Rezension zu "Die Unsichtbaren" von Karel G. van Loon
Worum geht es:
Min Thein muss früh im Leben erfahren, dass das Leben eben nicht immer gerecht ist. Schon als Kind kommt er mit dem Tod, und der emotionalen Distanz seiner Eltern in Kontakt und lernt wohl oder übel damit umzugehen. Doch erschwerend zu diesem persönlichen Verlust, kommt der Ort hinzu in dem er aufwächst: Birma, die ehemalige englische Kolonie. Ein Land das vom Freiheitskrieg zerrüttet und von den politischen Strukturen geschwächt ist. Ein Land in dem Angst, Gewalt, Willkür und Zensur an der Tagesordnung sind. Ein Land, in dem die eigene Meinung vertuscht werden muss, um sich selbst keine Steine in den Weg zu legen.
Dort wächst Min Thein auf, dort lernt er eine Frau kennen die ihn schwer beeindruckt und dort lernt er eine andere Frau kennen, die er heiraten wird. Er wird Anwalt, gerät in den Fokus der Obrigkeit und entschließt sich letztendlich zu fliehen. Auch auf die Gefahr hin, diese Flucht vielleicht nicht zu überleben.
Meine Meinung:
Leider werden Bücher wie dieses viel zu selten gelesen. Sie werden von den Massen von Thrillern, Jugendbüchern und Fantasyromanen in den Hintergrund gedrängt, obwohl ihr Inhalt ebenso vielseitig ist, wie der anderer Bücher aus dem Unterhaltungsgenre.
Über solche Themen wird einfach zu wenig gesprochen, und auch ich die ich mich viel mit Gesellschaftskritik und Weltgeschehen beschäftige, hätte auf Anhieb absolut nichts über die Zustände in Birma sagen können. Umso erschrockener war ich nach dem Lesen dieses Buches, wie die Geschichte dieses Landes so an mir vorbei gehen konnte.
Das Buch hat mich wirklich tief bewegt und das nicht nur wegen der etlichen wunderschönen Sätze und Lebensweisheiten, Anekdoten aus dem Buddhismus und der Toleranz die die Menschen in diesem Buch ausleben, sondern auch wegen dem "willkürlich ausgewählten" Einzelschicksal von diesem Mann, der mit seiner Geschichte das Leid eines ganzen Landes repräsentiert. Es sind die kleinen Dinge, die einen zum Nachdenken anregen.
Teilweise zieht es sich, wiederholt sich oder ließ mich mit den Gedanken abschweifen, weshalb ich dem Buch "nur" 4 Sterne gebe. Dennoch, ich empfehle das Buch jedem, der mal über seinen Tellerrand gucken möchte, denn das Leben das wir führen ist sowas von nicht selbstverständlich für Millionen von Menschen auf diesem Planeten.