: Das ist schon ganz schön gut, was Kanae Minato hier geschrieben hat. Am spannendsten finde ich die Kombination der unterschiedlichen Erzählformen, die in dieser Zusammensetzung überraschend gut funktionieren. Mein Eindruck ist insgesamt zwar nicht ganz so überschwänglich, wie bei vielen anderen, aber gute 4 Sterne sind allemal drin.

     

    Kommentare: 4
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    mariameerhabas avatar
    mariameerhabavor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Es ist spannend, aber nach dem Lesen beginnt man schnell alles wieder zu vergessen.
    Popcornactiongeschichte ohne Tiefe

    Ich muss zugeben, dass ich das Buch in wenigen Tagen gelesen habe, was selten vorkommt. Wenn man sich an den anfänglichen Stil gewöhnt, liest sich die Geschichte schnell hinunter und baut auch richtig gut Spannung auf. Man will wissen, wie die Lehrerin ihre Rache ausübt und ist total gespannt darauf, wie sich ihr Plan entfaltet.

    Doch der trockene Stil macht alles echt schwierig. Kanae Minato will mit ihren Figuren keine Nähe zum Leser aufbauen, sondern treibt sie von einer Handlung zur nächsten, und es fühlt sich so an, als würde man sich einen Actionfilm im Kino ansehen, in der man von einer Explosion zur nächsten gejagt wird. Entsteht einen Moment lang die Möglichkeit, dass man eine Figur langsam liebgewinnt und sie zu verstehen lernt, kommt sofort der nächste Perspektivenwechsel und man muss sich neu orientieren, kennt die Handlung, liest eine Wiederholung und schafft es kaum, Nähe zu der Figur aufzubauen. Es funktioniert einfach nicht und das ist das große Makel dieses Buches: Die Figuren sind nur ein Teil der Handlung und sind nicht da, damit man mit ihnen fühlt, miterlebt, zu ihnen wird. Das ist ein Buch, das man sich zwischendurch liest, zwischen zwei guten Büchern, um sich von ihnen zu erholen, und das ist kein Buch, das man ein zweites Mal lesen möchte. Mein Exemplar habe ich nach dem Lesen einfach entsorgt.

    SPOILER: Was die Handlung betrifft. Die Lehrerin macht einen Plan und er entfaltet sich problemlos. Da gibt es keinen Konflikt, kein Hindernis, nichts, das diesen einen Moment erzeugt, in der man inne anhaltet und sich Sorgen über die Protagonisten macht. Es ist fast so wie in einem B-Movie, in der ein Held dem Bösewicht sagt, er bringe ihn mit einem Kopfschuss um, und nach einige Szenen macht er genau das. Was man erwartet, erfüllt sich, und am Schluss hält man das Buch ziemlich ahnungslos in der Hand und fragt sich, was jetzt? Also nein, das ist kein Buch, das ich ein zweites Mal lesen würde. Will man eine Popcorngeschichte ohne Tiefe lesen, ist man hier richtig. Ihr Handwerk ist zwar sauber, wahrscheinlich wurde daraus damals ein Bestseller, aber in der Literaturgeschichte ist es nur ein weiteres Müllbuch, das man bald komplett vergessen wird.

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    Betsys avatar
    Betsyvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein absolut gelungenes psychologisches Drama, das unter die Haut geht und den Leser am Ende fassungslos zurücklässt!
    Zeit der Erkenntnis

    Als die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi im Schulschwimmbecken ertrinkt, verlässt diese kurze Zeit darauf die Schule. An ihrem letzten Arbeitstag legt sie allerdings noch vor den Schülern ihrer Klasse offen, dass es kein tragischer Unfall war, sondern Mord, und die Schuldigen sich unter ihnen befinden. Es folgt eine letzte Lektion der Lehrerin an ihre Schüler mittels einer Ansprache die tiefe Einblicke gibt und deren Konsequenzen weitreichender sind als gedacht, denn ihre Rache lässt auch (vermeintlich) Unschuldige nicht verschont.

    Ein Buch, das ja einen regelrechten Begeisterungssturm auslöste und, wie ich selbst nach Beendigung der Geschichte nun sagen kann, dass durchaus zu Recht. Zu Beginn heißt es allerdings ein wenig durchhalten, da gerade das 1. Kapitel mit dem Monolog der Lehrerin Moriguchi zwar den Grundstein dieser Geschichte legt, aber doch recht langatmig ausfällt und nicht ganz einfach zu lesen ist. Es heißt darum beim Lesen aufmerksam zu bleiben um nichts zu verpassen. Erst wenn man ein lückenloses Bild auf das ganze Drama erhält, das sich hier nach und nach offenbart, wird allerdings klar wie gut der Anfang gewählt wurde. Der Stil der Autorin ist definitiv anders als erwartet und zugleich besticht er gerade dadurch, dass sie wenig Aufwand betreibt um eine überzeugende und unter die Haut gehende Geschichte zu präsentieren.

    "Menschen haben ein grundlegendes Bedürfnis nach physischem und emotionalem Freiraum, und das Verlangen, ein anderes Leben auszulöschen, kann entstehen, wenn die Grenzen des Freiraums verletzt werden."

    Die Handlung besteht aus verschiedenen Sichtweisen von beteiligten Personen, die alle in anderer Form (Tagebucheinträge, Brief, Blog,...) erzählen was vor und nach dem Tod der Lehrertochter passiert ist und wie die Betroffenen nach Moriguchis Ansprache mit der Situation umgehen. Dabei wird zwar vieles wiederholt, stellt sich allerdings mit wechselndem Blickwinkel immer etwas anders dar und offenbart immer mehr Hintergründe. So erhält man ein immer komplexeres Bild, vor allem was die Beweggründe jedes einzelnen hier angeht. Das Ganze wird daher immer beklemmender je mehr Einblicke und Details man erhält, denn auch die Täter legen ihre Geschichte und Antriebe offen. Obwohl die Geschichte dennoch recht nüchtern erzählt wird, wirkt sie vielleicht gerade deshalb so verstörend und fesselnd auf den Leser, weil man manche Dinge durchaus nachvollziehen kann und sich teilweise in einem echten Zwiespalt befindet was nun richtig und falsch ist, ohne allerdings emotional zu sehr Anteil zu nehmen. Sehr authentisch wird geschildert wozu Menschen fähig sein können, wenn die Umstände sich ändern und unsere Gefühle involviert sind. Ein gefährliches Spiel aus Rache und nimmt seinen Lauf und letztendlich ist die Schuldfrage gar nicht so einfach zu beantworten wie es auf den ersten Blick scheint.

    "Wahrscheinlich braucht jeder Mensch Anerkennung, jeder will doch mal gelobt werden. Aber etwas Gutes und Bemerkenswertes zu tun ist nicht einfach. Es ist viel einfacher, Leute zu verurteilen, die etwas falsch gemacht haben, als selber das Richtige zu tun."

    Wie erschütternd und gelungen das Buch allerdings wirklich ist, zeigt sich letztendlich erst, wenn man den letzten Satz gelesen hat und sowohl atemlos, schockiert als auch beeindruckt zurückbleibt. Eine aufwühlende Geschichte, die zahlreiche interessante Aspekte bereithält, aufzeigt wie perfide Rache sein kann und zum Nachdenken anregt, denn sie zeigt, dass es manchmal nicht viel braucht um jemanden zu töten, wenn auch aus den verschiedensten Gründen heraus.

    Neben der Geschichte selbst ist diesmal auch die deutsche Covergestaltung mit dem Sinnbild des Apfels wirklich toll gewählt, der eine unglaubliche Symbolkraft bietet, die für diese Geschichte nicht passender hätte sein können, muss man doch zugleich an die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis denken.

    Fazit: Ein psychologisches Gesellschaftsdrama vom Feinsten, das definitiv an die Substanz geht und letztendlich die Frage aufwirft, ob es überhaupt eine Rechtfertigung geben kann einem Menschen das Leben zu nehmen bzw. es zu zerstören. Hier wird gekonnt aufgezeigt, dass nichts so einfach ist wie es auf dem ersten Blick scheint. Am Anfang heißt es ein wenig durchhalten, aber kurz danach zieht einen die Geschichte völlig in ihren Bann, legt offen wie komplex Dinge sind und wie unterschiedlich sie wahrgenommen werden, da man nie in die Haut eines anderen schlüpfen kann und alles recht subjektiv wahrnimmt. Stück für Stück offenbart sich das ganze Ausmaß einer Rache, die perfide und gänsehautmäßig ausfällt. Das Ganze geht tiefer als erwartet und ist spannender als man zu Beginn auch nur ahnt. Eine Geschichte mit Fokus auf die Gesellschaft Japans, die aber generell einen sehr authentischen Einblick in die Natur des Menschen gibt, hier anhand von Schülern, Lehrern und der eigenen Familie, egal ob in Japan oder anderswo. Die Geschichte geht der Frage nach was und zu dem macht was wir letztendlich sind und wie weit wir für gewisse Dinge gehen würden. Ein Buch, das vielleicht kein klassischer Thriller ist, aber dennoch unter die Haut geht, sich vom Rest der Masse deutlich abhebt und erst am Ende seine ganze Brillanz offenbart. Absolute Leseempfehlung!

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    Haliaxs avatar
    Haliaxvor 4 Monaten
    Ein Experiment, das eskaliert.

    Eine Schule, eine Lehrerin, ein Mord und ein Experiment. Die Tochter der Lehrerin Moriguchi wird ermordet. Moriguchi weiß, wer hinter der grausamen Tat steckt und versucht es ihnen heimzuzahlen. Was als soziologisches Projekt beginnt, löst eine Lawine an Ereignissen hervor, die keiner ahnen konnte.

    Geständnisse von Kanae Minato ist ein japanischer Roman, der sich in Abschnitte unterteilt. Die Abschnitte werden zum einen unterschiedliche erzählt (Tagebucheintrag, Vortrag, usw.) und zum anderen enthalten sie jede einen anderen Charakter. Zumeist werden Teile der Geschichte wiederholt, nur aus einem anderen Licht betrachtet. Manche Stellen werden somit langatmig, weil man sie mehr als einmal erzählt bekommt.

    Im ersten Abschnitt fällt sofort die Andersartigkeit der japanischen Kultur auf. Ich kann nicht sagen, ob es der Realität entspricht oder ob es reine Fiktion ist. Sollte ein Lehrer Aufgaben haben, wie in diesem Buch dargestellt wird, bin ich von dem Kulturunterschied schockiert.

    Von einen schockierenden Teil zum nächsten. Das Experiment hat sehr dramatische Ereignisse ausgelöst. Während man die Ereignisse erzählt bekommt, hatte ich das Gefühl, das es zu dramatisiert wurde. Bis es zum Schluss einen richtigen Knaller gibt und ins Unrealistische abdriftet. Für mich fällt es schwer sich vorzustellen, dass sich das Experiment in diesem Ausmaß entwickeln würde.

    Fazit
    Durch die spannenden Ereignisse fliegt man teilweise durch das Buch. Es gibt einige Stellen, die sich wiederholen und den Lesefluss verlangsamen. Die Ereignisse, die das Experiment verursacht, sind für meinen Geschmack zu unrealistisch, tragen aber positiv zur Spannung bei.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Insider2199s avatar

    Wir haben beschlossen in der INSIDER-Voting-Challenge zusammen "Geständnisse" von Kanae Minato zu lesen. 

    Wir beginnen ab nächster Woche (oder schon sofort) und lassen uns bis zum Ende des Monats Zeit, um es zu beenden. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man ein Los dafür. 

    Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen! 


    Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.    


    Vielleicht könnt ihr ne kurze Info geben, wann ihr mit Lesen anfangen wollt. Danke. 

    Viel Spaß uns allen :)
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