Karen Armstrong Die Geschichte von Gott

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Inhaltsangabe zu „Die Geschichte von Gott“ von Karen Armstrong

Wer oder wie ist Gott? Die britische Religionswissenschaftlerin zeichnet die faszinierende Entwicklungsgeschichte der Gottes-Suche von den mythologischen Anfängen bis heute nach. Dabei kommt sie zu dem Ergebnis, dass die Menschen zu allen Zeiten das Bild von Gott nach ihren eigenen Bedürfnissen geformt haben. Das gilt für die drei monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam –, aber auch für andere religiöse Vorstellungswelten.

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  • Rezension zu "Die Geschichte von Gott" von Karen Armstrong

    Die Geschichte von Gott

    WinfriedStanzick

    06. November 2012 um 13:07

    Die frühere katholische Nonne Karen Armstrong gilt heute als eine der führenden Religionswissenschaftlerinnen der Welt. In vielen ihrer Bücher fragte sie immer wieder wie in dem vorliegenden Opus Magnum: Was oder wer ist Gott? Bei ihrer Beschäftigung mit dieser zentralen Frage der Menschheit gelangte die Autorin zur Überzeugung, dass Menschen zu allen Zeiten das Bild von Gott nach ihren eigenen Bedürfnissen geformt haben. Armstrong untersucht ausführlich die religiösen Erfahrungen und Gottesbilder der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam, bietet allerdings auch Ausblicke auf andere religiöse Vorstellungswelten wie den Hinduismus. Die zentrale These lautet: Eine neue Religion mit einem neuen Gott setzt sich nur durch, wenn sie effektiv ist, wenn sie Menschen in bestimmten Situationen hilft. So hatte zum Beispiel der eine Gott der frühen Israeliten gegenüber den bis dahin verehrten vielen Stammes- und Territorialgöttern den entscheidenden Vorteil, dass seine Wirksamkeit nicht an einen Ort gebunden war. Jahwe konnte den Israeliten auch im Lande des Pharaos zu Hilfe kommen und zeigte sich dadurch den traditionellen Gottheiten überlegen. Kritisch, aber der Suche nach Gott wohl gesonnen, verfolgt Karen Armstrong die Entwicklungsgeschichte der Gottessuche von den mythischen Anfängen bis zur Gegenwart. Alle Menschen, so ist sie überzeugt, sind auf Transzendenz angelegt: Jeder Mensch, auch wenn er sich nicht selbst als religiös definiert, hat so etwas wie einen natürliche Sinnsehnsucht. Diese Sehnsucht mündet oft in religiöse Bekenntnisse, denen, das zeigt der interkulturelle und historische Vergleich, allen eines gemeinsam ist: das Bild, das sich die Menschen zu verschiedenen Zeiten und verschiedenen Orten der Welt von Gott gemacht haben, hatte immer etwas zu tun mit ihrer Kultur und ihrem Leben mit alle seinen Fragen und Problemen. Karen Armstrong folgert daraus aber nicht wie etwa die philosophische Religionskritik, dass der Mensch Gott und Vorstellungen und Bilder von ihm nicht brauche. Sondern sie weist nach, dass sich religiöse Vorstellungen nur dann durchsetzen konnten, wenn sie den Menschen in ihrer jeweiligen Lebenswelt plausibel erschienen. Auch in der Gegenwart geht diese Suche weiter. Denn „die Menschen können Leere und Trostlosigkeit nicht ertragen. Sie füllen die Leere, indem sie sich ein neues Sinnzentrum schaffen (…) Wenn wir einen kraftvollen Glauben für das 21. Jahrhundert entwickeln wollen, sollten wir die Geschichte Gottes auf Lehren und Warnungen hin neu überdenken.“ Da wartet eine Menge sinnvoller Arbeit nicht nur für die Theologen.

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