Karen Duve

 3.8 Sterne bei 1.162 Bewertungen
Autorin von Anständig Essen, Taxi und weiteren Büchern.
Autorenbild von Karen Duve (© Thomas Müller)

Lebenslauf von Karen Duve

Preisgekrönte Bestsellerautorin: Die deutsche Schriftstellerin und ehemalige Taxifahrerin Karen Duve wurde in Hamburg geboren. Sie machte das Abitur und lernte danach Steuerinspektorin. Sie arbeitete einige Zeit in diesem Beruf, merkte aber schnell, dass es nicht das ist, was sie wirklich wollte. Sie hatte schon früh den Traum, einen Roman zu schreiben. Sie arbeitete 10 Jahre lang als Taxifahrerin. In dieser Zeit erlebte sie sehr viel und beschreibt alles in ihrem Buch Taxi! Der autobiographische Roman war nicht nur ein voller Erfolg, sondern wurde auch 2015 verfilmt. Ihre erste Erzählung "im tiefen Schnee ein stilles Heim" gab den Ausschlag "freie Schriftstellerin" zu werden. Nebenbei arbeitete sie als Korrektorin für eine Zeitschrift. Ihre Werke werden zum Teil auch im Theater aufgeführt und erhielten einige Literaturpreise. Ihre Romane "Regenroman", "Dies ist kein Liebeslied", "Die entführte Prinzessin", "Taxi" und "Macht" standen auf deutschen Bestsellerlisten und wurden außerdem in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die Autorin selbst lebt ganz bescheiden, mit zwei Hühnern, einer Bulldogge und einem Maultier auf dem Land.

Alle Bücher von Karen Duve

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Buchformat:
Cover des Buches Anständig Essen (ISBN:9783442476473)

Anständig Essen

 (266)
Erschienen am 18.06.2012
Cover des Buches Die entführte Prinzessin (ISBN:9783570304709)

Die entführte Prinzessin

 (145)
Erschienen am 01.09.2008
Cover des Buches Taxi (ISBN:9783442483501)

Taxi

 (159)
Erschienen am 20.07.2015
Cover des Buches Regenroman (ISBN:9783442469161)

Regenroman

 (133)
Erschienen am 12.02.2009
Cover des Buches Dies ist kein Liebeslied (ISBN:9783442456031)

Dies ist kein Liebeslied

 (120)
Erschienen am 01.05.2004
Cover des Buches Macht (ISBN:9783869710082)

Macht

 (66)
Erschienen am 18.02.2016
Cover des Buches Grrrimm (ISBN:9783442479672)

Grrrimm

 (58)
Erschienen am 17.03.2014
Cover des Buches Weihnachten mit Thomas Müller (ISBN:9783821807478)

Weihnachten mit Thomas Müller

 (34)
Erschienen am 01.10.2003

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Neue Rezensionen zu Karen Duve

Neu

Rezension zu "Fräulein Nettes kurzer Sommer" von Karen Duve

Zur falschen Zeit geboren
MilaWvor 2 Monaten

Anette von Droste-Hülshoff ist eine ganz und gar unmögliche Person. Sie will so gar nicht dem Ideal der bescheidenen, anmutigen adligen Frau von einfachem Gemüt entsprechen. Stattdessen mischt sie sich in die Gespräche der Männer ein, singt ein wenig zu grell und laut, dichtet und sammelt seltene Steine. Und dann verliebt sich auch noch das Genie Heinrich Straube in sie! Eine Intrige soll ihr den Kopf zurechtrücken. Natürlich nur zu ihrem eigenen Besten.

Karen Duve konzentriert sich auf Annettes Jugendjahre und die verhängnisvolle Liebesintrige. Sehr genau beschriebt sie den gesellschaftlichen und historischen Kontext. Sie geht auf das Erstarken des Patriotismus, den grassierenden Antisemitismus und die Rolle von Burschenschaften im Studentenleben ein. Man muss sich erstmal durch den Wust von Namen durchkämpfen, gerade wenn man sich mit dieser Literatur- und Geschichtsepoche nicht so gut auskennt. Manchmal wird etwas zäh, wenn seitenlang philosophiert wird. Zum Glück rettet der Humor über die Längen hinweg.

Mit viel Ironie werden die starren Gesellschaftsregeln des Adels und die Bigotterie Einiger vorgeführt. Aus heutiger Sicht bringt man sehr viel Mitgefühl mit Nette auf, die einfach nur ihren Weg gehen wollte, ständig aneckte und von ihrer Familie „zu ihrem eigenen Besten“ gedemütigt wurde. Auch Strache wird zwar von seiner Umgebung als Genie gehätschelt, lebt aber unter Abhängigkeit seiner adligen Geldgeber, die nach ihrem Gutdünken lenken wollen und wird wegen seiner Sensibilität verlacht.

Die letzte Ironie ist schließlich, dass Anette von Droste-Hülshoff heutzutage viel bekannter ist, als die in die Intrige verstrickten angeblich genialen Männer, die ihre Monumentalwerke nie veröffentlicht haben. Und auch an die Selbstlosigkeit der Frauen mag man nicht so recht glauben, wenn man ihren Weg weiter verfolgt. Eindrucksvoll wird gezeigt, wie die starren gesellschaftlichen Regeln die Individuen blockieren. Insbesondere die Frauen, die zu absoluter Selbstaufgabe und Aufopferung angehalten werden. Ein sehr empfehlenswertes Buch für Literatur- und Geschichtsbegeisterte mit einigen Längen. 4,5 Sterne aufgerundet.

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Rezension zu "Fräulein Nettes kurzer Sommer" von Karen Duve

Eine Tragödie, die Spaß macht.
sursulapitschivor 4 Monaten

Ich habe eine Entdeckung gemacht. Karen Duve kannte ich bislang noch nicht, bin aber tieft beeindruckt von ihrem Witz und der wunderbaren Sprache. Mit feinster Ironie erzählt sie hier vom persönlichen Drama einer Frau, die zur falschen Zeit geboren wurde.

Annette von Droste-Hülshoff hatte es nicht leicht. Im angehenden 19.Jahrhundert wurde in Deutschland das Biedermeier erfunden, wo man als Frau Häuslichkeit zu schätzen hatte, Deckchen stickte und Intelligenz als unkleidsam, wenn nicht sogar krankhaft empfunden wurde.
Nette, die am Zeitgeschehen interessiert war, Fragen stellte, las und sogar Gedichte schrieb galt als vorlaut, eine Nervensäge, unweiblich. In dem Sommer, als sie 23 Jahre alt war, lernte sie allerdings, wo ihr Platz ist.

Dieses Buch ist ein plastisches Zeitportrait. Man hat lange den Eindruck, es passiert eigentlich nichts, amüsiert sich dabei aber köstlich und wohnt letztendlich einer Tragödie bei.
Gerne würde ich Stellen aus diesem maliziösen Text zitieren, weiß aber gar nicht, wo ich anfangen soll. Hier schlürft man jedes Wort „und die Damen standen im Kreis und raschelten mit dem Taft.“

Man lernt auf unterhaltsamste Art sehr viel über diese Zeit und die deutsche Dichterszene, wo sich Annettes Onkel August in der „poetischen Schusterinnung“ engagierte und gönnerhaft auf das Geschreibsel seiner Nichte herabblickte. Allerdings kennt man sie heute noch im Gegensatz zu ihm und seinen Kollegen. Die Familie von Droste-Hülshoff war befreundet mit den Gebrüdern Grimm, die man hier auch gut kennen lernt und ein gewisser Harry Heine taucht in ihrem Dunstkreis auf. Alle anderen großen Poeten dieser Zeit, die das Fräulein Nette gönnerhaft als Kuriosität betrachteten, sind mit ihrer Kunst nicht weit gekommen.
„Der Körper einer Frau ist nach dem Willen der Natur ja eigentlich nur Ernährungsmaterie und bei Ihnen ist es ja noch nicht einmal das.“

Das Hörbuch liest die Autorin höchst persönlich, staubtrocken und mit sprödem Charme, was wunderbar zu Annette und diesem Text passt.
Dies war mein erstes Buch der Autorin, aber bestimmt nicht mein letztes. 

Kommentare: 5
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Rezension zu "Fräulein Nettes kurzer Sommer" von Karen Duve

Zeitgeschichte pur, sehr unterhaltsam - ein Drama - aber ich habe selten so viel gelacht
Gwhynwhyfarvor 4 Monaten

»Annette von Droste-Hülshoff war eine Nervensäge.«

Ein Romanporträt der jungen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff – ich war ein wenig skeptisch, hoffte, es würde nicht zu trocken werden. Weit gefehlt – ich habe selten so viel gelacht. Im auktorialen Erzählstil trägt uns die Autorin in eine Zeit, in den Frauen das Sticken und Stricken oblag, Männer reisten in ferne Länder, führten politische Gespräche, unterhielten Dichterkreise und sie gingen auf die Jagd.

»Nenn’ sie Hexe und Kokette – Aber nur nicht kleine Nette!« (so August, der Bruder)

Die junge Annette, genannt Nette hat kein Interesse an der Handarbeit, gern würde sie ferne Länder bereisen, sich in klugen Gesprächen mit Männern duellieren. Und sie schreibt Gedichte, was sich auch nicht ziemt für eine Frau. Da die intelligente Nette nicht auf den Mund gefallen ist, geradeaus redet, mischt sie sich gern in Gespräche der Männer, brüskiert den ein oder anderen Zeitgenossen gern. Man bezeichnet sie als frech und vorlaut und störrisch. Gern ist Nette in der Natur, stets trägt sie ihren geologischen Hammer dabei, immer auf der Suche nach Mineralien, stets mit sind ihre Kleidersäume lehmverschmiert.

»Westfalen war echt das Letzte.«

Die von Droste-Hülshoffs wohnen in einem Wasserschloss in Havixbeck bei Münster. Die Familie ist ziemlich verzweigt, riesengroß und Verwandte müssen besucht werden, ansonsten verärgert man sie. Gern fährt Nette auf den Bökerhof in Bökerdorf zu Onkel August von Haxthausen, freut sich auf seine Besuche, denn er ist ständig von dichtenden Studenten aus Göttingen umgeben, der poetischen Schustergilde, dem auch Anettes Bruder angehört. Die Gebrüder Grimm gehören zum Freundeskreis, die die erste Deutsche Grammatik niedergeschrieben haben und sich wissenschaftlich mit Märchen beschäftigen und die Brentanos. Wilhelm Grimm bekommt das Grausen, sobald er Nette nur sieht! Als größtes Dichtertalent gilt Heinrich Straube, ein armer Student, der von Nettes Bruder finanziert wird. Drei Jahre lang begleiten wir Nette auf der einen Seite, die jungen Studenten auf der anderen Seite, bzw. die Sommer, die gemeinsam verbracht werden.

»Geruch wie von einem nassen Hund«

Nette ist schwer kurzsichtig, daher glotzäugig und manchmal etwas distanzlos wenn sie sehr dicht an Dinge und Menschen herantritt, um sie sehen zu können. Als ihr Bruder das erste Mal seinen besten Freund ins Haus bringt, den begabten Straube, erhält er von Anette keine Begrüßung, sondern sie stellt laut inmitten der Gesellschaft fest, der junge Mann stinke wie ein nasser Hund. Typisch Nette. Das liegt an seiner ewig alten Perücke, die bei Feuchtigkeit nach Schaf riecht und auch ansonsten wenig appetitlich duftet und aussieht - Heinrich Straube, den seine Freunde wegen seiner grauenhaften Stimme »Wimmer« nennen, ein gräuslich hässlicher Mann.

»Man schrieb das Jahr 1819. Die Lebensverhältnisse änderten sich mit bis dahin unbekannter Geschwindigkeit. Dampfmaschinen pumpten, hämmerten und walzten in fast allen deutschen Kleinstaaten, und die ersten Spinngeräte produzierten mit rasendem Geklapper mehr Garn in einer einzigen Stunde als zehn Spinnerinnen an einem Tag verdrehen konnten.«

Die Industriezeit beginnt. Man reist in Kutschen, die öffentlichen Kutschen sind die Schlimmsten, besonders die modernen Schnellkutschen. Verschlammte Straßen, tiefe Kuhlen, immer wieder Regen, »Westfalen war echt das Letzte«. Es gibt wundervolle Beschreibungen von Westfalen, dem Leben der Adligen, den beschwerlichen Reisen. Mit der Großmutter fährt Nette zum Kuren nach Bad Driburg, literweise Heilwasser trinken, Nette gegen ihre Kopfschmerzen, die Oma gegen ihren Katarrh. Hier lernen sie auch einen der Familie von Knigge kennen, der sich darüber aufregt, dass sein Cousin, der Freiherr, auf das Benimmbuch reduziert wird, eine Schande, seine Romane seien viel besser. Schiller oder Goethe – sie lebten auch zu dieser Zeit – man ist für den einen oder für den anderen, beides geht ideologisch nicht zusammen. Schopenhauer, Hegel, Hoffmann von Fallersleben, Dichter Kotzebue samt seinem Mörder Sand begegnen wir auch. Es gibt eine Menge interessanter, bekannter Leute, die in diesem Buch auftauchen. Z.B. Harry Heine, von dem man munkelt, er sei ein Jud. Antisemitismus ist großgeschrieben zu dieser Zeit, es verschärft sich immer weiter. Harry wir später ein guter Freund von Straube und dieser Heine ist ein merkwürdiger Kauz. Er fährt gern aus der Haut und duelliert sich gern. Es gibt eine Stelle am Ende des Romans, die habe ich mehrfach zurückgespult, um sie immer noch mal zu hören. Duelle waren verboten, aber man ging dem selten nach. Doch die mit Pistole waren dem Dekan und den Richtern nun wirklich zu viel. Die Szene, die ich meine, geht um die Ehre. Heine und ein Mitstudent werden vom Gericht einzeln verhört, da sie sich mit der Pistole duellieren wollten, immer wieder rein, raus aus dem Saal. Immer wieder eine neue Chance seitens der Obrigkeit, doch sie bleiben stur. Was hat der eine gesagt und wie wird es der andere ausgelegt und zurück ... Es ist köstlich! Ich habe selten bei einem Roman so gelacht.

»… die großen Talente, die immer ein bisschen falsch verstanden sein würden, nie ganz dazugehörig. Fremdlinge in dieser brav-katholischen Herde, und deswegen, genau deswegen war es auch möglich, dass er Nette gleich küssen würde, dass sie eines Tages seine Frau sein würde, seine Kinder bekam und ihm in seinem literarischen Schaffen zur Seite stand - eine nicht mit Geld aufzuwiegende Hilfe, seine erste Leserin, der süße Trost seines Daseins und noch dazu eine Zierde in seinem Salon, die zu plaudern verstand wie keine Zweite.«

Annette von Droste-Hülshoff ist Dreiundzwanzig Jahre alt, als sie auf Straube trifft. Er ist der einzige Mann, der sie ernst nimmt und ihre Dichtkunst würdigt, zwei Seelen finden zueinander. Natürlich sehen auch alle anderen Männer das Talent von Anette, doch einer Frau steht es nicht an zu schreiben, zu dichten, mit der weiblichen Hohlköpfigkeit kann nichts Gutes gedeihen. Eifersüchtig putzt man Nette herunter. Die glubschäugige Nette und der hässliche Straube, eine zarte Bande entsteht. Nette blüht auf, wird plötzlich auch von anderen Männern umgarnt, die die scharfsinnige Frau verehren. Neid kommt bei Cousinen und der jungen Tante auf. Zumal Anette exzellent Klavier spielen kann, obendrauf kann sie noch singen. Nette spielt alle Frauen an die Wand. Führt sich auf wie wild und wird auch noch umgarnt! Da kommt Zorn auf. Straube und Nette – unmöglich für die Familie! Straube ein Habenichts und obendrauf noch Protestant! Natürlich verehrt man den Feingeist und Dichter, aber das reicht ja wohl – man finanziert ihm sogar sein Studium. Und da wäre noch Arnswaldt, der wunderhübsche Studiosus und Adliger, der zum Freundeskreis gehört, der sich selbst für genial hält. Der verdreht allen Frauen den Kopf, auch Nette glaubt, sie könne sich in den Charmebolzen verlieben. Anfangs findet er Annette unweiblich, zickig, doch äußerst attraktiv vom Geiste. Man kann ihr später das Widerspenstige austräumen, träumt er. Was die wohl an dem ollen Staube finden mag. So entsinnt er eine Intrige, hofft im Hinterkopf, Annette für sich zu gewinnen. Doch die liebt nun mal Straube, was sie Arnswaldt auch mehrfach ins Gesicht sagt, ihn abweist. Der Schönste, Genialste wird abgewiesen, das tut weh! Es hat zur Folge, dass sich aus der Intrige eine ausgemachte Hinterfotzigkeit entwickelt. Involviert ist die halbe Familie und der halbe Freundeskreis, jeder verfolgt dabei seine eigenen Interessen.

»Es war früh am Morgen. Der Himmel hing tief, und die Sonne war kraftlos und hing noch tiefer. Aus einem Buchenwald traten ein kleiner, grundhässlicher Mann namens Heinrich Straube und ein zartes, sehr blondes und etwas glotzäugiges Freifräulein. Bodennebel, dicht und grau wie die Wolken am Himmel, wanden sich um ihre Füße. In Fräulein Nettes Gürtel steckte ein leichter Berghammer«

Das alte Westfalen und seine Adligen, junge Menschen, Liebschaften, ausschweifendes Leben in reaktionären Burschenschaften, Dichterkreise, Literaturverliebte, Karen Duve transportiert den Zeitgeist von damals hervorragend. Die Geschichte ist akribisch recherchiert. Der zentrale Punkt ist die Liebe zwischen Nette und Straube, aber alle anderen involvierten Personen und die drum herum, wie Heine und die Gebrüder Grimm, werden auch wundervoll porträtiert. Jugend und Zeitgeist sind gut herausgearbeitet, Napoleon ist aus dem Land vertrieben und man treibt den Code Napoleon mit aus dem Haus, Nationalismus ist wieder angesagt, und damit klingt ein starker Antisemitismus an, besonders in den reaktionären Burschenschaften. Der junge jüdische Heine wird Katholik und damit wird aus dem Harry ein Heinrich. Nette träumt vom Männerleben, fügt sich an ihren weiblichen Platz zum Sticken und Stricken. Aber sie bleibt sich treu, sie heiratet nicht, dichtet weiter und schreibt Romane, meist auf der Meersburg, die ihr Schwager gekauft hatte, auch ein literaturversessener Charakter. Annette Droste-Hülshoff (1797-1848), die bedeutendste Schriftstellerin und Komponistin der Romantik stirbt am Bodensee auf der Meersburg. Heinrich Straube hat sie nie wieder gesehen. Straube, von dem man behauptete, er sei besser als Goethe, wird von seinem Gönner August Droste-Hülshoff gezwungen, seine Studien der Dichtkunst abzubrechen, er müsse sein Studium abschließen, etwas zum Geldverdienen, man kann ihn nicht ewig finanzieren. So studiert Straube im Eiltempo Jura und wird Jurist, heiratet berufsfördernd. Er wir nie wieder dichten, es wurde ihm verleidet. Nach seinem Tod findet man in einem Kästchen die Haarlocke, die ihn Annette damals schenkte. Karen Duve lässt ihre Erzählstimmen in verschiedenen Tönen berichten. Poetisch, angepasst an die Zeit, bissig und nüchtern, das Nettchen, humorvoll und zornig, aber auch hinterhältig. Der Roman ist, ich muss es noch mal erwähnen, äußerst humorvoll. Das ist, so meine ich, die beste Biografie, die ich kenne. Selbst wer sich nicht für die deutschen Dichter interessiert, wird sich königlich amüsieren.

Heinrich Straube (1794–1847) war ein Studienfreund Heinrich Heines und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift »Wünschelrute« und ist auch bekannt durch diese Intrige, bei der man ihm und Annette von Droste-Hülshoff übel mitspielte. Annette wird die »Haxthausensche Mischpoke« (Annette) 17 Jahre nicht mehr besuchen. Sie erklärt sich und die Situation einige Monate später in einem Brief an ihre Stieftante Anna von Haxthausen (Sie weiß zu der Zeit noch nicht, dass die eifersüchtige Tante mitten drin im Intrigenspiel sitzt). Zu Arnswaldts Handeln schreibt sie: »… ich sollte mit Gewalt recht schuldig werden, Str(aube) sollte gerettet werden, und ich zugrunde. Oh wie muss der mich hassen! … Und Anna heiratet zehn Jahre später August von Arnswaldt.

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Gespräche aus der Community

Neu
In unserer Klassiker-Lesegruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur" haben wir diesen Monat "Die Judenbuche" von Annette von Droste-Hülshoff gelesen.

Da kürzlich eine Romanbiographie über ihr Leben erschienen ist, nämlich "Fräulein Nettes kurzer Sommer", haben wir uns kurzerhand entschlossen, auch diese gemeinsam zu lesen.

Die Leserunde beginnt am 20.11. und jeder der mag kann sich uns mit eigenem Exemplar anschließen.
Zur Leserunde

Endzeitstimmung einmal anders

In "Macht", dem neuesten Roman der Bestsellerautorin Karen Duve, wird der Traum der ewigen Jugend wahr. Das Beste dabei: So lange müssen wir nicht darauf warten, im Jahr 2031 wäre es so weit und wir alle hätten die Möglichkeit, so jung und attraktiv auszusehen, wie man es sich nur wünschen kann. In "Macht" lassen es die Junggebliebene richtig krachen und so entsteht eine Endzeit-Atmosphäre, die alles andere als düster ist. Seid ihr neugierig geworden? Und seid ihr für das Jahr 2031 bereit? Dann dürft ihr diese Leserunde nicht verpassen!

Zum Inhalt
Wir schreiben das Jahr 2031: Staatsfeminismus, Hitzewellen, Wirbelstürme, Endzeitstimmung und ein 50-jähriges Klassentreffen in der Hamburger Vorortkneipe "Ehrlich". Dank der Verjüngungspille Ephebo, der auch Sebastian Bürger sein gutes Aussehen verdankt, sehen die Schulkameraden im besten Rentenalter alle wieder aus wie Zwanzig- bis Dreißigjährige, und als Sebastian seine heimliche Jugendliebe Elli trifft, ist es um ihn geschehen. Wen interessiert es da noch, dass die Krebsrate von Ephebo bei 60% innerhalb der nächsten zehn Jahre liegt?
Alles könnte so schön sein, wäre da nicht Sebastians Frau, die ehemalige Ministerin für Umwelt, Naturschutz, Kraftwerkstilllegung und Atommüllentsorgung, die er seit zwei Jahren in seinem Keller gefangen hält. Dort muss sie ihm seine Lieblingskekse backen und auch sonst in jeder Hinsicht zu Diensten sein. Seiner neuen Liebe steht sie jetzt allerdings im Weg. Bei dem Versuch, sich seine Frau vom Hals zu schaffen, löst Sebastian eine Katastrophe nach der anderen aus …


Zur Autorin
Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, lebt in der Märkischen Schweiz. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Romane Regenroman (1999), Dies ist kein Liebeslied (2005), Die entführte Prinzessin (2005) und Taxi (2008) waren Bestseller und sind in 14 Sprachen übersetzt. 2011 erschien ihr Selbstversuch Anständig essen, in dem sie die Frage aufwarf "Wie viel gönne ich mir auf Kosten anderer?" und damit eine breite Diskussion über unser Konsumverhalten auslöste. Zuletzt erschien von ihr die Streitschrift Warum die Sache schiefgeht (2014). Die Verfilmung ihres Romans Taxi kam im Sommer 2015 in die Kinos.

Rechtzeitig vor dem Erscheinungstermin verlosen wir zusammen mit Galiani 25 Exemplare von "Macht". Möchtet ihr wissen, ob es Sebastian gelingt, seine Frau loszuwerden? Habt ihr Lust, euch über diese ungewöhnliche Geschichte im Rahmen einer Leserunde auszutauschen und im Anschluss eine Rezension zu schreiben? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und antwortet bis zum 14.02. auf diese Frage:

Die bahnbrechende Errungenschaft in naher Zukunft ist die Verjüngungspille Ephebo, mit der man im Rentenalter aussieht wie 20.
Welche weltweite Problematik oder Krise müsste aus eurer Sicht im Jahr 2031 auch gelöst sein? Und wie könnte die Lösung ausehen?

Auf eure Antworten bin ich sehr gespannt!

Viel Glück!

* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Veröffentlichen einer ausführlichen Rezension auf LovelyBooks.de, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken.
Zur Leserunde
Ich verlose dieses Buch und 3 anderen auf meinem Blog, alles weitere erfahrt ihr dort :)

http://tintenbloggerin.blogspot.de/2014/05/gewinnspiel-die-zweite.html
Zur Buchverlosung

Zusätzliche Informationen

Karen Duve wurde am 14. November 1961 in Hamburg (Deutschland) geboren.

Karen Duve im Netz:

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auf 120 Wunschlisten

von 25 Lesern aktuell gelesen

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